Kundenrezension

24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlecht!!, 17. Februar 2013
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Dead Space 3 (uncut) (Computerspiel)
Dead Space ist nun eine Trilogie geworden und eines hat sich bei den Dead-Space-Spielen immer wieder gezeigt: Dead Space 1 war ein originelles Survival-Horror-Spiel, Dead Space 2 war nicht wie der erste Teil und wie wir nun wissen unterscheidet sich der dritte Teil ebenfalls wieder von den ersten beiden Teilen. Keines der Dead-Space-Spiele ist also wirklich wie die anderen. Manche mögen sagen, dass das ja ganz gut ist, weil es dadurch Abwechslung im Spielverlauf gibt und unterschiedliche Spielertypen angesprochen werden. Ist doch toll, oder? Tja Electronic Arts, hm, NEIN VERDAMMT, IST ES VERFLUCHT NOCHMAL NICHT UND SEID FROH, DASS ICH HIER NICHT DIE KRAFTAUSDRÜCKE VERWENDEN DARF, DIE MIR GERADE AUF DER ZUNGE LIEGEN!!!!!

Dead Space 3 war eine Tortur. Wie ein Termin beim Zahnarzt. Man ist froh wenn es endlich rum ist, aber man hat das Gefühl die Zeit würde stillstehen. Selten hab ich mir bei einem Spiel so sehr gewünscht, dass das Ende doch endlich kommen möge.

Der eine Stern, den ich diesem Spiel gegeben habe dürfte eigentlich jedem eine ungefähre Idee davon geben was ich von diesem Spiel halte. Aber warum ist das so? Im Folgenden also ein paar Dinge, die mir am Spiel sehr negativ aufgefallen sind:

1. Die Werbung um DS3 richtet sich hauptsächlich an Spieler des Coop-Modus. Man bekommt den Eindruck vermittelt, das man das Spiel zusammen mit einem Kumpanen (John Carver) bestreitet. Dies gilt aber nur für die Coop-Kampagne und nicht für den Singleplayer, weil im SP Carver und die anderen Mitglieder der Gruppe um Isaac immer getrennt von ihm agieren. Wir reden im gesamten SP kaum mit Carver und kämpfen nie mit ihm zusammen.
2. Am Erscheinungstag des Spiels stellt man fest, dass es bereits 11 (!) DLCs gibt, die zusammen an die 40 Euro kosten, sowie einen Ingame-Shop, in dem man Ressourcen gegen reales Geld kaufen kann. Eigentlich egal, aber es zeigt, wie sich hier am Casual-Spieler orientiert und Dead Space noch mainstreamtauglicher und zu einer Abzockmaschine gemacht wurde.
3. DS3 ist eine 1-zu-1-Portierung von der Konsole zum PC. Das sieht man vor allem an den Charactermodellen, die in DS3 schlechter animiert sind als in DS2. Ich würde nicht so weit gehen und die Grafik schlecht nennen, aber man merkt, dass hier die Konsole das Zielmedium war.
4. Das Deckungssystem, das man nun eingeführt hat (es gibt ja auch Gegner, die zurückfeuern) ist grottenschlecht. Es besteht einfach nur darin, dass Isaac in die Hocke geht, sich aber nicht an Mauern oder Kisten anlehnt, um ein authentisches Deckungsverhalten zu simulieren. Gegner tun dies allerdings und sie können sogar blind über die Deckung hinaus schießen, ohne den Kopf zeigen zu müssen. Isaac kann das nicht und ich verstehe nicht warum. Hinzu kommt, dass das Entwicklerstudio im Vorfeld vollmundig vom Deckungssystem geschwärmt hat, als wäre es das tollste am ganzen Spiel. Tja, NEIN, es ist ein trauriger Abklatsch dessen was ein „normales“ Deckungssystem ist.
5. Die Ausweichfunktion ist ebenfalls nicht der Renner, da Isaac hier nur eine kleine Rolle zur Seite macht, was bei schnellen oder großen Gegnern nicht genug ist und dazu führt, dass man oft trotzdem getroffen wird.
6. Da man hier nicht spoilern darf sag ich mal nichts zum Ende, aber eines soll dazu doch erwähnt werden: Wer mal den Film Starship Troopers gesehen hat, der weiß in etwa wie DS3 abläuft. Nur ist das Ende in DS3 noch schlechter und ziemlich enttäuschend.
7. Leveldesign: das erste Drittel des Spiels ist eigentlich ganz passabel gestaltet. Die Umgebung ist sehr typisch für Dead Space und wir befinden uns auch angemessen oft im Weltraum. Abwechslung ist hier durchaus gegeben. Das ist aber nur der Fall bis man auf der Oberfläche des Planeten Tau Volantis ankommt. Von da an ist dieses Spiel einfach nur noch die Hölle. Durch eine Schleuse, die eigentlich nur dazu da ist die Spielwelt in kurze schlauchartige Abschnitte zu unterteilen, dann durch ein kleines Gebäude, in dem nichts oder kaum was passiert, wonach man sich durch eine Horde Gegner kämpfen muss, bis man wieder an der nächsten Schleuse ankommt. UAAAH, SCHLEUSEN, DIESE VERFLUCHTEN SCHLEUSEN, DIE ICH HUNDERTMAL PASSIEREN MUSSTE. Diese sind natürlich solange verriegelt, bis man alle Gegner im Gebiet gekillt hat. Erst danach geht es weiter. Eintönig und langweilig.
8. Kämpfe: diese laufen so ab, dass es im Vorfeld bereits extrem offensichtlich ist an welchen Stellen Gegner auftauchen. Auch die mehrere Sekunden vor dem Kampf einsetzende Ohrenvergewaltigung, die man Kampfmusik nennt, hilft ungemein dabei den Grusel und Horror, für den dieses Spiel eigentlich stehen sollte, kleinzuhalten. Hier gibt es keine urplötzlich aus dunklen Ecken springende Gegner, die einen überraschen und zu Tode erschrecken. Unsere Waffen sind mit extrem viel Munition ausgestattet (hunderte Schuss), damit die in jedem Abschnitt auftauchenden Wellen von oft mehr als 10 Gegnern gleichzeitig auch überwältigt werden können. Dabei habe ich das Gefühl, dass auf normalem Schwierigkeitsgrad die Gegner oft weitaus mehr aushalten als in den vorherigen DS-Teilen. Zehn Schuss mit dem Plasmacutter sind keine Seltenheit, um einen Necromorph ausschalten zu können. Da machen dann auch hunderte Schuss Munition Sinn, vor allem deshalb, weil die Gegner oft in Gruppen kommen und es Gegner gibt, die so absurd schnell sind, dass man ständig einfach nur draufhalten kann, was das Zeug hält. Das hatten wir bereits in DS2, aber hier ist es schlimmer und nerviger. Bemerkt euch einer der Gegner in einem Gebiet, kommen sofort alle angerannt. Ich hatte teilweise fünf Gegner, die mich von allen Seiten gleichzeitig ansprangen und im Hintergrund kamen schon die nächsten fünf oder zehn. Es macht einfach keinen Spaß, wenn einem die Gegner in einem angeblichen Horrorspiel in einer riesigen Horde keifend, kotzend und brüllend entgegenstürzen und einen einfach nur in eine Ecke drängen, wo man mit dem Nachladen nicht mehr hinterherkommt. Nach diesem kurzen Kampfausbruch herrscht wieder Ruhe bis zum nächsten gescripteten Rudelangriff. Schlimm ist auch, dass die Gegner dumm wie Heu sind, da man sich bei einem Angriff (vor allem im Freien) nur hinter eine unsichtbare Annäherungslinie (wahrscheinlich die Linie, die das Script für den Angriff auslöst) zurückziehen muss, damit die Gegner den Angriff abbrechen und einfach nur dumm in der Gegend stehen bleiben, nachdem sie sich ein paar Meter zurückgezogen haben. Dann kann man sie relativ entspannt abknallen.
9. Gescriptete Ereignisse: in DS1 gab es Szenen, in denen man z.B. das Meteoritenabwehrsystem einschalten musste. Dazu musste man über die Außenhaut der Ishimura gehen und dabei kleinen Meteoritenschauern ausweichen. Für den Spieler machen solche Ereignisse Sinn, weil sie eine gewisse Logik in sich bergen. Sie sind glaubhaft. In DS3 hat man sich nun komplett von solchen logischen Ereignissen entfernt und nervt den Spieler mit Quicktime-Jump-and-Run und Klettertouren an Felswänden hinauf, bei denen dann urplötzlich der halbe Berg zusammenbricht und Brocken von mehreren hundert Tonnen auf einen herniederprasseln. Diesen muss man dann dümmlich ausweichen, während man am Seil hängt. Solche gescripteten Ereignisse sind unlogisch und sie sind nicht fordernd und haben auch keinerlei Zweck für die Handlung. Und warum bricht der Berg genau dann zusammen, wenn ich ihn hochsteige?
10. Handlung: da ich nicht spoilern will, werde ich hier nicht über die genauen Inhalte der Handlung schreiben, aber so viel sei gesagt: dieses Spiel ist langweilig und die Handlung so vorhersehbar, dass es schon fast körperlich weh tut. Es gibt kaum Überraschungen in der Story. Die Charaktere, die Isaac (der zu einem ziemlichen Weichei geworden ist) begleiten, sind alle austauschbar und schwach. Sie sind einfach nur da, bis sie sterben und dann scheint das Spiel vom Spieler sowas wie emotionales Mitleid zu erwarten. Hmm, mich haben sie entweder gar nicht interessiert oder sie waren ohnehin nicht gerade mögenswert. Ellie aus DS2 ist wieder dabei, doch das ist hier nicht unbedingt von Vorteil, da es zwischen ihr und Isaac romantische Schwingungen gibt (und zwischen DS2 und 3 auch schon gab) und ein anderer Kerl aus der Gruppe vor Eifersucht fast platzt usw. usw. Ihr könnt also eine Menge horroruntypische Möchtegernromantik erwarten, die sich in nervigen Rumzickerein der Spielcharaktere zeigt und nebenbei schlecht umgesetzt ist. All das ist vollkommen unnötig und so vorhersehbar. Aber wenn etwas eben mainstreamfähig sein soll, muss man es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduzieren und dann kommt eben immer eine klischeehafte und schmerzlich vorhersehbare Handlung dabei raus, die nicht dreister aus einem Modulbaukastensystem für Mainstreamstorys stammen könnte.

Was lässt sich positives sagen? Nun, eigentlich nicht viel:

1. Ich hatte keinen einzigen Absturz und konnte auch keine Gameplay- oder Grafikbugs feststellen.
2. Das Crafting-System für die Waffen erlaubt die Herstellung einer Vielzahl individueller Waffenkombinationen, die auch nach Belieben aufgerüstet bzw. wieder auseinandergebaut werden können.
3. Das erste Drittel der Handlung ist noch das Beste am ganzen Spiel. Es kommt zwar auch nicht an DS2, geschweige denn DS1 ran, aber es bietet interessante Orte und Abwechslung, sowohl optisch, als auch spielerisch. Jedoch kommt auch hier kein Grusel-/Horrorfaktor auf
4. Damit es im Spiel an diversen Stellen weitergeht, muss man teils unterschiedliche Dinge tun. Oft muss man mit Kinese einen Generator starten, um Türen öffnen zu können. Es kann aber auch sein, dass man wie in DS2 Terminals hackt oder Minispiele absolvieren muss. Hier gibt es mehr Abwechslung als in früheren Teilen, die jedoch nur für wenige Sekunden den Puls höher treiben kann.

Fazit:
Dead Space 3 hat nichts mehr mit dem ersten Teil zu tun. Der zweite Teil war in Ordnung, weil er Isaac eine Stimme und damit Persönlichkeit gegeben hat und auch noch Gruselmomente beinhaltete. DS3 jedoch ist nichts weiter als ein eintöniger Möchtegern-3rd-Person-Shooter, der den Spieler in Call-of-Duty-Manier durch extrem gescriptete Landschaften und Umgebungen jagt. Ab dem ersten Drittel ist es einfach nur noch wie die Mathematikhausaufgaben in der Schule: unangenehm und nicht enden wollend. Leute, die DS1 wegen dem Survival-Horror-Genre gemocht haben, werden hier eine herbe Enttäuschung erleben. Und wenn man DS3 als den tatsächlichen Shooter, der es sein will, betrachtet, dann kann man auch nur schließen, dass es selbst in dieser Hinsicht versagt, weil das andere Studios besser können. Hinzu kommt vor allem die Abzocke mit den 11 DLCs. Ich kann nur hoffen, dass EA genauso den Bach runtergeht wie THQ und Jowood. Alle Mühe geben sie sich ja.

Dies ist meine Meinung und wer sie nicht mag, der hat eben Pech gehabt.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.02.2013 19:04:15 GMT+01:00
Wolfgang P. meint:
100% signed!
Habe das Spiel dann ab Level 13 beendet, weil ich mir ebenfalls vorgekommen bin, als ob ich gerade beim Zahnarzt sitze, oder gefoltert werde.
Keine Spur von "Spiel" oder generell "flüssigem Spielgefühl".
Alle paar Meter Gegnerhorden, Gelaufe und Schleusen ohne Ende, diese verdammte Ellie-Romanze mit naiv kindischer Eindeutschung (ich hasse Ellie), unschaffbare Endbosse - und ein absolut demotivierendes Rumgelaufe und Rumgeschicke, welches man anscheinend wegen einer "Story" macht.
Diese finde ich genauso uninspiriert und unglaubwürdig, wie das Leveldesign.

Meiner Meinung hat Visceral einfach zu dick aufgetragen... ähnlich wie bei Hollywood-Film Fortsetzungen.
Es muss immer M E H R sein, von allem.
Hier wäre weniger eben mehr gewesen.

Tja, wer sich quälen will... bitteschön.
Meine eigene Rezension wird demnächst folgen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2014 09:54:34 GMT+01:00
K. Jänicke meint:
Ebenfalls 100% signed!
Danke für diese einleuchtenden Sätze und Worte. Leider habe ich Ihre Rezension erst nach dem Spiel bzw. kurz vor Ende gelesen weil ich mir doch mal andere Meinungen anhören wollte.
Musste häufig grinsen weil ich so gut wie in jedem Satz bemerkt habe wie Sie sich gefühlt haben mussten. Denn auch für mich war es die reinste Folter und Vergewaltigung meiner Nerven.
Das einzig positive an der ganzen Sache ist, dass ich die ersten beiden Teile jetzt umso mehr schätze :)

Danke ;-)
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