Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bluesrock mit Charakter, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Almost Always Never (Audio CD)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Zu Beginn meiner Rezension möchte ich gleich eines vorwegnehmen: Ich halte mich keinesfalls für einen großen Experten in Sachen Blues. Vor allem nicht in Bezug auf die verschiedenen Stilrichtungen. Aber ich höre Bluesmusik ausgesprochen gern, versuche mich darüber schlau zu machen und freue mich über jede neue Anregung aus diesem Bereich. Deshalb war ich auch gleich an der aktuellen CD von Joanne Shaw Taylor interessiert, deren Namen ich zwar schon mal gehört hatte, nicht jedoch ihre Musik. Immerhin hat die 1986 geborene Britin, die von Dave Stewart (Eurythmics) mit 16 Jahren entdeckt wurde, schon zwei Vorgängeralben ("White Sugar", 2009; "Diamonds In The Dirt", 2010) veröffentlicht. Mit beachtlichem Erfolg. Auch die US-Billbord-Charts (Platz 8 in den Top 10 Blues Albums) konnte die Sängerin und Gitarristin damit erobern, was angesichts ihrer Nationalität und Jugend alles andere als selbstverständlich ist. Soweit ich weiß, lebt Joanne Shaw Taylor momentan in den USA. Ihr drittes Album wurde in Texas eingespielt.

Eine große Überraschung war für mich die markante Stimme von Joanne Shaw Taylor. Klingt ein wenig so, als wenn man nach einer durchzechten Nacht mit viel Alkohol und Zigaretten versucht zu singen. Heiser, kehlig, manchmal etwas dumpf und brüchig. Am besten ist sie meiner Meinung nach bei den bluesigeren Stücken, wo keinerlei Härte in Taylors Stimme liegt. In diesen Momenten gefällt sie mir richtig gut. Obgleich ich bei Sängerinnen ein größeres Stimmvolumen und generell eher männliche Bluessänger vom alten Schlag (z.B. Muddy Waters, B.B. King und James Cotton) bevorzuge, finde ich dennoch, dass Joanne Shaw Taylors Stimme sehr gut mit ihren Songs harmoniert. Ist eben alles eine Geschmackssache.

Alle 12 Songs auf der CD wurden übrigens von der Sängerin persönlich geschrieben und handeln von Liebe, Eifersucht, falschen Hoffnungen, der Suche nach dem Sinn des Lebens und dem Erwachsenwerden. Sie wirken persönlich und ungekünstelt, was mir sehr sympathisch ist. Sämtliche Texte sowie ein paar Fotos sind im mitgelieferten Booklet abgedruckt.

Das Album "Almost Always Never" enthält eine sehr ansprechende Mischung aus Bluesrock-Stücken, die einen hohen Wiedererkennungswert haben und sehr eingängig sind. Gleich der erste Song "Soul Station" ist extrem rockig und kraftvoll. Hier beweist Joanne Shaw Taylor in einem eindrucksvollen Gitarrensolo auch sogleich, dass sie ihre elektrische Bluesgitarre meisterhaft beherrscht. Weitere Highlights für Bluesrock-Fans: "Tied & Bound", "Standing To Fall". Besonders das Erstgenannte ist enorm rhythmisch, so dass man die Füße beim Hören kaum ruhig auf dem Boden halten kann. Die vom Blues dominierten Songs liegen mir persönlich jedoch mehr. So hat das unheimlich klangvolle und von den ersten Takten an für gute Laune sorgende "Beautifully Broken" mein Herz im Sturm erobert. "Army Of One" ist sogar im Delta Blues zuhause und aufgrund seiner schwülen Atmosphäre wunderbar urwüchsig. Auch hierbei möchte man auf der Stelle mitwippen. Andere Stücke gehen gar in Richtung Soul ("Almost Always Never", "Lose Myself To Loving You") und bringen viel Abwechslung in das Album, ohne jedoch einen totalen Stilbruch auszulösen. Schön finde ich auch den Country-Einschlag bei "Piece Of The Sky". Gefühlvolle Balladen wechseln sich mit harten Stücken voller treibender Beats ab, so dass für jede Stimmung und jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Besonders die vielen Gitarrensoli und die mitreißenden Arrangements überzeugen.

Objektiv betrachtet gibt es an "Almost Always Never" wohl wenig auszusetzen. Ich hätte zwar zugunsten einiger weiterer Bluesnummern durchaus auf die härteren Sachen verzichten können, schlecht sind sie deswegen noch lange nicht. In der Regel gibt es auf jedem Album Songs, die schwächer sind als andere. Das habe ich hier nicht so empfunden. Mein Urteil: Interessanter, unverbrauchter Bluesrock mit einer ambitionierten Singer-Songwriterin, die auf ihrer elektrischen Gitarre ein wahres Feuerwerk zu entfachen vermag!
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