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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alt, neu, derb, 22. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Columbo - Die komplette neunte Staffel [5 DVDs] (DVD)
Hallo,

für mich ist die 9. Staffel - zu welcher die Filme nun "historisch" wirklich gehören hat für mich keine besondere Bedeutung - eine komplett neue Reihe. Davon kannte ich - ebenso wie bei der achten - vorher keinen der Filme.

So bin ich ganz unbedarft an die Folgen herangegangen - in Erwartung alles Möglichen: da ich bei der 8. Staffel zwar einige gute, aber keinen wirklich sehr guten Film gesehen hatte.
So war ich sogar eher skeptisch, was denn kommen würde......

.....und wurde positiv überrascht: die 9. Staffel ist besser als die 8.. - Die Serie hat sich nochmal "aufgerappelt", nicht unbedingt, um mit den Filmen aus "der alten Zeit" zu konkurrieren, sondern um weiter einen "moderneren" Columbo zu präsentieren, der - trotz gestiegenen Alters - immer noch in der Lage ist, den Kapitalverbrechern der "gehobenen Gesellschaft" beizukommen.
- Frischere Filmmusiken, mehr "moderne Technik", zwischendurch auch mal eine eher aus Actionfilmen bekannte Szene, und darüber hinaus Experimente "wider die Columbo-Tradition" machen die Serie anders, entfremden aber auch etwas vom "altbekannten" Inspektor (bis Staffel 7).

Nun zu den einzelnen Filmen:

für mich ist es schwer, die Columbo-Serien direkt zu klassifiziern, und zu sagen: die eine ist besser als die andere. Es sind eben immer mehrere Filme vorhanden, die es - in Summe - hier in einer Rezension zu bewerten gilt. - Und wenn es nicht eindeutig nur Folgen einer Beschaffenheit (z.B. gut oder schlecht) sind, so steht man in dem Dilemma, dass es eben immer Folgen unterschiedlicher Qualität gibt. - Trotzdem kann man ganz "technisch" schlicht eine Summe aus den unterschiedlichen Wertungen ziehen, was ich hier tue.

Diese Staffel bietet zehn Columbo-Krimis unterschiedlicher Qualität. - Darum hier nun folgend eine Qualifizierung der einzelnen Filme (nach Inhalten):

ausgezeichnet:
Tödlicher Jackpot: Freddy Brower scheint vom Glück gefunden: er gewinnt in der Lotterie 30 Millionen Dollar. - Um seiner Noch-Frau - die Scheidung läuft - nicht die Hälfte davon abgeben zu müssen, frägt er seinen "Lieblings-Onkel" Leon um Rat. - Dieser hat DIE Idee: er wird für Freddy einspringen, und ihm hinterher den Geldregen zukommen lassen. - Leider entwickelt Leon, der gerade selbst Pleite ist, nun jedoch "besondere Pläne" für seinen "Lieblings-Neffen"....
Bewertung: dieser Film ist erschütternd, da er komisch (beinahe lustig) beginnt, und dann in große Derbheit umschlägt - der bösartige Mißbrauch eines Vertrauensverhältnisses....
Die Überführung des Täters ist treffsicher, aber nicht neu, kennen wir sie doch schon aus der Folge "Mord in Pastell" der 1. Staffel.
Die Folge wirkt phasenweise düster - ein wenig wie ein Gruselfilm. - Eine besondere (liebenswerte) Rolle spielt hier ein Schimpanse.

Diesem Columbo erteilte ich das Prädikat "erbärmlich niederträchtig".

sehr gut:
Tödliche Liebe: Staranwalt Hugh Creighton entledigt sich seiner untreuen Freundin, und schiebt die Schuld daran ihrem Liebhaber zu.... - Allerdings hat er dabei nicht auf die "kleinen Einzelheiten"geachtet, die Inspektor Columbo umso mehr interessieren.
Bewertung: der Krimi macht einen guten Eindruck, ist spannend, bietet eine originelle Lösung, die jedoch kein absoluter Überflieger ist. - Trotzdem ein sehr sehenswerter Streifen.

Ein Spatz in der Hand: Harold McCain hat zwei Probleme: (immer) Spielschulden, und einen reichen Onkel, der ihm seine Außenstände nicht bezahlen will. So entwickelt er einen Plan: der Onkel muß mal kurz per "Unfall" sterben. - Leider hat der Onkel dann aber einen "anderen Unfall", und der ihm von Harold zugedachte trifft einen anderen.... - Schließlich hat dann aber auch Harold seinen eigenen "Unfall"....
Bewertung: die Geschichte ist einigermaßen verwickelt, denn zunächst jagt der Inspektor den falschen "Richtigen". - Als dieser dann ausfällt, muß der Inspektor umdenken.
Ein schöner Film, der uns eine erstklassige Explosion erleben läßt (nicht nur ein "Explosiönchen").

Luzifers Schüler: Zwei Studenten stehlen die Lösungen für eine Prüfung, aber ihr Prof. erwischt sie. - Da dieser nicht (unbedingt) "mit sich reden lassen will", und die Jungs um ihre Karriere fürchten, lebt der Lehrer mal schnell ab. - Inspektor Columbo hat Mühe mit dem Fall, da ihm "höhere Kräfte" dazwischenzufunken versuchen.
Bewertung: auch dieser Film ist einer "der neuen Art": ein reichlich brutaler Mord, perfide Mörder,
und der Inspektor wirkt ein wenig anachronistisch. - Ein guter Film mit bösen Mördern.

Schleichendes Gift: Dr. Wesley Corman hat Geldsorgen, einen - wohlhabenden - Schwiergervater, der ihn loshaben und eine Frau, die sich von ihm Scheiden lassen will. - Wie den Problemkomplex also lösen? - Ganz einfach: der Ehefrau einen Mord unterschieben, sie vor Bestrafung schützen, und somit die Ängste der Frau und des Schwiegervaters gekonnt nutzen: der ungeliebte Schwiegersohn wird zum "Retter", dem man zu "ewigem Dank" verpflichtet ist: kein Gedanke mehr an Trennung.
Bewertung: ein ausgezeichneter Streifen, dessen Lösung allerdings einen leicht faden Beigeschmack hinterläßt (da der Mörder - wieder einmal - zu schnell aufgibt).

Niemand stirbt zweimal: Wayne Jennings Geliebte Nr. 1 ist die sehr erfolgreiche Schriftstellerin Theresa Goren: er will sie heiraten, sie zögert aber seit langem. - Nachdem sie schließlich in einem Fernsehinterview angibt, ihn heiraten zu wollen, ihm danach nachts per Telefon aber mitteilt, sie würde ihn hassen, und niemals heiraten, ist es mit seiner Geduld aus: er fährt von Geliebter Nr. 2 zu ihr und bringt sie um - oder doch nicht? - Inspektor Columbo auf jeden Fall packt den "Gauner", muß ihn aber gleich wieder loslassen, denn die Beweise stehen für und nicht gegen ihn.
Bewertung: eine neue Mordvariante: die Frau wird zweimal "erschossen", wobei das "Erschießen" einer Toten nicht verboten ist, und der "Wunschtäter" gar nicht der Richtige zu sein scheint. - Der Film ist gut, und durch die eigenartige Wendung des Filmes tappt man als Zuschauer dann zunächst einmal im Dunkeln: denn wir haben den Täter ja schießen sehen (wie in anderen Filmen auch), aber eben nur auf eine am Boden liegende Frau - nicht (unbeding) auf eine lebendige.
Also wieder eine Abweichung vom Original-Columbo.

gut:
Der erste und der letzte Mord: Wade Anders moderiert erfolgreich eine Kriminal-Fernsehshow. - Ein Kollege wollte und will jedoch seinen Job, wozu er Wade Anders erpresst. - Der Kollege lebt ab, und..... Inspektor Columbo kommt.
Bewertung: ein netter Film, nicht besonders aufregend, aber auch nicht schlecht. - Überraschend ist die Auflösung: sie ist originell, aber ob das gerichtsverwertbar ist? - Der Film könnte auch heißen: "Columbo und sein vierbeiniger Helfer".

Mord nach Termin: der vielbeschäftigte Anwalt Oscar Finch ist auf dem Weg "ganz nach oben" - im aktuellen US-Wahlkampf könnte er bald Bundesstaatsanwalt sein. - Leider hat er in der Vergangenheit einmal zwei Fehler gemacht: er hat einen Beweis verschwinden lassen, und der damalige Begünstigte braucht nun unbedingt wieder mal "schnelle Hilfe" (und hat ihn mit der "Sache von damals" in der Hand). - Oscar Finch will aber nicht "helfen", auch nicht schnell, entledigt sich dafür aber schnell des "Schützlings".
Bewertung: eigentlich ist der Film gut bis sehr gut, aber die Auflösung "Zahnabdruck auf Käse" ist dann doch reichlich schwach.

Bluthochzeit: kaum hat Columbos Neffe - auch ein Polizist - geheiratet, und die Hochzeitsnacht soll beginnen, da fehlt plötzlich die Braut. - Entführt. - Abwechselnd erleben wir nun "live" den Entführer, der sein Opfer mißhandelt und die Verfolger, die ihm nach und nach auf die Spur kommen.
Bewertung: das ist ein Psychothriller, den ich nicht allzu häufig sehen muß. - Brutal, derb, scheußlich: es gibt zwar zur Abwechslung mal keinen Mord, dafür aber reichlich "Nervenkitzel" um einen Psychopathen, der sein Opfer "zeremoniell" ermorden will.
- Auch ist Columbo nicht der Soloermittler wie sonst, sondern er ist der Leiter des Fahndungsteams.
Der Film an sich ist sehr gut, "tanzt" aber völlig aus der Reihe - Columbo kommt keineswegs so zur Geltung wie in den anderen Filmen (darum Abwertung um eine Stufe).

mittel:
Ruhe sanft, Mrs Columbo: Vivian Dimitris geliebter Mann ist von Columbo vor 10 Jahren ins Gefängnis gebracht worden, und dort gestorben. - Sie hat diesen Schmerz nicht verwunden, und möchte es Columbo nun heimzahlen: also ermordet sie ihren derzeitigen Chef, weil er damals ihren Mann verraten hat / haben soll und sie weiß, Columbo wird kommen.... - Ihr zweiter Schritt: Mrs. Columbo ermorden, um Columbo leiden zu sehen.... Dritter Schritt: Columbo ist der nächste auf der Liste.
Bewertung: der Film ist einigermaßen psychologisch, oder eher pathologisch, mit sadistischen Zügen; gedreht in Rückblenden. - Aber die "Mordmethode" an Mrs Columbo ist doch lächerlich, und überaus durchschaubar. - Auch die Farce zum Schluß: diese Mörderin ist einfach naiv, sie hätte sich mehr mit ihren Opfern - den Columbos - auseinandersetzen sollen, bevor sie loszog. - Sie hielt den Inspektor scheinbar für blöd. - Aber vielleicht war das auch wieder pathologisch.

schlecht:
keiner

Fazit:
Wow, der "neue Columbo" hat seit der 8. Staffel deutlich zugelegt. - Er ist anders, derber, psychologischer, bösartiger (die Filme, nicht der Inspektor). - Wieder wurden neue Stilmittel eingebracht (wie auch in der 8. Staffel), mehr Flexibilität, es wird nicht mehr durchgängig am "alten Modus" festgehalten. - Das ist einerseits schön, zeitgemäßer, andererseits aber eben eine Abweichung von der "Tradtion". - Es ist tatsächlich ein "neuer Columbo", auf jeden Fall sind die Filme "neu". - Was mir nicht so gefällt - ich habe es oben schon einmal angerissen -: Columbo ist nun doch schon betagt, und wirkt ein wenig anachronistisch, etwas fehlplaziert - noch ein paar Jahre mehr, und er paßt überhaupt nicht mehr in "die neue Zeit". - Der Inspektor wird mehr und mehr zum "Senior", der - noch - geachtet und akzeptiert ist..... - Wenn er aber nicht aufpaßt und sich mit Würde zurücknimmt, wird er irgendwann unsanft abgesetzt werden.

Schön ist weiterhin, daß immer wieder altbekannte Schauspieler auftauchen - z.B. George Hamilton in Staffel 8 - in "Der erste und der letzte Mord", wie schon in Staffel 4 - in "Der Schlaf der nie endet". So scheint zudem Columbos Vorgesetzter in Staffel 8 - in "Tödliche Liebe" der gleiche Schauspieler zu sein, wie "Inspektor Duffy" aus Staffel 3 - in "Meine Tote - Deine Tote". - Auch manche Synchronstimme von Nebendarstellern kommt mir bekannt vor.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.02.2012 14:32:43 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.10.2012 01:12:02 GMT+02:00
Stefan S. meint:
Sehr gute und ausführliche Rezension, die davon zeugt, dass man es mit einem Kenner zu tun hat. Ich habe die 9. und 10. Staffel schon als Import genossen und kann auch insofern zustimmen, dass die neuen Folgen wirklich besser sind als die 8. Staffel. Zwar kommen auch diese nie an die ganz alten Episoden aus den 70ern heran, aber damit war sowieso nicht (mehr) zu rechnen. Und trotzdem bieten die neuen Fälle immer noch erstklassige Ferneh- und Krimiunterhaltung mit dem allseits beliebten, aber mittlerweile verstorbenen, großartigen Peter Falk.
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