Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dann schließe ich mich mal an..., 15. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Satanist (Audio CD)
Wow, mir fällt kaum eine Scheibe ein, die hier auf Amazon (bis jetzt) durchgehend fünf Sterne bekommen hat. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, bis der erste Komplex-Spongo hier mal aus Prinzip ne 1-Stern Rezi reinknallt.

Anyway - mir ist der Name Behemoth locker seit 10 Jahren bekannt. Wie auch immer habe ich es bislang (instintiv?) vermieden, mich mit der Band näher zu beschäftigen - warum auch immer. Dabei ist der Sound "auf dem Papier" doch genau meine Baustelle: eine gesunde Mischung aus Black und Death Metal - die z.B. bei Bands wie Necrophobic, Unanimated oder Belphegor für besondere Verzückung sorgt.

Wie auch immer - ich denke Fronter Nergal hat's vergeigt, der auf mich wie ein typischer kleiner Komplexmann gewirkt hat ("Tryhard"). Im Metal will ich echte, souveräne Typen sehen, Phil Anselmo, Paul Baloff, Max Cavalera, Kirk Windstein - aber keine Wadenbeisser-Yorkshire Terrier.

Falsch gedacht - ich habe mir im Vorfeld von The Satanist das Making-Of von dem Album und der beiden Vorgänger angesehen und muss sagen: komplett falscher Eindruck. Klar, Nergal findet sich schon recht geil, das aber auch zurecht, da die Musik auf diesem Album und auf den beiden Vorgängern wirklich erste Sahne und er bei näherer Betrachtung doch sehr sympathisch ist. Sie haben gut auf dicke Hose gemacht, aber auch voll nachgelegt.

Der hier eher mäßig aufgenommene Song "Blow Your Trumpets Gabriel" hat mich auf der Rock Hard CD komplett weggeblasen. Hymnischer Einstieg mit fetten Bläsern (Hörnern, um genau zu sein) um dann über sich windende Serpentinen in einem Blastfeuerwerk zu enden ist wirklich ganz groß.

Und so geht es weiter. Während Behemoth dem Vernehmen nach früher vor allem durch recht konsequente Blastorgien bekannt waren, wird das Tempo auf diesem Album sehr stark und sehr gekonnt variiert, so dass zu keinem Zeitpunkt auch nur der Ansatz von Langeweile aufkommt.

Musikalisch würde ich behaupten ist das Ganze eher im Death Metal verankert und wird durch atmospährische Black und Ochestral Teile aufgelockert. Dominant und Signature Sound: die (Wald) Hörner, die sich bereits im Satyricon (To The Mountains) und Emperor (In The Wordless Chamber) Kontext scheinbar als die ultimative Black Metal Zutat erwiesen haben. Was auch gefällt sind die teilweise etwas maschniell klingenden Phasen in Kombination mit Keyboards, die an Samaels Meisterwerk "Passage" erinnern.

Behemoth verbinden sämtliche Zutaten extremer Musik zu einem wirklich in jeder Hinsicht beeindruckendem Album, das bei dem ganzen halbgaren Müll, der in letzter Zeit so rauskommt, unglaublich herausragt. Ich denke, in 10-20 Jahren wird dieses Album einen gleichen Stellenwert oder eine vergleichbare Bedeutung haben wie einst Anthems To the Welkin At Dusk und Passage.

Schließlich ist der Sound auch ganz großes Kino. Erfreulicherweise geht der Trend wieder Weg von totalem Plastikmüll hin zu vermeintlich organisch-abbaubarem Analog-Klang. Meister Bogren lässt grüßen. Vor allem der Bass-Sound ist Hammer - sehr präsent, aber nicht übertrieben.

Insgesamt ein Werk, an dem sich die gesamte Extrem-Posse messen lassen muss. Im Moment fällt mir allerdings keine Band ein, die hier auch nur ansatzweise konkurrenzfähig wäre. Auch wenn ich mit Superlativen eher zurückhaltend bin: wahrscheinlich Album of the Year 2014 und definitiv TOP 10 der besten Extrem-Alben EVER!
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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.02.2014 13:24:59 GMT+01:00
Andreas Oelke meint:
Dem kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen!
Mir waren Behemoth auch vorher schon bekannt, allerdings wollte es nie so recht zünden. Das war mit diesem Album dann ganz anders. Auch nach etlichen Durchgängen wird es eher noch großartiger. Alles sitzt perfekt und es ist einfach jetzt schon ein Klassiker.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses Jahr noch etwas kommt was dieses Meisterwerk übertrifft. Da wird es auch die neue Agalloch schwer haben...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.02.2014 21:55:24 GMT+01:00
Hut ebenfalls ab. Vor allem für den Samael Vergleich. Jetzt, wo du es erwähnt hast, fällt es mir auch auf...

Ich denke, der Grund, dass ich auch erst jetzt mit Behemoth warm geworden bin, liegt vor allem am "wärmeren" Sound, der wiederum wahrscheinlich dem Reifeprozess Nergal's geschuldet ist. Den Tod vor Augen reift man mal ganz schnell. Und diese Reife schlägt sich seitdem anscheinend auch auf die Musik wieder. Die Band hat einen neuen fan. Schade nur, dass ich es am Samstag nicht zum Konzi schaffe. "Jemand" muss ja ausgerechnet an dem Tag Geburtstag haben...God damnit...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 09:50:08 GMT+01:00
Sascha meint:
Schön erkannt.

Ein echt wunderbares Album. Mir haben zwar die Vorgänger gefallen, aber der Weg in die kreative Sackgasse war vorherbestimmt.
Nergal dreht einfach mal den Spieß um und liefert dieses Werk ab. Hammer.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 16:40:50 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2014 16:41:31 GMT+01:00
muffy666 meint:
Ich habe mir auch mal darauf hin die Werke Evangelion und The Apostasy angehört. Gerade zu Evangelion gibt es schon die eine odere andere Parllele (langer, langsamer hymnischer Song gegen Ende mit Rezitation), die die Geilheit von Satanist zwar nicht entwerten aber (leider) doch ein Stück relativieren.

Um es anders zu sagen: die Jungs hatten vorher schon ein so hohes Niveau, dass der Satanist nicht gerade aus dem Nichts kam, sondern eher auf konsequentem Aufbau des bisherigen Stils und harter Arbeit beruht - was die Bewertung des Albums natürlich nicht beeinflussen sollte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.04.2014 18:09:44 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.04.2014 19:01:07 GMT+02:00
kwichybo meint:
"Insgesamt ein Werk, an dem sich die gesamte Extrem-Posse messen lassen muss. Im Moment fällt mir allerdings keine Band ein, die hier auch nur ansatzweise konkurrenzfähig wäre."
Mein Tipp: Hör dir doch mal das unfassbare "With hearts toward none" von MGLA an. Ebenfalls eine Band aus Polen - nur BEHEMOTH in fast allen (!) Belangen überlegen. Die müssen auch kein siebzigköpfiges Bachpfeifen-Orchester ins Studio schleppen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.04.2014 07:36:56 GMT+02:00
muffy666 meint:
Hoere ich mir glatt mal an.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.04.2014 10:55:10 GMT+02:00
muffy666 meint:
So, habe mir das Album einmal angehört. Ich höre eine Fusion aus Taake, Burzum und üblichem 90er Norwegen BM. Ist recht amtosphärisch, hat weniger "Bells & Whistles". Wenn man so will ein Independent Film vs. Bay/Bruckheimer Produktion. Dennoch eher harmlos.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.04.2014 08:06:08 GMT+02:00
kwichybo meint:
Puuuh, die sehr nüchterne Analyse einer richtig richtig geilen Scheibe! ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.04.2014 12:07:10 GMT+02:00
muffy666 meint:
So, ich habe es mir nochmal angehoert. Du hast recht, das Ding ist wirklich geil, wenn man der Scheibe etwas Zeit gibt. Sozusagen unaufdringlich geil. ;-)
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