Kundenrezension

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In this land of strangers..., 30. April 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Indie Cindy (Audio CD)
Große Songs wie "Hey", "I Bleed", "Dead", "Where Is My Mind" oder "I've Been Tired" sind als solche nicht auf dem Album zu finden. Das waren Songs, die einzigartiger und berauschender nicht sein konnten. Was nach "Surfer Rosa" und "Doolittle" auf "Bossanova" in Liedern wie "Ana" oder "Diggin' For Fire" noch schimmerte, war in "Trompe Le Monde", wo Kim Deal ziemlich hintergründig und die Gitarren teils typischen Rock'n'Roll spielen und ebensolche Akkordfolgen, nur noch in "U-mass" und "Bird Dream Of The Olympus Mons" vorhanden. "Surfer Rosa" war eine Verkündung, ein Ausbruch, der einfach geschehen musste. "Doolittle" wurde in Grenzen gesteckt; auf einem gewissen Feld wurden wieder Experimente gemacht, die noch geschliffener, aber nicht schlechter waren, als das Debut. "Bossanova" hingegen zeigt wiederum eine andere Fassette der Band, eine die auch mal ohne Schreien und Grunzen und Stöhnen auskommt und die Instrumente allein wirken lässt, auch mal Pausen zulässt. "Trompe Le Monde" ist der Ausflug in das Universum. Die Gitarren und der Gesang hallen länger, "Bird Dream Of The Olympus Mons" ist ein von vorn bis hinten konstruierter Rocksong, der ebenso ironisch, wie ikonisch und richtungsweisend wirkt. Songs wie "Subbacultcha" oder der Titelsong tragen den Geist von Liedern wie "Vamos", der ein unbestimmter und eigensinniger ist.

Jetzt kommt "Indie Cindy". "Indie Cindy" ist für mich die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Alben. Damit ist die Reise über Bostoner Gassen in den Untergrund, dann wieder zur Küste, und hinauf ins All, abgeschlossen und die Pixies sind zurück auf der Erde. Geerdet auch, weil das Album natürlich moderner gemischt ist. Das ist der hauptsächliche Grund dafür, dass es sich dennoch stark von den alten Alben abhebt. Es ist anders produziert, die Songs stärker bearbeitet, das Rohmaterial kräftig ausgewertet.
Als "Bagboy" erschien war ich zunächst wenig angetan vom elektrischen Rhythmus, von dem chorischen Sprechgesang- Aber dann erinnerte mich der Song an "Broken Face", dieses merkwürdig bearbeitete Stück, dass im Grunde natürlich vollkommen anders ist, aber eine gleichsam experimentelle Atmosphäre hat. Dazu will ich bei der einzelnen Betrachtung der Songs noch kommen.

"What Goes Boom"

Der Song den ich auf der EP am aufreibendsten, aber am langweiligsten und am wenigsten als würdigen Opener für ein mögliches Album -von dem ich damals dachte es mir nach dem Kauf mehrerer Eps selbst erstellen zu müssen- empfunden hatte, gewinnt auf dem Album gerade durch seine Stellung an Wirkung.
Und wenn der Refrain bricht und Grace ihren Bass spielt, dann bricht auch wieder aus der Zerstörung, die die Strophe bildet, eine Schönheit heraus, wie früher. Das Kontrastieren verschiedener Elemente funktioniert noch immer und während Black Francis' Gesang und dessen Echo eher an "Trompe Le Monde" erinnern, ist das Instrumentalgerüst im Intro eher dem Debutwerk zuzuschreiben.

3.5/5

"Greens and Blues"

Bei mehrmaligem Hören wirkt der Song eigentlich zu schön und lieb für diese alten Terrier, aber nimmt man wieder die einzelnen Instrumente -stellt sich vielleicht vor, wie all das klänge, wenn es anders abgemischt wäre-, dann ist dieser Song wirklich einer der besten des Albens. "I only visitate this shore", mit zweiter Stimme und der Verheißung auf Kim Deal, die in jedem Song durch ihre Absenz doch da ist. Der Refrain von "Greens And Blues" hängt zu sehr an der Strophe und kann sich nicht wirklich absetzen, aber das Intro, der B-Teil, Santiagos Gitarre vorallem, die hier wieder sehr minimalistisch, aber zielgenau spielt, sticht hervor.

4.5/5

"Indie Cindy"

Meiner Meinung nach der beste Song des Albums. Obwohl ich die Pixies erst vor drei Jahren im zerbrechlichen Alter von 15 kennengelernt habe, sie seitdem jedoch intensiver gehört habe als irgendeine andere Band, liegt in diesem Song eine so starke emotionale Kraft, die mir das Gefühl gibt, ich hätte selbst zwanzig Jahre darauf gewartet, dass die Pixies sich wieder ernsthaft zu Wort melden. Dabei ist dieses Lied nicht etwa die Erlösung nach zwanzig Jahren als experimentelles, durchgedrehtes Ding, sondern eine perfekte Mischung aus ebendiesem und einem nostalgischen, wieder leicht ironischen Refrain- und dass in einem solchen Song mehr Gefühl und Kontrast und damit eine gewisse Brutalität liegt spricht für die Kraft dieser Band. An dieser Stelle liefern diese Dinosaurier einen der besten Alternative Songs der letzten Jahre ab und stampfen alle möglichen jungen Indie Bands -bis auf "Cage the Elephant", in denen ich die wohl größte Hoffnung sehe, die etwas auf sich halten, in den Boden.

5/5

"Bagboy"

"Bagboy" sticht vorallem dafurch hervor, dass der Song einfach klingt als käme er aus einer anderen Schaffensperiode. Das aus einem angeblichen Unfall resultierte Backgroundgejaule erinnert wieder, wieviel es diesem Album noch geben würde, wenn Deal heulen würde- dabei gestehe ich, dass Kim Shattuck bei dem Konzert, dass ich besucht habe, die Lücke grandios gefüllt hat und es also sicher auch eine Aufwertung wäre, wenn eine andere Bassistin einspränge. Da fehlte dann nur die symbolische Kraft Deals und der Kontrast zwischen ihr und Francis, Adam und Eva.

3.5/5

"Magdalena 318"

...lebt von Blacks Geheule im Refrain und Santiagos zurückhaltender, spannungsgeladener Gitarre. Und wenn Black "Magdalena... Magdalena... Magdalenaaaa", singt, dann singt er wieder weniger, als dass er schauspielert und das verleiht dem Song seinen Charme- auch wenn der Bruch fehlt und der Song für über drei Minuten zu eintönig bleibt. Die Songlänge ist ein generelles Problem. Selbst ein Meisterwerk wie "Where is my mind" überschreitet nicht die drei Minuten- das löst ein Verlangen aus und macht wütend; und diese Wut bleibt vorallem bei "Magdalena" unerwähnt.

3/5

"Silver Snail"

Wieder eine andere Facette Blacks, ebenso wenig Aktion wie im vorigen Lied, tolle, einfache, Cowboyriffs von Santiago, wie immer solides Schlagzeug. Die Gitarre könnte nochmal ausbrechen, Black noch einmal Schreien, das Schlagzeug den Rhythmus zerstören- so etwas bleibt leider aus. Viel zu lang für das Maß an Aggression. Aber in Verbindung mit "Magdalena" ein gutes ruhiges Loch im Album und den folgenden Track einzuleiten.

3/5

"Blue Eyed Hexe"

Erinnert stark an "U-mass" und das Black sich irgendwann wieder dazu hinreißen lässt aus sich rauszukommen, loszuschreien, das ist erlösend und nötig. Der feminine Background rundet das alles ab und Santiagos Gitarre, sowie Loverings Schlagzeug knallen so wie es sich gehört. Klingt etwas nüchterner als die Tracks auf "Trompe Le Monde", könnte ansonsten davon stammen. Nicht zu lang.

4/5

"Ring the Bell"

Ich würde es gerne bei einem simplen, lakonischen "süß" belassen, aber es steckt doch mehr dahinter-
Der Refrain ist deutlich zu lang, für die wenigen Worte und Santiagos Gitarre scheint streckenweise zu tonal. An sich ist der Song aber sehr stimmig und für die Pixies insofern experimentell, als dass sie zeigen, dass sie auch simple Balladen anderer Indie Bands machen können.

3.5/5

"Another Toe in the Ocean"

Vom Text her im Refrain enttäuschend. Bei erstmaligen Hören die Befürchtung erweckend, dass den Pixies doch die Kreativität abhanden kommen könnte. Wenn man dann allerdings auf die Akkustikgitarre im zweiten Teil jeder Strophe achtet, auf Santiagos Unterlegung des Refrains, mit langgezogenen heulenden Noten, fast wie bei "Letters To Memphis", und auf die untypische Akkordfolge in der Bridge und den hoch sequenzierten wiederholten Refrain am Ende, dann erkennt man dahinter einen gut struktierierten Rocksong.

3.5/5

"Andro Queen"

Das schlechteste, was sie jetzt hätten tun können, dachte ich zuerst. Aber die üblichste Akkordfolge schamlos aneinanderzureihen, einen Marsch dahinter zu setzen und davon zu singen Finger zu küssen; das sind die Pixies pur. Bis auf den Text sind das Dinge, die man von den Pixies noch nicht gehört und nicht hören wollte, und weil sie es trotzdem tun und während sie Musik machen, unter der Harmonik die alle anderen benutzen, machen sie wieder Musik, die keiner erwartet hätte und das macht sie unique.

3.5/5

"Snakes"

Ein Intro des eher von Sum 41 oder sonst wem stammen könnte, aber eine Strophe, die eine Atmosphäre erzeugt, wie in einer Geisterstadt im Wilden Westen, in einer anderen Welt- vorallem im Solo, das zwar einfach, aber ein großer Moment des Albums ist-... "In this land of strangers/ there are dangers"... Die Befremdlichkeit sticht immer mal wieder hervor.. dann folgt hier zwar ein sehr eingängiger Refrain, der kontrastiert aber und ist zu verkraften.

4/5

"Jaime Bravo"

Am Ende des Albums kommt noch einmal das Surfgefühl auf. Joeys Gitarre ist einfach und herrlich, wie in "Here comes your man"- auch wenn so ein Vergleich mit dem Rest der Songs nicht zu tun hat, dabei soll es bloß um das leichte Gefühl gehen.

4/5

...Das Album als ganzes wäre zu kritisieren wegen der Art wie es gemischt wurde und weil die Songs im Grunde zu lang sind. Außerdem gibt es pro Song nicht mehr drei, vier verschiedene Teile oder zwei, die nur wild durcheinander gefuchtelt werden, sondern beinahe immer zwei Teile die weit in die Breite gezogen werden. Natürlich kommt das Album nicht an die früheren Alben heran, aber die Kluft zwischen "Indie Cindy" und "Trompe Le Monde" ist gar nicht so groß. Und wenn "Indie Cindy" 1993 erschienen wäre, dann wäre es vielleicht ein neuer Meilenstein gewesen. Fakt ist, dass die Pixies auch wenn man davon ausgeht, dass sie nicht mehr so wüten wie früher, bessere Songs abliefern, als viele Indie Bands und Alternative Bands die ganzen letzten Jahre. Es gibt immernoch keinen Vergleich zwischen der Erfahrung die man beim Hören der Pixies macht, welche immer eine neue ist und eine, die einen zum Nachdenken anregt, und der Erfahrung die man bei anderen Bands macht, bei der es häufig bloß um den netten Zeitvertreib gehen kann, weil die Musik nicht mehr bietet.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Schreiben Sie als erste Person zu dieser Rezension einen Kommentar.

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 


Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Top-Rezensenten Rang: 1.644.218