Kundenrezension

59 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Revolution des Genres, aber ein verdammt guter Multiplayer-Shooter!, 13. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Titanfall - [PC] (Computerspiel)
Wenn ich ein Spiel entwickeln will, was ein Genre revolutioniert. An welchem Spiel sollte ich mich da orientieren? Jedenfalls nicht an Titanfall. Wenn ich eine packende Geschichte erzählen will, an welchem Spiel sollte ich mich da dann orientieren? Auch besser nicht an Titanfall. Und wenn ich innovatives Missionsdesign in einem Singleplayer bieten will? Dann auch besser nicht an Titanfall.
Ist Titanfall also ein Haufen Mist? Nein! Es ist ein großartiger, flotter und innovativer Multiplayer-Shooter.

Titanfall macht einige Dinge anders. Zu Erst: Es ist ein reiner Multiplayer-Shooter. Es existiert keine Form von Singleplayer. Das macht aber nichts, denn wir bekommen hier ein Multiplayer-Spiel vorgesetzt, dass seine Hausaufgaben gemacht hat.
Etwas, was Titanfall von den meisten, aktuellen Shootern abhebt, ist sein Tempo. Wer Call of Duty flott findet, sollte sich erst einmal Titanfall anschauen. Das Ganze erinnert von der Geschwindigkeit her an gute, alte Quake-Zeiten.
Das Tempo wird mit Parkour-Elementen kombiniert. Doppelsprünge? Kein Problem. Wandläufe? Jup. Halsbrecherische, akrobatische Möglichkeiten um von A nach B zu kommen? Aber sowas von!
Titanfall bietet dadurch ein extrem vertikales Gameplay. Man kann nahezu überall hin. Das heißt aber auch, man ist überall in Gefahr. Das sorgt für eine riesen Menge, Spannung.

Nach einer gewissen Zeit besteht für den Spieler die Möglichkeit einen Titanen zu rufen. Dabei handelt es sich um einen von drei unterschiedlichen Mechs. Die Mechs selber haben auch ein extrem flottes Tempo. Im Gegensatz zu einem Mech-Warrior haben wir hier keine, panzerähnlichen, langsamen Vehikel, sondern flotte, dick gepanzerte Roboter.
Mooooment…Soldaten gegen dicke, flotte Mechs? Da haben die einfachen Soldaten doch gar keine Chance…
Falsch! Jeder Pilot trägt eine Anti-Titanen-Waffe bei sich, die hochgradig Schaden an ihnen verursacht. Dazu haben die Titanen als Schwäche, dass sie groß sind und nicht springen können. Während Piloten somit überall sein können, bieten sich für die großen Titanen nur die ausreichend großen Wege an. Weiterhin haben die Piloten einen Rodeo-Angriff zur Verfügung. Einfach auf einen gegnerischen Titanen springen, den Deckel vom Getriebe reißen und munter-fröhlich in das Innerste schießen. Das kann der Titan natürlich kontern. Entweder durch Skills wie elektrisierenden Rauch, oder der Pilot steigt einfach aus und schiesst den Angreifer selbst herunter.

Sollten wir einen Titanen rufen und gerade nicht auf ihn angewiesen sein, so können wir eine rudimentäre KI aktivieren: Den Verteidigungsmodus und den Verfolgermodus. In ersterem bleibt der Titan da, wo er ist, stehen und greift alles an, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Im Verfolgermodus greift er genau so jeden Gegner an, versucht dabei aber immer in unserer Nähe zu bleiben.

Teamspiel gibt es ähnlich wie in CoD nicht sonderlich groß. Wer hier taktisches Teamplay wie in einem Battlefield erwartet, oder flottes, klassenbasiertes Teamplay wie in Teamfortress 2, wird enttäuscht.
Weiterhin zeichnet sich Titanfall durch die Maps aus. 15 sind es an der Zahl und sie sehen großartig und Abwechslungsreich aus. Da können sich andere Shooter ein Beispiel nehmen!

Ein Level-System mit freischaltbaren Elementen gibt es, wie heute gängig, auch in Titanfall. Die Vielfalt an Waffen und Modifikationen hinkt den meisten anderen Shootern jedoch hinterher. Das macht aber nichts, denn im Gegensatz zu anderen Shootern hat jedes freischaltbare Element in Titanfall immer Sinn. Es gibt keine Waffe, die eine Andere ersetzt. Es gibt nur Waffen, die in anderen Situationen oder mit anderem Spielstil sinnvoll sind.
Anstelle von Perks setzt Titanfall Burningcards ein. Diese werden während des Spiels erspielt. Bis zu drei Stück können dann in einen Kampf gebracht werden. Ist man tot, hat man die Möglichkeit eine Karte zu aktivieren. Das System funktioniert auch tadellos.

Klassisch ist Titanfall bei den Modi. Hier gibt es nur Altbekanntes wie Team-Deathmatch, Capture the Flag oder auch Conquest.
Wo Titanfall jedoch im Vergleich zu anderen Multiplayer-Shootern herausragt, ist die Inszenierung. Eines der Elemente um für Schlachtfeldatmosphäre zu sorgen, sind Grunts. Dabei handelt es sich um KI-gesteuerte Bots, wobei der Begriff „KI“ dabei sehr niedrig anzusiedeln ist. Aber sie sollen auch keine Spieler in den 6vs.6-Gefechten ersetzen. Sie sollen durch ihre Art und Weise Atmosphäre bringen und Einsteigern Erfolgserlebnisse bringen. Und das machen sie meiner Meinung nach absolut perfekt. Ist man jedoch auf reine PvP-Kämpfe aus, so können die Grunts diese Sorte Spieler sicher auch nerven.
Es sind aber auch Kleinigkeiten im Design der Maps. Riesige dinosaurierartige Alienwesen, die auf das Schlachtfeld zureiten, eine gigantische Raumschiff-Schlacht am Himmel, die Grunts, welche nicht einfach Spawnen, sondern durch Raumschiffe und Landekapseln abgesetzt werden und und und.

Es sind aber auch andere Elemente. Wir selber werden beispielsweise zu Beginn der Runde auch durch ein Schiff abgesetzt. Ist das Spiel beendet, so wird die Verlierer-Seite von einem Raumschiff abgeholt. Die Verliere können nun versuchen in das Raumschiff zu gelangen und zu flüchten, während die Angreifer versuchen das Schiff zu zerstören. Das ist deutlicher als ein einfacher „Gewonnen“/“Verloren“-Bildschirm. Hier hat man selbst als Verlierer noch die Möglichkeit den Gewinnern eine auf das Dach zu geben. Sehr cool!
Die Entwickler wollten die Schlachtfeldatmosphäre eines Singleplayers in einen reinen Multiplayer verfrachten. Das ist ihnen sowas von gelungen!

Obwohl Titanfall ein reines Multiplayer-Spiel mit, bringt es auch eine Kampagne mit…oder zumindest etwas, was eine Kampagne sein möchte. Hier spielt man 9 der 15 Maps in einem wirklich schönen, abwechslungsreichen Map-Mix. Gespielt werden hier lediglich einfache Multiplayer-Matches, deren Beginn aber noch aufwendiger inszeniert ist. Dialoge mit Charakteren, die Explosion eines riesen Raumschiffes, eine Weltraumschlacht…es gibt viel zu sehen und trägt noch mehr zur eh schon genialen Atmosphäre bei. Die Story wird in Funksprüchen und kleinen Videoeinblendungen erzählt. Leider kann man dem Ganzen durch das extrem schnelle Gameplay hinten und vorne nicht folgen. Hier verschenkt Titanfall Potenzial. Eine vollwertige Kampagne im Multiplayer….das wär was gewesen und da wäre auch mehr gegangen.

Optisch ist das Spiel meiner Meinung nach zweigespalten. Es kommt darauf an, was man selber als schön und was als nicht so schön definiert. Ich finde das Spiel sieht herausragend gut aus – und zwar weil das Design genial ist, die Inszenierung stimmt, die Animationen sau gut sind und und und.
Allerdings muss man objektiv auch sagen, dass das Spiel optisch nicht wie ein Next-Gen-Titel aussieht. Das Spiel basiert auf der 10-Jahre alten Source Engine…und, auch wenn es beeindruckend ist, was die Entwickler aus dieser alten Engine rausgeholt haben, sieht man ihm das Alter an. Legt man also Wert auf ein stimmiges, großes Ganzes, dann punktet Titanfall gewaltig. Betrachtet man einige Effekte und Texturen jedoch einzeln genauer, sind in der Optik deutliche Defizite zu erkennen.

Alles in allem ist für meinen Geschmack Titanfall der beste Multiplayer-Shooter der letzten Jahre. Deswegen bekommt er von mir auch volle fünf Sterne. Er Revolutioniert nichts, aber er hebt sich wunderbar von der Masse ab und funktioniert dabei auch noch sehr gut. Allerdings sei auch gesagt, dass dieses Spiel vermutlich nicht jeden Spieler ansprechen wird.
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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.03.2014 08:07:03 GMT+01:00
Goten meint:
Sehr gute Rezension, kann ich zu 95 % unterstreichen. Da ich eigentlich bei Shootern mehr am Singleplayer interessiert bin, war ich hier skeptisch, bin dann gestern aber doch schwach geworden und habs gekauft. Nach den ersten Spielstunden kann ich jetzt sagen, das Spiel ist verdammt gut.

Nichtsdestotrotz hätte ich noch ein paar kleine Kritikpunkte als Ergänzung:
1. Für einen reinen Multiplayer-Titel sind es dann doch arg wenig Spielmodi. Ich bin wirklich skeptisch, ob das Spiel langfristig genug Unterhaltung bietet.
2. Trotz der Mapfülle ähneln sich die Maps doch teilweise ziemlich, was den Aufbau angeht. Hier bin ich gespannt, was noch nachgeschoben wird.
3. Die deutsche Übersetzung (insbesondere die Texte) sind teilweise etwas merkwürdig, ist aber zu verschmerzen.

Aber das alles ist Meckern auf hohem Niveau, ist ein sehr sehr geiles Spiel! Dennoch: Keine Revolution!

Veröffentlicht am 13.03.2014 11:10:24 GMT+01:00
C. Knoll meint:
Kurze Frage: NUTZEN die anderen Spieler die neuen Bewegungsmöglichkeiten auch? In der Beta kam man sich vor wie in Call of Duty, weil jeder stur nur den Wegen/Treppen usw. folgte ohne jemals vom Parcoursystem gebrauch zu machen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2014 11:17:33 GMT+01:00
Chaz0r meint:
Sie nutzen sie, aber meiner Meinung nach noch nicht perfekt. Es ist bei weitem nicht so, dass die Spieler nur am Boden und in Häusern herumrennen. Viele sind auf den Dächern und die mit hoherem Rand greifen einen auch des öfteren aus Positionen an, die ich nie erwartet habe.

Allerdings gibt es auch noch viele Spieler, die auf ein Haus klettern und dann da erstmal stehen und von oben herunterschiessen. Das sind aber meistens neue Spieler mit niedrigerem Rang.

Aber im Großen und Ganzen nutzen die Spieler es, ja.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2014 11:41:57 GMT+01:00
Goten meint:
Es ist halt auch arg gewöhnungsbedürftig, wenn man sonst nur "normale" Bewegungen gebraucht. Vielleicht hilft es ja, vorher ne Runde 'Mirrors Edge' zu spielen. ;)

Veröffentlicht am 13.03.2014 11:51:07 GMT+01:00
Marius Pieper meint:
Eine sehr gute Rezension! Ich hätte es nicht besser schreiben können.

Veröffentlicht am 13.03.2014 12:56:43 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.03.2014 12:58:57 GMT+01:00
ZZ-Top meint:
Denke das war eine Vorab-Rezension...Beta-Test lässt Grüßen
Einiges kann man schon aktuell auf Gamestar lesen.
Trotzdem Danke für deine hilfreiche Rezension.

PS: Hoffentlich wird das kein Sniperfield 4 wie BF4 !!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2014 13:12:40 GMT+01:00
Chaz0r meint:
@ZZ-Top:

Das Ganze beruht nicht nur auf dem Beta-Test. Ich hab das Spiel digital gekauft und VPN sei Dank, konnte ich bereits seit Montag Abend spielen. Zwar immer nur nach der Arbeit ein paar Stündchen, aber da kommt nun doch schon einiges an Spielzeit zusammen.
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Chaz0r
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