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Kundenrezension

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Energiemenge in diesem Universum ist immer gleich groß oder: Von nichts kommt nichts, 19. Januar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Mach das!: Die ultimative Physik des Abnehmens (Gebundene Ausgabe)
Schlank im Schlaf, Trennkost, Eiweißdiät und Ananas-Kur? Oder doch lieber Brigitte-Diät oder ein Programm bei den Weight-Watchers? Der Weg zum Wunschgewicht wird allerorts angepriesen. Und viel zu leicht glaubt man den vollmundigen Erfolgsgarantien der neuesten Studien, schlankmachenden Pillen, Tees, Pülverchens oder Werbeversprechen wie: "Abnehmen ganz leicht - keine Änderung Ihrer Ernährungsgewohnheiten nötig" oder "Viele Kilos in wenigen Tagen", mitunter gar völlig ohne Sport und Diät.
"Beim Thema Abnehmen wird gelogen, dass sich die stärksten Balken biegen. Kein Wunder, weil sich auf diese Art und Weise enorm viel Geld verdienen lässt.", ist sich der 1965 in Wien geborene Autor Martin Apolin, promovierter Physiker und Sportwissenschaftler, der als AHS-Lehrer (Physik, Sportkunde) und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien arbeitet, sicher. Er packt in seinem jüngsten Buch die Grundlagen dieses verteufelten Kreislaufs des Zu- und Abnehmens an der Wurzel an und erläutert ihre Ursachen an der Basis: der Physik. Entscheidenden Anteil trägt dabei der Energieerhaltungssatz. Er ist es, der bestimmt, ob wir ab- oder zunehmen.

Energieerhaltungssatz? Da war doch was in der Schulzeit. Genau! Ganz einfach ausgedrückt besagt er: Energie kann nicht verloren gehen, sondern nur von einer Energieform in eine andere umgewandelt werden. In jedem Menschen läuft verallgemeinert formuliert folgende Reaktionsgleichung im Inneren des Körpers ab: Kohlenhydrate/Fette + Sauerstoff --> Wasser + Kohlenstoffdioxid + Energie. Und genau dieses letzte Paket, die dabei freigesetzte Energie, ist das, was uns am Leben erhält. Jedoch manchmal - und das ist die verflixte Krux - in seiner gespeicherten Form auf den Hüften oder im Bauch liegenbleibt: Energie, die nicht verloren gegangen ist, sondern ausharrt oder auf ihre Umwandlung wartet. Auch wenn wir unseren angesammelten "Speck" einzig den "Tücken" der Evolution zu verdanken haben und er rein physikalisch gesehen eine durchaus positive Energiebilanz darstellt, so ist damit dem übergewichtigen Zeitgenossen nicht geholfen. Und ob es ihn versöhnlich stimmt, wenn er weiß, dass die gespeicherte Energie der Fettpolster letztendlich transformierte Sonnenenergie und wenn man es noch ein wenig herunterbrechen möchte, sogar transformierte Urknallenergie ist, mag bezweifelt werden. Zudem stimmt ein Blick auf die demographische Entwicklung recht bedenklich, nahmen die Menschen zwischen den Jahren 1960 und 2000 in den westlichen Industrieländern um etwa 25 Prozent zu.

Äußerst interessant und unterhaltsam, aufschlussreich und kompetent, aber immer anschaulich und locker, in kurzen Kapiteln von zwei bis maximal fünf Seiten und garniert mit vielen anschaulichen und witzigen Illustrationen aus der Feder von Mandy Fischer, erklärt der österreichische Autor die Grundlage unseres inneren Motors. Er beginnt mit den Erfindern dieser physikalischen Gesetzmäßigkeit (man höre: ein Bierbrauer und zwei Ärzte!!), erläutert immer wieder die unterschiedlichsten Formen von Energieinput und -output oder den Unterschied zwischen Masse und Gewicht. Martin Apolin beschreibt die Ursachen von unverdauten Fetten und "bombensicheren" Nahrungsmitteln, beschäftigt sich mit Brennwerten, Kohlenstoffeinheiten, Muskelmasse, Wasserverlusten, Energiestoffwechseln, honigsüßen Durchflüssen oder dem berühmten Abnehmen im Schlaf. Er untersucht unterschiedlichste Wirkungsgrade bei diversen Aktivitäten (Radfahren, Treppensteigen, Laufen bis hin zu Küssen und Sex). Letztendlich läuft es jedoch immer wieder auf die gleiche Aussage hinaus: "Um abzunehmen, müssen sie eine negative Energiebilanz haben. Wie schaffen Sie das? Indem sie weniger essen und/oder mehr Bewegung machen. Das ist alles, was sie wissen müssen!" Oder:
"Gegen Ihre Korpulenz, gnädige Frau", sagt der Arzt, "hilft nur viel Bewegung."
"Kniebeugen und so, Herr Doktor?"
"Nein. Kopfschütteln, immer wenn ihnen etwas zum Essen angeboten wird."

Fazit: Auch wenn Begriffe wie Leistungsumsatz, Physical Activity Level, Watt, Joule oder Verdauungsverlust vielleicht den ein oder anderen abschrecken mögen, so hat Martin Apolin ein gut verständliches Buch über die physikalischen Prozesse in unserem Körper geschrieben, die bei der Nahrungsaufnahme und -verwertung ablaufen. Prozesse, deren Endresultat letztendlich immer wieder auf den Energieerhaltungssatz hinausläuft. Ein Buch, das hinter den Prozess des Zu- und Abnehmens schaut und das für den Laien genauso geeignet ist wie für den vielleicht schon ein wenig mit der Materie Vertrauten.
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.01.2014 22:18:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.01.2014 22:21:20 GMT+01:00
"Energieerhaltungssatz? Da war doch was in der Schulzeit."
Nu mal nicht solche Unterstellungen; bei mir war gar nichts in der Schule; ganz allgemein schon nicht und schon gar nicht so was, und auch darüber hinaus nur sehr wenig (die Lehrer waren natürlich schuld!).

Ich praktiziere übrigens die Brigitte-Diät! Wann immer ich die Brigitte (oder "Emma" oder "Bild der Frau" oder "Frau und Schmerz") irgendwo ausliegen sehe, überkommt mich, rehscheu wie ich bin, ein nicht unterdrückbarer Fluchtinstinkt und ich laufe was die müden Knochen hergeben. Das führt zu chronischem Untergewicht, weil einem diese Druckerzeugnisse überall hinterhältig mit ihren Heilsversprechungen und Lebensratschlägen auflauern, die sie versuchen einem in die Hirnrinde zu meißeln - ohne mich! - und so bin ich Dr. Kimble artig ständig auf der Flucht und am rennen. Daher ist das Buch wohl nichts für mich, aber ein schöner Artikel ist es trotzdem...

Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.01.2014 06:59:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.01.2014 06:59:41 GMT+01:00
HG meint:
:-D
Herr Günther, Herr Günther... Sie wieder!!! :-D :-D

Davon mal ganz abgesehen: Das Buch ist hinsichtlich der physikalischen Hintergründe sehr interessant und da ich ein physikaffiner (man könnte auch naturwissenschaftlich interessierter) Mensch bin, hat es mich allein wegen der Materie interessiert. Denn Abzunehmen haben wir doch beide nicht nötig, gelle?!
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