Kundenrezension

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Not Made in Japan, 5. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: In Concert 1970 - 1972 (Live In London) [DOPPEL-CD] (Audio CD)
Fans der Band werden mir sicher zustimmen: Deep Purple waren und sind eine Band, deren Qualitäten vor allem "live on stage" zum Tragen kommen, und das klassische Live-Album von Deep Purple ist der während ihrer ersten Tour durch Japan aufgenommene, schlicht "Made in Japan" betitelte Mitschnitt. Die nicht minder schlicht betitelten "In Concert" Aufnahmen aus den Jahren 1970 bis 1972 mögen ein Dasein im Schatten des ungleich bekannteren Albums aus Fernost fristen, sind aber nicht minder kaufenswert.

Erstmals im Handel aufgetaucht ist "Deep Purple in Concert" zu einem Zeitpunkt, zu dem die Band gar nicht mehr existierte: 1980 lag die Trennung der letzten Purple-Formation bereits zwei Jahre zurück, und es sollte weitere vier Jahre dauern, bis die Mitglieder der von Fans als klassisch erachteten Besetzung aus Sänger Ian Gillan, Gitarrist Ritchie Blackmore, Bassist Glenn Hughes, Drummer Ian Paice und Keyboarder Jon Lord wieder gemeinsam den Weg ins Studio finden sollten. In genau dieser Besetzung tritt die Band auch auf "In Concert" auf, und der Autor der bei amazon.de veröffentlicten Auslobung der CD merkt völlig zu Recht an, "In Concert" biete wirklich "value für money".

Angesichts der Vielzahl von Veröffentlichungen der Band, mit denen Plattenfirmen den Markt geflutet haben, ist das keineswegs selbstverständlich - der traurige Abgesang "Last Concert in Japan" und der uninspiriert klingende Mitschnitt "Nobody's Perfect" sind in meinen Augen ebenso entbehrlich wie eine Unmenge weiterer Konzertaufnahmen, welche die legendäre Band eben leider nicht immer auf der Höhe ihrer Schaffenskraft präsentieren.

"In Concert" bietet 12 Stücke lang den Gegenpol, und zu des Sammlers Freude finden sich neben den zu erwartenden Überschneidungen mit dem Programm von "Made in Japan" eine ganze Reihe sehr triftige Gründe, sich "In Concert" zusätzlich zum Konzert aus Fernost ins Regal zu stellen. Meines Wissens nämlich bietet "In Concert" die einzigen Live-Einspielungen von "Never Before" und "Maybe I'm a Leo". Das Gros des restlichen Programms kennen eingeschworene Sammler zwar bereits von "Made in Japan" (und Live-Versionen von "Mandrake Root" und "Wring that Neck" erscheinen auch auf unter dem Titel "Scandinavian Nights" veröffentlichten Aufnahmen aus dem Jahr 1970), aber die Frische und Unverbrauchtheit, in der sich die Band auf "In Concert" präsentiert, sprechen für sich - Blackmores Gitarrenarbeit auf dem knapp 19 Minuten langen Instrumental "Wring that Neck" ist einfach herausragend, auch Jon Lords lange Solopassagen z. B. in "Mandrake Root" sind erste Sahne. In nicht weniger guter Form präsentiert sich Sänger Ian Gillan, der in den Frühtagen der Band die unverwechselbaren hohen Schreie in "Child in Time" noch mühelos meistert.
Die zweite CD bietet einen umfassenden Ausblick auf das zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht veröffentlichte sechsten Studioalbum "Machine Head": Bis auf "Pictures of Home" sind alle Stücke des Albums in der Set List des Abends vertreten, zusätzlich gibt's im Anschluss noch eine tolle Version des Rock'n Roll-Klassikers "Lucille".

Was mir beim jüngsten Anhören der famosen Doppel-CD außerdem besonders positiv aufgefallen ist, ist die ungemein intim wirkende Atmosphäre der im Februar 1970 in den Studios der BBC und im Juni 1972 im Londoner "The Paris Theater" entstandenen Aufnahmen. Beide Aufnahmen wirken sehr unmittelbar und unterscheiden sich klanglich deutlich von den offenkundig in größeren Hallen vorgenommenen Aufnahmen aus Tokio und Osaka; die Moderationen eines BBC-Sprechers tragen zusätzlich zum akustischen Eindruck eines vor vergleichsweise kleinem Publikum aufgenommenen Konzerts bei. Lobende Erwähnung verdient ferner das Booklet der CD, dessen "Liner Notes" von keinem Geringeren stammen als Deep Purple-Kenner und -Intimus Simon Robinson vom renommierten Fanclub der "Deep Purple Appreciation Society".

R e s ü m e e

Unterm Strich gibt's, wen wundert's, Lob, Lob und nochmals Lob für die famosen, vor roher, ungebremster Kraft strotzenden Aufnahmen aus den Jahren 1970 und 1972. Das in britischem Understatement schlicht "In Concert" betitelte Album präsentiert die Band in Bestform und versammelt zudem einige der größten Erfolge aus den "heydays" von Deep Purple, sodass "In Concert" auch für interessierte Neulinge ein guter Griff und eine echte Alternative zu "24 Carat Purple" und ähnlichen "Best of"-Compilations ist. Wäre ich wild dazu entschlossen, irgend etwas an "In Concert" zu bekritteln, könnte ich allenfalls monieren, dass mir "Fireball" und "Black Night" fehlen, um "In Concert" zur ultimativen "Best of Live Performances" zu erklären.
Viel wilder bin ich allerdings dazu entschlossen, Interessierten "In Concert" zum Kauf zu empfehlen: Konzertaufnahmen von Deep Purple gibt es wie Sand am Meer und aus mittlerweile vier Dekaden, aber bei weitem nicht alle erreichen die Klasse dieser Glanzstunde aus der Anfangszeit der Band.

Das Programm der Doppel-CD
Disc eins: 1970

1. "Speed King" - 7:22
2. "Child in Time" - 11:06
3. "Wring That Neck"- 18:59
4. "Mandrake Root" - 17:38

Disc zwei: 1972

1. "Highway Star" - 8:32
2. "Strange Kind of Woman" - 9:17
3. "Maybe I'm a Leo" - 6:17
4. "Never Before" - 4:34
5. "Lazy" - 10:22
6. "Space Truckin'" - 21:46
7. "Smoke on the Water" - 7:09
8. "Lucille" - 7:21
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Kommentare


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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.03.2014 15:49:51 GMT+01:00
onmyown meint:
Eine kleine Korrektur deiner Rezi: es war nicht Bassist Glenn Hughes sondern Roger Glover der zu dieser Besetzung (MKII) gehörte und eben auch bei der 84-er Reunion
wieder dabei war. Ansonsten stimme ich dir zu.
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