Kundenrezension

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schick!, 20. Februar 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin - [PlayStation 3] (Videospiel)
Mehr als dieses eine Wort braucht es eigentlich gar nicht, um "Ni no kuni" in seiner Gesamtheit zu beschreiben. Da das für eine Rezension aber verständlicherweise nicht ausreicht, werde ich doch noch etwas umfangreicher ausführen, warum dieses Spiel schon jetzt ein Anwärter auf den "Spiel des Jahres"-Award ist.

Fangen wir mal mit der Story an. Das Grundgerüst dürfte inzwischen den meisten bekannt sein: Der 13jährige Oliver verliert seine Mutter, nachdem diese ihn nach einem Unfall aus dem Wasser gerettet hat. Während er in sein Lieblingskuscheltier hineinweint, wird dieses plötzlich zum Leben erweckt und offenbart sich als Tröpfchen, dem großen Großfürsten der Feen. Dieser überzeugt Oliver davon, ihn in seine eigene Welt zu folgen, denn es scheint eine Möglichkeit zu geben, seine Mutter doch noch zu retten.
Soviel erstmal dazu. Die Story ist eines der Glanzstücke von "Ni no kuni". Sie wird mit einer unglaublichen Menge an Humor präsentiert, welcher sogar sehr oft dazu geführt hat, dass ich einfach loslachen oder wenigstens vergnügt vor mich hin grinsen musste. Das schaffen nicht viele Spiele, die humorig sein wollen. Zu verdanken haben wir dies vor allem Tröpchen, der sich im späteren Spielverlauf dann auch sinnvollerweise als wahre Legende unter den Feenkomikern herausstellt. Aber auch das Geplänkel zwischen den zwei weiteren Hauptcharakteren, Sven und Esther, ist immer wieder witzig anzusehen bzw. -zuhören. Desweiteren bietet die Story so einige Twists, welche mal vorhersehbar, oft aber auch nicht ganz so erwartet waren. Somit ist für ausreichend Unterhaltung und Spannung gesorgt, wenngleich das Spiel nicht ganz so episch wie ein "Final Fantasy" daherkommt. Aber das muss es auch gar nicht. Denn wo in einem FF viel Törrööö und Brimborium zu bestaunen ist, da ist NNK einfach nur unglaublich charmant.

Optisch ist "Ni no kuni" ebenfalls eine Wucht. Die Spielumgebungen kommen in einem bildschönen, verträumt-märchenhaften Stil mit Cel-Shading daher. Vor dem Release mochte ich es selbst kaum glauben, aber es fällt tatsächlich schwer, die zahlreichen von Ghibli animierten Zwischensequenzen von der normalen Spielgraphik zu unterscheiden. Level-5 hat hier schier Unglaubliches geleistet. Desweiteren fallen die einzelnen Gebiete und Dungeons sehr unteschiedlich aus. Es gibt Wüsten, Polarregionen, Wald- und Hügellandschaften und und und. Alles in Allem wird da zwar nichts Neues geboten, aber die graphische Umsetzung der Gebiete ist wie bereits erwähnt einfach traumhaft.
Was ich auch sehr positiv finde ist, dass Level-5 eine der sehr rar gewordenen Oberweltkarten implementiert hat. Jahaaa, die gibt es wirklich! Ich glaube, in der ganzen PS3-Generation ist "Ni no kuni" das erste J-RPG, das endlich mal wieder darauf zurückgreift. Vielen Dank ans Entwicklerstudio!

Kommen wir nun zur klanglichen Untermalung. Die Musik ist von Joe Hisaishi komponiert worden, welcher bereits für zahlreiche Musiken in Ghibli-Filme verantwortlich zeichnet. Insgesamt muss ich auch hier sagen, dass eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert wurde, wenngleich einzelne Themen etwas zu häufig im Spiel verwendet worden sind und somit beim einen oder anderen Spieler nerven können. Die (englischen) Sprecher sind durchweg sehr gut gelungen, wobei sich auch hier wieder Tröpfchen besonders positiv von den anderen Charakteren abhebt. Leider gibt es im Vergleich zu anderen aktuellen Titeln sehr viele Story-Texte, die nicht vertont worden sind. Insbesondere im Mittelteil nehmen diese Story-Abschnitte einen sehr großen Platz ein bevor es zum Ende hin wieder vermehrt vertonte Sequenzen gibt. Das wird sicherlich einigen Spielern sauer aufstoßen, da viele das einfach nicht mehr gewohnt oder überhaupt nie kennengelernt haben.
Die allgemeine Soundkulisse ist im Großen und Ganzen auch gelungen. Stellt man die Musik im Menü komplett aus, ist das Spiel keineswegs stumm, sondern man hört passende Geräusche wie Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und geschäftige NPCs, egal wo man sich aufhält. Negativ fallen hier lediglich die sich sehr stark wiederholenden Textphrasen auf, die besagte NPCs von sich geben. Da kann es schon mal vorkommen, dass man ein und denselben Satz drei-, viermal hintereinander weg zu hören bekommt. Meistens fällt dies jedoch kaum auf, insbesondere, wenn man die Musik eingeschaltet lässt.

Das Spielsystem ist sehr umfang- und abwechslungsreich ausgefallen.
Die Kämpfe finden prinzipiell in Echtzeit statt und sind sehr dynamisch und actionorientiert. Pausen gibt es nur, wenn man sich in Untermenüs wie die Itemauswahl aufhält. Für normale Angriffe gibt es ein Zeitfenster, in dem unterschiedlich oft der Gegner angegriffen wird - abhängig von der Schnelligkeit des Charakters und seiner Position zum Gegner. Kämpfe werden sowohl mit Oliver und co. sowie ihren Vertrauten ausgefochten. Vertraute sind im Prinzip nichts anderes als Pokémon, von denen jeder Chara bis zu drei gleichzeitig mit sich führen darf. Für praktisch alle Aktionen außer dem normalen Angriff gibt es nach dem Einsatz eine Cooldown-Zeit. Diese bezieht sich jedoch ausschließlich auf die zugrunde liegende Aktionsgruppe (bei Oliver und co.) bzw. auf die Spezialfähigkeiten (bei den Vertrauten). Wenn also Oliver einen Zauber gewirkt hat, dauert es eine Weile, bis er wieder zaubern darf, er kann in der Zwischenzeit aber andere Aktionen ausführen. Wenn ich mit einem Vertrauten einen Bauchklatscher ausführe, dauert es, bis ich diese Fähigkeit erneut einsetzen kann, zwischenzeitlich kann ich aber andere Spezialfähigkeiten wie Tolle Rolle oder normale Angriffe ausführen. Sowohl die Charas als auch die Vertrauten bekommen Level-Ups und sie teilen sich alle gemeinsam die LP und MP. Dadurch entsteht eine taktische Komponente, da jeder Teilnehmer natürlich unterschiedliche Statuswerte hat und entsprechend eingesetzt werden sollte. Oliver, Sven und Esther bringen von sich aus einen Vertrauten mit sich, alle anderen müssen in freier Wildbahn erst gefangen werden. Die Möglichkeit dazu ergibt sich zufallsbedingt. Hierfür muss einfach auf den Gegner eingedroschen werden und hin und wieder "verliebt" sich der Gegner spontan und Esther hat die Chance, diesen zu bezirzen. Vertraute können mit Leckereien gefüttert werden, um die Statuswerte in kleinem Ausmaße zu verbessern. Außerdem besitzen sie drei Evolutionsstufen, wobei man bei der dritten Evo die Möglichkeit zwischen zwei Formen hat, die sich in den Statuswerten und optisch unterscheiden. Den Charakteren, die man nicht selbst steuert, kann man taktische Vorgaben machen. Dies geht aber nur während des Kampfes und die Möglichkeiten fallen eher gering aus. Oftmals ist es nicht möglich, optimale Taktiken vorzugeben, insbesondere, wenn es um den MP-Verbrauch geht.

"Ni no kuni" bietet abseits der Story und den Kämpfen mehrere Nebenbeschäftigungen. Da wären beispielsweise die Monsterjagden und Aufträge von NPCs, die nach und nach storyabhängig freigeschaltet werden. Monsterjagden sind selbsterklärend: Irgendwo in der Spielwelt erscheint ein bestimmtes Monster, dass man gegen Geld sowie neuen Gegenständen zur Strecke bringt. NPC-Aufträge können alles Mögliche beinhalten, oftmals geht es aber um gebrochene Herzen, die Oliver als Zauberer wieder ins Gleichgewicht bringen muss. Da mangelt es verschiedenen Bewohnern an Mut, Liebe, Zurückhaltung etc. und man muss jemanden finden, der zuviel von diesen Attributen hat. Das ist anfangs ganz witzig und passt sich vor allem auch sehr gut in die Story ein, später ist das aber einfach nur noch nervig. Vor allem deshalb, weil man bei jedem gebrochenen Herzen zigmal erklärt bekommt, was dem NPC denn überhaupt fehlt, obwohl das meistens auch so schon recht deutlich wird. Da hätte ein wenig mehr Anspruch sehr gut getan. Für abgeschlossene Aufträge und Monsterjagden bekommt man abgesehen von Geld und Gegenständen auch Stempel. Sobald man genug Stempelkarten damit ausgefüllt hat, können diese gegen verschiedene Boni eingetauscht werden, die das Spiel etwas vereinfachen wie z.B. EP-Boni oder bessere Dropchancen für seltene Items.
Später gibt es auch noch ein Kasino sowie die "Salomonischen Spiele". Im Kasino kann man sich - logisch! - mit verschiedenen Mini-Games die Zeit vertreiben und gewonnene Jetons gegen Preise eintauschen. Dazu gehört später auch der R.I.P.-Bereich (kein Schreibfehler^^), in dem sich alle bisher freigeschalteten Zwischensequenzen erneut angeschaut werden können. Die "Salomonischen Spiele" sind einfach einige Kämpfe, die man mit den eigenen Vertrauten gegen die Vertrauten verschiedener NPCs bestreitet. Auch hierfür gibt es nach jedem abgeschlossenen Rang Belohnungen.

Bevor ich zum Fazit komme, noch ein paar Worte zum Magischen Begleiter. Hierbei handelt es sich um ein über 300-seitiges Zauberbuch, welches Oliver sehr früh im Spiel bekommt. Das Buch enthält zahlreiche Listen über Monster, Items, Alchemie usw. Aber das ist noch nicht alles. Das Buch ist wirklich bis ins kleinste Detail perfekt durchdacht und so bekommt man auch Einführungen in die verschiedenen Aspekte der Zauberei. Was ist Zaubererei? Welche Regeln unterliegen der Zauberei? Wie sollte sich ein Zauberer verhalten? Auch die Spielwelt selbst wird hier näher beleuchtet. Man merkt einfach von der ersten Seite an, dass die Entwickler einen echten "Magischen Begleiter" machen und nicht bloß ein Sammelsurium von Listen ins Spiel integrieren wollten. Es gibt sogar ein Kapitel mit einigen wirklich sehr schönen und interessanten Kurzgeschichten.
Glücklich können sich jene schätzen, die sich die Wizards Edition vorbestellt haben. Diese bekommen das Buch in sehr guter Verarbeitungsqualität auch in physischer Form - allerdings nur mit englischen Texten im Gegensatz zur digitalen Version im Spiel, die ins Deutsche übersetzt wurde.

~ Mein Fazit ~
"Ni no kuni" ist objektiv gesehen nicht so perfekt geworden, wie ich es mir erhofft habe. Gerade mit dem Kampfsystem bin ich persönlich nie so ganz warm geworden. Wenn man genug vorlevelt, ist es zwar nicht schwer, aber ich habe es trotzdem immer als etwas zu hektisch und unübersichtlich empfunden. Vor allem, wenn Bossgegner zu Spezialattacken angesetzt haben und ich dies viel zu oft zu spät bemerkt habe, weil zuviel nebenher geschah und erledigt werden musste. Auch die Sache mit den gebrochenen Herzen war etwas zu umfangreich geraten und auf Dauer ziemlich öde.
Trotzdem bin ich überwiegend restlos begeistert. Das Spiel hat einfach ungemein viel Charme. Bei der Übersetzung hat man sich irre viel Mühe gegeben und alleine durch die zahlreichen Wortspiele ("Katzalisation") musste ich nicht nur einmal schmunzeln. Wer die Filme von Studio Ghibli kennt, findet jede Menge Querverweise zu ihnen, z.B. die Thematik der Parallelwelten.
Aber ganz besonders beweist "Ni no kuni" eines: J-RPGs dürfen auch im Jahre 2013 noch wunderbar oldschoolig wirken und trotzdem (oder gerade deswegen) machen sie ungemein viel Spaß.
All jene, die schon seit vielen Jahren japanische Rollenspiele zocken, können hier bedenkenlos zugreifen, aber auch allen anderen Spielern sei dieses Kleinod ans ungebrochene Herz gelegt.
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