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Kundenrezension

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I was I am I shall burn, 6. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Invictus (Ltd.ed.) (Audio CD)
Ich habe diese Rezension als Reminiszenz an meine Bewertungen von HSBs "Deaf to our prayers" (2006) ("Das neue Album der härtesten Band der Welt") und "Iconoclast Part One: The Final Solution" (2008) ("Das nächste Album der härtesten Band der Welt") ursprünglich 'Das übernächste Album der härtesten Band der Welt' genannt, inzwischen aber einen besseren Titel gefunden. Ich hatte eine wunderschöne Rezension der der "Bildersturm - Iconoclast Part Two: The Visual Resistance"-DVD beiliegenden Live-CD "Decade of Expression" (Slayer, ick hör Dir trapsen!), die Amazon ungespeichert verworfen und von der ich kein Backup hatte (wahrscheinlich "Das Live-Album der härtesten Band der Welt"), geschrieben, doch Live-Alben zählen in Diskographien sowieso nicht (siehe Ill Bill, "U.B.S. Unauthorized Biography of Slayer", von der "Hour of Reprisal", 2009). Wegen dieses totalen Datenverlustes (Amazon mochte die Kritik nicht und schmiß sie einfach weg) schreibe ich diese Rezension jetzt auch doppelt in meinen Blog blog.alexandercartier.fr.
Die "Invictus" habe ich, anders als ihre Vorgängerin "Iconoclast Part One: The Final Solution" noch nicht vor der Veröffentlichung gehabt, ich habe es gleich 0.00 Uhr am Veröffentlichungstag, dem 21.5.2010, hier bei Amazon versucht, aber weil ich nicht in Deutschland war, konnte ich das Album erst ab dem 24. Mai 2010 herunterladen. Danach hatte ich noch Trouble wegen meines nicht funktionierenden Accounts, und so dauerte es ungewöhnlich lange, bis ich das Album hatte. Inzwischen habe ich es auf Heavy Rotation ungefähr 20mal gehört und kann nun auch was dazu sagen.
Im Vorfeld der Veröffentlichung von "Invictus" habe ich mich häufig rückwärts durch den HSB-Back'katalog gehört und folgendes herausgefunden:
1. Weiter zurückgehen als "Whatever it may take " von 2002 kann ich nicht. Die "Asunder" habe ich mir auch gekauft, erscheint mir aber bis auf "Cold" und "Asunder", die ich schon vorher mochte, unhörbar.
2. Wenn man richtig böse wäre, würde man sagen, seit "Whatever it may take" (2002) seien HSB mit jeder neuen Platte schlechter geworden. Muß man aber nicht, man kann auch sagen, daß die "Whatever it may take" die größte Dichte an Hits hat, die "Antigone" (2004) im Nachhinein manchmal etwas poppig wirkt und es sowieso einen musikalischen Bruch zwischen "Antigone" und "Deaf to our prayers" gibt, der wahrscheinlich nur zufällig mit dem Ausscheiden von Patrick Schleitzer und dem Einchecken von Alexander Dietz zusammenfiel.
3. Auf den Splitalben mit Caliban haben HSB nicht etwa nur Studioabfall untergebracht, sondern richtig gute Lieder, "No one will shed a tear" von der "The Split Program, Vol. 2" z.B. oder auch "One More Lie" und "Suffocated in the exhaust of our machines" von der "The Split Program".
4. Das Werk von HSB läßt sich inzwischen ganz gut in Vor-"Deaf to our prayers" und Nach-"Deaf to our prayers" einteilen. Vorher war es eingängiger, aber auch unorigineller und mehr Metalcore, danach war es härter, aber mehr eigener, unverwechselbarer Stil und mehr Melodic Death Metal.
5. "Iconoclast Part One" war nicht so gut, wie ich es hier besprochen hatte: es gab einfach zu viele Songs, und die meisten hatten 2-3 Minuten Krach und am Ende nach dem 2. Refrain noch eine schöne Melodie dranhängen. Und einfach zu viele Songs, die nur als Lückenfüller dienten. Ein Monsterhit ("Endzeit"), ansonsten noch "Forlorn Skies", "A Dying Ember" und "Quest for Resistance", aber zuviel "The Disease", "Against all lies", "The bombs of my saviours" , "Joel" und "Like a thousand suns".
6. "Whatever it may take" ist ein Meisterwerk. Punkt. Größte Hitdichte. Nur einen Aussetzer ("Naked Among Wolves"). Astreine Produktion. Der Durchbruch für HSB.

Der initiale Schock ist nunmehr seit drei Alben derselbe: "Nanu, ich hatte mich gerade daran gewöhnt, aus dem Krach des Vorgängeralbums die Melodieperlen herauszupulen, und jetzt verstehe ich schon wieder nur Bahnhof?" Inzwischen weiß ich, daß man ein HSB-Album nur etwa 10mal hören muß, dann gefällt es einem auch. Spätestens dann haben sich nämlich die immer vorhandenen Melodien in die Gehirnrinde eingefressen.
Wenn "Iconoclast Part One" wirklich die Rückkehr zum Stil von "Whatever it may take" war (ich habe davon nichts bemerkt), dann ist "Invictus" ganz offensichtlich die Rückkehr zum Stil von "Deaf to our prayers". Aber was für ein überraschendes Album! Etwa doppelt so lang wie gut, das heißt sechs guten Tracks am Anfang stehen vier überflüssige oder zumindest ambivalente Songs gegenüber, bevor am Ende noch mal ein Hammer kommt, aber es gibt elektronische Klänge, deutschen Text, mal wieder ein Klavier, ein Duett mit einer Frau, nur Cleangesang von Marcus 'Molle' Bischoff hat noch gefehlt, aber den Gefallen tun einem HSB nicht'
1. "Intro" 8/10 Punkten

Mal wieder ein schönes Instrumental von Ólafur Arnalds. Nicht so toll wie das Intro von "Iconoclast Part One", das immer direkt vor "Endzeit" läuft, aber doch sehr schön. "Deaf to our prayers" hatte kein Intro, "Antigone" und "Iconoclast" schon.

2. "The Omen" ' "HOW CAN YOU ASK ME IF WE CAN SAVE THIS WORLD?" 8/10 Punkten

Erst dachte ich, oh man was für ein Krach! Aber die obenstehende Refrainfrage frißt sich doch recht dauerhaft in die Gehirnwindungen ein. Entspricht etwa "Trespassing the shores of your world" von der "Deaf to our prayers" (hier Titel 2, dort Titel 2).

3. "Combat" ' "YOU ARE AN ORPHAN NOW ADOPTED BY THE BEAST OF WAR" 9/10 Punkten

Elektronik von Heaven shall burn! Was sich auf der "Iconoclast" auf "Like a thousand suns" und "Murderers of all murderers" schon ankündigte (das habe ich allerdings nur gelesen, auf "Like a thousand suns" habe ich gar nix, auf "Murderers of all murderers" habe ich nur ganz wenig Elektronisches gehört), wird hier weitergetrieben: ein Techno-Club-Stampfer! Schon gleich am Anfang haut Matze hier nicht wie sonst die Doublebass, sondern einen ganz stumpfen Beat. Großartig, ein unvergeßlicher Hit ' hat ähnliches Potential wie "Behind a wall of silence (!)" ("Whatever it may take, tr. 2), "The weapon they fear" ("Antigone", tr. 2), "Counterweight", ("Deaf to our prayers", tr. 1) und natürlich "Endzeit" ("Iconoclast Part One", tr. 2). Ich vermute mal, das wird bei Live-Konzerten zukünftig entweder als Opener ("Endzeit") oder als Zugabe ("Behind a wall of silence", "The weapon they fear" ' as witnessed auf der "Decade of Expression") gespielt werden. Inhaltlich geht's um Kindersoldaten in Afrika à la Joseph Konys ugandischer Lord's Resistance Army in "Lost Children".

4. "I was I am I shall be" - "AND TO YOU YOU MASTERS OF AFFLICTION WE SPEAK OUR WORDS OF TRUTHFULNESS" 8/10 Punkten

So ein bißchen ein bißchen ein Überleitungstitel zum thematisch ähnlich gelagerten Übertrack "Buried in forgotten grounds". Hat ähnliche Qualität wie "Iconoclast"s 4. Titel "Murderers of all murderers". Am Anfang viel Krach, um dann mit dem "We know this storm will rage again" noch etwas ruhiger zu werden. "Storm" und "Rage" sind übrigens Signalwörter für die doch thematisch häufig ähnlich gelagerten Texte dieser Platte. Klar denkt man sofort an die Überzeile "A storm will break the silence (!)" aus "Endzeit" von der "Iconoclast". Auch auf 'Silence' muß man beim Oeuvre von HSB gut aufpassen'Auf "Rage" werde ich später noch etwas eingehen. Für meinen Geschmack hätte Maik Weichert von HSB beim Schreiben der Texte ruhig etwas konkreter werden können, meistens handelt es sich um ganz allgemeine Globalisierungs-/Finanzkrisenkritik. Ich bin ja immer dankbar, wenn er konkreter wird wie in "Sevastopol" (Krimkrieg) oder "Combat" (Kindersoldaten, s.o.) oder eben früher "Of no avail" (Weberaufstand), "Armia" (Warschauer Aufstand) von der "Deaf to our prayers" oder die ganze "Whatever it may take" (Weiße Rose).

5. "Buried in forgotten grounds" ' "SILENCE AND SCREAMS ARE THE END OF MY SONG" ' 9/10 Punkten

"I know that they will bleed in hell" ' mit dieser erfrischenden Gewissheit geht es textlich schon mal sehr gut los. "Silence (!) and screams are the end of my song" ist ein Zitat von Victor Jara, einem chilenischen Sänger, der "Waffe, die sie (die Putschisten um Pinochet) fürchten', mehr als Gewehre und Kanonen, ermordet von Pinochets Handlangern und neben seinem Zitat als "Son of Chile" im Abspann zum Video zu HSBs "The weapon they fear" vom 2004er "Antigone" gewürdigt. Hier wird es 6 Jahre später erstmalig als Textzeile in einem HSB-Song verwendet. Ich verstehe an dieser Stelle übrigens immer deutlich "...our song" statt "...my song", aber so (wie das Originalzitat) steht der Text auch im Internet. Auch 'Storm' und 'Rage' grüßen wieder aus dem vorhergehenden Track: 'As storm of rage to carry our names'. "Buried in forgotten grounds" erinnert mich vom Titel her natürlich sehr an "Forlorn skies", dem tr. 5 von der "Iconoclast" und einem der besseren tracks jenes Albums. Inhaltlich geht es um die "Verschwundenen" einer (hier beliebigen, aber in der Realität chilenischen/argentinischen/urugayischen/serbischen) Militärdiktatur. Interessant der Racheaspekt ' "We'll make you bleed for this" -, mit dem die Toten aus dem Grab drohen, textlich wird hier die Passivität der Opfer ("Nothing will be buried in oblivion - remember our lifes") verlassen und es geht in Richtung des von mir sehr gemochten Max-Cavalera (Sepultura/Soulfly/Cavalera Conspiracy)-Zitates "Murderers, we know who you are'every day you walk in freedom is one day closer to justice.", mit dem er (Cavalera) die Mörder des brasilianischen Umweltaktivisten Chico Mendes auf Soulflys erstem, selbstbetiteltem Album nicht nur anklagt, sondern aktiv bedroht. Sehr aufwühlend und schön der Schluß "But the heartbeats of our loved ones will be the drums to break your sleep", der mit Klavierspiel à la "A dying ember" von der "Iconoclast", "Armia" von der "Deaf to our prayers" oder "Numbing the pain" von der "Antigone" unterlegt ist und durch den man noch einmal sehr gut den Eindruck vermittelt bekommt, die Geister der unschuldig Getöteten würden sich aus dem Grab erheben, um ihre Mörder zu verfolgen. Am Ende des Tages ist ein track 5 von einer HSB-Platte sowieso eine sichere Bank ('The Martyr's Blood' über Salvador Allende ' 'Voice of the voiceless', mein absoluter HSB-Lieblingssong' 'The final march' ' 'Forlorn skies').

6. 'Sevastopol' ' 'THEY WILL NOT TAKE THIS PLACE WILL NOT DEFILE THIS GROUND' 10/10 Punkten

Herz des Albums, dieser Track. Sowas ('Armia' von der 'Deaf to our prayers') wird ***nie*** auf Konzerten gespielt, einfach zu langsam, das ändert aber nix an der unbestreitbaren Qualität dieser Titel. Musikalisch und textlich der Schwestertitel zu 'Armia' von der 'Deaf to our prayers', quasi 'Armia II'. Dort (Text u.a. 'A home behind the enemy lines') ging es um den heldenhaften, 56tägigen Kampf der polnischen Exil- und Untergrund-Armia Krajowa 1944 im von den Nazis besetzten Warschau, besser bekannt als Warschauer Aufstand. Hier geht es um eine Episode aus dem Krimkrieg (1853-1856), auch zehnter (!) russisch-türkischer Krieg genannt. Erst dachte ich, es geht um den Sewastopoler Matrosenaufstand, der zur niedergeschlagenen russischen Revolution 1905 führte ('Panzerkreuzer Potemkin'), aber nee. Sewastopol auf der Krim war seit jeher und ist noch heute der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte. 1854/1855 belagerten die Alliierten England, Frankreich und Italien mit großer personeller Überzahl die Feste Sewastopol, bis sie nach verheerendem Artilleriebeschuß ('As clouds of dust contaminate the dark blue skies') nach fast einem Jahr die eingeschlossenen, zahlenmäßig weit unterlegenen Verteidiger überwältigen konnten. Die Anzahl der russischen Überlebenden dürfte sich in engen Grenzen gehalten haben. Quasi ein russisches Alamo oder Schlacht an den Thermopylen, wobei ich die Heroisierung der zaristischen Soldaten durch Maiks Text (genau wie die sonstige der Verteidiger von Fort Alamo) als etwas problematisch ansehe, problematischer zumindest als die der Soldaten der Armia Krajowa oder der spartanischen Kämpfer ('300'). Insofern ist auch das oben zitierte 'Sie werden diesen Ort nicht nehmen, diese Erde nicht entweihen' etwas zur Übertreibung neigend, eine Marinebasis ist kein Tempel und Fort Malakow/Sewastopol nicht Massada. Der Song fängt schon gut mit 'Here we are waiting for the storm (!)' an, um sich zu 'Now in the darkness we see the fires rage (!)' zu steigern und dann 'Armia' ('Rugged figures but brothers and sisters we are') mit 'Within these walls we're loyal brothers ' comrades till death' und 'Inside this fortress we're faithful sisters ' comrades till death' eine eindeutige Referenz zu erweisen. ***Ich*** hab' mir ja ein 'Armia'-T-Shirt mit dem Refrain hinten drauf gekauft, und das würde ich für 'Sevastopol' jederzeit wieder tun.

7. 'The lie you bleed for' ' 'WHEN WILL YOU EVER SEE NO ONE WILL SET YOU FREE' 8/10 Punkten

Ich fand diesen Song durch den Rhythmuswechsel zwischen der ruhigen, elektronischen (!) Strophe und dem geschrieenen Refrain erschreckend und viel lauter, als wenn er durchgängig laut gewesen wäre. Diese alte Crossover-/Grungewaffe der Abwechslung kommt hier (und später bei 'Given in death') recht wirkungsvoll zum Einsatz und fetzt einem die Ohren weg. Außerdem gibt's, wie oben angekündigt, deutschen Text (ich denke, das erste Mal bei HSB, seitdem sie 'Straßenkampf' von den Skeptikern als Zugabe zur 'Antigone' 2004 gecovert haben): 'Und damit Du es verstehst/Du folgst den falschen Führern/Der Kampf ist nie vorbei/Du bist nicht frei.' Das Gekreische klingt auf Deutsch deutlich uncooler als genau derselbe Text auf Englisch ' ich hatte mich ja an dieser Stelle (Amazon) ausführlich über Callejon lustig gemacht und finde weiterhin, das Melodic Death Metal auf Deutsch seltsam klingt. Aber mal ein interessantes Experiment!

8. 'Return to sanity' ' 7/10 Punkten

Der erste in einer Reihe von vier überflüssigen oder zumindest ambivalenten Titeln. Der hier ist m.E. nicht so störend wie 'Biogenesis' von der 'Deaf to our prayers', aber etwa so ambivalent wie 'Stay the course' von der 'Deaf to our prayers' und 'The Disease' von der 'Iconoclast' (jeweils 7/10 Punkten, 'Biogenesis' 6/10 Punkten). Ich erlaube mir mal aus der Erklärung zum Text zu zitieren: "The battle of Hürtgen Forest in Germany was one of the most fierce battles in WWII. Ernest Hemingway was involved as a war correspondent for the US Army. This battle changed his opinion about the war radically.
German Lieutenant Friedrich Lengfeld was killed as he tried to save the life of a wounded American soldier crying for help." Hmm, hier ist gut nicht dasselbe wie gut gemeint. Das Anliegen berechtigt, der Begleittext überzeugend, aber für mich bleibt der Beigeschmack eines erklärten Witzes oder eines Filmdialoges, der alles erklären muß, weil das Bild es nicht kann: das Ganze zündet irgendwie nicht. Ein Niveau mit 'The bombs of my saviours' von der 'Iconoclast', kann man beim Hören m.E. auch weglassen. Außerdem hat er eine Stelle, die "Buried in forgotten grounds" sehr ähnlich ist, fast glaubt man, gleich müsse wieder das "Silence and screams are the end of my song" kommen.

9. 'Against bridge burners' ' 'MECHANISMS OF STAGNATION AS AGITATORS RULE THE LAND.' - 7/10 Punkten

Na, siehe oben 'Return to sanity'. "Dedicated to the life and work of Lev Kopelev." War das nicht der russische Schriftsteller, der immer bei Heinrich Böll wohnte, wenn er mal aus Rußland rausdurfte? Mir fällt, wenn ich dieses 'Mechanisms of stagnation' höre, immer 'Mechanisms of standstill' von Neaeras zweitem Album 'Let the tempest come' (auch von HSBs Alexander Dietz produziert)ein'das ist aber auch schon alles, was ich Gutes (oder Schlechtes) über diesen Song sagen kann. Vielleicht sollte ich die mir zur Verfügung stehenden, aber von mir nicht mit sinnvollem Inhalt zu füllenden Zeilen an dieser Stelle dazu benutzen, zu sagen, daß ich zwar in einer Besprechung von 'Invictus' gelesen, daß HSB nun auch Black-Metal-Einflüsse einflechten würden, aber davon nichts gehört habe. Ich habe zwar keine Ahnung von Black Metal (nur einmal ein paar Dimmu-Borgir-Alben gehört), aber für mich klingt das, bis auf die oben angesprochenen Experimente, alles wie ausschließlicher Melodic Death Metal à la Heaven shall burn.

10. 'Of forsaken poets' ' 'NOW HERE I AM WHERE NO ONE CALLS MY NAME' - 8/10 Punkten

Album ahoi, leichter Aufwärtstrend erkennbar! Der hier geht raus an Max Herrmann-Neiße, deutscher Erfolgsschriftsteller der frühen 30er Jahre, der, von den Nazis ins Londoner Exil getrieben, dort sprachlich nie richtig Anschluß fand, aber trotzdem weiterhin produzierte, nach dem Krieg zu Unrecht total vergessen und seit den 80er Jahren (offenbar auch von Maik Weichert von HSB) wiederentdeckt wurde. Interessanterweise ist die von einem Amazon-User verstört kommentierte Stelle, an der zweistimmig u.a. 'Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen' (M. Herrmann-Neiße) zitiert wird und in der Kreischstimme der Eindruck einer Hitlerrede entsteht, der beste Teil des Songs! Am Ende funktioniert der Song noch mal wie ein Großteil der Songs auf 'Iconoclast': erst gibt's voll auf die Birne und nach dem zweiten Refrain kommt noch eine Melodie, hier die mit 'Now here I am'where no one calls my name.' Das reicht für ordentliche Songs, aber großartiger Song geht schon noch anders.

11. 'Nowhere' - 'HEAVEN KICKED YOU OUT' ' 7/10 Punkten

Liebevolles Cover von Therapy?s gleichnamigen Song, à la dem Edge of Sanity-Cover 'Black Tears' vom Vorgängeralbum 'Iconoclast Part One'. Hier muß ich sagen, daß ich früher, mal zu 'Troublegum'-Zeiten, großer Therapy?-Fan war und es bis zu 'Semi-Detached' blieb, und den völlig kranken Serienkiller-Song 'Diane' immer noch für ein riesiges Stück Musik halte. Der 'Therapy?'-Stern geriet dann auch aufgrund von Andys Alkoholabhängigkeit (dachte gar nicht, daß Iren alkoholabhängig werden können, und mit diesem Bandnamen braucht man für den Spott natürlich nicht zu sorgen) ein wenig ins Sinken, Labelrauschmiß etc. pp. taten ihr übriges. Vor all dem habe ich Therapy? mal live gesehen (mit Skunk Anansie, damals noch total unbekannt, im Vorprogramm), und es war das lauteste Konzert aller Zeiten! Trotzdem war es toll, Andy hatte Geburtstag, und das ganze Huxley's feierte ihn'Trotz der Tatsache, daß der Song von Therapy? ist, ist er als Basismaterial für ein Cover nicht so gut wie 'Black Tears', also ist das Ergebnis auch nicht so geil wie 'Black Tears' (9/10 Punkten).

12. 'Given in death' ' 'AS ALL MY SORROWS DROWN JUST LET ME GO JUST LET ME BE' - 9/10 Punkten

Wie oben angekündigt, ein Duett von Molle mit einer Frau, hier Sabine Weniger von 'Deadlock', auf deren vorletzter Record Release-Party im Leipziger Coney Island ich ein großartiges Konzert von HSB erlebt habe! Hier ist Weniger mehr, haha, 25 Euro in die Kalauerkasse. Kommt vom Text total lebensmüde rüber und funktioniert grundsätzlich nach dem oben beschriebenen Crossover-/Grunge-Rezept, hier um die Evanescence-Variante erweitert. Klar ist das ausgenudelt, aber was soll's, es funktioniert sehr gut und ich bin ja auch Fan von Suicidal (!) Tendencies und Evanescence war die Musik, die wir uns zur Hochzeit ausgesucht haben! Und wenn ich hier gerade versuche, den Text dieses Songs (wie den aller anderen) im Internet zu finden und der auf einmal nur für Mitglieder zugänglich ist, zeigt das m.E., wie beliebt Text und Song im Netz sind! Ganz klar, in der schon häufig angesprochenen Fortsetzung von 'Deaf to our prayers' unter dem Arbeitstitel 'Invictus', die hiesige Entsprechung zum 'Boygrouptune' (A. Cartier) 'The greatest gift of god' vom dortigen Album!

13. 'Outro' ' 8/10 Punkten

Ólafur Arnalds, what can I say.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.06.2010 14:18:14 GMT+02:00
Sehr schönes Review.
Danke für die fundierten Informationen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.06.2010 15:08:42 GMT+02:00
Sehr schöner Kommentar.
Danke für diesen fundierten Diskussionsbeitrag.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.07.2010 11:07:01 GMT+02:00
Hallo Thorsten, dann doch bitte mal ein "hilfreich" geben! Ich krebse trotz großem Fleißes immer noch bei "0 von 5 fanden dies hilfreich" rum!

Veröffentlicht am 04.07.2010 11:10:44 GMT+02:00
OFFICIAL HEAVEN SHALL BURN schreibt mir auf Facebook (da steckt garantiert einer der HSB-Jungs dahinter, ich tippe auf Maik Weichert), daß sich "Sevastopol" um den 2. Weltkrieg dreht. Ich hab den entsprechenden Absatz gleich hier auf Amazon geändert, aber entweder wollte Amazon meine Änderungen nicht oder ich hab den falschen Knopf gedrückt, jedenfalls hat sich nichts geändert. Jetzt hab ich keine Lust, alles noch einmal zu schreiben und lasse einfach alles auf Krimkrieg, meine Ausführungen dazu finde ich ganz gut, auch wenn ich klar das Thema verfehlt habe:)
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