Kundenrezension

4.0 von 5 Sternen Das kommt mir spanisch vor..., 7. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der einzige Ausweg: Ein Barcelona-Krimi (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Zugegeben, ganz "umgehauen" hat mich dieser Krimi nicht. Aber immerhin für zwei Tage ziemlich gut unterhalten! Es ist solide Krimi-Kost, die allerdings am Ende viele Fragen offen lässt. So etwas muss man schon mögen!

Ich halte nichts davon, Inhaltsangaben wiederzukäuen. Das kann jeder leicht nachlesen. Ohnehin hat das ja mit der Qualität eines Buches wenig zu tun. Ich möchte lieber beschreiben, was für mich das Besondere an diesem Buch war.

Hector Salgado, ein Argentinier in Spanien. Auch deswegen hatte ich mich für das Buch interessiert, weil hier ja verschiedene Kulturen aufeinanderprallen. Nicht alles, was Spanisch spricht, ist auch gleich! Tja, Hector ist ruppig, trinkfest, raucht viel, und neigt zu Aggressionen. Auch Hector leidet unter dem spurlosen Verschwinden seiner Frau - eine (bewusste?) Parallele zu den Büchern um Roy Grace von Peter James...? Hector hat allerdings einen anderen Charakter. Er benimmt sich manchmal ein wenig wie der berühmte Elefant im Porzellanladen, und neigt zu Zynismus - wenn er etwa sagt, dass Argentinier Erfahrung haben mit dem spurlosen Verschwinden von Leuten... ein bitterböser Satz! Insgesamt war mir Hector jedoch sympathisch.

Das Buch war insgesamt schon gut aufgebaut. Immer wieder wird klar, dass es in der Vergangenheit zu einem ungeheuren Vorfall gekommen sein muss - als nämlich 8 Mitarbeiter der Firma "Alemany Kosmetik" an einem Motivations-Wochenende teilgenommen haben. Alle diese damaligen Teilnehmer bekommen eigene Kapitel mit eigenen Sichtweisen. Das hat das Buch belebt und aufgelockert. Sehr gut!

Es ging also gar nicht so sehr um Hector im Vordergrund. Denn ein weiterer Kunstgriff des Autors lenkt den Leser von Hector ab: in einem zweiten Handlungsstrang ermittelt die hochschwangere Leire Castro heimlich weiter, was das Verschwinden von Salgados Frau angeht. Sie ist dabei pfiffig und hartnäckig. Mir hat sehr gefallen, dass man hier als Leser letztlich seine eigenen Schlüsse ziehen muss... die allerdings in eine bestimmte Richtung deuten.

Der Tonfall des Buches war auch ziemlich eigen. Die Schreibweise hat mich an gewisse "hard-boiled" Krimis der amerikanischen Tradition erinnert. Immer wieder fallen Ausdrücke wie "am Arsch sein" oder "dafür muss man Eier haben"... Auch die Offenheit des Buches gegenüber Abweichungen vom sexuellen Mainstream war erstaunlich. Es gibt hier eine offen geführte Homo-Ehe, ebenso wie eine S/M- Beziehung.

Was mir weniger gefallen hat, war die Tatsache, dass doch weniger Barcelona-Flair aufkam, als ich dachte. Manchmal joggt Hector am Strand, oder er bewegt sich zwischen diversen U-Bahn-Stationen oder Straßennamen. Aber an und für sich hätte dieser Krimi in jeder anderen Stadt spielen können. Ein wenig schade! Allerdings gibt es diverse Anspielungen auf aktuelle Probleme in Spanien: wie z.B. die zahlreichen Latinos, oder die nordafrikanischen Einwanderer. Sowie die Beziehung Spanier / Katalanen.

Ich vermute, dass es sich bei Hector Salgado um eine Figur handelt, die man über längere Zeit begleiten müsste, um sie richtig ins Herz zu schließen. Es gibt bereits einen ersten Band, den ich zu 90 % geneigt bin, zu lesen. Als Fazit zum "Einzigen Ausweg" sage ich: wer Krimis mit einer etwas härteren Gangart mag, die routiniert geschrieben sind - der bediene sich bitte!
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T. Jannusch "rumble-bee"
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