Kundenrezension

44 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Entäuschend, 20. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Kunst hassen: Eine enttäuschte Liebe (Broschiert)
Oberflächliche Unterhaltung

Für jemandem, der dem Topsegment des Kunstbetriebs kritisch gegenüber steht, liest sich das Buch recht unterhaltsam. Das Problem dieses Textes liegt demnach weniger an der inhaltlichen Grundhaltung, sondern in der Polemik und Oberflächlichkeit, mit der Nicole Zepter an das Thema herangeht. Man gewinnt beim Lesen sehr bald das Gefühl, sie handle als Autorin genauso wie die Künstler und Akteure des Kunstsystems, das sie angeblich kritisiert, also provokant, banal und geistlos. Wo bleibt hier eine analytische Klarheit und Schärfe, die vielleicht effektiver wäre, den kommerziellen Bereich des Kunstmarktes zu zerlegen. Hasst sie wirklich die „Kunst“ oder eher das Getue des „Kunstbetriebs“? Kritik kommt von Kriterium, verlangt also begründete Argumente. Wie kann sie die Kunstkritik kritisieren, wenn sie selber nicht in der Lage ist, vernünftige Begründungen für ihre eigenen kritischen Positionen zu formulieren. Es reicht eben nicht nur zu behaupten, eine negative Kritik unterliege systemischen Tabus. Diese Aussage mag vielleicht zutreffen, doch wie lässt dich dieser Zustand erklären? Welche Rolle spielen beispielsweise die unterschiedlichen Institutionen des Kunstbetriebs? Wie konstituiert sich eigentlich der Kunstbetrieb? Nur aus Museen, Topgalerien und Auktionshäuser? Eben nicht!

Über neunzig Prozent aller Künstler können nicht von ihrem künstlerischem Schaffen leben. Dieser Aspekt wird von fast allen Kommentatoren und somit auch dem Schäfchen Nicole Zepter ignoriert. Auch sie läuft der Herde des kommerziellen Kunstbetriebs nach, dabei ist es gerade in dem informellen Bereich des Kunstsystems möglich, engagierte Kunst zu sehen. Wenn Nicole Zepter in Museen verleitet wird, Kunst zu hassen, dann soll sie diese ignorieren und kleine Galerien, Ateliers oder Kunstvereine besuchen. Um zu vermeiden, von der „Liebe enttäuscht“ zu werden, könnte sie Kunsträume aufsuchen, in denen es um einen ehrlichen Austausch mit der Kunst geht, in dem Kommerz und Hochstapelei kaum eine Rolle spielt. Eine ausgewogene Beschreibung des Kunstgeschehens widerspräche natürlich dem Motiv, mit Polemik und Provokation mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Leider leistet die Autorin mit ihrem Schriftstück der Sache Kunst keinen Dienst.

Ein zentrales Problem des Buches besteht darin, dass alle der angesprochenen Themen schon längst von anderen Autoren in einer sachlicheren Sprache behandelt worden sind. So sollte sich der interessierte Leser etwa das weniger spektakuläre Werk „Der Subjektive Faktor: Auf der Suche nach dem Wesen und Sinn der Kunst“ von Christoph Noebel anschauen. Anders als „Kunst Hassen“ bietet es eine didaktische und konstruktive Auseinandersetzung mit den oben genannten Fragen.

Zwei Sterne fürs Schreiben !
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.12.2013 16:33:46 GMT+01:00
Peter Hebel meint:
Sehr gut. Besser kann man es nicht formulieren. Ein ärgerliches, weil dummes Buch.
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