Kundenrezension

6 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht zufrieden, 30. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Doomsday Machine (Audio CD)
Dieses Album hat mich ziemlich enttäuscht. Eigentlich ist das hier nur eine Aufwärmen all der Ideen von den letzten beiden Alben. Es wird hier nichts neues geboten. Musikalische Entwicklung? Fehlanzeige. Dieses Album ist zwar um einiges härter, als "Anthems Of Rebellion", und es sind weniger Ausfälle bzw. dröge Einschlafsongs zu verzeichnen, dafür aber auch weniger Hits. Das alles bietet nichts weiter, als durchschnittliche Arch-Enemy-mit-Angibaby-Kost. Songs, wie "Ravenous" sind hier nicht drauf. Alles in allem gefällig, aber auch nicht berauschend. Ein gut-durchschnittliches Melodic Death-Album mit einem weit überdurchschnittlichem, aber anscheinend etwas der Einfallslosigkeit verfallenem Leadgitarristen. Angela Gossows "Gesang" klingt zwar um einiges düsterer, jedoch wurde hier die Nachbearbeitung ihrer Vocals auf eine bisherige Spitze getrieben. Das ganze wirkt wie ein Eingeständnis an die testikelgesteuerten bis frauenfeindlichen Kritiker der Band, die sie immer als Schwachpunkt bezeichnet haben. Es kommt hier ganz darauf an, ob man eine kölsche Blondine am Mikro einer Death Metal-Band als Attraktion betrachtet, oder als Marketing-Gag. Ich fand ihre Vocals auf den vorhergegangenen Alben besser. Das klang irgendwie, wie Smeargol höchstpersönlich. Jetzt klingt's eher, wie Cyber-Johan Liiva direkt aus der Wampe eines gestrandeten Walfisches. Ne, wo geht denn da bei der ganzen Verzerrerei und Nachbearbeitung die Individualität hin?
Na ja, zu den einzelnen Tracks. "Enter The Machine" eröffnet dieses Album, und ist ein 2 minütiges Instrumental-Intro, auf dem Michael Amott wieder mal versucht, den schwedischen Gary Moore raushängen zu lassen. Leider erinnert das, was dabei herauskommt, weniger an Gary Moore, als viel mehr an Musikantenstadl-Stammgitarist Ricky King. Ohnehin wird, was Leads und Harmonien angeht, die Grenze zum Kitsch hier öfters mal überschritten. Darauf folgt "Taking Back My Soul", das exakt der "Arch Enemy"-Hitformel folgt, aber weder auf "Wages Of Sin", noch auf "Athems Of Rebellion" der beste Song gewesen wäre. "Nemesis" kommt zuerst recht brutal, bis dann aber der Refrain einsetzt, zu dem Amott etwas auf der Gitarre abliefert, was auch eine perfekte Jingle zu einem Kaffee-Haag-Werbespot hätte werden können. So ein Saiten-Schmalz. Das ist Death Metal, den man auch seine Oma vorspielen kann. Na, ansonsten ist es eben eine typische Arch Enemy-Single. Bei den letzten Alben war es ja so, dass sie alle sehr amtlich anfingen, aber das kreative Pulver nach der Hälfte der Spielzeit verschossen zu sein schien. Das geht hier schon bei Lied 3 (Track 4) los. Wem bei "My Apocalypse" nicht die Füsse einschlafen, der könnte auch problemlos barfuß durch die Antarktis wandern. Ein lauer Midtempo-Song mit stark verzerrten Vocals und ein paar Computer-Effekten. Im Mittelteil gibt's dann wieder "Wellness-Musik", mit DEM Klischee aller Meditations-CDs schlechthin: Delphingesang. Na ja, na ja. "Cary The Cross" ist ein Lied, dass sich ganz auf den Tempowechsel zwischen Strophe und Chorus verlässt. Das Solo ist hier etwas rockiger, aber leider auch kürzer ausgefallen, als die vorhergehenden Darbietungen. Ansonsten ein Song, der nichts besonderes bietet. Ein besonders kritischer Geist würde hier wohl das Wort "Filler" benutzen...
Mittlerweile haben wir die Mitte erreicht. Zeit für etwas Abwechslung. "I Am Legend/Out For Blood" ist das schnellste Lied des Albums. Es wird ordentlich geknüppelt. Es gibt sogar richtige Blast-Beats! Doch, anständig! "Skeleton Dance" ist dann wieder so'n durchschnittliches Arch-Enemy-Nümmerchen mit allem, was so dazu gehört, ein wenig lieblos zusammengeklatscht. "Hybrids Of Steel" ist das zweite Instrumental des Albums, und klingt irgendwie nach "PS2-Egoshooter-Soundtrack". "Mechanic God Creation" ist 'ne sehr doomige Geschichte mit einem halbwegs melodiösem (bzw. "melodieähnlichem") Refrain und ausnahmsweise mal keinem Kitsch zum Solo. Trotz des schnelleren Endteils eine leicht langatmige Angelegenheit. Mit "Machtkampf" wird dann wieder ordentlich auf's Gas getreten, mit 'nem im Ansatz mächtigen, aber leider wieder zu kurzem Solo. Am Ende fehlt dem Song dann trotz guter Ansätze auch wieder das "gewisse Etwas". Das letzte Lied heisst "Slaves Of Yesterday". Ein Closer, der irgendwie wie das Auslaufen nach einem Fussballspiel mitsamt Verlängerung und Elfmeterschiessen wirkt. Mühsam, ala "den nehmen wir pflichtbewussterweise auch noch mit, dann ist aber Schluß".
Ne, also, das Album ist sicher das schwächste der Angela-Gossow-Ära. Das Songwriting wirkt einfach flach. Man hat das Gefühl, der Band wären Ideen und Inspirationen ausgegangen, und jetzt geht's nur noch auf Autopilot. Versiert, professionell, aber nicht wirklich gut. Das, was Arch Enemy hier versucht haben, haben Kreator ein halbes Jahr zuvor nahe der Perfektion vorgelegt, und ich muss leider sagen, dass wirklich jedes Lied auf "Enemy Of God" das Beste von "Doomsday Machine" klar schlägt, und zwar in alter früh-90er-Mike Tyson-Manier.
Ich find' die Band ja an und für sich ganz gut, teilweise auch sehr gut. Aber für's nächste Album ist dringend eine musikalische Weiterentwicklung von Nöten.
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.09.2009 10:10:33 GMT+02:00
hawk meint:
So'n Quark, Kreator sind scheiße.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.06.2012 19:52:36 GMT+02:00
Was ist das für ein "dämlicher" Kommentar?
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