Kundenrezension

42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Womöglich der erste Sword & Sorcery Film, der den Titel auch verdient, 17. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Solomon Kane (DVD)
Solomon Kane ist eigentlich ein Charakter des amerikanischen Pulp-Autors Robert E. Howard und trotz seines Schattendaseins hinter der bekannteren Figur Conan, hat er es doch zuerst auf die moderne Leinwand geschafft, während die Conan-Movie-Produktion etwas länger auf sich warten lies. Die Produktion in diesem Fall wurde von echten Fans übernommen. Fast alle Beteiligten an diesem Film sind Sword & Sorcery Fans und Robert E. Howard Fans im besonderen. Ganz besondere Umstände für einen ganz besonderen Film.

Solomon Kane ist womöglich einer der ernsthaftesten Fantasy-Filme der letzten 20-30 Jahre. Kein lustiger Sidekick, keine by-the-book Creative-Writing Elemente im Film, die ansonsten fast allen aus Hollywood stammenden Filmen anhängen. Es ist ein ehrlicher, ein ernster Film, der zugleich aber dank seiner großartigen Musik, wundervoller Bilder und toller Darsteller Gefühle wecken kann. Das überschaubare Budget des Films (zwischen 20-30 Millionen Dollar) ist eigentlich nur einer Hand voll Special-Effects anzusehen, da der Rest des Films ohne jeden Tadel ausgeführt und mit größtmöglicher Sorgfalt realisiert wurde. Die Schauspieler bestehen eben nicht aus den endlos überbezahlten Strahlemännern, sondern aus tollen Bühnenschauspielern oder aufstrebenden Talenten wie Rachel Hurd-Wood. Ganz besonders James Purefoy (Rome, The Philantropist) weiß in der Rolle des hageren, verbitterten Puritaners zu überzeugen und ist wohl das Element des Films dem sich sogar die kritischsten Howard-Fans nicht verschließen konnten.

Der Film erzählt die Herkunft bzw. den Grund wieso Solomon Kane zum puritanischer Rächer wird, der durch die Geschichten von Robert E. Howard stapft. Michael J. Bassett musste sich hierfür einiges einfallen lassen, da REH (Abkürzung für Robert E. Howard) selbst keine Details zur Herkunft Solomon Kanes verfasst hatte. Er hat die Wahl getroffen Kane zu einem grausamen Soldaten zu machen (basierend auf einem Zitat eines Solomon Kane Gedichtes, in dem Kane davon sprach, er hätte einst eine Gruppe unheiliger Männer geführt und Dinge getan, auf die er nicht stolz ist), der mordend und brandschatzend im Namen von Königin Elizabeth durch Europa zieht. Diesen Pfad verfolgt er zu Anfang des Films, bis er dort auf einen Dämon trifft, der abgesandt wurde, um einen Pakt einzufordern, der Kanes Seele als Preis beinhaltet... und die Reise beginnt.

Solomon Kane ist meines Erachtens nach ein absolutes Muss für jeden Fantasy-Fan. Der Film gehört außerdem in jedes Regal eines ernsthaften Film-Fans, da die wundervolle Musik von Klaus Badelt (Fluch der Karibik) und die Cinematography - die düsteren und grauen Bilder voller Regen, sind ein visueller Augenschmaus - von Dan Laustsen (Pakt der Wölfe) zum Besten gehören, was man in der Film Branche so finden kann. Ein spannender Ritt durch eine toll erzählte Charakterentwicklung eines grausamen Mannes, der aus dem dunkel ins Licht tritt, um nicht nur seine Seele vor dem Bösen zu retten, sondern die Welt von allem Bösen zu befreien.

Von mir 5 von 5 Sternen!
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.10.2010 11:01:25 GMT+01:00
Michael meint:
Ich hatte damals den Trailer gesehen und gedacht: Naja, wieder so ein billiger Fantasy Abklatsch. Aber weit gefehlt. Der Film gefällt richtig gut, nicht überragend, aber Grundsolide. Was mir gefallen hat war die düstere Atmosphäre des Films und auch die Darsteller/Schauspieler. Und der wäre auch gut ab FSK 18 durchgegangen (Köpfe und Ärme werden abgeschlagen, es gibt Kreuzigungen, ein Kind wird umgebracht usw.).

Für mich ein guter Mix aus Van Hellsing, The Witcher (PC Spiel) und ein bissel Herr der Ringe :-)

Veröffentlicht am 28.12.2011 18:42:11 GMT+01:00
Baba meint:
hm für mich hat der film alle möglichen typischen Fantasy klischees und ist absolut kein sword & sorcery ... robert e. howard beschreibt die kämpfe, wenn er es denn überhaupt tut sehr ernsthaft und so wie sie wohl damals auch waren ... hier im film aber wird es so typisch hollywood mäßig dargestellt, mit "coolen" sprüchenzwischendurch , irgendwelchen waghalsigen, übertriebenen aktionen die in echten schwertduellen wohl kaum sinn machen würden, etc.

Warum finden Sie, dass dieser Film Sword & Sorcery ist ? Jetzt gar nicht böse gemeint, ich würds nur gerne wissen

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.12.2011 20:42:00 GMT+01:00
J. Rebhan meint:
Sword and Sorcery hat nichts mit realistischen Kämpfen zu tun. Die Kämpfe in den Büchern haben nichts mit Realismus zu tun. Sie sind nur sehr wild, farbig und mit großen Worten beschrieben. Howard lässt die einzelnen Schritte direkt aus und beschreibt ganze Abläufe nur mit "ein Wirbelsturm voll Metall". Jeder kann sich darunter etwas anderes vorstellen.

Aber Solomon Kane, sowohl in den Geschichten, als auch im Film, um den es hier ja geht, ist das Abziehbild der Sword and Sorcery. Auch wenn die Beschreibung auf der Wikipedia-Seite recht kurz und knapp gehalten ist, so trifft sie doch auch bei diesem Film zu: http://de.wikipedia.org/wiki/Sword_and_Sorcery

* Keine Weltrettung
* Persönliche Geschichte des Helden
* Kein klares Gut- und Böse
* Low-Fantasy-Welt in der außer einzelnen Figuren keiner Magie beherrscht
* Klare Personifizierung von Mann und Frau (wobei das bei Howard nicht immer zutrifft)
* Zumeist düstere Welt
* ... etc.

Das ist Sword and Sorcery. Davon gab es in den letzten 30 Jahren Kino nicht viel zu sehen und dieser Film ist ganz klar einer der wenigen Exemplare aus dieser Kategorie der Fantasy.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.12.2011 00:59:26 GMT+01:00
Baba meint:
Es ist nicht so, dass ich schon tausend Sword & Sorcery Bücher gelesen habe, aber in den Howard Büchern (die ich gelesen habe) zeichnet sich mir ein etwas anderes Bild ab, was den nun Sword & Sorcery eigentlich ist, und hier bei Amazon zB gibt es auch viele verschiedene Ansichten darüber.

Hm und bezüglich der Schwertkämpfe, meine ich schon dass Howard sich bemüht relativ realistisch zu bleiben (wohlgemerkt relativ), so erkennt zb der Titelheld vor dem Anfang des Kampfes das Können seines gegenübers teilweise schon daran, dass sie ihre Waffen falsch halten.

Nja wie auch immer, ich wollte nach der Enttäuschung die ich bei dem Film hatte (durch mein gänzlich anderes Bild von Sword & Sorcery) nur noch mal hier nachhaken... warum, wieso, weshalb und so weiter ;-)

Danke auch für die schnelle und ausführliche Antwort
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