Kundenrezension

63 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Kamera für Puristen, aber zu teuer und überwertet, 2. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Fujifilm X-E1 Kompakte Systemkkamera (16 Megapixel APS-C CMOS Sensor, 7,1 cm (2,8 Zoll) Display, Full HD, HDMI) nur Gehäuse schwarz (Elektronik)
Meinen ersten Kontakt mit der Fuji hatte ich auf der letzten Photokina: Das klassische, puristische Retro-Design und die ausgezeichnete Verarbeitung gefielen mir auf Anhieb und weckten Erinnerungen an meine erste Kamera in den 1980 er Jahren, eine Pentax MX. Die vielen mechanischen Schalter und Hebel sind haptisch ein Genuss und rasten satt ein. Sie verleiten zum experimentellen Umgang mit der Fotgrafie. Beim ersten Ausprobieren trübte lediglich der elektronische Sucher der X-E1 ein wenig meine Begeisterung. Im Kunstlicht der Messehalle rauschte er deutlich sichtbar und bei Kameraschwenks kam es zu Rucklern. Außerdem wirkte die Farbdarstellung ein Stück weit "künstlich". Ein Vergleich vor Ort mit einer Sony NEX-6 und einer Panasonic G5 zeigte mir jedoch, dass dies wohl eher zu den bauartbedingten, generellen Nachteilen der aktuellen Generation von elektronischen Suchern gehört, wobei mir der Sucher der Panasonic noch am besten gefiel. Obgleich ein elektronischer natürlich auch viele Vorteile bietet, konnte er mich im Vergleich zum optischen Sucher noch nicht gänzlich überzeugen.

Einige Monate später bin ich dann aufgrund einiger sehr positiver, fast schon euphorischer Tests in der Fachpresse und im Internet erneut auf die Fuji aufmerksam geworden und ich beschloss, mir die Kamera beim örtlichen Fachhändler noch einmal näher anzuschauen. Der Händler bot mir schließlich an, die Kamera samt dem Standard-Zoom 18-55 mm für ein Wochenende zum Testen auszuleihen. Neugierig nahm ich das Angebot an.

Positiver fiel mir diesmal der elektronische Sucher der Fuji bei Tageslicht auf: Kein Rauschen im Vergleich zu der Situation in Innenräumen. Nur die Geschwindigkeit des Autofokus empfand ich sofort als eher enttäuschend und subjektiv sogar langsamer als bei meiner 3 Jahre alten Einstiegs-DSLR.

Als Vergleich der Testaufnahmen der Fuji dienten die Fotos, die ich in den letzten Jahren mit meiner bisherigen Low-Budget Fotoausrüstung gemacht habe. Sie besteht aus einer Sony Alpha 230 DSLR (10,2 Megapixel und APS-C Sensor) und 18-55 mm Standard-Zoom. Dazu kommt ein Tamron 55-200mm 4-5,6 DI II (hat übrigens damals von der Stiftung Warentest die Note 1,9 erhalten und kostet trotzdem nur rund 100 Euro) sowie ein Metz Blitzgerät. Damaliger Neupreis für die gesamte DSLR Ausrüstung: 470 Euro, also zirka ein Drittel dessen, was man für die Fuji mit lediglich dem Standard-Zoom bezahlen muss. Eigentlich bin ich mit dieser Ausrüstung immer sehr zufrieden gewesen. Sie besteht zwar aus Plastik in Reinkultur. Der Kunststoff hat aber auch Vorteile: Kamera und Objektive sind sehr leicht und kompakt und sie haben dennoch trotz der Plastik-Materialien viele Reisen unbeschadet überstanden.

Doch an der Fuji lockte mich neben dem Design der allgemeine Reiz des Neuen sowie die Erwartung, dass die neueste Sensor-Generation einfach deutlich bessere Fotos ermöglichen müsse. Zudem habe ich an der Sony stets eine Video-Funktion vermisst.

Verglichen habe ich die Fotos auf meinem iPad 3 mit hochauflösendem "Retina"-Display. Ich fotografiere neben statischen Motiven und Urlaubsreportagen vor allem auch meine Kinder (insbesondere Portraits).

Zu meiner großen Überraschung sind die Fotos, die ich mit der Fuji geschossen habe, insgesamt jedoch NICHT besser als diejenigen der Sony A230.

Ich habe zwar den Eindruck, dass die Auflösung der Fuji ein Tick höher ist. Auch kann man mit der Fuji in etwas höhere ISO-Bereiche Vordringen, bevor es zu Bildrauschen kommt: Während die Aufnahmen der Sony bis ISO 800 absolut rauschfrei sind, sind sie bei der Fuji bis ISO 1600 frei von Rauschen. Ich gehöre jedoch noch zu denjenigen, die bei schlechten Lichtverhältnissen eher zum externen Aufsteckblitz oder Stativ (ein fast vergessenes Hilfsmittel) greifen. Daher halte ich auch wenig davon, die Qualität einer Kamera überwiegend danach zu bemessen, inwieweit man bei ISO 6400 in der 100% - Bildschirmansicht mehr oder weniger Bildrauschen sieht. Jemand, der sich die Available-Light als Haupteinsatzgebiet auserkoren hat, mag dies natürlich anders sehen.

Entscheidender sind für meine Zwecke eher die klassischen Kriterien wie der subjektive Bildschärfe-Eindruck, die korrekte Belichtung auch unter anspruchsvollen Bedingungen, eine neutrale Farbwiedergabe, ein guter automatischer Weissabgleich sowie insgesamt eine geringe Ausschussquote. Da ich sehr gerne Porträtaufnahmen anfertige, ist mir zudem ein schönes "Bokeh" sehr wichtig. Und bei all diesen Kriterien kann ich keinerlei Vorteile bei der Fuji erkennen. Bezüglich der Farbwiedergabe sehe ich sogar leichte Vorteile bei der Sony, die bis auf ein zuweilen leicht übertriebenes Rot eine sehr neutrale Farbdarstellung realisiert. Bei der Fuji tendiert das Orange leicht ins Gelbliche. Obschon ich die Farbwiedergabe der Fuji nicht immer für neutral halte, haben einige mit der Fuji gemachte Aufnahme irgendwie eine künstlerische Anmutung, die mir wiederum persönlich gut gefällt.

Die Videofunktion finde ich ganz nett, obwohl mir die Tonwiedergabe nicht so gut gefiel (in dieser Hinsicht war meine alte Panasonic FZ-38, die ich auch mal besaß, deutlich besser)

Letztendlich habe ich meine bewährte Ausrüstung wieder neu schätzen gelernt und bin froh, die Fuji nicht gekauft und dadurch nebenbei noch eine Menge Geld gespart zu haben.

Für die Fuji sprechen meines Erachtens nur das ansprechende Design verbunden mit einer schönen Retro-Ästhetik. Außerdem besitzt sie die etwas größeren fotografischen Potentiale bei wenig Licht. Hinsichtlich des AF und der Geschwindigkeit ist sie jedoch deutlich unterlegen.

Das ist alles in allem, insbesondere bei dem derzeitigen sehr ambitionierten Preis der Fuji, aus meiner Sicht viel zu wenig.

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Update 12.4.2013:

Aufgrund der kontroversen Kommentare bzgl. meiner Rezension habe ich mir einige der derzeit verfügbaren Tests (auf "dpreview.com", "digitalkamera.de", imaging-resource.com", dkamera.de", chip.de", Stiftung Warentest etc.) genauer durchgelesen und mir etliche der verfügbaren Testfotos (insbesondere jene auf dpreview.com) näher angeschaut. Darüber hinaus habe ich noch ein wenig in den entsprechenden Online-Foren gestöbert.

Nachfolgend zusammenfassend meine Eindrücke:

Die Bildqualität wird unisono mit gut bis sehr gut bewertet (Ausnahme Stiftung Warentest: lediglich noch gut): Sehr gute Bildschärfe, viele Details und klare Fotos auch in der 100% Bildschirmansicht, überdurchschnittlich gute Bildqualität auch in hohen ISO-Bereichen, guter Weissabgleich. Auch die insgesamt sehr gute JPEG-Engine, die trotz fehlendem Tiefpassfilter kaum störende Moires produziert und gute Resulte ohne lästige RAW-Nachbearbeitung ermöglicht, wird mehrfach gelobt. Die Tester von dpreview.com" und imaging-resource.com" attestieren der Fuji eine bessere Bildqualität als bei Einstiegs-APS-C Kameras, welche mit dem üblichen Bayer"-Sensor bestückt sind. Die Stiftung Warentest bewertet die Fuji bzgl. Bildqualität und Auflösung (Note: Befriedigend) hingegen eher als durchschnittlich; mit der Gesamtnote Gut (2.5) befindet sie sich lediglich im hinteren Bereich des Testfelds. Die Tester von digitalkamera.de" bezeichnen die Bildqualität zwar insgesamt auch als gut, können jedoch die vollmundigen" Werbe-Aussagen seitens Fuji, die eine Vollformat-Bildqualität versprechen, nicht ganz nachvollziehen.

Schaut man sich auf dpreview.com" die Tests und Beispielaufnahmen der Fuji an und vergleicht diese mit weitaus günstigeren Konkurrenzmodellen, wie z.B. der Sony NEX 6, der Sony Alpha 57 oder mit der Samsung NX 210, so stellt man fest, dass sich die Gesamtpunktzahlen kaum voneinander unterscheiden. Einzig die Out-of-the-Box" - JPEG Qualität der Fuji-Fotos wird ein wenig höher bewertet.

Um nun die Bewertung in einen preislichen Kontext zu setzen, finden Sie nachfolgend ein paar Preisvergleiche der auf "dpreview.com" verglichenen Modelle, jeweils mit Kitobjektiv. Der übliche Kitpreis für die X-E1 beträgt ca. 1299 Euro. Bei Amazon gibt es unverständlicherweise keinen Kit. Die Fuji erreichte eine Gesamtwertung von 79%.

Sony Nex 6: 78% (ca. 880 Euro) -> Ktibojektiv 3,5-5,6/16-50
Canon EOS 650D: (ca. 620 Euro) -> Kitobjektiv 18-55 1:3.5-5.6
Sony Alpha 57: 78% (ca. 630 Euro) -> Kitobjektiv 3,5-5,6/18-55
Samsung NX 210: 78% (ca. 410 Euro) -> Kitobjektiv 3,5-5,6/18-55
Panasonic Lumix GX1: 77% (ca. 550 Euro) -> Kleinerer Sensor/Micro Four Thirds Kitobjektiv 14-42 f3.5-5.6

An der Anfangsbrennweite hat die Fuji als größte Blende 2.8 statt 3.5, das bietet kein o.g. Kitobjektiv. An der Endbrennweite hat es als größte Blende 4.0 statt 5.6, bietet ebenfalls kein o.g. Objektiv.

Man beachte aber beispielsweise , dass aktuell eine Samsung NX 210 bei vergleichbarer Bewertung inklusive Kitobjektiv für ca. 410 Euro zu haben ist (allerdings besitzt sie keinen Sucher).

Wenn ich die jeweiligen Testaufnahmen auf dpreview.com" am iPad 3 vergleiche, so sind die Unterschiede zudem eher marginal bzw. teilweise auch Geschmackssache. Darüber hinaus denke ich, dass sich die Unterschiede in der Praxis bzgl. der Auflösung noch weniger bemerkbar machen, außer man schaut sich jedes Foto in der 100%-Ansicht an oder man druckt häufig in sehr großen Ausgabeformaten oder man benötigt häufig Ausschnittsvergrößerungen.

Die Fuji ist - da herrscht auch Einigkeit - keine Kamera für jedermann und aufgrund des eher mittelmäßigen Autofokus auch nur eingeschränkt für bestimmte Einsatzgebiet geeignet, bei denen es auf Geschwindigkeit ankommt (Sport / Action - Fotografie, Kinder). Die Treffsicherheit des AF und auch die Auslöseverzögerung nach erfolgter Vor-Fokussierung sei hingegen sehr gut.

Letztendlich haben die Recherchen eher meine persönliche Meinung in der ursprüngliche Rezension bekräftigt: "Eine gute Kamera für Puristen, aber zu teuer und überbewertet".

Schaut man sich die Forenbeitrage an, so stellt man andererseits fest, dass es eine große Anzahl von Foto-Enthusiasten gibt, die begeistert von den (Bild-)Qualitäten der Fuji sind und trotz des hohen Preises ausgesprochen zufrieden mit dem Kauf sind. Viele haben langjährige Erfahrungen mit den Nikon oder Canon - APS-C Systemkameras und haben mit der X-E1 offensichtlich genau die richtige Kombination aus wertigem Retro-Design, Kompaktheit und sehr gute Bildqualität gefunden.

Mein Empfehlung daher: Am besten probieren Sie die Kamera einmal selbst aus und vergessen sämtliche Rezensionen und Tests... ;-)
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 25 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.04.2013 23:58:18 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.04.2013 00:02:05 GMT+02:00
J. Andree meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 05.04.2013 12:32:15 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.04.2013 12:34:03 GMT+02:00
twixraider meint:
Diese Rezension ist wohl ein schlechter Witz. Entweder haben Sie die X-E1 nur aus der Ferne gesehen oder Sie haben nicht die Fachkentnisse, die nötig sind die entscheidenden Kriterien dieser Kamera zu erkennen und zu vergleichen. Eine Sony A230 kommt nicht anähernd an die IQ von der X-E1 heran. Ich persönlich finde und das bestätigen auch viele Tests dass die Auflösung der X-E1 seinesgleichen nur in der Pro Fraktion wiederfindet. Was die Videofunktion der X-E1 betrifft mag es zutreffen, das die Panasonic hier besser ist, jedoch halte ich dies für nicht sehr relevant, da es sich hier in erster Linie um einen Fotoaparat handelt und nicht um eine Videokamera und dafür ist die Videoqualität meines erachtens immer noch gut. Ich hatte vorher eine EOS 60D die ja auch eine hervoragende Videofunktion hat und mit der sogar Webefilmer ihre Spots teilweise aufnehmen und da finde ich die X-E1 nicht auffällig schlechter. Dies mag aber auch daran liegen, das ich diese Funktion kaum nutze und für kurze Filmchen mit den Kindern, reicht sie alle mal aus. Das einzige Manko daß diese Kamera hat ist der doch etwas schlechtere Autofokus in Low Light gegenüber meiner 60D. Aber das kann ich verschmerzen die genialen Bilder die Sie produziert vorallem in hohen ISO Bereichen und die Emotionen die sie in mir weckt aufgrund ihres Looks und ihrer wertigen Verarbeitung, lassen mich locker darüber hinwegsehen. Im Vergleich zu meiner EOS 60D mit dem 17-55 f/2,8 IS und der 70-200 f/4L IS sind die Bilder nochmal deutlich besser mit der X-E1. Teilweise bin ich wirklich sprachlos über die Resultate und weine meiner 60D keine Träne hinterher, auch wenn es eine tolle Kamera ist, aber auf die Dauer einfach zu schwer zum immer dabei haben. Natürlich wer mit der Kamera viel Sport oder spielende Hunde oder ähnliches ablichten möchte, sollte dann vielleicht doch eher zu einer Spiegelreflex wie die 60D greifen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.04.2013 14:04:43 GMT+02:00
fotomichel meint:
Sie sprechen mir aus der Seele, ich hatte vor der Fuji eine Nikon D 90, danach eine Sony A77 und beide Kameras können der Fuji nicht annähernd das Wasser reichen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.04.2013 19:33:13 GMT+02:00
Siggi100 meint:
Ich möchte Sie bitten, die grundlegenden Regeln eines Online-Forums zu beachten. Dazu gehört, dass man andere Forums-Mitglieder nicht beleidigt ("Die Rezension ist ein schlechter Witz", "Sie haben nicht die Fachkenntnisse") oder sie der indirekt der Lüge bezichtigt ("Entweder haben Sie die XE-1 nur aus der Ferne gesehen....).

Zur Sache: Ich hatte in meiner Rezension ja selbst geschrieben, dass es damals sehr positive, fast euphorische Tests zur XE-1 gab. Es existieren jedoch auf der anderen Seite auch Tests, die die (Bild-) Qualität der Fuji nicht so positiv beurteilen. So bescheinigt etwa die Stiftung Warentest (Test 3/2013) der XE-1 zwar insgesamt ein GUT (2,5), sie belegt dabei aber nur Platz 15 von insgesamt 18 getesteten Systemkameras. In Bezug auf die Auflösung erhielt sie übrigens nur ein "Befriedigend", damit war sie in dieser Hinsicht z.b. schlechter als eine Canon 650D, Nikon 3200 oder etwa eine Pentax K-30. Sogar eine Nikon 1 J2 mit relativ kleinem Sensor hat laut der Stiftung eine bessere Auflösung.

Nach meiner (zugegeben kurzen) Praxiserfahrung mit der Fuji würde ich auch eher der Stiftung Warentest Recht geben. Aber ich bin ja jemand ohne Fachkenntnisse... ;-)

Wie dem auch so: Ich wünschen Ihnen weiter viel Spass mit Ihrer Kamera, denn letztlich soll die Fotografie ja ein Hobby sein, welches Freude bereitet und nicht in Streitigkeiten ausartet....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.04.2013 21:22:14 GMT+02:00
twixraider meint:
Es tut mir leid wenn Sie sich von mir jetzt etwas auf den Schlipps getreten gefühlt haben.
Das Testergebniss der Stiftungwaren Test ist mir auch bekannt, auch wenn ich ihr Testverfahren nicht kenne.
Da viele oder eigentlich fast alle Organisationen, sei es Zeitschriften oder Internetseiten die sich explizit mit der Fotografie beschäftigen, hier zu einem völlig anderem und positiven Ergebnis, bezüglich der Auflösungsqualität der X-E1 kommen, zweifle ich die Belasbarkeit dieses Testverfahren der Stiftung an.
Da die Stiftung sehr viele Dinge testet, fehlt ihr meines Erachtens teilweise die richtigen Testverfahren um wirklich ausagekräftige Testresultate im Bereich der Kameratechnik zu erzielen und diese dann auch richtig zu bewerten. Das können andere dann doch besser. Wenn ich mir eine Kamera kaufen möchte, so informiere ich mich lieber bei http://www.dpreview.com oder anderen Internetportalen die sich eingehend mit dieser Thematik beschäftigen.
Wenn ich etwas über die Qualität für Waschmaschinen oder Bügeleisen wissen will, dann denke ich ist die Stiftungwarentest hier die richtige Adresse.

Veröffentlicht am 10.04.2013 00:45:44 GMT+02:00
R. Wagner meint:
Hallo Siggi100, vielleicht hätte ich auch mit der Sony Alpha 230 DSLR fotografieren sollen. Es wäre mir zumindest ein langer Weg zu der Fuji X-e1 erspart geblieben ;-). Mit meinem diversen Nikons und einigen Nikon Objektiven (es waren recht gute Consumer Objektive) habe ich nicht die Bildergebnisse erzielt, wie mit der Fuji. Mein "Problem" bei Nikon war immer die kamerainterne RAW Konvertierung. Um gute Ergebnisse zu erzielen musste ich zum großen Teil ein externes Programm (Lifghtroom) bemühen. Bei der Fuji ist es vollkommen anders. Der Weißabgleich ist nahezu perfekt, die Farben entsprechen dem wirklichen Motiv (zumindest in der PROVIA Filmsimulation). Mit der Verringerung der Rauschreduktion bei gleichzeitiger Schärfeanhebung erhalte ich Bilddetails die ich bei Nikon DSLR's (auch bei der 24 Megapixel D3200) gesucht habe. Und das direkt aus der Kamera (bei entsprechender Voreinstellung), ohne stundenlanges Sitzen vor dem Rechner. Nebenbei erwähnt, ist mittlerweile brauchbarer RAW Support verfügbar.

Ich zumindest bin von den deutlich besseren Ergebnissen als bei Nikon fasziniert, aber Geschmack ist zum Glück noch Privatsache. An den Ergebnissen ist der nicht vorhandene Antialiasing Filter und auch die wirklich guten Fujiobjektive mitschuld. Vergleichen Sie diese auf z.B. photozone.de hinsichtlich optischer Leistung mit anderen, teilweise wesentlich teureren Objektiven. Sie werden staunen.

Tja, die Geschichte mit dem Autofokus, immer wieder gerne aufgegriffen. Eine DSLR (Stichwort Phasenfokus) wird den Vergleich gegen den Fuji Fokus hinsichtlich Fokusgeschwindigkeit (bei schlechtem Licht) und bewegten Motiven immer gewinnen (Stichwort Kontrastfokus). Hinsichtlich Fokusgenauigkeit wird meistens die Fuji die Nase vorne haben, es sei denn, die DSLR und das Objektiv ist perfekt 100% -tig aufeinander abgestimmt. Ich würde mir die Fuji nicht holen, wenn ich überwiegend Sport, "lebendige" Kinder, Action, Wildlife, etc. fotografieren würde. Wie es in der Werbung heißt, ist die Kamera u.a. da, um Stimmungen einzufangen, für mich mittlerweile nach > 8000 Fotos nachvollziehbar. Mit einer "fetten" DSLR ist man nicht unauffällig, man stört, man ist auffällig, die Leute reagieren anders, und die Stimmung ist hin:). Für meinen Teil (Landschaft, Architektur, ruhige Kinder und Erwachsene, available Light) ist die Fuji ein perfekter, dezenter, leichter Apparat mit genialen leichten preiswerten Linsen.

Die Videofunktion und Qualität reicht locker aus, um zu Hause auf dem Fernseher nette Urlaubsvideos anzuschauen. Für anspruchsvolle Videoerlebnisse (weiß ich leider aus eigener Erfahrung) müssen Sie auch bei aktuellen DSLR's ordentlich für Videorigs, Follow Focus Vorrichtungen, Slider Systeme, Displaylupen, externe Monitore, Mikrofone, Schnittsoftware etc. investieren.

Zum Thema Preis, ja im ersten Moment erscheint dieser hoch, wenn ich bei Nikon DX Format vergleichbare Ergebnisse erzielen möchte, muss ich mehr investieren und handle mir Rückenbeschwerden ein. Zum Thema Fuji Hype. Ja, es wird massiv Marketing betrieben, gehört aber zum Geschäft, ist auch gut so. Kein Umsatz, keine Weiterentwicklung. In meinen Augen wird die Kamera keinesfalls überbewertet, was überbewertet wird ist der "langsame" Kontrastfokus. Man darf nur keine falschen Erwartungen hegen, und muss bereit sein sich mit der Kamera zu beschäftigen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.04.2013 15:57:03 GMT+02:00
Siggi100 meint:
Hallo R.Wagner, nur zur Info: Ich habe aufgrund Ihres Kommentars und dem von "twixraider" meine Rezension upgedated.Viele Grüße

Veröffentlicht am 12.04.2013 19:28:14 GMT+02:00
R. Wagner meint:
Hallo Siggi100, Sie haben sich dem Thema richtig leidenschaftlich befasst:). Das finde ich gut und hilfreich für potenzielle Käufer, die noch in der Eruierungsphase stecken. Allerdings sollten Sie erwähnen, dass der übliche Kitpreis für die X-E1 1299 Euro beträgt. Bei Amazon gibt es unverständlicherweise keinen Kit. Die von Ihnen genannten preislichen Alternativen habe ich um einige Daten der Ktiobjektive präzisiert.

Das Fuji Zoom Objektiv: 18-55mm f2,8-4

Sony Nex 6: 78% (ca. 880 Euro) -> Ktibojektiv 3,5-5,6/16-50
Canon EOS 650D: (ca. 620 Euro) -> Kitobjektiv 18-55 1:3.5-5.6
Sony Alpha 57: 78% (ca. 630 Euro) -> Kitobjektiv 3,5-5,6/18-55
Samsung NX 210: 78% (ca. 410 Euro) -> Kitobjektiv 3,5-5,6/18-55
Panasonic Lumix GX1: 77% (ca. 550 Euro) -> Kleinerer Sensor/Micro Four Thirds Kitobjektiv 14-42 f3.5-5.6

An der Anfangsbrennweite habe ich bei Fuji als größte Blende 2.8 statt 3.5, das bietet kein o.g. Kitobjektiv. An der Endbrennweite habe ich als größte Blende 4.0 statt 5.6, bietet ebenfalls kein o.g. Objektiv. Ich kann also sowohl im Weitwinkelbereich als auch im Telebereich geringere Schärfentiefe erzeugen und von den kürzeren Verschlusszeiten bzw. geringeren ISO Empfindlichkeiten profitieren. Gerade mit F2.8 bei 18mm können Sie schon eine recht gute Freistellung erzeugen.

Ich vermute die Bilder meiner 10 Jahre alten 3 Megapixel Canon Kompaktkamera wirken an einem iPad 3 9,7 Zoll Display durchaus konkurrenzfähig zu den aktuellsten Kompaktkameras. Ich kann Ihnen bzw. jedem potenziellen Käufer empfehlen die optischen Leistungen der Objektive bzw. die gesamte Bildqualität auf größeren Ausgabenmedien bzw. und auf der Seite photozone.de zu vergleichen.

Ihre Aussage oben "Die Tester von dpreview.com" und imaging-resource.com" attestieren der Fuji eine etwas bessere Bildqualität als bei Einstiegs-APS-C Kameras, welche mit dem üblichen Bayer"-Sensor bestückt sind" kann ich nicht im Einklang mit dem Test auf dpreview.com bringen.

Zitate aus dem Test auf dpreview.com:

- "the X-E1 produces exceptional results at low ISO, giving sharper, more-detailed results than Bayer cameras with a similar pixel count, with a natural color rendition."

- "Fujifilm is still one of the best-performing APS-C cameras around"

- „Excellent JPEGs"

- "Impressive image quality at all ISO settings - good resolution and low noise"

- "brings home images from both bright and dark places that rival some pretty heavy hitters"

- "Good for any application requiring critical image quality - the X-E1 turns out excellent pictures."

Für mich hört sich das nach wesentlich mehr an, als nur „etwas besser":). Ich unterstütze auch 100% prozentig Ihre Empfehlung, die Kamera selbst zu probieren. Hierfür ist amazon für Vergleiche mit Ihrer schnellen, kulanten Retourenabwicklung prädestiniert.

Nur am Rande. Ich vergleiche gerade meine X-E1 + das Fuji Zoom mit der Pentax K5 IIs (laut DxOMark.com der APS-C Dynamikkönig) + Pentax DA 2,8/16-50 Zoomobjektiv. Werde meine Fuji Rezension bald ergänzen. Vorläufig kann ich sagen, die Fujikombination bildet minimal mehr Details ab, kann minimal mehr Details aus den Schatten holen, kann deutlich mehr Details aus den Lichtern wiederherstellen. Das günstigere Fuji Objektiv ist optisch und haptisch dem wesentlich teureren Pentax Zoom überlegen. Überraschenderweise - ich gebe zu, da bin ich auch ein Fujimarketing Opfer:) - rauscht die Fuji (in RAW) bei ISO3200 bzw. ISO6400 mehr und etwas gröber als die Pentax, auch sind die Farben bei der Fuji bei den o.g. ISO Werten blasser. Nach diesem Vergleich bin ich von der sagenumwobenen Lowlight Fähigkeit der Fuji und der absoluten Überlegenheit im APS-C Format nicht mehr 100% überzeugt.

Final gibt es für mich 4 Gründe in der Bildqualität, um momentan bei Fuji zu bleiben. Dynamikumfang, der automatische Weißabgleich (funktioniert bei Fuji deutlich besser, nahezu perfekt, unter allen Lichtsituationen), die Fuji RAW-JPEG Engine (deklassiert die Engine von Pentax) + die damit verbundenen „Fujifarben", exzellente preiswerte (nicht günstige!) Objektive.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.04.2013 22:58:24 GMT+02:00
Siggi100 meint:
Hallo R. Wagner, ja, ich fühle mich langsam schon als Fuji X-E1 Experte, obwohl ich die Kamera nur knapp 2 Tage besessen habe. Wer weiß, vielleicht kaufe ich sie irgendwann ja doch noch....aber erst, nachdem Sie sich eine Sony 230 zugelegt haben ;-)

Ich habe einige Dinge aus Ihrem Kommentar übernommen, danke für Ihren Input!

Was mich ein wenig wundert, dass Sie das iPad 3 als Medium zum Beurteilen von Fotos nicht Ernst nehmen. Ich kenne im Gegenteil kein Ausgabegerät, dass dazu besser geeignet wäre. Viele Profi-Fotografen nutzen es, um z.B. unterwegs ihre Fotos zu sichten oder ihren Kunden zu präsentieren. Auch auf der Photokina hat man viele iPads gesehen und auch viele Apps zum Thema Bildbearbeitung am iPad. Das iPad hat zwar nur 9.7 Zoll Bildschirmgrösse, aber man ja entsprechend wie mit einer grossen Lupe hineinzoomn, so dass man sich ein extrem differenziertes Bild vom jeweiligen Foto und der Charakteristik einer Kamera machen kann. Ich habe Fotos von Kameras der Typen Sony 230, Panasonic FZ 38, Canon Ixus 130 und Ixus 220 sowie Nikon D50 auf dem iPad und man sieht deutlich die verschieden Charakteristiken und Auflösungen. Dies gilt jedoch nur für die iPads in der Version 3 und 4 (aktuelle Variante), die ersten beiden Generationen haben eine viel schlechtere Bildschirmauflösung.

Auf dem iPad habe ich übrigens auch ein paar Fotos, die ich mal im Urlaub versehentlich mit einer Auflösung von nur 2.5 Megapixel aufgenommen hatte (ich hatte kurz vor dem Urlaub wegen eBay-Fotos die Auflösung reduziert und vergessen, es wieder auf 10 MP einzustellen). Obwohl die Fotos nur 2.5 MP haben und ich demzufolge am iPad auch nur wenig hineinzoomen kann, sind sie aufgrund der Klarheit, Schärfe und vor allem wegen des schönen Hintergrund-Freistellung so gut, wie ich sie beispielsweise mit einer Ixus-Kompaktkamera unmöglich hinbekomme. Will sagen: Die Auflösung spielt häufig bei der Fotografie nur eine untergeordnete Rolle. Ich habe mir eine DSLR vielmehr aus anderen Gründen gekauft: Die Fotos sind irgendwie klarer und reiner, gerade mit dem Telezoom bekomme ich sehr schöne Bokehs hin, ich habe Null Probleme mit "roten Augen" (hat mich an den Kompakten immer am meisten gestört) und vor allem die Farbwiedergabe ist natürlicher. Dies alles - und das ist die Qintessenz meiner Rezension - bekomme ich mit einer Sony 230 genauso gut hin wie mit der Fuji.

Was die Pentax K5Iis angeht, gibt es übrigens einen interessanten Vergleichstest in der aktuellen Sonderausgabe der c't "Digitale Fotografie". Mit dem Objektiv 1.4 17-70 mm schneidet sie dort bzgl. Bildschärfe / Detailwiedergabe jeweils mit "Sehr gut" ab, wobei sie jedoch bei der Belichtung nur ein "Befriedigend" erhält.

Veröffentlicht am 15.04.2013 11:17:09 GMT+02:00
R. Wagner meint:
Hallo siggi100, wenn Sie sich eine Fuji X-E1 zulegen, dann aber lieber den Nachfolger mit einem verbesserten Autofokus (Kontrast + Phasenfokus, analog Fuji X100s). Gerüchten zur Folge soll dieser Ende dieses Jahr/Anfang nächstes Jahr kommen. Zu diesem Zeitpunkt werden auch (hoffe ich stark) lichtstarke F1.4 23mm, 56mm Festbrennweiten, ein 10-24mm Superweitwinkelzoom, und ein 55-200mm Zoom verfügbar sein. Ich persönlich habe kein iPad3, sondern betrachte im Urlaub die Bilder auf einem 7 Zoll Tablet. Natürlich kann ich auch da reinzoomen, das wahre ist es aber auch nicht. Die Wirkung der Aufnahme entfaltet sich mir erst am Monitor (22 Zoll). Habe zwar den Test in der c't "Digitale Fotografie" nicht gelesen, aber Ergebnis bzgl. Bildschärfe / Detailwiedergabe "Sehr gut" kann ich aus eigenen Tests bestätigen. Falls Sie an der K5 IIs Interesse haben, könnte meine aktuelle Rezension auf amazon zu der Pentax K5-IIs ggf. hilfreich sein. Achtung: Die Videofunktion bei Pentax ist ebenfalls sehr bescheiden.
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