Kundenrezension

71 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verspielte Charaktertouren, 26. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Sherlock - Series 3 [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Die Box bietet auf 2 DVDs die drei Episoden je 90 Minuten der dritten Staffel. Sprache der UK-Ausgabe ist Englisch mit englischen UT. Als Extras gibt es drei 15minüter, zwei mit den üblichen Great-Fantastic-Splendid-Monologen, aber auch interessanten Einblicken in die Denke der Autoren, eines speziell über Sherlocks gefakten Sturz vom Dach.

Die Staffel sieht eine deutliche Stiländerung. Der Fokus verlagert sich deutlich von den Kriminalfällen auf den Charakter der Hauptfiguren und die Dynamik zwischen ihnen. Neu im Spiel ist dabei Watsons Zukünftige Mary. Lestrade spielt eine deutlich reduzierte Rolle, Bruder Mycroft dafür eine größere. Ein Bezug zu Original-Doyle-Geschichten ist nur noch punktuell in Szenen und Ideen zu finden; keine echte Adaption mehr wie bisher. Die drei Episoden:
- Episode 1 widmet sich im speziellen der Wiederkehr von Sherlock. Es geht um das Geheimnis, wie er den gefakten Fall inszeniert hat und die Auswirkung auf seine Freundschaft zu Watson. Im Hintergrund spielt der Versuch ein Londoner Terrornetzwerk zu entlarven.
- Episode 2 spielt fast komplett auf der Hochzeit von Watson und Mary und baut in Rückblicken viele kleine Fälle und Dynamik zwischen den Figuren ein.
- Bei Episode 3 steht der Kampf gegen einen international tätigen Erpreser (sehr lose anküpfend an die Doyle-Story "The Adventure of Charles Augustus Milverton") gleichberechtigt neben weiteren Charakterstudien.

In den Extras erläuterte Ziele der Autoren war es (1) die Wiederkehr von Sherlock nicht einfach so abzutun, sondern dem nachzugehen, wie es der über 2 Jahre getäuschte Watson aufnimmt und (2) Sherlocks Charakter dadurch näher zu erkunden, indem man ihn in Situationen bringt, die keine Kriminal- sondern Alltagscharakter haben, z.B. eben eine Hochzeit, das Erleben von Freundschaft, die Familie und eine Liebelei. Dabei wird die Vielschichtigkeit und Schwierigkeit erkundet, auch wie diese z.B. in der Konkurrenz zum Bruder entstanden ist. Gleichzeitig werden auch die Tiefen bei Watson ausgelotet, der nicht einfach nur der knuddelige Helfer in der Not ist.

Die Mittel dazu sind viele schnelle und sprachlich elaborierte Dialoge, reichlich zeitliche Sprünge zur Assoziation von Erlebnissen und die serienüblichen Hilfsmittel von eingeblendeten Schriften, Zeitlupen oder wilden Kamarafahrten und -perspektiven, unterstützt von Twisten in den Kriminalfällen, die die Persönlichkeit der Hauptfiguren und die Dynamik zwischen ihnen betreffen. Ebenso findet sich eine ganze Menge mehr Humor als bisher, eingeflechtet in intellektuelle Dialoge, aber auch als bewusst humoristische Szenen angelegt.

Man muss diesen veränderten Ansatz mögen. Mich hat er nicht überzeugt. Diese starke Referenz auf sich selber an so einem frühen Punkt in der Serie wirkt auf mich etwas eitel und selbstverliebt. Es gibt noch zuviele nicht erzählte Geschichten um die beiden als dass man sich schon so stark nur mit ihnen beschäftigen könnte. Das ist Starkult um Stars, die zwar welche sind, aber eben noch recht 'frische'. Ein Einbau dieser Charaktertouren in echte Geschichten hätte viel überzeugender ausfallen können. Das pure zeitliche Übermaß hat mich erschlagen und dadurch auch immer wieder gelangweilt (Höhepunkt eine Szene, in der Holmes in höchster Gefahr ist und es ca. 5 Minuten visueller Tricks und Rückblenden braucht, um die wenig Sekunden dauernde Szene zu Ende zu führen).

Desweiteren fand ich die Charaktertouren in der Gesamtschau auch nicht sehr überzeugend. Die Dialoge sind ohne Frage punktuell intelligent, geistreich und sprachlich hochwertig, die ein oder andere Idee stark (v.a. der 'dunkle' Anteil von Watson hat mir gefallen), aber in der Gesamtschau ist es für mich kein stimmiges Bild. Da wogen die Charaktertiefen und sozialen Dynamiken mal hin, mal her, mal oberclever, mal sozialverarmt, mal naiv-lieb, mal von dunklen Mächten angetrieben, mal psychologisch angespannt, mal von ironischer Leichtigkeit, ohne dass man sich um eine Gesamtkomposition kümmert. Es erschien mir wie eine sehr moderne Theaterinszenierung, wo jede Szene irgendwie für sich inszeniert wirkt und Drama, Tragödie, Komödie, etc. ohne echtes Gesamtkonzept zusammengeschmissen werden. Im speziellen die humoristischen Einlagen haben mich nicht überzeugt, sind auch nicht sauber inszeniert und von Cumberbatch/Freeman dann auch (für sie ungewohnt) nicht sauber gespielt. Auch wenn manche sehr viel Wortwitz haben, gehen andere zu sehr ins Slapstickhaftige, biete schwage Gags und Holmes erscheint manchmal fast wie ein Hanswurst.

Hinzu kommen eine ganze Menge von Logiklücken und mangelnde Überzeugung in den Geschichten. Das kann man bei einer anderen Serie hinnehmen, bei Sherlock - das in Dialogen und Visualität seine Intelligenz selber so sehr in den Vordergrund stellt - bin ich da kritischer. Es gibt keine stimmige, überzeugende Erklärung für den Sturz aus Staffel 2 und auch in den neuen Fällen gibt es reichlich Dinge, die einfach nicht passen.

Fazit: Rein 'objektiv' muss man dem Aufwand an technischen Stilmitteln und Visualität und vielen geistreichen Dialogen Tribut zollen und könnte so mehr Sterne rechtfertigen. Ganz subjektiv habe ich mich aber bei allen drei Episoden weitestgehend gelangweilt und deswegen fände ich eine höhere Bewertung unredlich. Dass man schon wieder zu einem Holzhammer-Cliffhanger greifen musste, hat auch nicht gerade geholfen. Die Qualität der Serie bestand bisher aus: Geschichte + Figuren + Visualität. Wer wie ich auf den ersten Aspekt viel Wert legt und nicht hauptsächlich von Figuren und der Visualität eingenommen war, der könnte diesmal Schwierigkeiten bekommen. Alle anderen werden sicher sehr gut bedient.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 20 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.02.2014 17:56:47 GMT+01:00
Tyrania meint:
Danke, DANKE und nochmals danke!
Besser haette ich es nicht formulieren koennen.
Schade um verschenktes Potenzial auf ganzer Linie.

Veröffentlicht am 16.02.2014 14:41:52 GMT+01:00
territrades meint:
Könnten sie auf die vermeintlichen Logikfehler etwas genauer eingehen, dass würde mich sehr interessieren.

Und der Sturz wird zwar nicht endgültig geklärt, aber das hängt vielleicht auch mit dem Cliffhänger zusammen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2014 16:59:05 GMT+01:00
Grüner Baum meint:
ACHTUNG SPOILER!!!!

@territrades: Ich habe keine Bespiele für Logikfehler genannt, weil man da immer so leicht in Spoilergefahr gerät. Im Kommentarbereich kann man das wohl eher machen. Ich fand z.B. den Tod des Wachsoldaten nicht ganz überzeugend, der 1. nicht merkt, dass ihm seit Stunden (!) ein Fremdkörper im Körper steckt und 2. die Blutung erst nach einigen Minuten bemerkt, wenn er unter der Dusche steht und nicht schon vorher. Auch fragt man sich, wie Holmes so locker in den Duschraum vordringen konnte. - Ebenfalls nicht überzeugend fand ich Holmes Tat am Ende, die ja u.a. damit begründet wird, dass der Bösewicht nach eigener Aussage alle Informationen nur im Gedächtnis hat und nirgendwo gespeichert. Das könnte schlichtweg gelogen sein und diese sehr naheliegende Option wird nicht berücksichtigt. Auch finde ich es nicht sehr überzeugend, dass über Jahre sich eine Menge Personen erpressen lassen ohne je (so wird das dargestellt) ein Beweismittel gesehen zu haben. - Um die drei guten Dinge komplett zu machen: Es ist ja logisch, dass Sherlock sich an eine Sekretärin des Bösewichts heranmancht. Dass aber weder dieser das bemerkt und sich dagegen absichert noch Mary, die ja den Bösewicht parallel umbringen will, mutet seltsam an. Es gäbe noch andere.....
Im ganzen scheint mir vieles mehr auf den Effekt bedacht und weniger durchdacht. Das war nun sicherlich in den Orginalgeschichten von Doyle auch schon so, aber dem kann man mit nostalgischer Nachsicht begegnen. Wenn eine moderne Serie sich solche Geschichten ausdenkt und sich dann noch - das ist ein wichtiger Aspekt - selber den Anstrich gibt, besonders intelligent zu sein, dann bin ich - m.E. mit Recht - sehr viel kritischer bzw. einfach enttäuscht, wenn es nicht stringent ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.02.2014 22:50:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.03.2014 20:45:16 GMT+01:00
Franzi meint:
Everyone is a critic . . . stimmt tatsächlich. Ach ja . . . Spoiler . . .
Nur diese eine Sache die mir zwischen den unendlich anmutenden Ausführungen aufgefallen ist. Weder bei dem Gardisten (der im übriegen auch nicht tot ist sondern von Watson gerettet werden konnte) noch beim alten Bekannten von Watson steckte über Stunden eine Fremdkörper im Körper. Die Verletzung wurde mittels einer sehr feinen Klinge durch den engen Gürtel hindurch (und das ist das wichtige, was auch in der Serie ausgiebig erklärt wird) zugefügt und dann wieder herausgezogen (weshalb es ja auch keine Mordwaffe beim Opfer gab und selbst der Täter so lange Zeit hätte sich der Waffe zu entledigen, bis das Opfer den Gürtel abnimmt), so das die Wunde sich erst öffnete und zu Blutverlusst führte, als das Gewebe nicht mehr fest zusammen gepresst wurde. Ich bin zwar keine Gerichtsmedizinerin, aber zumindest das habe ich verstanden und von allzu ferner Realität scheint es mir auch nicht zu sein (der Effekt ist bei jeder normalen Grippeschutzimpfung zu beobachten, bei der die freundliche Schwester Gewebe am Arm zusammenpresst wenn sie die Nadel einsticht und sich erst ein Tropfen Blut bildet wenn sie das Gewebe wieder los läst) . . . nicht unbedingt der alltägliche Allerweltsmord und in wirklichkeit vielleicht auch nicht so reibungslos durchführbar, aber darum geht es doch letztlich auch gar nicht, oder? In der nächsten Staffel werden sich dann wohl alle darüber beklagen das man einen Schuss in den Kopf nicht überleben kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2014 22:55:07 GMT+01:00
Batman meint:
Es ist schon lustig was als logikfehler bezeichnet wird wenn man den Inhalt nicht versteht,
einfach nur blöde Ausreden um einen grund zu haben die Serie runter zu reissen, Sherlock ist und bleibt eine Top Produktion der BBC , und wo die dritte Staffel langweilig gewesen sein soll,
wie gesagt wenn man es nicht versteht sollte man es nicht schauen oder auf die deutsche fassung warten, die Pfingsten ihre ARD Premiere schreibt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2014 19:27:07 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.03.2014 19:38:39 GMT+01:00
Grüner Baum meint:
@Franzi

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den Trick mit Klinge tatsächlich falsch erinnert hatte. Sorry dafür. Mich überzeugt das inhaltlich zwar auch nicht mehr als die andere Variante, aber wie in der Rezension beschrieben ist das nur die Hälfte des relevanten Punktes: Bei einer anderen Serie würde ich über solche Kleinigkeiten locker drüber wegsehen, weil die Grundidee ja pfiffig und schön ist. Sherlock zelebriert sich für mich in dieser Staffel so stark selber als genial, dass m.E. dann auch kleiner Unstimmigkeiten das Gesamtbild empfindlich trüben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2014 20:54:58 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.03.2014 12:03:08 GMT+01:00
Franzi meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.03.2014 15:27:56 GMT+01:00
Eichelpeter meint:
Mich erstaunt, daß auch vom Eindruck her intelligente Leute es persönlich zu nehmen scheinen, wenn jemand Ihren heiligen Gral nicht mit gleicher Hingebung verehrt.
Der Rezensent begründet seine Meinung umfangreich und nachvollziehbar und ist vor allem fair. Die vermeintlichen Logiklöcher sind nur Teil der Kritik und nicht Kernargument.

Persönlich bin ich von Staffel 3 bezüglich der Verlagerung von "story driven" nach "charakter driven" auch etwas enttäuscht und würde sie als etwas schlechter als die vorigen einordnen. 2 Sterne wären mir dafür auch viel zuwenig, aber mit Grüner Baums ordentlicher Rezension kann ich gut leben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2014 08:33:12 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.04.2014 13:18:18 GMT+02:00
KM meint:
Also vorab einmal ein Kompliment für die sehr ausführliche Rezension. Ich bin zwar absolut nicht gleicher Meinung, kann aber durchaus Ihre Meinung akzeptieren und will auf keinen Fall Ihre Rezension schlechtmachen oder kritisieren. Jedem das Seine . . .

ACHTUNG SPOILER!

Trotzdem möchte ich mich kurz zu den von Ihnen angeführten Logikfehlern äussern:

a) Zugegeben: Wie Sherlock so locker in den Duschraum eindringen konnte, ist vielleicht etwas fragwürdig, solche fragwürdigen Kleinigkeiten gibt es aber auch in jeder früheren Sherlock-Folge (nur ein Beispiel: Baskerville und das unverzügliche Auffinden der Mutter des Mädchens mit dem "leuchtenden" Kaninchen") und darüber kann ich persönlich sehr gut hinwegsehen. Schliesslich wäre es tatsächlich langweilig, wenn auch diese Kleinigkeiten detailliert erklärt würden.

b) Die Tat am Ende beruhte vor allem darauf, dass Magnuessen keinerlei Beweismittel/Informationen in seiner Villa gelagert hatte und man bei einer Hausdurchsuchung deshalb bei ihm keinerlei belastendes Material finden würde (was zur Folge hätte, dass Magnussen ungeschoren weiteragieren könnte und Sherlock und Watson wegen Hochverrats verurteilt werden könnten). Vielleicht hatte er anderswo Beweismittel gelagert, aber er war zweifellos clever genug, seine Spuren zu verwischen, sodass man ihm nichts würde nachweisen können. Magnussen war in dieser ganzen Szene in seinem Haus derart selbstzufrieden und -sicher, dass es für Sherlock keinen Grund gab, daran zu zweifeln, dass man kein belastendes Material in seinem "Keller" finden würde. Für Sherlock blieb auch schlicht keine Zeit, die Option einer Lüge lange abzuwägen.

c) Magnussen hat die Leute mit wahren Informationen erpresst, wie man ja am Anfang der Folge gesehen hat. Dafür brauchte er keine physischen Beweismittel: Es genügte für ihn, mit der Veröffentlichung dieser wahren Skandale zu drohen. Die Öffentlichkeit, die etwas in der Presse liest, fragt leider nicht nach Beweisen. Mit der Veröffentlichung allein ist in der Regel schon genug Schaden angerichtet. Zumindest ich finde es absolut glaubwürdig, dass die meisten Erpressungsopfer sich lieber erpressen liessen als eine Veröffentlichung ihrer wahren, wenn auch unbewiesenen Skandale zur riskieren. Sie können auch Gift darauf nehmen, dass die übrigen Pressevertreter zweifellos in schnellster Zeit Beweise für die meisten Skandale aufgetrieben hätten . . .

d) Wer sagt, dass Magnussen nicht gemerkt hat, dass Sherlock sich an seine Sekretärin heranmacht? Er ist immerhin an dem Abend, als Sherlock und Watson bei ihm einbrachen, zu Hause geblieben, statt auszugehen. Wer sagt denn, dass er Sherlock nicht durchschaute und absichtlich auf seinen Besuch wartete - und wenn es nur für eine weitere Machtdemonstration war?

e) Mary arbeitet allein im Geheimen und ohne Verbündete. Sie hat weder Zeit noch Gelegenheiht noch Grund für eine Rundumüberwachung von Janine und ausserdem wird noch nicht einmal irgendwo gesagt, dass sie nichts von der "Affäre" wusste. Das wird schlicht und einfach offen gelassen und ist eigentlich auch für die Story nicht relevant.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.04.2014 00:45:13 GMT+02:00
swanpride meint:
Les mal nach wie die gute Sissi gestorben ist...das Prinzip ist hier dasselbe. Das Blut läuft auch nicht direkt in strömen raus, sondern sickert zunächst langsam (zudem reden wir hier von einem Soldaten, der darauf trainiert ist, Schmerzen zu ignorieren).
Außerdem hast du die Erklärung falsch verstanden...Magnussen muss zwar in der Regel keine Beweise erbringen, weil er die "Wahrheit" einfach nur drucken muss, aber wenn nötig, dann weiß er wo die nötigen Beweise zu finden sind (er erwähnt, dass er schon mal etwas besorgen lässt). Im übrigen stammt das ganze Szenario, inklusiven dem Erpresser der sich selbst nur für einen Businessmann hält und nicht damit rechnet, dass in jemand umbringen könnte, direkt aus der Originalgeschichte...nur dass es dort ein früheres Opfer ist, das abdrückt, während Holmes Watson davon abhält, einzugreifen und später die Mörderin davonkommen lässt - das Szenario ist also nicht so aus der Luft gegriffen, wie du meinst (tatsächlich hatten wir wohl keine Folge mehr, die so nah an der Originalgeschichte war, seit A Study in Pink).
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