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Wer zieht an den Fäden?, 4. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Marionetten (Gebundene Ausgabe)
Wer zieht an den Fäden? ist der nicht nur sprichwortliche rote Faden, der sich durch das ganze Buch von John LeCarré hindurchzieht. Ob das Buch nun historisch, realistisch und möglichst wirklichkeitsnah ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich habe mich fantastisch unterhalten gefühlt und eine Geschichte gelesen, die spannend war, die unterhaltsam war, und die zusätzlich auch noch (sofern es sich da um realitätsnahe Beschreibungen gehandelt hat) einen Einblick in eine Welt gibt, die mir sonst eher verschlossen war, in die der Geheimdienste. Zu keiner Zeit fand ich das Buch langweilig, es sind zwar manchmal ein paar Stellen, die sich etwas ziehen, oder deren Zusammenhang nun nicht ganz klar wird - wenn zum Beispiel seitenlang über die Verhöre der Anwältin Annabel durch Bachmann und Erna Frey vom Geheimdienst schwadroniert wird... Aber die Irrungen und Wirrungen, die das Buch nimmt, lassen einen immer gespannter werden auf das Finale und die Antwort auf ein paar Fragen: Wer oder was ist Issa, der muslimische Tschetschene wirklich? Welche Konstrukte stecken hinter Dr. Abdullahs Machenschaften? Wer hat wirklich das Sagen über die geheimnisvollen Projekte, Operationen und Geheimdienstmissionen? Das Ende fand ich - auch genau aus dem Grund, weil ich doch so gern die Fragen ausführlich beantwortet haben hätte - eher knapp und nicht mehr so erläuternd, wie viele Teile des Buches vorher waren. Man muss zudem auch höllisch aufpassen, wer denn nun genau wer ist, Ian, Newton, Martha.... wer gehört zu wem, wer verfolgt welche Interessen, wer hat nochmal welchen Befehl gegeben? Aber genau das fand ich interessant, spannend und hat wirklich wie die Faust aufs Auge zum Titel gepasst: Schlussendlich zieht eben einer an den Strippen, die anderen sind - auch wenn sie das vielleicht wirklich erst im buchstäblich letzten Moment merken - die Marionetten im Spiel der Strippenzieher und werden für deren Zielerreichung manipuliert. Ein unterhaltsamer Krimi/Thriller, ohne viel tatsächlich beschriebene Gewalt, aber mit viel subtilem "Was wäre wenn" und für mich realistisch klingenden Berichten aus der "Parallelwelt" der Geheimdienste.
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Marionetten 355008756X
John le Carré
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Wer zieht an den Fäden?
Wer zieht an den Fäden? ist der nicht nur sprichwortliche rote Faden, der sich durch das ganze Buch von John LeCarré hindurchzieht. Ob das Buch nun historisch, realistisch und möglichst wirklichkeitsnah ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich habe mich fantastisch unterhalten gefühlt und eine Geschichte gelesen, die spannend war, die unterhaltsam war, und die zusätzlich auch noch (sofern es sich da um realitätsnahe Beschreibungen gehandelt hat) einen Einblick in eine Welt gibt, die mir sonst eher verschlossen war, in die der Geheimdienste.
Zu keiner Zeit fand ich das Buch langweilig, es sind zwar manchmal ein paar Stellen, die sich etwas ziehen, oder deren Zusammenhang nun nicht ganz klar wird - wenn zum Beispiel seitenlang über die Verhöre der Anwältin Annabel durch Bachmann und Erna Frey vom Geheimdienst schwadroniert wird... Aber die Irrungen und Wirrungen, die das Buch nimmt, lassen einen immer gespannter werden auf das Finale und die Antwort auf ein paar Fragen: Wer oder was ist Issa, der muslimische Tschetschene wirklich? Welche Konstrukte stecken hinter Dr. Abdullahs Machenschaften? Wer hat wirklich das Sagen über die geheimnisvollen Projekte, Operationen und Geheimdienstmissionen?
Das Ende fand ich - auch genau aus dem Grund, weil ich doch so gern die Fragen ausführlich beantwortet haben hätte - eher knapp und nicht mehr so erläuternd, wie viele Teile des Buches vorher waren. Man muss zudem auch höllisch aufpassen, wer denn nun genau wer ist, Ian, Newton, Martha.... wer gehört zu wem, wer verfolgt welche Interessen, wer hat nochmal welchen Befehl gegeben? Aber genau das fand ich interessant, spannend und hat wirklich wie die Faust aufs Auge zum Titel gepasst: Schlussendlich zieht eben einer an den Strippen, die anderen sind - auch wenn sie das vielleicht wirklich erst im buchstäblich letzten Moment merken - die Marionetten im Spiel der Strippenzieher und werden für deren Zielerreichung manipuliert.
Ein unterhaltsamer Krimi/Thriller, ohne viel tatsächlich beschriebene Gewalt, aber mit viel subtilem "Was wäre wenn" und für mich realistisch klingenden Berichten aus der "Parallelwelt" der Geheimdienste.
Dschaenna
4. September 2011
- Insgesamt:
5

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