Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Halb Mensch, halb Predator, 12. Juli 2008
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Far Cry Instincts (Videospiel)
Um ein überragendes Spiel handelt es sich zweifellos bei 'Far Cry Instincts' für die Microsoft X-Box. Ich könnte in ellenlange Jubelarien ausbrechen, versuche aber möglichst emotionslos zu bleiben und nüchtern zu schildern, was denn nun bei diesem X-Box-Titel aus dem Jahr 2005 so unglaublich gut gelungen ist. Verzeiht mir daher, dass ich nicht über jedes Detail in epischer Breite berichten möchte, da es mir lediglich darum geht, die markantesten Dinge kurz anzureißen, um denjenigen, die das Game noch nicht kennen, eventuell noch schmackhaft machen zu können. Die PC-Umsetzung war zwar das große Vorbild, doch oh Wunder: Entwickler Team Ubisoft hat es doch tatsächlich geschafft, ein völlig von der PC-Vorlage losgelöstes Abenteuer auf die Beine zu stellen, welches im Übrigen dem Egoshooter-Genre zuzuordnen ist und eine Altersfreigabe erst ab 18 Jahren erhielt. Letzteres beruht auf der Tatsache, dass doch unverhältnismäßig viel Blut fließt, um ehrlich zu sein. Die Story, Art der Einsätze sowie Spielabschnitte sind exklusiv für diese X-Box 360 Version, das ist äußerst bemerkenswert und kann nicht deutlich genug hervorgehoben werden. Das vorhandene Spielprinzip bleibt natürlich gleich und selbstverständlich finden wir uns auch bei dieser X-Box-Fassung auf einer Tropeninsel wieder, in welchem bösartigen Menschen und Kreaturen zur Strecke gebracht werden müssen. Berg und Tal, dichte Wälder bzw. Dschungelgebiet, Sümpfe, Bergminen und Außenanlagen von Villen in eigentlich idyllischer Umgebung sorgen sowohl für strategische und optische Abwechslung. Zur grandiosen Grafik aber nachher mehr. Abwechslungsreichtum und gewährte spielerische Freiheiten machen zudem Lust auf mehr. Auf viel mehr sogar.

Protagonist Jack Carver ist ein Solo-Kämpfer wie er im Buche steht. Ganz allein gegen eine Vielzahl an menschlichem und tierischem Gesocks, unsere Begleiterin ist spurlos verschwunden, heißt es von Beginn an die Zähne zusammen zu beißen und vom Start weg einen erbitterten Überlebenskampf zu bestreiten. Lediglich auf Messer und Pistole können wir zunächst zurückgreifen, was sich im Erfolgsfall im weiteren Verlauf natürlich ändern wird. Unterschätzt werden kann hier jedenfalls niemand, denn selbst einzelne Wachposten stellen anfangs sehr ernstzunehmende Hürden dar. Beim leisesten Geräusch (womöglich bereits beim Wechseln des Magazins bzw. Nachladen!), welches uns verrät, wird sofort Alarm geschlagen, in dieser Hinsicht sind die Feinde mächtig auf Zack. Fast schon zum Glück muss man sagen, dass die Intelligenz ansonsten nicht sonderlich hoch ist, so dass wir zwar nicht als Derwisch durch den Dschungel pflügen dürfen, bei einer vorsichtigeren Vorgehensweise aber dann doch relativ schnell die ersten zarten Erfolgserlebnisse verbuchen dürfen. Der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt moderat, jedoch werden Einsteiger sehr viel Probleme haben, schätze ich, Vollblut-Profis sich später aber möglicherweise etwas unterfordert fühlen. Für mich war es aber völlig okay, wenn Ihr mich fragt. Aber um ehrlich zu sein wird allein angesichts der famosen Präsentation auch der Hardcore-Profi keinesfalls die Nase rümpfen.

Jedenfalls äugen wir regelmäßig vorsichtig durchs Fernglas, wollen wir nicht als ständiges Kanonenfutter durch die Landschaft eiern, sofern wir mit bloßem Auge nichts erkennen können aber trotzdem ein mulmiges Gefühl haben. Felsvorsprünge, Bäume und Büsche nutzen wir als Deckung, um uns dort für kurze Zeit niederzulassen, knien nieder und visieren die Feinde an, lassen feindliche Patrouillen an uns vorbeiziehen oder blicken aufs Radargerät, um sämtliche Gegner in der näheren Umgebung zu lokalisieren. Sind die Punkte grün, ist alles in bester Ordnung, hingegen bei gelb und erst recht rot wir den Alarm ausgelöst haben und blitzschnell die richtige Entscheidung treffen müssen. Besonders in den weiten Landschaften unter weitem Himmel dominieren taktische Überlegungen, die in Innenbereichen der Gebäudekomplexe oder auch in den Bergstollen der umliegenden Minen hingegen kaum zur Geltung kommen. Fallenstellen oder Stealthattacken sind dann nicht mehr gefragt, sondern vielmehr rigoroses Bedienen von Maschinenpistole, Shotgun oder Raketenwerfer. In den engen Räumen fliegen uns die Projektile nur so um die Ohren, zumal wir nicht selten mit drei, vier oder fünf Feinden gleichzeitig zu tun haben. Manchmal hilft nur noch die schnelle Flucht, ein Lüftungsschacht oder Fenster auf der Toilette ist da unter anderem die letzte Rettung.

Das Inventar unserer Wummen ist zwar nicht klein, beachtet werden muss aber, dass aus jeder Kategorie (klein, mittel, schwer) jeweils nur ein Vertreter ausgewählt werden kann. Dies ist meiner bescheidenen Ansicht nach auch wesentlich realistischer als bei vielen anderen Genre-Vertretern, macht es im vorliegenden Fall unserem Helden aber nicht gerade leichter. Für zusätzliche ' und nicht zuletzt willkommene ' Abwechslung sorgen feindliche Flakgeschütze, deren Stellung wir nur allzu gerne erobern und für unsere Zwecke umfunktionieren, versteht sich. Kurze ' oder auch längere ' Abstecher mit dem Jeep oder auf einem Motorboot inklusive ratterndem Maschinengewehr an Bord peppen den Spielverlauf auf. Flüchten tun wir unter anderem ' die feindliche Übermacht ist ab und an einfach zu groß, besonders dann wenn gegnerische Kampfhubschrauber uns ins Visier genommen haben ' elegant per Jet-Ski, Quad oder Schlauchboot, denn ansonsten wären wir definitiv verloren. Erfreulich ist, dass das Handling trotz der Vielzahl an unterschiedlichen Vorrichtungen und fahrbaren Untersätzen erstaunlich einfach gehalten ist: von einer unangenehm überfrachteten Tastenbelegung kann wahrlich nicht gesprochen werden. Nachteilig wirkt sich allerdings aus, dass die Steuerung der Fahrzeuge nicht immer das Gelbe vom Ei ist, um ehrlich zu sein, sie keineswegs mit der Handhabung unseres Helden zu Fuß mithalten kann.

Wir machen zudem die unliebsame Bekanntschaft mit den Geschöpfen des wahrhaft durchgeknallten Oberfieslings Dr.Krieger, mit dessen Resultaten seiner fehlgeschlagenen Genexperimente in Form von Echsen und ähnlichen mutierten Wesen wir uns nämlich auch noch auseinandersetzen müssen. Des Weiteren muss unbedingt erwähnt werden, dass wir auch 'nicht ganz ohne' sind, soll heißen dass auch wir durch einen kurzen 'Aufenthalt' im Genlabor den ein oder anderen 'Schaden' erlitten haben oder besser gesagt, seltsame Fähigkeiten immer mehr ans Tageslicht kommen, die uns grundsätzlich Angst machen könnten, sich dann aber in der Folgezeit aber als sehr hilfreich erweisen: zunächst freuen wir uns darüber, dass sich unsere Lebensenergieleiste tatsächlich nach einigen Sekunden wieder vollständig erholt, sofern wir nicht weitere Treffer einstecken müssen, versteht sich. Heftige Wunden verkümmern somit zu kleinen Kratzern und lassen uns nach einer kurzen Erholungsphase wieder fit durch die Landschaft streunen. Das allein ist sehr wichtig und verhindert viele potentielle Frustmomente, die ansonsten sicherlich aufgetreten wären. Verharrt bei Verletzungen, falls irgendwie möglich, regelmäßig in Eurer Position bzw. in sicherer Deckung und verschnauft. Die Lebensenergie lädt sich nämlich nicht gerade turboschnell auf, alles andere wäre aber auch sehr unrealistisch, wie ich meine. Weiteres besonderes Merkmal unserer Hauptfigur ist die Adrenalinleiste, die im prall gefüllten Zustand es uns erlaubt, per Tastendruck zum Predator zu mutieren und somit dem Gesocks bestehend aus Söldnern und mutierten Wesen ordentlich Saures zu geben und zwar heftig. In jenen Momenten sieht der Feind keine Sonne, so dass es naturgemäß wichtig ist, gut zu entscheiden, wann genau wir zu eben jenem Predator mutieren möchten. Außerdem erlangen wir die Nachtsichtfähigkeit, unser Geruchssinn ist stark ausgeprägt und wir sind auf Wunsch für kurze Zeit in einem Höllentempo unterwegs, was die Jagd auf flüchtende Feinde entsprechend angenehm macht, versteht sich. Richtig interessant ist es, dass wir uns im tiefen Dickicht zu Hause fühlen und gerade dort vom Gejagten bzw. der auserkorenen Beute unserer Häscher zum Jäger werden, sozusagen den Spieß umdrehen. Gegen Ende des Abenteuers sind wir schließlich im wahrsten Sinne des Wortes 'tierisch' stark, nämlich eine mörderische Kampfmaschine, die alles in Grund und Boden stampft, auseinanderreißt, durchpflügt bzw. in Schutt und Asche legt.

Ein saftiger Egoshooter ohne Multiplayerpart wäre nur ein halber Egoshooter, von daher überrascht es nicht, dass wir eine Fülle an diesbezüglichen Optionen auch hier bei 'Far Cry Instinct' vorfinden. An einer Konsole zu viert, via Linkkabel an bis zu vier Konsolen mit entsprechend sechzehn und ebenfalls sechzehn Gleichgesinnte online via X-Box Live geben Anlass zur Freude. Sehr erfreulich ist zudem, dass auch der Inhalt an sich mit einem ansprechenden Umfang nicht geizt: 'Einer gegen Alle', 'Capture the Flag', 'Deathmatch' und die Möglichkeit, eigene Gebiete zu kreieren (fünfzehn werden ansonsten als Standard angeboten). Sensationell hierbei: die eigens erstellten Multiplayermaps mit umfangreichem Editor werden nicht nur im Splitscreen- und Lan-Modus gezockt, sondern dürfen auch der Allgemeinheit online angeboten werden! Klasse hierbei die hohe Geschwindigkeit der Übertragung, welche trotz der komplexen Inhalte der Maps in der Regel kaum eine Minute dauert, wir haben es x-fach ausprobiert! Die Krönung ist schließlich, dass für den Fall, dass viele Eure Maps online zocken entsprechend unser Rating steigt und eine Beliebtheitsskala - inklusive Bewertung der Map durch andere Zocker - die Folge ist, das ist absolut top und darf wirklich über den grünen Klee gelobt werden. 'Vorbildlich' wäre in diesem Fall sogar eine dicke Untertreibung.

Das Ganze wird letztlich stilvoll durch eine famose Südsee-Optik abgerundet und auch die Soundkulisse begeistert. Kein 16:9-Breitbildformat, aber dafür 60-Hz-Modus, satte Licht-, Feuer ' und Raucheffekte, Wasserspiegelungen und teilweise ein sensationell echt aussehendes Gelände, generell eine herrlich detaillierte (Dschungel-)Landschaftsoptik, wunderschöne Hintergründe, saftige Farben, detailreiche gezeichnete Objekte, Vorrichtungen, Fahrzeuge, Helikopter und nicht zuletzt feindliche Söldner und mutierte Tiere: das alles wird begleitet von einer guten Kameraführung und einem angenehm weiten Horizont. Das abwechslungsreiche Leveldesign der riesigen Areale sorgt letztlich dafür, dass uns nie und nimmer langweilig wird. 'Schönheitsfehler' gibt es aber leider auch, die zwar angesichts der sonstigen Pracht zu verzeihen sind, aber mitunter doch stören: oft baut sich das Bild sichtbar auf, es gibt Tearing (zerschnitten wirkende Objekte) und im Multiplayer wird es via Splitscreen zuweilen arg rucklig, zumindest ab vier Leutchen. Soundtechnisch gefallen uns treibende Beats und krachende Soundeffekte, dann wiederum Totenstille und leise Außengeräusche, welche die Atmosphäre noch mehr verdichten, als sie es ohnehin schon ist. Wer auf Dolby Digital zurückgreift, freut sich über eine prächtige Soundkulisse, welcher wir regelmäßig Adrenalinkicks verdanken. Kurzum: kleine Schnitzer fallen (fast) unter den Tisch, da wir selten auf der X-Box etwas Derartiges geboten bekommen hatten, was in der Folgezeit bis zum Beginn des X-Box 360 Zeitalters dann auch so blieb. 'Far Cry Instincts' für die X-Box ist ein Edel-Ballerspiel, das zur crème de la crème der Egoshooter gehört. Spielspaßwertung: 89%.

Plus: Wunderschöne Optik, satter Sound, sehenswerte Spezialeffekte, hochspannend, abwechslungsreich, durchaus mit Anspruch, riesige Areale, nicht zu leicht aber auch nicht unfair, grandioser Multiplayer inklusive Kreieren und online Setzen eigener Maps

Minus: Im dichten Dschungel manchmal ohne Orientierung, Feinde zwar wachsam aber nicht sonderlich schlau, Handling der Fahrzeuge nicht ganz sauber, sichtbarer Bildaufbau, Ruckeln im Multiplayer
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