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Kundenrezension

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen geteilter Meinung, 23. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ok, nach mehreren Durchgängen vorweg (hatte die Double-CD schon letzten Donnerstag im Briefkasten), denke auch ich nun eine Rezension veröffentlichen zu können.
Dem voraus gegangen waren bereits der Meinungsaustausch wie Mike Mangini sich nun in DT positioniert hat, welche Trademarks er setzt und wie er die Band nach vorne bringt. Ich selber resümmiere, dass er ohne Frage ein klasse Drummer ist, sein Einfluss auch auf das neue DT-Werk nur sehr begrenzt durchscheint oder gar der Truppe einen ganz neuen Drive gibt. Ganz zu schweigen davon, dass er den genialen Musiker, Drummer, Produzenten, Organsisator, Fanbeauftragten, Unterhaltungsgarant...Portnoy wohl kaum ersetzen kann und will. Das Erbe ist in der Gesamtheit halt ein sehr großes, wofür MM aber nichts kann.
Dafür haben wir nun einen Quasi-Alleinherrscher über Dream Theaters Schalten und Walten, was ich wie weiter unten erwähnt, für nicht unbedingt fruchtbar halte. Dennoch hier meine etwas detaillierte Kritik zum self-titled Album:

- ganze 2/3 des Albums sind mehr oder weniger bekannt bis alte Hüte (die Ouverture ist da noch eine richtig feine Sache, wenn auch vollkommen konzeptlos daherkommend und stark an Symphony X "Paradise Lost" erinnernd); DT bewegen sich auf sicheren, aber ausgetretenen Pfaden auf gewohnt hohem Niveau
- Mangini als Berkley-Dozent ist zweifelsohne ein Profi, aber seine Octobanfills in fast jeden Song finde ich wenig einfallsreich, davon abgesehen ist der Snaredrumsound bescheiden (vergleicht mal die Referenz auf "Train of thought", auf Enigma Mashine gibt er dagegen etwas Gas, aber ich halte den Song für überflüssig da nicht nachhaltig für eine Band, die sowieso für lange Instrumentalpassagen bekannt ist (ich verstehe zwar den Wunsch der Band alte Zeiten wiederbeleben zu wollen, doch gelang ihnen das bisher nur einmal mit dem grandiosen Instrumental "Dance of Eternity" meiner Meinung nach)...achja und der Anfang ist wohl bei Avenged Sevefolds "Nightmare" abgekupfert...ein Schelm wer böses dabei denkt :)
- Rudess Sounds nerven nicht mehr so wie beim Vorgänger (das ewige Wizzardgeplänkel im Saloonstil bleibt moderat), aber manche Sounds erinnern manchmal doch an ein billiges Bontempi-Gerät oder Inspector Gadget
- Myung ist hier etwas grooviger + knurrender unterwegs aber wo bleibt seit Jahrzehnten mal wieder der wirklich große Auftritt (Chapman Stick, Tapping, Kontrapass...was weiß ich) ???; im Gegensatz zu Mike Portnoy hat der Mann musikalisch kaum was um die Ohren und könnte bestimmt auch bessere Texte schreiben, selbst wenn diese von JP Korrektur gelesen werden (müssen)
- JP ist nun der alleinige, kreative-ausführende Kopf der Truppe; ich sehe da eher die Gefahr, dass die Outputs da zu einseitig werden und vermisse neben Chycki ein (externes) Regulativ...dies fand ich z.B. bei "Falling into Infinity" äußerst gewinnbringend, was die Band damals wie heute anders sieht (Achtung Betriebsblindheit!)- stimmlich ist im Song 2-8 nichts großes geschaffen, die Linien wirken entweder weichgespült oder reingebastelt wenn auch sehr gefällig
- ich vermisse schon beim Vorgänger, aber auch schon bei dessen Vorgänger die richtig guten Texte, die man früher von DT kannte und die auch eine Progressive Metalband ausmachen
- das Epos "Illumination Theory" macht dagegen alles richtig, vereint die Stärken, überrascht mit neuen Riffs und einer wiklich neuen Seite von JLB - geile Vocals!
... ich fühle mich an "A Change of Seasons" erinnert
Fazit:
Das Album ist kein schlechtes, aber sicherlich kein Meister- und Konzeptwerk, das mit Scenes From A Memory meiner Meinung nach in vielfacher Hinsicht (nicht nur musikalisch) erschienen ist. Für mich ist DT ohne Mike Portnoy nicht mehr dieselbe Band (die mich auch live seit 1994 als Besucher unterhalten konnte), dennoch bin ich froh, dass es die Mutter des Progressive Metal (nach Watchtower) noch gibt, live schaue ich mir aber mittlerweile lieber andere gute Bands an, die Spaß von der Bühne aus vermitteln und nicht so statisch wie DT daherkommen. Und hier schließt sich der Kreis zu so Persönlichkeiten wie Mike Portnoy.
Wer jemals eines seiner anderen Bands/Projekte/Supports live erleben durfte (und das ist nicht nur seichte Kost), weiß was ich meine. Musik ausschließlich für Musiker ist mir als Zuschauer und Musiker mittlerweile nicht mehr genug, ich will auch unterhalten werden und die Songs müssen mich berühren, einen Charakter entwickeln und in Erinnerung bleiben. Dazu gehört z.B. auch ein starker Chorus in einem runden Song und kein bloßes Stückwerk. Dies ist nämlich der wirklich schwierige Part auch für Musiker, die technisch nichts mehr beweisen müssen. Hier gelingt das DT teilweise besser, aber nur das Schlußepos ist für mich ein großer Knaller. Das verteht selbst der gute James seit Jahren solo besser umzusetzen.
Deshalb freue ich mich z.B. mehr auf die nächste Progressive Nation at Sea und denke über ein DT-Konzert nicht weiter nach.
P.S. Das Album wird selbstverständlich noch öfter gehört um vielleicht das ein oder andere noch zu entdecken ;)Von dem großen Aha-Fund gehe ich aber nicht mehr aus.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 17 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.09.2013 14:47:45 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.09.2013 14:48:46 GMT+02:00
DU wagst es AVENGED SEVENFOLD mit Dream Theater zu vergleichen :D

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.09.2013 15:13:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.09.2013 15:14:48 GMT+02:00
Christian meint:
Ich vergleiche beide Bands nicht, da sie sich überwiegend in verschiedenen Genres tummeln...stelle nur fest :) Und schlecht sind A7X nicht -oft eine gut arrangierte Mischung mit Ecken und Kanten. Stecken so manche Grunzkapelle (für die ich meist gesanglich nix übrig habe) mal locker technisch in die Tasche :)

Veröffentlicht am 23.09.2013 16:53:03 GMT+02:00
Julian Scott meint:
Chapeaux - das war eine fundierte Rezension, die den Nagel EXAKT auf den Kopf trifft. Meine eigene Rezension und deine schlagen in die selbe Kerbe, das freut mich doppelt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.09.2013 18:10:04 GMT+02:00
Christian meint:
Danke, kann ich nur zurückgeben und gerade erst gelesen :) Bist selber Drummer?

Veröffentlicht am 23.09.2013 19:36:16 GMT+02:00
Pinktramp meint:
Ich unterschreibe fast alles. Natürlich hat jeder so seine Favorites, aber z.B. Gesangspassagen von "Enemy Inside" sind original selbst-abgekupfert vom "Count of Tuscany". Das ist einfach zu dürftig.
Illumination Theory geht als einziges für das Niveau dieser Band durch.
Habe heute mal direkt nach "DT" "scenes from a memory" gehört - welch ein kompositorischer Unterschied! Und auch die Abmischungen war seinerzeit viel besser. Das was in den Vordergrund musste, war auch da. Hier im Forum wird viel von gleichberechtigten Klängen gesprochen. Wenn das so ist (und häufig ist es auch so), dann entsteht Brei. Der direkte Vergleich offenbart wirlich eklatante Schwächen beim neuen output. Die Drums sind eigentlich gruselig vom sound her. Da mag ich knochentrockene Klänge lieber. JP ist einfach zu dominant. Stimmt. Sehr schade.

Veröffentlicht am 23.09.2013 20:03:00 GMT+02:00
Drummer meint:
Habs schon in ner anderen Rezi gepostet: Das Album wächst tatsächlich enorm! Ruhig mal ein paar Tage Zeit geben, grade "Illumination Theory" ist der Hammer, was sich mir aber erst nach vielen, vielen Hördurchgängen offenbart hat!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2013 09:11:53 GMT+02:00
Julian Scott meint:
Gitarrist...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2013 10:05:20 GMT+02:00
Christian meint:
@Mr. Pink: sehe ich genau so.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2013 10:05:57 GMT+02:00
Christian meint:
@ Mr. Scott: Ich auch, aber einer mit dickeren Saiten :)

Veröffentlicht am 30.09.2013 23:01:45 GMT+02:00
fux meint:
Sehr gute Rezension. Da mir "Falling into Infinity" und "Train of Thought" nicht so gut gefallen (da teilen sich ja die Geister bzw. Geschmäcker), liegt mir "Dream Theater" etwas besser, im Grundsatz stimme ich Dir aber zu. Es fehlen Kanten und Ecken, alles ist tendenziell etwas zu glatt und weichgespült.
Gerade während der letzten Wochen vor der Veröffentlichung hatte ich nochmal die Systematic Chaos rausgeholt. Die letzten 2/3 des Albums schlagen "Dream Theater" in jeder Hinsicht: Sehr klar abgemischt, der Bass identifizierbar, das Schlagzeug klingt herrlich natürlich, die Gitarre hält sich auch mal zurück, das Keyboard ist manchmal gar nicht da, nämlich dort, wo es fehl am Platz wäre. "In the Presence of Enemies - Part II" - ein Traum! Hier klingt auch JLB fantastisch - egal ob weich, hart oder getragen - während er auf "Dream Theater" mit allen technischen Mitteln zu einem Brei verarbeitet wird.
A propos Brei: Seit dem letzten Live-Desaster (Frankfurt Festhalle, fragt mich nicht nach dem Jahr, habe ich verdrängt) erspare ich mir DT live. Transatlantic und Flying Colors dagegen haben richtig Spaß gemacht :)
VG
fux
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