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Kundenrezension

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragend erzählt - doch tendenziös gefärbt, 4. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: 1812: Napoleons Feldzug in Russland (Gebundene Ausgabe)
Im ungemein plastischen Schreibstil Zamoyskis ziehen die Ereignisse dieses verheerenden Russlandfeldzugs Napoleons geradezu bildhaft und fast schauerlich einprägsam an den Augen des Lesers vorbei. Verständlich und eindrucksvoll werden auch die machtpolitischen Ursachen der kriegerischen Auseinandersetzungen der beteiligten Staaten geschildert. Im Kampf um die Vorherrschaft, in ihrem Bestrebungen nach Vergrößerung ihrer Machtbereiche lassen die Herrscher der damaligen Großstaaten nichts unversucht, um ihre Herrschaft zu sichern und auszubauen.
Ich habe den Eindruck, dass Adam Zamoyski zwar die unglaublichen Grausamkeiten dieses Feldzugs in äußerst einprägsamer Weise geschildert hat (Kannibalismus), aber nur am Rande auf die schlimmste aller Folgen eines Krieges hinweisen wollte: Das Ausbrechen der niedrigsten Eigenschaften der Menschen in Extremsituationen. An dieser Stelle fällt mir eine oft gebrauchte, prägnante Erkenntnis von Tierliebhabern ein: Der Mensch ist das gefährlichste und unberechenbarste "Raubtier" der Welt.
Vielleicht ist es Zamoyskis Herkunft (seine Eltern flohen 1939 nach der deutschen und sowjetischen Invasion aus Polen), dass sich bei mir die Empfindung beim Lesen einschlich, dass er vornehmlich die Russen für die abscheulichen, unmenschlichen und ekelerregenden Grausamkeiten und Handlungen verantwortlich geschildert hat. Vor allem empfand ich die Charakterisierung Kutusows als alten, senilen und unfähigen Feldherren als stark übertrieben.
Eine ebenso propolnische wie antirussische Tendenz zieht sich meines Erachtens durch den ganzen Roman, die Zamoyski gewissermaßen zu Romanbeginn mit diesen Worten einleitet: „Rußland einen Krieg mit Frankreich als unvermeidbar, ja sogar als wünschenswert zu empfinden begann“. Auch sind einige unlogische Ungereimtheiten dabei, um die schlimmen Taten der Russen zu dokumentieren: 400 Gefangene werden in einen 36 Quadratmeter großen Raum eingepfercht - physisch völlig unmöglich.
Leider sind außerdem gleich auf den ersten Seiten des Buches fehlerhafte Altersangaben zu lesen. So wird Marie-Louise (geb.12.12.1791) als 27-jährig genannt, als sie ihren Sohn am 20. März 1811 gebar, und dass Napoleon (geb.15.8.1769) selbst eben erst vor Kurzem 40-Jahre alt geworden ist, als sein Sohn, der König von Rom, geboren wurde. Nur einige Seiten später stellt Zamoyski dann aber fest, das Napoleon zum Zeitpunkt der Geburt seines Sohnes zweiundvierzig Jahre alt war (was er natürlich, genau genommen, noch nicht ist). Ob es nun Flüchtigkeitsfehler des Autoren, Übersetzungsfehler, Druckfehler oder Lektoratsfehler des Verlages sind, sei mal dahingestellt. Doch irgendwie schleicht sich das Gefühl ein, als würde Zamoyski es mit Daten und Zeitangaben nicht allzu genau nehmen. Mit diesem kleinen Misstrauen behaftet, liest man sich weiter durch den ganzen Roman. Dazu noch eine allerdings "kleinliche" aber ziemliche merkwürdige Anmerkung: Im Roman wird die Körpergröße Napoleons mit 1,57 m angegeben. Schon seit einigen Jahrzehnten ist es erwiesen, dass die Körpergröße Napoleons zwischen 1,66 -1,68m betrug. Nur Zamoyski lässt ihn (2012) in seinem Roman wieder auf 1,57 m schrumpfen.
Trotzdem, alles in allem: Ein spannender, eindrucksvoller und stilistisch hervorragend geschriebener Roman.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.09.2012 18:11:38 GMT+02:00
Francis Yager meint:
Ja, nach dem russischen Feldzug, ist Napoléon - tatsächlich - kleiner geworden…

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.09.2012 14:06:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.09.2012 11:49:43 GMT+02:00
Eichfeld meint:
Ist das ernstlich Ihr Kommentar auf meine ernsthafte Rezension?
Oder sind Sie ein Spaßmacher, der geistreich und witzig sein will?
Würde mich wirklich interessieren.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.09.2012 15:27:02 GMT+02:00
Francis Yager meint:
Ich habe das Buch gelesen, und ich fand ihr Kommentar unter alle cannonen ! Warum schreiben Rezension ? Was ist Ihre Qualifikation dafür ? Philologue ? Historiker, oder bloss "NÖRGLER" ? Das Buch ist sehr gut, toll recherchiert weil beide Seiten zu Wort kommen, aber dass stört natürlich die "Selbsternnante-Experten !
Schön Tag noch…

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.09.2012 18:07:07 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.09.2012 13:26:25 GMT+02:00
Eichfeld meint:
Ich bin weder Philologe, noch Historiker, sondern ganz einfach ein Leser, der seine Meinung zum Buch geschrieben hat, und auf keinen Fall ein selbsternannter Experte und schon gar nicht "bloss Nörgler". Als Leser zahlreicher Napoleon-Biografien glaube ich aber, auch meine Auffassung über "1812" darlegen zu dürfen. Und das von der Körpergröße Napoleons habe ich aus dem Grund hinzugefügt, weil es mich verblüfft hat, dass sie genannt wird, obwohl schon sehr lange darüber Klarheit besteht.
Warum schreiben Sie diesen abwertenden Kommentar? Sind Sie Franzose, Pole oder irgendeine andere Nationalität, die sich getroffen fühlt, weil ich eine Tendenz aufgezeigt habe, die mir beim Lesen des Buches auffiel?
Im übrigen zeigt doch mein letzter Satz der Rezension meine äußerst positive Meinung über das Buch.
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