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Kundenrezension

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John Frusciante!, 28. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Outsides Ep (Audio CD)
Im Musikwissenschaftlerdeutsch zusammengefasst hat sich John ganze zwei Jahrzehnte auf den Thron der Popmusik, der U-Musik, zu etablieren versucht. Die Charts, die Rolling Stone-Best-Of-Listen oder die bekannteren Blogs a la Pitchfork werden dies sicherlich nicht bestätigen können, aber es mag überraschend viel Zuspruch hageln wenn man erwähnt, dass John Frusciante möglicherweise die Popmusik so weit gebracht hat wie nie jemand vor ihm und hiermit lasse ich ganz sicher den Katalog an Red Hot Chili Peppers-Alben aus, denn alleine die 2004-er Record Collection Album-Explosion greift viel tiefer. Mit seinem Geschick für herausragende Melodien, für seine Feinsinnigkeit, dieses Equilibrium aus schnellsten Galopp und Slow Gait Trab ist er bekannt. Er lässt Gefühle so roh und aufrichtig im Raum stehen, wie es sich sonst niemand traut und doch lässt er sie manchmal von der Leine. Oftmals hatte er Gefühle gegenseitig aufgespielt. Das gespenstisch anmutende Böse gegen das zarte Crescendo-Lachende. Spannungen entluden sich und der Hörer zelebrierte die Kämpfe der Gefühlspaletten als seine Eigenen und stets verlieh John Frusciante dem Ganzen post-Smile ein Happy-End oder viel mehr einen Gefühls-Sieger.
Ein direkt vermittlenderes Klanguniversum begründet in der Popmusik mit den Instrumenten und Aufnahmetechniken der 60ies und 70ies entdeckte er, welches viel tiefer griff als quasi -Alles Zuvor-. Die Zügel schien er stets fester, konsequenter und zielstrebiger im Griff zu halten. Sein Griff wurde schließlich immer fester und fester. Fast verbittert und krampfhaft mag er diesen Griff an den Zügeln gehalten haben und mit dem Loslassen muss eine Last von ihm gefallen sein.
So oder so ähnlich könnte man die Geschichte zusammenfassen, die John Frusciante zunehmends ausmachte und dazu brachte eine Kehrtwende anzupeilen.

John Frusciante 2013: Der Eine mag es zu verkopft finden, der Andere zu eigen. Wieder ein Anderer mag diese EP als interessant bewerten. Ungewiss ob der Hörer dabei mit strahlenden Augen Aha-Erlebnisse feiert oder mit grummeligen Gesicht seine Augenbrauen verzieht in der Hoffnung das kurze Melodiestafetten ihm etwas aus dem Song als einprägsam darbieten. Ganz sicher sei gesagt: Dies ist Musik für niemanden mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne.
Viele Hartgesottene regt diese neue EP an gleich auf Kriegskurs zu gehen. Das nächste Real-Life Künstler-Opfer a la Syd Barrett ist gefunden. Jemand der es sich selbst vermasselt hat, schließlich war John doch mal ein Rockstar mit viel Popularität und Ansehen und nun mag er ein Einsiedler sein, der im heimischen Studio abgeschottet von der Außenwelt sein sehr eigenes Ding macht.
All das ist kein Wunder, denn John Frusciante hat ausnahmsweise musikalisch nichts mehr im Griff. Allerdings ist dies auch gar nicht schlimm wie ich finde. Er lässt sich gehen und sein Prozess Musik zu machen ist viel mehr nicht mehr darin gesteuert seine künstlerische Reputation zu beherrschen, sondern sich einfach dahin zu bewegen wohin ihn die Musik führt. Sehr pragmatisch und natürlich eben! Sehr stark aus dem Spaß begründet, den es ihm bereitet.
Alles läuft auf Outsides in einem Synchron-Zusammenspiel ab. Die Rhythmuskette und die Frequenz verschiedener Synths ist zumeist sehr zusammen"hörig". Am Anfang von Shelf sickert man in seiner Aufmerksamkeitsspanne in dieses erwartungsvoll-aufladende Intro ein. Die chromatischen Melodien, die sich dann loslösen erinnern stark an Frank Zappa's Stravinski-Phase (Grand Wazzoo, Burnt Weeny), von der John ja ein bekennender Fan ist. Als dann die Stimme, nach einem kurzen Aphex Twin-Era Analogue Bubblebath-Interlude, sich zu erkennen gibt wissen selbst die, die nicht PBX oder Letur Lefr kennen, dass die Musik tatsächlich von John stammt. Wie erwärmende Sonnenstrahlen macht sich der Synthesizer im Hintergrund erkennbar.
Der Opener Same dagegen ist ein Gitarrensolo, das wenn man an die Chili Pepper-Tage denkt sich so willkürlich anfühlt wie irgendwie möglich. Bei näheren Überprüfen findet der eine hier was, dem anderen bleibt es ein Geheimnis. Ich finde es in konzentrierten EP-Hörgängen äußerst spannend!
John Frusciante bewegt sich hier outside in allen Momenten. Die E-Musik lässt grüßen und er ist nicht nur "out there", sondern nun auch "out" there. Er macht sich den Kopf um sich, in dem Sinne was er will. Vorher machte er sich den Kopf um sich, in dem Sinne was er tun sollte im Kontext der Musik- Vielleicht sollte gerade das der eigentliche Anspruch sein, den ein Künstler verfolgt als etwa "nur" einem Künstlerabbild nachzueifern. Klar indes- auch in seinem Künstlerabbild kann man selbst sein und vieles Neues für sich entdecken. Aber ein Künstler mit der Größe eines John Frusciante bekam es möglicherweise oftmals mit den Grenzen zu tun. Mit der Einkerkerung in einen gleichbleibenden Rhythmus und der Einbetonierung in einen Refrain etwa. John Frusciante hatte zu entscheiden: Weiterhin als eine mustergültige Inszenierung zu leben oder sich selbst zu leben und erfahren ganz ohne jegliche Grenzen. Die Entscheidung ist gefallen!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.08.2013 18:12:05 GMT+02:00
territrades meint:
Schöner Text!

Ich warte noch auf die Post. John Frusciante ist sicherlich kein gescheiterter Rockstar, hat er sich doch aus freien Stücken zurückgezogen. Seine Serie an Alben 2004 ist schon etwas ganz besonderes, jedenfalls mir ist kein anderer Künstler bekannt, der in solch kurzer Zeit einen "Alben-Zyklus" veröffentlicht hat. Als weiteres Highlight ist mir immer noch stark "The Empyrean" in Erinnerung. The Peppers vermissen - auf jeden Fall musikalisch - John zwar sehr, aber dort wären niemals solche Entwicklungen möglich gewesen. Für mich ist John Frusciante definitiv einer der interessantesten Musiker unserer Zeit.
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Ort: Wald

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