Kundenrezension

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gothic Mystery der besonderen Art!, 13. August 2006
Rezension bezieht sich auf: God Child, Band 8 (Taschenbuch)
Mit "Angel Sanctuary" ist Kaori Yuki hierzulande bekannt und beliebt geworden. Der Erfolg dieser Reihe machte es möglich auch ihr Frühlingswerk "Hakushaku/Count Cain", später bekannt unter dem Namen "God Child" in Deutschland zu veröffentlichen.

"God Child" ist eine wunderschöne, düstere und teilweise sehr morbide Mystery-Serie, die zeitlich im viktorianischen England angesetzt wurde. Die Bände 1-5 stellen Kaori Yuki's Frühzeit als Mangaka dar, denn sie wurden noch vor "Angel Sanctuary" veröffentlicht und dann auf Eis gelegt bis AS abgeschlossen war. Trotz des Alters der ersten Bände sind diese mindestens genauso schön, wie die Neuauflage 6-13, die unter dem Titel "God Child" bei dem jap. Verlag "Hana to Yume" erschienen ist.

Den Inhalt in groben Zügen zusammenzufassen ist fast unmöglich, da "Count Cain" wirklich ziemlich komplex ist und viele Handlungsfäden und Beweggründe erst sehr spät aufgedeckt werden.

Kurz gesagt ist "God Child" ein Paradebeispiel für einen guten und düsteren Gothic-Manga, der im Viktorianischen Zeitalter , also gegen Ende des 19.Jh. spielt.

Cain C. Hargreaves ist der 14.Erbe des Hargreaves-Clans, den dieser nachdem mysteriösen Tod seines Vaters Alexis Hargreaves übernommen hat. Zu Beginn der Story ist Cain gerade mal 17 Jahre alt, ist aber mit allen Wassern gewaschen und überall in der High-Society als "Count of Poison" bekannt, da er mit Leidenschaft Gifte sammelt.

Seine Kindheit kann man nur als Horror bezeichnen. Alexis, sein Vater verging sich an seiner eigenen Schwester Auguste, die er geradezu abgöttisch liebte, und aus dieser Verbindung wurde Cain geboren. Er wurde nach Cain, dem ersten Mörder der Menscheit bezeichnet, eines der kleineren Übel, die sein Vater Alexis an ihm begangen hat. Seine grünen Augen mit goldenen Flecken, die einzigartig auf der Welt sind, sind der einzige Hinweis auf die inzestuöse Beziehung seines Vaters mit dessen Schwester.

Alexis hasst und liebt Cain, die Narben auf Cains Rücken sind Andenken an jahrelangen Missbrauch durch seinen Vater. Cains einiziger Lichtblick als Kind wurde Riff, ein verarmter Medizinstudent, der von Alexis ins Haus geholt wurde, um sich um Cain zu kümmern.

Nach dem "vermeintlichen" Tod von Cains Vater (bei dem Cain selber eine tragende Rolle zu spielen hatte) blieb Riff bei seinem jungen Herrn und fungiert seitdem als Freund, Beschützer, Berater und Oberhaupt der Dienerschaft.

Die beiden als Team geben eine Art Sherlock Holmes und Dr.Watson ab, da Cain leidenschaftlich gern mysteriöse Todesfälle untersucht, die sich oftmals in der eigenen Familie ereignen.

Im Laufe der Mangas tritt immer mehr eine Organsiation in den Vordergrund, die den Namen "Delilah" trägt und deren Ziel es zu sein scheint Cain zu vernichten. Es stellt sich heraus, dass der Leiter dieser Organsiation niemand anderes als Alexis, Cains Vater, ist.

Count Cain bestand in den ersten Bänden mehr oder weniger aus Kurzgeschichten, die sich nur durch die gemeinsamen Hauptcharas verbanden. Im Verlauf der Bände wurde die Geschichte jedoch immer komplexer. Immer mehr zentrale Charaktere erscheinen und spinnen eine wirklich düster, oftmals fast schon Horrorähnliche Gothic-Geschichte, in der immer wieder Mord, Selbstmord oder auch Inzest auftaucht.

Die Charaktere sind klasse dargestellt! Kaori Yuki führt den Leser in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Vieles ist nicht so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Cain selbst ist er ein reservierter, arroganter und kühler junger Mann. Seine Arroganz und sein Sarkasmus wirkt als Abwehrmechanismus, um sich vor der Welt zu schützen, die ihm immer wieder so viel Kummer bereitet. Die einzigen Menschen, die er wirklich liebt und für die er sterben würde sind seine kleine Halbschwester Merryweather und sein Butler Riff. Es stellt sich nur die Frage, ob er diese auch vor seinem Vater und dem mysteriösen Jezbel schützen kann.

Ich kann "God Child" eigentlich nur jedem empfehlen, der gerne in düstere, abgründige Stories eintaucht. Kaori Yukis Zeichenstil ist wunderschön und wunderbar komplementär zu der innovativen und oft eigenwilligen Geschichte. Definitiv ein Schmuckstück in jeder Manga-Sammlung! 5/5 stars!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.09.2010 22:24:17 GMT+02:00
Evalyra meint:
Kann man denn keine Rezensionen ohne Spoiler schreiben??
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