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Ein paar gute Ideen, viele Oberflächlichkeiten, 8. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die kindliche Gesellschaft. Über die Weigerung, erwachsen zu werden. (Broschiert)
Das Buch greift ein sicherlich bemerkenswertes Thema auf, die von vielen im Alltag beobachtete Infantilisierung der Gesellschaft. Bly führt dies auf den Zerfall der traditionellen, wertebezogenen Familie und den zunehmenden Einfluß der kommerz- nicht werteorientierten Medien zurück. Viele Passagen des Buches lesen sich gut und beinhalten richtige Ansätze (z. B. Kap. 8 über die Spracherziehung von Kindern und damit zusammenhängend ihre Fähigkeit, die Umwelt differenzierter und mit größerem Vernügen wahrzunehmen. Leider sind aber besonders Bly's Exkurse in die Geschichte, aus der er viele Beispiele bezieht, wissenschaftlich längst überholt, manchmal sogar absurd. So führt er z. B. als ein äußerst positives Beispiel die Tatsache an, daß Väter früher in Rußland bis zu zwei Stunden täglich mit ihren Kindern gesprochen haben sollen. Da stellt sich natürlich die Frage, warum dann ausgerechnet die russische Gesellschaft im 20. Jh. eine so katastrophale Geschichte produzieren und erleben mußte. Auch Bly's Ausführungen zur Wirtschaft und Globalisierung enthalten zahlreiche lediglich plakative Vorurteile, wie man sie aus der Ecke von Globalisierungsgegnern bereits kennt (S. 197: "Bill Gates wird singend die Straße entlanggehen, während Männer und Frauen weinen"). Trotzdem halte ich das Buch für lesenswert; wahrscheinlich sind aber die Bücher von Neil Postman grundlegender und empfehlenswerter.
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Die kindliche Gesellschaft. Über die Weigerung, erwachsen zu werden. 342677397X
Robert Bly
Droemer Knaur
Die kindliche Gesellschaft. Über die Weigerung, erwachsen zu werden.
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Ein paar gute Ideen, viele Oberflächlichkeiten
Das Buch greift ein sicherlich bemerkenswertes Thema auf, die von vielen im Alltag beobachtete Infantilisierung der Gesellschaft. Bly führt dies auf den Zerfall der traditionellen, wertebezogenen Familie und den zunehmenden Einfluß der kommerz- nicht werteorientierten Medien zurück. Viele Passagen des Buches lesen sich gut und beinhalten richtige Ansätze (z. B. Kap. 8 über die Spracherziehung von Kindern und damit zusammenhängend ihre Fähigkeit, die Umwelt differenzierter und mit größerem Vernügen wahrzunehmen. Leider sind aber besonders Bly's Exkurse in die Geschichte, aus der er viele Beispiele bezieht, wissenschaftlich längst überholt, manchmal sogar absurd. So führt er z. B. als ein äußerst positives Beispiel die Tatsache an, daß Väter früher in Rußland bis zu zwei Stunden täglich mit ihren Kindern gesprochen haben sollen. Da stellt sich natürlich die Frage, warum dann ausgerechnet die russische Gesellschaft im 20. Jh. eine so katastrophale Geschichte produzieren und erleben mußte. Auch Bly's Ausführungen zur Wirtschaft und Globalisierung enthalten zahlreiche lediglich plakative Vorurteile, wie man sie aus der Ecke von Globalisierungsgegnern bereits kennt (S. 197: "Bill Gates wird singend die Straße entlanggehen, während Männer und Frauen weinen"). Trotzdem halte ich das Buch für lesenswert; wahrscheinlich sind aber die Bücher von Neil Postman grundlegender und empfehlenswerter.
anonymous
8. März 2002
- Insgesamt:
5

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