Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Es wird viel gestorben in diesem Roman ..., 6. April 2014
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Rezension bezieht sich auf: Friedhof der Kuscheltiere: Roman (Taschenbuch)
Es ist mehr als 20 Jahre her, dass ich einen Stephen-King-Roman nach dem anderen gelesen habe: "Christine", "The Stand", "Es" und - natürlich - "Friedhof der Kuscheltiere". Also, ich für meinen Teil habe diesen Roman seinerzeit nicht komplett gelesen, sondern - schweren Herzens und nach reiflicher Überlegung - nach etwas über der Hälfte abgebrochen. Weil es mir zu gruselig wurde, zu unheimlich, ZUVIEL. Seitdem habe ich NIE wieder einen Stephen-King-Roman angerührt.

Jetzt habe ich es doch nochmal versucht, es hat mir dann irgendwie doch keine Ruhe gelassen, und nachdem mich ein Freund darauf hinwies, dass dies eine durchaus lesenswerte Geschichte sei, habe ich mich nochmal durchgerungen. Und verstehe heute - nachdem ich nun ENDLICH diesen Roman bis zum bitteren Ende gelesen habe - eigentlich nicht mehr richtig, warum es mir vor so vielen Jahren "zuviel" wurde.

Natürlich: Es ist gruselig ...Tiere, die auf einem alten, irgendwie magischen Platz beerdigt werden, die dann - obwohl bereits TOT - "wiederkehren". Was mit Tieren funktioniert, kann möglicherweise auch mit Menschen gehen.

Tatsächlich geht es aber gar nicht so sehr darum, sondern vielmehr um den Umgang mit Tod, Todeserfahrung und Trauer. Stephen King zeichnet - wie es zumindest mir aus seinen frühen Romanen bekannt ist - ein durchaus nachvollziehbares Familienportrait. Louis und Rachel, die Eltern, Ellie und Gage, deren kleine Kinder, die Familie zieht in eine ländlich geprägte Gegend in Maine, nachdem Louis als Arzt eine Anstellung an der dortigen Universität bekommen hat. Louis und Rachel streiten sich, streiten sich darum, wie Ellie, die fünfjährige Tochter, mit dem Thema "Tod" konfrontiert werden sollte, bis Jud Crandall, der nette Nachbar, ihnen die Entscheidung abnimmt und die Familie zum "Haustier-Fritof" führt, ein Begräbnisplatz, an dem die Kinder des Ortes seit vielen Jahren ihre verstorbenen Tiere beerdigen, erzählt ihnen auch die ein oder andere Geschichte eines der dort begrabenen Tiere, und Ellie kommt erstmals mit dem Thema "Tod" und infolge davon mit den entsprechenden Ritualen in Kontakt. Rachel passt das nicht, sie trägt traumatische Erfahrungen mit dem Tod ihrer Schwester Zelda, den sie als Kind miterleben musste, mit sich herum. Louis steht dem Thema gelassener gegenüber.

Aber dann stirbt in Abwesenheit Rachels und der Kinder der Kater der Familie, Church. Und Louis, der noch immer unter dem Eindruck des Todes des Studenten Pascow, der an seinem ersten Arbeitstag in der neuen Stadt einen grauenvollen Tod gestorben ist, steht, wird durch Jud mit einer unheilvollen "Tradition" bekannt gemacht ...

Natürlich ist es schwer, das Thema, mit dem man sich so ungern beschäftigt: Was tut man, wenn ein Haustier stirbt? Was tut man, wenn ein Kind stirbt? Wie erklärt man es den überlebenden Kindern? Wie sollen Eltern damit weiterleben, dass der "normale" Ablauf irgendwie "umgedreht" wurde?

Stephen King löst das natürlich auf die ihm eigene Art: Indem er den subtilen Horror wachsen lässt, immer weiter fortschreiten, man ahnt, was passieren wird, MUSS, bevor man da ist, wo es wirklich ans Eingemachte geht. Aber aus der Höhe meiner mittlerweile um 20 Jahre gewachsenen Lebens- und Leseerfahrung (und ob die tatsächlich vorhanden ist, mag man durchaus bezweifeln ;)), kann ich HEUTE nicht mehr verstehen, warum ich um dieses Thema so einen großen Bogen gemacht habe. Wenn man es so liest: Warum hat man so eine große Angst davor, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen? Warum ist es so schwierig, es Kindern zu erklären? Eine Ahnung davon jedenfalls vermittelt Stephen King durchaus, und Ellie, die Tochter, spielt dabei eine große Rolle. Letztendlich vermittelt dieser Roman (den ich bestimmt nicht zu den besten von Stephen King zähle, die ich kenne) eine Idee. Eine Idee davon, was passieren kann, wenn man den "natürlichen" Vorgang des Todes nicht akzeptieren mag ... aber eben auf "Horror-Art", wenn auch durchaus nicht der schlimmsten Lesart.

Insgesamt heute vielleicht - auch was das Flair betrifft - nicht mehr ganz zeitgemäß, aber dennoch ...

Mein - ganz persönliches - Fazit: Ich bin doch froh, dass ich es jetzt "geschafft" habe, diesen Roman zu lesen, und so "schlimm" war es auch gar nicht. Nur - wie so oft - passt die deutsche Übersetzung des Original-Titels mal wieder nicht: Kuscheltiere werden auf dem Friedhof ganz gewiss nicht beerdigt.
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