Kundenrezension

22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Achtes Weltwunder in der beschnittenen Fassung, 4. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Cinema Paradiso (DVD)
Ich habe das achte Weltwunder (den Film "Cinema Paradiso") erstmals im Alter von 16 Jahren betrachtet. Seit ich es kenne, habe ich nichts Besseres mehr auf einem Fernsehbildschirm gesehen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass es nichts Besseres gibt.
Den Film aller Filme, den ich plane, auch am letzten Tag meines Lebens wieder zu sehen, sollte sich jeder Kinoliebhaber kaufen.

Jetzt kommt die Einschränkung und der Grund, warum dies trotz aller Bewunderung für den Film nur eine 3-Sterne-Rezension ist:
Die ungeschnittene italienische Fassung (der unsynchronisierte Director's Cut) hat mich dazu gebracht, die "vergewaltigte" Kurzfassung (die hier zu besprechen ist) nicht mehr sehen zu wollen, da in ihr so viel Entscheidendes weggeschnitten wurde, auf das ich nicht mehr verzichten mag. Erst in knapp 3 Stunden Laufzeit entfaltet der schönste Film aller Zeiten seine gesamte Kraft, und wenn man weiß, was alles fehlt, ist die Kurzfassung nur noch ein Ärgernis.
Wer wissen will, was in der zweistündigen Version alles fehlt, dem möchte ich es gerne sagen:

- Mit einer Prostituierten erlebt Salvatore di Vita (genannt Toto) als Jugendlicher sein erstes Mal im Kinosaal. Okay, das darf man rausschneiden. Aber den Rest nicht!

- Es wird, nachdem Toto von seinem Jahr Militärdienst zurückkehrt, noch einmal Bezug genommen auf die Geschichte mit dem Soldaten und der Prinzessin, die Alfredo ihm erzählt hatte. Alfredo sagte, wenn du dahinter kommst, warum der Soldat nach 99 Nächten Warten unterm Fenster kurz vor dem Ziel aufgegeben hat und seines Weges ging, dann solle Toto es sagen. Toto weiß es nun: "Noch eine Nacht und die Prinzessin wäre sein gewesen. Aber sie hätte wohl ihr Versprechen nicht gehalten. Das hätte den Soldaten innerlich zerstört. Auf diese Weise hat er wenigstens 99 Nächte in Hoffnung gelebt."

- Toto begegnet Elenas Tochter, als er 30 Jahre später nach Giancaldo zurückkehrt. Aus ihm ist ein erfolgreicher Regisseur geworden, der niemals geheiratet hat. Was Toto beruflich macht, geht aus der gekürzten Fassung überhaupt nicht richtig hervor.
Toto spricht die junge Frau an, die seiner geliebten Elena von damals wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Er folgt ihr nach Hause. Über sie findet er heraus, wo Elena jetzt wohnt, und dass sie seinen damaligen Zelluloid-Filmrollen-Transporteur Boccia geheiratet hat, welcher Politiker geworden ist. Toto ruft Elena von einer Telefonzelle aus an und bittet um ein Treffen. Elena lehnt ab, überlegt es sich aber anders und findet ihren Salvatore di Vita. "Es gibt nicht viele Stellen, an die du gehen würdest. Ich hab sie alle abgesucht."
Beim Gespräch in Elenas Wagen über alte Zeiten kommt etwas Ungeheuerliches ans Tageslicht. Elena war kurz vor ihrem Umzug in die Toskana ein letztes Mal mit Toto im Cinema Paradiso verabredet gewesen. Sie hatte sich wegen eines Streits mit den Eltern etwas verspätet, so dass sie nur Alfredo dort antraf, der zu ihr sprach: "Verzichte auf Toto. Aus dem Feuer der Liebe entspringt Asche. Selbst die größte Flamme erlischt irgendwann. Für Toto gibt es nur eine Zukunft, die er selber noch nicht kennt. Wenn ich es ihm sagen würde, würde er mir nicht glauben. Aber du, Elena, du musst es verstehen."
Elena hatte so getan, als hörte sie auf Alfredos Rat. Sie verließ ohne auf Toto zu warten das Kino, aber sie hatte einen Zettel hinterlassen, den sie an einen Nagel in der Wand gesteckt hatte, über einer Reihe von Merkzetteln. Toto hatte den Zettel ungesehen mit einem neuen Merkzettel überdeckt.
Salvatore: "Dieser Alfredo! Ich hatte viel Glück in meiner Karriere, aber etwas hat mir immer gefehlt. Und das hat ausgerechnet der Mann verschuldet, der für mich wie ein Vater gewesen ist."
Elena:"Wenn du dich entschieden hättest, bei mir zu bleiben, hättest du nie angefangen, diese wunderschönen Filme zu drehen, und das wäre schade gewesen. Ich hab sie alle gesehen. Aber du hättest deinen Namen nicht ändern sollen. Was stimmt nicht mit deinem Namen ? Salvatore di Vita!"

- Salvatore sucht vor dem Abriss des Cinema Paradiso im alten Vorführraum nach Elenas letzter Nachricht. Unter all den brüchigen Zetteln an der Wand findet er sie tatsächlich. Es steht darauf:
"Eines Tages erzähle ich dir, was passiert ist. Leider ziehen wir heute um, aber hier hast du die Adresse eines Freundes, an den du schreiben kannst. Ich schwöre, nie einen anderen zu lieben. Verlass mich niemals."

- Bei einem letzten Telefonat mit Elena sagt diese: "Dass wir uns gestern im Wagen geliebt haben, erscheint mir heute wie ein großartiger Traum. Ich hätte mir kein besseres Ende erhoffen können. Aber es gibt keine Zukunft. Es bleibt für uns bloß die Vergangenheit."
Salvatores abschließende Worte: "Ich werde dir niemals zustimmen."

Danach wird das Kino gesprengt, und mit ihm zerfallen alle Erinnerungen an die Zeit, als eine Filmvorführung noch ein Ereignis war, zu Staub. Und der Zuschauer sieht vor lauter Tränen die letzten Filmminuten völlig verschwommen...
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.06.2011 19:03:33 GMT+02:00
N.N. meint:
Herzlichen Dank, als ich den Film gesehen hab, hatte ich das Gefühl es ist unvollständig und deine Rezension hat mir geholfen, den Film vollständig zu verstehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.06.2011 08:42:26 GMT+02:00
Bitte, gerne. Als mir im Nachspann, in dem Momentaufnahmen aus dem Film hintereinander geschnitten wurden, einige Bilder unbekannt vorkamen (z.B. der Blick des erwachsenen Salvatore, als er Elenas Tochter begegnet), war mir damals auch klar: Da fehlt doch was!

Veröffentlicht am 27.10.2011 21:29:07 GMT+02:00
Uwe Brauner meint:
Es gibt noch einen Film, der von ähnlicher Erzählmagie ist, nämlich Grüne Tomaten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 22:11:39 GMT+02:00
Den habe ich auch mal gesehen, aber das ist ein "Frauenfilm". Nicht nötig für meine Sammlung. Die beste Szene darin ist für mich die, in der ein Bein beerdigt wird (anstatt ein ganzer Leichnam).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.11.2011 02:04:03 GMT+01:00
kogenta meint:
Fairerweise sollte man erwähnen, daß CINEMA PARADISO damals (1989) nur in Italien in der langen Fassung zu sehen war. Auf der ganzen übrigen Welt lief die von Regisseur Tornatore selbst gekürzte 'Internationale Fassung', die auch den Oscar gewonnen hat. Also keine eigenmächtige Verstümmelung der Deutschen! - Bei Tornatores späterem Film MALENA ist es ebenso: Nur die Italiener bekamen im Kino die längere Fassung zu sehen, überall sonst lief der Film von Tornatore selbst gekürzt.
Gruß, kogenta

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.11.2011 06:22:42 GMT+01:00
Da haben Sie wohl Recht. Es ist die ganze Welt außerhalb Italiens betrogen worden. Das Wort "deutsche" habe ich jetzt fairerweise aus dem Einleitungsteil gestrichen. Danke für den Hinweis.
Bei "Malèna" sind die Kürzungen nicht ganz so tragisch, weil sie die Aussage des Films noch ein bisschen verschönern. Dass der heranreifende Renato in erster Linie ein anrührendes emotionales und nicht nur ein begieriges körperliches Interesse an Malèna hat, wie die verschärfte ungeschnittene Fassung uns fast glauben lässt, das kommt in der Kürzung besser heraus.
Gruß, Hugo Humpelbein
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