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Interessant, informativ, aber trotzdem...,
9. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Commodore - Aufstieg und Fall eines Computerriesen: Ein kurzer Streifzug durch die Firmengeschichte mit Daten, Fakten und den Gründen, warum der Computerpionier am Ende scheiterte (Broschiert)
...wird man hier und da da Gefühl nicht los, irgendetwas fehlt.
Vorneweg, das Buch ist wirklich interessant und man erfährt auch viele Dinge, die man über Commodore so vielleicht noch nicht wusste.
Allerdings entzaubert es auch kräftig den Mythos. Man wird das Gefühl nicht los, dass Commodore eigentlich ein hoffnungslos unfähiger Haufen war, der nur zufällig und recht Ziel- und Planlos (eine Zeit lang) große Erfolge feiern durfte.
Mag natürlich sein, dass dem wirklich so war.
Mir persönlich kam allerdings der Amiga deutlich zu kurz, der hinter den C= PCs und dem C64 darin irgendwie sehr unwichtig erscheint und vermeintlich nur ein störender Kostenfaktor war. Offensichtlich kann der Autor mit dem Amiga nicht viel anfangen und ist zweifelsfrei eher den IBM-Kompatiblen zugetan. Sicherlich wird erwähnt, dass der Amiga seiner Zeit locker 10 Jahre voraus war, jedoch wird ansonsten kaum positiv darauf eingegangen. Kaum ein Wort über das damals einzigartige Multitasking-Betriebssystem (das meiner Meinung nach zumindest in Sachen Benutzerfreundlichkeit jedem Windows heute noch meilenweit überlegen ist) und der vielen anderen Vorzüge. Das C= deutlich mehr aus der Technik hätte machen können und müssen, steht allerdings außer Frage.
Wer im Anhang in die technischen Daten der C=-Rechner blättert, findet auch und gerade bei den Amigas auffällig viele fehlende Modelle, unnötige Fragezeichen oder Falschangaben. So hatte demzufolge der Amiga 1200 ein 512K-ROM, aber der 4000er bloß ein 256K-ROM. Macht keinen Sinn und ist im Falle 4000er auch falsch. Auch andere Angaben in dem Bereich sind fragwürdig bis falsch. Die "optionale 20MB-Festplatte" im 4000er ist Schwachsinn. Taktraten oder vorhandene Steckplätze der verschiedenen Amigas scheinen den Autor noch dazu vor unlösbare Rätsel gestellt zu haben, die er einfach mit Fragezeichen quittiert hat.
Ansonsten wird aber die Geschichte Commodores in dem dünnen Büchlein durchweg interessant erzählt. Vom kleinen Laden, der reparierte Schreibmaschinen verkauft, über den offenbar erfolgreichen Taschenrechnerhersteller Commodore, bis hin zum C128 erfährt man vieles und erhält ein klein wenig Einblick hinter die Kulissen. Aufgelockert wird das Buch durch zahlreiche, zumeist farbige Abbildungen der jeweiligen Rechner, zumeist in Form damaliger Werbeanzeigen.
Ich hätte mir aber noch gewünscht, das noch das ein oder andere Modell, dass nie erschienen ist, etwas mehr Platz bekommen hätte. Einige Modelle wie der C-65 finden Erwähnung, ebenso wie ein sehr früher, ebenfalls nie erschienener Laptop. Der nur in 3 Prototypen existierende C-364 (der "große Bruder" des Plus/4) aber z.B. fehlt völlig.
Außerem gäbe es sicher noch deutlich mehr über die Zeit der Insolvenz zu schreiben.
Von daher denke ich, das Buch ist nicht verkehrt, um die grobe Geschichte von C= zu erfahren (so man sich dafür interessiert) - Wer tiefgreifendere Infos über die Firma oder die einzelnen Modelle erfahren will, muss wohl aber doch wieder Google & Co. bemühen oder vielleicht ein anderes Buch wählen.
Daher von mir 4 Sterne für den Unterhaltungswert. Für 5 reicht es Aufgrund des Preises im Verhältnis zum geringen Umfang und der teilweise falschen oder recht dünnen Angaben leider nicht.
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