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Kundenrezension

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A Grrrrrrrey World, 20. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Broadchurch [UK Import] [3 DVDs] (DVD)
Eindringliche und intensive Serie mit einem etwas enttäuschenden Ende.

Broadchurch ist eine beschauliche Kleinstadt in Dorset, in der das harmonische, ruhige Leben der Bewohner mit dem Auftreten zweier Dinge endet; dem Fund einer Jungenleiche am Strand, und der Ankunft von D.I. Hardy, der niemandem traut und alles in Frage stellt. Nicht nur für die Familie des elfjährigen Danny Latimer, sondern für die ganze Stadt verändert sich die Welt. Es ist klar, einer aus der Stadt, einer aus dem Kreis der vorgestellten Charaktere ist der Täter. Im Laufe der acht Episoden geraten zahlreiche Personen unter Verdacht und enthüllen dunkle Geheimnisse, bevor schließlich die Wahrheit aufgedeckt werden kann.
Entgegen vieler Krimis steht in dieser Serie tatsächlich nicht der Mordfall an sich im Mittelpunkt, sondern die Auswirkungen des Verbrechens auf die Gemeinschaft einer friedlichen Kleinstadt, die bisher von gegenseitigem Vertrauen bestimmt war. Mit psychologischem Feingefühl werden die Brutalität des Geschehens und die Wunden, die es in den betroffenen Menschen zurücklässt dargestellt. Das Fundament der Tragödie ist verletztes Vertrauen und es zieht sich durch die ganze Serie und sämtliche Geschichten der Charaktere.

Bald schon ist klar, dass es keine klaren und einfachen Antworten auf das Verbrechen gibt, keine „Scapegoats and Bogeymen“. Es ist nicht einfach zu unterscheiden, wem man vertrauen und wen man verurteilen oder bedauern soll. Die ganze Stadt ist in grau gekleidet, nichts ist schwarz, nichts weiß; nichts ist so wie es scheint, nicht einmal die Hauptcharaktere. Nicht die guten Freunde, die trauernden Bekannten, fürsorglichen Familienväter, zwielichtigen Gestalten; nicht der misstrauische Inspektor, der mit seiner Art und seinem Handeln scheinbar die ganze Stadt und die Beziehung der Bewohner untereinander vergiftet, aber letztlich dennoch tatsächlich die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Nicht einmal das Opfer selbst ist ganz so wie man bisher glaubte.

Insbesondere die zunächst etwas unverblümte, aber sympathische Polizistin Ellie Miller erlebt im Laufe der Geschichte eine starke Wandlung. Nachdem sie zu Beginn freundlich und zuvorkommend, vor allem aber voll unerschütterlichen Vertrauens in ihre Stadt und Freunde ist, zeigt der Einfluss der Geschehnisse, sowie des von ihr wie von jedem anderen bald verhassten Detective Inspector Alec Hardy deutliche Spuren in ihrem Verhalten. Dieser versucht sie von jener These zu überzeugen, die die Problematik der Serie zusammenfasst; jeder ist unter passenden Umständen zu einem Mord fähig! Es kann jeder sein, man kann in niemanden hineinsehen! Dies bestätigen die vielen erschreckenden oder dramatischen Geheimnisse, die die Stadt bewohnen. Mit ihr, Ellie, verändert sich auch die Stadt, Zorn und Misstrauen entzweien die Bewohner, die Suche nach Antworten fällt immer schwerer, weil alles in grau gefärbt ist.

Die Serie ist atmosphärisch dicht und zieht den Zuschauer in einen Sog, die Psychologie der Charaktere, sowie die verschiedenen Schicksale sind eindringlich und bewegend geschildert. Leider verliert die letzte Episode all die Intensität der vorhergegangenen sieben Folgen und liefert eine Lösung, die sich zwar in die Thematik und das Schema der Serie einfügt, weil es die zuvor genannten Thesen beweist und die Problematik des verletzten Vertrauens wieder aufgreift, jedoch wirkt sie plötzlich ungewöhnlich stumpf und schafft es nicht das feine, subtile Grauen und die Anspannung zu vermitteln, die die Ungewissheit, das Grau verursacht hatten. Zudem bleiben noch immer einige Fragen unbeantwortet und lassen den Zuschauer leicht unzufrieden zurück (als die Episode zu Ende war wollte ich noch immer gerne wissen woher Hardys Furcht vor Wasser rührte, doch diese Information blieb mir verwehrt).

Die Schauspieler und Schauplätze sind sehr gut gewählt, die Stadt sowie die Charaktere wirken sehr real. Die Musik und Art und Weise wie Charaktere und Geschehnisse in Szene gesetzt werden ist sehr gelungen, ebenso die stückweise Annäherung an die Enthüllung der Ereignisse in der Mordnacht. Obgleich auch hier wieder, wie in den meisten Britischen Produktionen der Anschein eines Familienfestes vermittelt wird, durch das Widersehen mit sämtlichen wohlbekannten Gesichtern aus vorhergegangenen Produktionen, waren die Personen in ihren Rollen tatsächlich vollkommen glaubhaft. Es war einfach Arthur Darvill bei seinen Predigten als Reverend Paul zu lauschen ohne zu erwarten, dass er in die Tardis zurückgerufen würde, um Amy Pond zu retten, und auch nichts an David Tennant gab ihn als den Doctor zu erkennen, statt dessen freudiger Ausgelassenheit und herzlicher Freundlichkeit zeichnet er sich hier durch eine resignierte Gleichgültigkeit gegenüber anderen, eine alles umfassende, tief empfundene Bitterkeit über die ganze Welt, sowie eine sture, beinahe verzweifelte Entschlossenheit aus. Niemand wollte mit Alec Hardy auf Zeitreise gehen! Dabei war ich allerdings erfreut zu sehen, oder vielmehr zu hören, dass es ihm ausnahmsweise einmal erlaubt war in einer Rolle schottisch zu sprechen.

Alles in allem ist Broadchurch eine sehr gute Serie, die sensibel und aufrüttelnd die Veränderung einer Familie und einer Stadt aufzeigt, die durch einen schrecklichen Mord erschüttert wurde. Sie zeigt die Auswirkungen auf das Miteinander, die Entzweiung, die Opfer und schließlich Anfänge einer Heilung und ist dabei eindrucksvoll realistisch. Dominant ist die Thematik von verletztem Vertrauen, dem Verlust eines Kindes und die Schwierigkeit in einer grauen Welt richtig zu urteilen. Leider verliert die letzte Episode eben jene Intensität und Anspannung, die in den vorhergegangenen Folgen aufgebaut wurde, und lässt den Zuschauer etwas enttäuscht zurück. Das Ende untermalt den Gedanken der Welt, die in Grautönen gekleidet ist und streut einen moralischen Appell aus, eine Gemeinschaft zu sein, zu vertrauen, seinen Nächsten zu sehen, sich um einander zu kümmern, um in einer grauen Welt dennoch zu überleben.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.08.2013 10:08:58 GMT+02:00
Anmaria meint:
Ich habe die Serie zwar als moralisch grau, aber atmosphärisch eher farbbestimmt in Erinnerung--petrol wie das Meer ist m. E. die Hauptfarbe. Zu Beginn ist auch alles sehr sonnig--genial, wie das Wetter immer grauer wird (gedreht wurde ab August bis Anfang Dezember), wenn sich die Ermittlungen ziehen. Insofern bin ich (fast) bereit, die Rückkehr zum Licht in der letzten Szene zu verzeihen.
Ich fand auch das Ende konsequent, die Krimihandlung war eher der Rahmen, um das Drama zu vermitteln, demzufolge war auch der Hauptfokus in der letzten Folge auf den Reaktionen der Personen (mit einigen sehr guten Schauspielerleistungen).
Und dass einige Dinge schlicht in den Raum gestellt wurden (die Beziehung Hardy's zur Tochter, die Alkoholkrankheit des Vikars z. B.) läßt Raum für die nächste Staffel, die angekündigt wurde.
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