Kundenrezension

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Emotion?, 5. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - Extended Edition (5 Discs) (DVD)
Erinnert ihr euch noch an Tränen vor dem Bildschirm. An diesen schweren Kloß im Hals, an das Engegefühl hinter der Brust, diese aufsteigende Energie die man emotionale Rührung nennen könnte und die sich meistens nur durch weinen entläd?
Ich hatte dieses Gefühl bei der Rückkehr des Königs 4 Mal. Ich kann es benennen:

1. Der Ritt der Rohirrim und vor allen Dingen Theodens Tod
2. "Komm Herr Frodo, ich kann ihn nicht für dich tragen,...aber ich kann dich tragen" am Schicksalsberg
3. "Nein meine Freunde,...ihr Verbeugt euch vor niemandem" Aragorns Krönung
4. Die grauen Anfurten

Da saß ich schon im Kino und habe vergeblich versucht mir das Wasser zurückzuhalten. Das ist für mich ein Indiz für einen ausgewogenen Film. Ausgewogen, weil technische Perfektion und emotionale Tiefgründigkeit in einem guten Ebenmaß vorhanden sind.

Nun zu der Hobbit.

Ich finde die Schluss-Szene am Carrock (ja, der Name wird gar nicht im Film erwähnt), ihn der sich Thorin bei Bilbo entschuldigt schon anrührend, aber irgendwie lässt mich die Szene auch etwas kalt, vielleicht weil pathetisch überladen ist. Das ist halt meine Wahrnehmung.
Und generell muss ich feststellen, dass die zusätzlichen und erweiterten Szenen mich nichtmal ansatzweise so packen wie bei DHDR.
Ich finde fast schon, dass man es sich hätte sparen können.

Nackte Zwerge in Bruchtal, die im Brunnen baden finde ich zwar ein bisschen Witzig, aber in einer Parodie zu der Hobbit, hätte das eher gepasst. Die "Eigenkomposition" des Goblin King unterstreicht zwar die Vorlage des Buches aber gibt dem Film auch nicht mehr Tiefe und bleibt somit auch reine Geschmackssache.

Das Gespräch mit Gandalf und Elrond über Thorins Vorfahren und die Gefahr der leichten Verführbarkeit der Zwerge durch Reichtum finde ich hingegen sehr sinnvoll um Thorin als Charakter und seine Sippe nochmal deutlicher zu umranden. Das ist auch ein Stilelement, dass mir an DHDR schon immer sehr gefallen hat.

Dann gibt es einige Szenen, die "okay" sind: Eine Erinnerung von Bilbo an seine Kindheit mit einem tänzelnden Gandalf bei einer Gartenfeier in Hobbingen ist fast schon niedlich und unterstreicht nochmal, das Gandalf genau weiß, warum er 50 Jahre später in Hobbingen seinen Meisterdieb sucht. Er kennt Bilbos Familie und weiß, was man von ihnen erwarten kann.

Der Weiße Rat in Bruchtal ist ähnlich "okay" auch diese Erweiterung gibt dem Film mehr Gewicht.

Dann die Szenen, die ich misslungen finde: Dieser Zwergenaufstand in Bruchtal. Zwerge, die sich mit Essen bewerfen, ihre Gastgeber beleidigen in dem auf Tischen herumgestiefelt wird. Zwerge sind im Buch nicht weniger ehrbar und kultiviert als die Elben, lediglich weniger weise und insgesamt etwas grobschlächtiger. Aber doch keine Tölpel.

Das fällt natürlich nicht unangenehm auf, wenn einem die Bücher unbekannt sind, und somit ist es für manche sicherlich eine passende humoristische Einlage. Ich finde es peinlich.

Die zusätzlichen DVD's über die Entstehung sind nicht halb so informativ und packend wie bei DHDR. Etwas lieblos und knapp.

Ich kann diese Extended Edition leider nicht wirklich weiterempfehlen, wenn man schon die normale DVD daheim hat. Das lohnt kaum.
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.03.2014 22:20:58 GMT+01:00
Hans Maulwurf meint:
Sehr gute Rezension - ich kann alle Punkte unterschreiben.
Dem "Hobbit" fehlt das Gefühl und die Ausstrahlung - darin versagt er völlig.
HDR hatte ja den Oscar-Record gebrochen...der "Hobbit" taucht auf dieser Veranstaltun gar nicht erst auf, meines Wissens nach. Es ist wirklich traurig, welchen Qualitätsverlust Jackson hinbekommen hat. :(

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2014 23:03:52 GMT+01:00
Pace meint:
Ja es ist traurig,...aber es ist auch logisch. Unter den Umständen wie der Film entstanden ist...
Der Film hat auch tolle Momente, zweifelsfrei, nur ist die Extended Edition schon echt schwach und schwächt einen ohnehin schon wackeligen Film.
Und Smaugs Einöde ist noch viel schlimmer. Da muss die Extended Edition sehr viel gutmachen.
LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.03.2014 09:55:43 GMT+01:00
Hans Maulwurf meint:
@Pace
Meinst du den kurzfristigen Wechsel des Regisseurs und die Streiks in Neuseeland oder gab es noch andere schwerwiegende Probleme?
traurig finde ich es trotzdem - PJ hat nun wirklich alles Geld der Welt um zumindest die gleiche großartige Qualität wie bei HDR (die "lustigen" Zwergenszenen blende ich mal aus) zu bringen. Die CGI ist stellenweise wirklich erbärmlich und dann der Einschlaf-Anfang mit der Ankunft der Zwerge. Eine funktionierende Vorstellung der einzelnen Zwerge hat PJ aber nicht hinbekommen (ich persönlich kenne keinen Kinobesucher der die Zwerge auseinanderhalten kann, selbst nach Smaugs Einöde nicht) - wie soll man da mit den Protagonisten mitfiebern?

Ich habe die Extended-Szenen bisher leider nur einzeln gesehen - du findest die Gesamtkomposition schlechter als die Kinoversion?? Kannst du mir dazu Einzelheiten schreiben? Das interessiert mich brennend, da ich noch nicht gekauft habe.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.04.2014 13:38:47 GMT+02:00
Pace meint:
Ich weiß genau was du meinst, nur finde ich es auch schon im Buch schon ziemlich schwierig die ganzen Zwerge auseinanderzuhalten. Also selbst ich der das Buch unzählige Male gelesen hat, muss mit Händen nachzählen :D

Was die Regisseure anbetrifft: Ich habe in Erinnerung, dass PJ nicht komplett aus freien Stücken übernommen hat. Die Verfilmung von DHDR war ein Lebenstraum von PJ und er hat diese Vision mit Herz und Seele umgesetzt. Beim Hobbit ist weniger leidenschaftlich gewesen glaube ich.

Und ja, die CGI ist wirklich sehr sehr enttäuschend. Wie ein Computerspiel.

Zur Extended Edition: Es sind für mich keine wirklich tiefschürfenden Szenen dabei, die mich wirklich umhauen. Was lächerlich ist, wird unnötig verlängert; was langweilig ist, bekommt die Gelegenheit noch langweiliger zu werden.
Badende Zwerge in Bruchtal, Dumme Witze vor einem riesenhaften Goblin King (im Buch ist das wirklich sehr bedrohlich finde ich. Auch die Jagd im Dunkeln bei der Bilbo verloren geht).

Die Gesamtkomposition, wie du sie nennst, kann mich persönlich nicht wirklich umwerfen.

Ich rate von einem Kauf ab.

Veröffentlicht am 23.01.2015 09:49:57 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.01.2015 09:52:02 GMT+01:00
birragrande meint:
Auch ich kann mich den Kommentaren anschließen, vor allem dem, was Pace geschrieben hat. "Bedrohlich" - Genau das fehlt. Erinnert Ihr euch an den schwarzen Reiter, der sich über die Baumwurzel beugt, unter der die Hobbits sich versteckten? Oder an Kankras Höhle? Das war nicht nur bedrohlich, da war man als Zuschauer mitten drin. Erinnert Ihr euch an Aragorn, der im Angesicht des Todes auf die Orkarmee zurennt, auf seinen Lippen zwei Worte: "Für Frodo!" ? Das waren Emotionen. Im Hobbit werden sämtliche "Bedrohungen veralbert, um ...ja warum eigentlich? Um den jungen Zuschaueren die Angst zu nehmen? Die können sowas ab, glaubt mir. Bei den Goblins stürzen die Zwerge in ungeahnte Tiefen, aber es endet mit einem Witz, und so ist jede Spannung getilgt, jeder "Realismus" entfernt worden, kein Platz für Gefühle. Aber wartet mal ab: Es kommt mit Teil 2 und 3 noch schlimmer.

Trotzdem muss ich eine Lanze brechen. Die Hobbit Trilogie kommt zwar bei Weitem nicht an den Herrn der Ringe heran. Dennoch ist dies ein relativ guter Fantasyfilm, der trotzdem in meinem Sammlerregal seinen Platz findet...er landet nur nicht so oft im Player ;-) Zu den CGI: Ein Problem, das fast alle neueren Filme aus Hollywood haben. Es gibt da Schwankungen "von bis". Beim Hobbit ist es in der Tat grenzwertig, aber auch nicht wirklich übel. Wenn euch ein Vergleich gefällig wäre: Ein anderer Regisseur hat seine damalige Trilogie auch um drei Prequels erweitert. Und da sind erst schlechte Effekte! Meine Güte. Die Rede ist natürlich von George Lucas.

Also alles in Allem: Seele und Emotionen sind in der Hobbit Trilogie nicht vorhanden. Es handelt sich um ein langes, aber gut gemachtes Stück Fantasy-Kino, das in weiten Teilen etwas albern ist und sich in seinen übertriebenen Actionszenen dem Popcornkino unterwirft. Weit vom Meisterwerk entfernt, aber doch ein Teil von Mittelerde. Das Jackson es so vergeigen würde, hätte keiner geahnt. Die Qualität wird von Teil zu Teil schlechter...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.01.2015 10:43:38 GMT+01:00
Pace meint:
Die CGIs sind zu weiten Teilen wirklich absolut ungruselig. Und ja,...der Goblin König war super gemacht, eines der gelungensten CGI Charaktären. Aber es ist nicht wirklich bedrohlich, wie die Zwerge da in die Goblin Stadt entführt werden. Keine wirklicher Spannungsbogen. Erinnert ihr euch an Balins Grab im ersten Teil von DHDR, wenn die Moria Orks (oder Goblins) in die Halle eindringen? Da merkt man eine Regung in sich. Die Handkamera gibt noch mehr den Eindruck dabei zu sein. Super. Die CGIs in der Hobbit können da nicht mithalten.
Wirkliche verzeihliche Ausnahmen sind m.E.
1. Smaug: Bislang der coolste Drache überhaupt. Da kommt höchstens noch der Hornschwanz aus Harry Potter mit. Letzterer hat aber kein Charisma, ist einfach nur ein Drache. Der weiße Drache im Gringotts Verließ ist auch sehr gelungen, aber Smaug ist der coolste.
2. Azog: Also hier ist es wirklich so, dass der mir wirklich Angst machen kann, weil der pure Hass der aus ihm spricht, mimisch sehr gut eingefangen wurde. Absolut gelungen. Bolg wirkt dagegen wie ein Kindergarten-Ork.
3. Der Goblin König. Auch sehr gut gemacht. Hier ist auch wieder sehr viel Charisma eingefangen worden.

Viele anderen Beispiele haben keine realistische Wirkung in den Hobbit Filmen.

Ich muss aber auch sagen, dass es im Herrn der Ringe auch diverse Szenen gibt, die ich nicht gelungen finde. Die Verfolgung durch die schwarzen Reiter im ersten Teil ist überhaupt nicht spektakulär. Da hätte man mehr mit Licht oder eben weniger Licht mehr Atmosphäre schaffen können. Schwarze Reiter wirken unter Sonnenlicht einfach nicht bedrohlich.
Die Szene unter der Baumwurzel ist im Bakshi Film (1979) viel, viel atmosphärischer.

Und im Buch ist diese ganze Verfolgung eines der spannungsgeladensten Teile der gesamten Bücher. Vor wenigen Wochen hab ich das Buch wieder gelesen (zum 20. Mal vermutlich, jedes Jahr einmal) Und ich bin immer wieder sehr gefangen von dieser Grundstimmung.

Das geben die Filme nicht wieder. Muss aber auch nicht der Anspruch sein. Die HDR Filme sind sehr gut, auch wenn Die Zwei Türme erst in der SEE wirklich überzeugt.

Die Hobbit Filme sind sehenswert. Aber eben nicht mehr. Und ich meine, dass PJ nicht die selbe Hingabe hatte wie bei DHDR. Es kommt leider noch ein bisschen "Altmännerhumor" hinzu der nicht so richtig passt, oder mir nicht besser gesagt. Siehe die nackten Zwerg in Bruchtal,...Alter Latz ist das LUUUSTIG :(

Übrigens finde ich die Schlacht der fünf Heere recht gut. NOMEN EST OMEN :D
Es wird halt ultra abgemetzelt, die Storyline ist ausgedünnt und die Komparsen der Seestadt wirken wie Wellingtoner Straßenpöbel :D
Aber die Schlacht ist schon sehr cool,...aber eben Popcorn wie DU schreibst.

Lasst uns bitte alle hoffen, dass es von PJ kein Silmarillion oder Die Kinder Hurins geben wird. Ich ertrage den Tolkien-Mainstream jetzt schon kaum mehr. Das war vor 20 Jahren noch ein Tipp unter Lesern und Fantasyfans...jetzt ist es fast schon Kulturgut des Mainstream-Kinos :(
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