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Kundenrezension

1.321 von 1.439 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer, 22. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
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Von 10 Kunden verfolgt

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1-10 von 56 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.11.2012 17:10:06 GMT+01:00
>> Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur

Ja, genau so erging es mir.

Veröffentlicht am 14.12.2012 17:23:13 GMT+01:00
Birte meint:
Ich kann mich dieser Rezension nur anschließen!
Ich habe jetzt nach dem Lesen des Buches, nach Rezensionen gesucht, um herauszufinden, was andere Leser über das Ende des Buches denken. Und da fiel mir der Kommentar "aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!" besonders ins Auge.
Ich dachte mir bei der letzten Seite: Das kann doch jetzt nicht so aufhören! ...da könnte es ja eine Fortsetzung geben.
Erst hat es mich etwas erschrocken. Aber genau das ist doch genial vom Autoren! Das verlängert den roten Faden dieses Gefühls 'Mensch, der schleicht sich aber schnell ein in die Medienwelt und wird von heute auf morgen ein Star...und nichts und niemand stoppt ihn.'
Dieses Buch zeigt toll wie sich unsere heutige Gesellschaft blenden lässt und nicht alles genug hinterfragt.

Veröffentlicht am 17.12.2012 17:09:04 GMT+01:00
Myrna4Loy meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2012 07:39:08 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 26.12.2015 12:32:42 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2012 13:27:34 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.12.2012 13:28:11 GMT+01:00
@Serienjunkie: Und Sie sind das Paradebeispiel für "aus der Geschichte nichts gelernt".
Der kleine Mann mit Bart wäre stolz!
Wieso eigentlich Gefängnis? Ein Strick würde es auch tun und wäre billiger! (Vorsicht Ironie)

Veröffentlicht am 20.12.2012 09:54:31 GMT+01:00
F. Technau meint:
"Mein Freund, der Führer" --> Sie sprechen mir aus der Seele, eine herrliche Rezension die es auf den Punkt trifft. Ich kann das Hörbuch dazu nur empfehlen, gelesen von Christoph Maria Herbst, dann wirkt das Ganze NOCH lebendiger.
Schade, dass dieser Bereich von einigen "ach so schlauen" Menschen genutzt wird um ihre politische (o.ä.) Meinung kundzutun, das interessiert an dieser Stelle doch wirklich niemanden.

Veröffentlicht am 20.12.2012 13:24:05 GMT+01:00
heyute meint:
Auch ich bin der Meinung treffender als -Wolkentreiber "Bücherjunkie hoch 2"- kann man dieses Buch nicht beschreiben.
Ich habe beides das geschriebene - sowie das Hörbuch. Christoph Maria Herbst ist einfach absolut genial in der Art und Weise wie er die verschiedenen Personen lebendig werden lässt.
Auch wenn einem das Lachen manchmal in Halse stecken bleibt und man sich den Spiegel vorgehalten sieht.

Veröffentlicht am 20.12.2012 13:25:51 GMT+01:00
heyute meint:
Auch ich bin der Meinung treffender als -Wolkentreiber "Bücherjunkie hoch 2"- kann man dieses Buch nicht beschreiben.
Ich habe beides das geschriebene - sowie das Hörbuch. Christoph Maria Herbst ist einfach absolut genial in der Art und Weise wie er die verschiedenen Personen lebendig werden lässt.
Auch wenn einem das Lachen manchmal in Halse stecken bleibt und man sich den Spiegel vorgehalten sieht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.01.2013 14:33:12 GMT+01:00
caulfield meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 17.01.2013 21:10:27 GMT+01:00
Jan M. meint:
Ich stimme mit der Rezension auch überein, bis auf den letzten Punkt, dass Adolf Hitler es heute leicht fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen. Im Buch ist es doch die ganze Zeit über genau folgender Punkt, der nicht wirklich geklärt wird: Hitler sieht sich vom Schicksal auserkoren, das deutsche Volk wieder zu führen wie vor 70 Jahren. Die Tatsache, dass er so schnell zur Berühmtheit wird, liegt einzig und allein daran, dass die Menschen ihm das, was er sagt, nicht als seine politische Agenda abkaufen, sondern es eben als Comedy/Satire/Kabarett oder was auch immer halten. Hitlers Worte werden also komplett anders interpretiert, als er es beabsichtigt. In seinem megalomanischen Denken und seiner im Buch perfekt dargestellten Realitätsferne hat er für solche Reaktionen der Leute überhaupt keine Erklärung.

Deshalb kommt er nicht einmal auf die Idee, dass die Menschen ihn nur für eine "Witzfigur" halten und interpretiert in seinem Wahn die Reaktionen der Menschen einfach so um, dass sie wieder in sein Weltbild passen. Oder aber, er überhört sie schlicht. Anfangs dachte ich, dass hier möglicherweise eine Schwäche im Buch liegen würde, da diese Diskrepanz in Hitlers Wahrnehmung seiner selbst und die der Öffentlichkeit nicht problematisiert wird. Aber da dieses Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, passt es ziemlich gut in das Gesamtkonzept des selbstverliebten, selbst überschätzten, pseudointellektuellen Menschen, als der Hitler in diesem Buch dargestellt wird.

Denkt man die Geschichte, so wie sie in dem Buch erzählt wird, weiter, wäre es also ein ziemlich absurder Verlauf, wenn Hitler von seiner Rolle als Kabarettist plötzlich als seriöser Politiker seine menschenverachtenden Botschaften erfolgreich verbreiten könnte. Auch wenn er von diversen Politikern umworben wird, so wird er das ja nur, weil diese meinen, er spiele lediglich eine Rolle, um gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen oder was auch immer. Falls rauskommen sollte, dass der Typ das alles ernst meint, wäre wohl keine Partei und auch die Mehrzahl der Menschen dabei, ihm zu folgen... hoffe ich. Es wäre einfach unlogisch. Ein Großteil seiner Berühmtheit liegt ja gerade darin, dass er wie die perfekte Karikatur erscheint - die Menschen freuen sich ja nicht, dass der tatsächliche Hitler wieder da ist. Und deshalb lachen sie auch über ihn und finden ihn so großartig: Nicht weil seine kruden Thesen wieder massenhaften Anhang finden, sondern weil sie in der jetzigen Zeit auf die Art und in der Maskerade einfach unheimlich absurd klingen. Dass die "intellektuelle Elite" dahinter dann wieder irgendeine Art von Gesellschaftskritik vermutet, liegt in der Natur der Sache. Schließlich ist der Neuzeithitler Kunst - und die interpretiert eben jeder so, wie er möchte.

Es ist im Übrigen auch kein Zufall, dass Hitler "nur" in den Medien erfolgreich ist. Da hat er, glücklicherweise, keinerlei direkte Handlungsmacht. Hätte er seine Karriere in der Politik wieder aufgegriffen, wäre das Buch auch ziemlich unlustig geworden. Im Fernsehen und im Internet hingegen, ist er einfach Teil der Unterhaltungsindustrie.
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