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Rezension bezieht sich auf: Zwischen allen Stühlen (Broschiert)
"Der Kunstdienst der Evangelischen Kirche wurde 1928 in Dresden von Frauen und Männern gegründet, die fest daran glaubten, daß Gott mitten im Alltag wohnt. Und daß Gott alle Künste, auch die unbequemen und beunruhigenden - braucht und liebt." So das Credo des "Kunstdienstes". Jene 77 Jahre alte und traditionsreiche Institution war Endes letzten Jahres Opfer umstrittener Strukturreformen innerhalb der Evangelischen Kirche geworden.Der Hentrich&Hentrich Verlag, dessen Stärke, wie der Seniorchef des Verlages einmal sagte: "Bücher gegen das Vergessen" seien, brachte aus diesem Anlaß ein Buch zur Geschichte des Kunstdienstes heraus. Geschaffen, um innerhalb der Kirche den Dialog zwischen Kunst und Theologie zu pflegen, stand der Kunstdienst bald vor allem für einen ideologischen Freiraum, für ein Kommunikationszentrum der Künstler und Kunstinteressierten in der DDR. Und wurde für manch einen der als oppositionell geltenden Künstler zur einzigen Möglichkeit, überhaupt auszustellen. So kämpfte der Kunstdienst an zwei Fronten: gegen staatliche Restriktionen und gegen Konservativismus und ästhetische Unbedarftheit in vielen evangelischen Gemeinden. Diesen Zwei-Fronten-Krieg in seiner Bedeutung sensibel und umfassend nachgezeichnet zu haben, ist das Verdienst der Autorin Dorothea Körner. Die Theologin, Lektorin und Mitarbeiterin im Institut für vergleichende Staat-Kirche-Forschung beweist eine exzellente Quellenkenntnis. Interessant, mit Sensibilität und großer Fachkenntnis vermag sie auch Nichteingeweihte in die widersprüchliche und überaus vielschichtige Geschichte des Kunstdienstes einzuführen. Neben ausführlichen Angaben zur Geschichte des Kunstdienstes von 1961 bis 1989 vervollständigt eine Zusammenfassung der Gründungsgeschichte von 1928 an die Darstellung. Auch die unrühmliche Rolle des Kunstdienstes bei seiner Gleichschaltung im Dritten Reich wird dabei nicht ausgespart. Der Hauptteil des Werkes widmet sich vor allem den Aktivitäten während der 60er, 70er und 80er Jahre. So wird zum Beispiel erinnert an Ausstellungen mit Werken von Chagall, Rouault und Manessier Mitte der 60er Jahre in Ostberlin, die weit über kirchliche Kreise hinaus Aufmerksamkeit erregten. (Auch Anna Seghers besuchte damals eine der Expositionen!) Der Autorin gelingt mit dieser Studie ein bemerkenswerter Beitrag zur Erhellung der Geschichte von Kirche im Sozialismus. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Rezensentin / Rezensent
![]() Ort: Berlin
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