Kundenrezension

43 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trolljegeren, 11. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Trollhunter [Blu-ray] (Blu-ray)
Hier ist er also, der erste Film mit Trollen, die nicht in einem Kinderfilm mitspielen.
Im Stil des Prototyps "The Blair Witch Project" und später "Cloverfield" handelt es sich jedoch weniger um eine Horror-Doku, als vielmehr um sog. "Mockumentary" ( eine fiktive Dokumentation-Parodie ).

Ein norwegisches Filmstudenten-Team möchte ein Interview mit einem mysteriösen, vermeintlichen Bärenjäger drehen. Nach anfänglich zögerlicher Ablehnung stimmt der Mann zu. Hans - so sein Name - entpuppt sich jedoch als Norwegens einziger Trolljäger. Die erste Kreatur lässt auch nicht lange auf sich warten. Fasziniert beschliessen die Studenten den Trolljäger bei seiner Arbeit zu filmen, überzeugt davon, einen Sensationstreffer gelandet zu haben. Doch die Jagd hat so ihre Tücken und ist auch alles andere als ungefährlich.

Die gute Nachricht: Man bekommt in dem Film recht früh und ausreichend lange tatsächlich Trolle zu Gesicht ... wenn auch in etwas verwackelten und dunklen Bildern.
Wenn der Trolljäger dazwischen mit tiefer ernster Stimme vom Wesen der Trolle ( unterirdische Intelligenz: "Einer hat sogar versucht, seinen eigenen Schwanz zu verschlucken!" ) oder seinem Job ( miserable Bedingungen: "Ich bekomme keine Nachtschicht- oder Gefahrenzulage!" ) erzählt, sorgt dies so manches mal für Schmunzeln.
Hans' Vorgesetzer Finn ( ein Bürokrat ) kann ebenfalls einige Lacher für sich verbuchen, wenn er z.B. die "Tatorte" mit entsprechenden Bärenkadavern und passenden Spuren präpariert, sowie desinformierenden Presseaussagen zum Besten gibt ( Der Troll hortete Schafskadaver unter einer ländlichen Steinbrücke: "Kein normales Verhalten? Doch, doch. Dieser Bär ist zu uns eingewandert. Das ist ein russischer Bär, die ... äh ... machen das so! Wie Eichhörnchen!" ^^ )
Die Texte und Taten der Filmcrew liefern weiteres Amüsement für die Zuschauer. Ebenso wie zufällige Charaktere, die ihre absurden Jobs tun, ohne sie zu hinterfragen ( z.B. die polnischen Bärenjäger und der Leiter eines Stromversorgungsladen ).

Doch es gibt auch ernste bzw. traurige Momente.
Die Hauptfigur selber ist eigentlich eine tragische Figur. Ein vereinsamter Mann ... ohne Familie und Freunde. Sein gesamtes Leben dreht sich aussschliesslich um Trolle. Hans scheint eine verbitterte Seele zu sein und der Einzige, welcher in der Lage ist seine Jagdbeute zu verstehen.
Leicht gesellschaftskritisch wird es auch, wenn man erfährt, daß Trolle in bestimmten Gegenden ( natürlich heimlich ) ausgerottet werden ( müssen ), um Platz für Bauvorhaben zu schaffen.

Das Design der Trolle beruht offenbar auf Illustrationen aus einem bekannten, alten, norwegischen Sachbuch zum Thema.
Vier Trollgattungen bekommt der Zuschauer zu Gesicht. Einzeln oder als Gruppe.
Ich frage mich allerdings, woher diese Idee stammt, daß Trolle Christenblut riechen können. Offenbar haben die Filmemacher dies nicht als zusätzlichen gemeinen Gag erfunden.
Manches dürften die norwegischen Zuschauer besser verstehen als die Deutschen, da jene schon als Kinder mit den typischen Trollmärchen oder Sagen in Berührung gekommen sind ( z.B. warum es drei Schafe auf der Brücke sein müssen ).

In den ruhigen Momenten filmt die Kamera ausgiebig die Gegend, in welcher sich die Charaktere grade befinden. Dadurch kommt der Zuschauer in den Genuss der urwüchsigen norwegischen Wald-und Berglandschaft. Man kommt sich in diesen Momenten vor, als würde man selber ein Urlaubsvideo drehen.

Am Ende könnte man sich beinahe fragen, ob diese Vertuschungsaktion durch die Regierung nicht doch im Bereich des Möglichen läge. ^^
Leider wird dieser Eindruck von Vornherein dadurch zunichte gemacht, daß man den Trolljäger Hans mit einem bekannten norwegischen Komödianten besetzte.
Aber das Schlusswort des norwegischen Premierministers ist einfach köstlich ( und irgendwie ironisch ). ^^

Die Extras sind für Fans des Filmes einen kleinen Einblick wert. Es gibt einen Blick hinter die Kulissen oder entfallene bzw. erweiterte Szenen. Grosse Offenbarungen darf man hierbei allerdings nicht erwarten.

FAZIT:
Ein unterhaltsamer Pseudo-Doku-Film, der - wortwörtlich - ein Stück nordischer Mythologie wieder zum Leben erweckt.

PS:
Diverse amerikanische Film-Firmen haben Interesse an einer Neuverfilmung bekundet. Na, ob das was wird?
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.04.2011 11:46:45 GMT+02:00
Frank Furt meint:
Danke für diese ausgezeichnete Rezension.

Veröffentlicht am 25.04.2011 01:26:43 GMT+02:00
kevin meint:
Freu mich schon sehr auf den Film, deshalb bedanke ich mich echt sehr dafür, dass du so ein tolles Review geschrieben hast.

Veröffentlicht am 23.05.2011 15:04:42 GMT+02:00
Ja, in fast jedem norwegischen Trollmärchen passiert es, dass ein Mensch glaubt, sich gut versteckt zu haben, und dann kommt der Troll in die Höhle und brummt: "Ich rieche Christenblut". Das mit den drei Schafen auf der Brücke ist eine Anspielung auf das berühmteste und auch in Deutschland bekannte Trollmärchen von den "drei Böcken Brausewind", die zur Alm wollen, um sich fett zu fressen und denen der Troll unter der Brücke auflauert. Im Märchen endet das aber schlecht für den Troll.

Der Film ist fantastisch, aber ein bisschen Info zu diesen Hintegründen würde den Spaß an den Anspielungen schon steigern.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.05.2011 17:30:57 GMT+02:00
Seraphina meint:
Ja. Aber die Norweger tun das wahrscheinlich schon.

Veröffentlicht am 13.09.2012 15:23:04 GMT+02:00
M. Schulz meint:
Moin Moin.
Schöne Rezension. Habe aber eine Frage: in dem Film wird der Jäger von einem Studenten gefragt, wie alt Trolle werden. Die Antwort (meiner Erinnerung nach) "3000". Irgendwann (sehr viel) später fragt der Student wieviele es gibt. Die Antwort 70. War das nun Absicht oder ist das ein Fehler in der Synchronisation? Können Sie helfen?
Achso, ich hatte die deutsche Fassung gesehen/gehört.
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