7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Routiniert - aber fasziniert? - Ein solider A. C.,
27. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Der ballspielende Hund (Taschenbuch)
Je mehr Hercule- Poirot- Krimis man gelesen hat, desto schwerer fällt es, den nächsten objektiv und möglichst neutral zu beurteilen, und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen wird zwangsläufig jeder Nächstgelesene mit einem überragenden Vorgänger wie „Alibi" verglichen, so dass sich Raffinesse oft gegen Genialität behaupten muss und dementsprechend an dieser gemessen wird. Zum anderen muss die Beurteilung so sachte ausfallen, dass nicht aufgrund der angewandten Kriterien schon auf den Täter geschlossen werden kann. Wird zum Beispiel ein absolut unerwarteter Schluss gelobt, so kann dieser oder jener schon einmal nicht der Mörder sein, da das zu offensichtlich wäre. Nichts desto trotz werde ich dem vorliegenden Krimi ein paar Worte widmen.
Kurz zum Inhalt: Kurz nach Ostern stirbt Mrs Arundell vermeintlich infolge eines Anfalls. Vorher jedoch hatte sie Hercule Poirot brieflich um Hilfe gebeten, da ihr Merkwürdiges widerfahren war. Ein unerwartetes Testament kommt hinzu, garniert mir Verwandten, denen allesamt das Motiv nicht fehlte: Geld. Poirot macht sich an die Arbeit...
An diesem Krimi wird das oben geschilderte Problem deutlich: Zweifellos wird der Leser vom Schluss des Romans mehr als verblüfft- und wenn ich hier offenbare, warum, und gleichzeitig Kritik an dieser Auflösung übe, könnte man den Täter erahnen oder zumindest den einen oder anderen ausschließen. Gemessen an Revolutionen wie „Alibi" oder Klassikern wie „Das fehlende Glied in der Kette" fehlt in diesem Krimi die sensationelle Komponente- diesen Eindruck hatte ich. Es wird etwas zuviel mit den Möglichkeiten jongliert; die Indizien purzeln erst am Schluss übereinander und werden dann etwas lieblos zu der entscheidenden Theorie Poirots zusammengerafft. Mehr soll hierzu an dieser Stelle nicht gesagt werden.
Dennoch liest sich der Roman mit geringerer Erwartungshaltung durchaus amüsant und spannend; Langeweile kann er nicht für sich beanspruchen. Insgesamt also: Kein großer Wurf, aber auch kein Eigentor!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?