Kundenrezension

51 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für mich einfach nicht auf VNV-Niveau..., 11. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Transnational (Digipack) (Audio CD)
Nun hat es wohl auch VNV mit diesem Album erwischt: Während die Fanbase immer größer und die Band älter wird, droht der so markante, voluminöse Stil der Futurepop-Ikone mit diesem Album langsam in die Mittelmäßigkeit des Mainstream abzudriften. Während AUTOMATIC noch ein Album war, dass sowohl Fans der alten Stunde und neue Zuhörer in seinen Bann ziehen konnte, ist Transnational für mich ein recht gewöhnliches, wenn auch solides Pop-Album geworden, das die Fanbase wohl schon jetzt in zwei Lager spaltet, wie man meinen Vorrezensenten entnehmen kann.
Was mir bei Transnational einfach schmerzlich fehlt sind die legendären breiten Klanglandschaften die VNV immer ausgezeichnet haben. Selbst die Drumline die durch das gesamte Album stapft ändert sich von Titel zu Titel kaum. Auch die Synthie-Flächen bleiben dezent im Hintergrund (Ausnahme vielleicht Primary).

Insgesamt fehlt es dem Album für mich irgendwie an Druck und Größe und man fragt sich die ganze Zeit ob Ronan hier auf Sparflamme fährt, hat das Duo mit den letzten Alben bewiesen dass sie das viel viel viel besser kann: Titel wie "Space & Time", "Standing", "Honour" waren Elektrokunstwerke und haben die Massen bewegt. Von diesen Krachern ist TRANSNATIONAL leider meilenweit entfernt.

Ich selbst bin ein großer Fan von VNV Nation, und werde es sicher auch nach diesem Album bleiben. Ich kann nachvollziehen wenn jemand dieses Album über alles liebt, und es fällt mir schwer Kritik an einem Album einer Band zu üben, die als meine absolute Lieblinsband zählt, deren Melodien und Texte mich stehts berührt und durch Höhen und Tiefen begleitet haben.
Denn gerade WEIL ich weiß zu welche fantastischen Hymen Ronan fähig ist, bin ich von der Mittelmäßigkeit des Albums enttäuscht.

Was mir am allermeisten fehlt, ist das Kämpferische, das Rebellische, welches sich wie eine rote Linie durch alle Songs gezogen hat:
bei Transnational fehlt, ist irgendwie das REBELLISCHE! Fast alle VNV Songs hatten dieses Kämpferische, treibende, rebellische:

Lyrics wie:
"I'm in the mood for total war", "Another Life for another dream", "With this line I'll mark the past as a symbol for beginning".... um nur drei spontane Beispiel zu bringen hatten Kraft, vermittelten Aufbruch. Von dieser Energie spüre ich auf TRANSNATIONAL nichts

Ich weiß das Einige jetzt argumentieren werden: "Jaja früher war alles besser. Aber VNV muss sich weiterentwickeln etc.. Du hängst vergangenen Zeiten nach." Ja, vielleicht tue ich das. Doch ich kann dazu sagen: Wenn man wirklich gut auf einem Gebiet ist, bedeutet für mich "Weiterentwickeln" dass man versucht sich auf diesem Gebiet zu behaupten statt einen Stilwechsel zu vollziehen. VNV haben großartige Alben geschaffen, die Stilprägend waren. Man kann Transnational nicht bewerten ohne über 15 Jahre Schaffenswerk davor im Hinterkopf zu haben. Zumindest geht es mir so. Und nein, nicht jede Veränderung stellt auch automatisch eine Weiterentwicklung da.

Loben muss ich allerdings Ronans gesangliche Leistung auf dem Album, die noch genauso frisch und kraftvoll wie auf den ersten Alben klingt.
Und zumindest Primary und If I Was haben ein gewisses Potential, wenn auch nicht voll ausgeschöpft.

Zu den einzelnen Titeln:

1) Generator:
Ganz nettes Intro 6/10

2) Relativ brave Electropopnummer. Die recht fröhliche Melodie passt so gar nicht zu den Lyrics 6/10
"End of Everything"

3) Primary:
Hier flackert nochmal ein bischen der alte Glanz vergangener Alben auf. Daher für mich der beste Track des Albums. 8/10

4) Retaliate:
Ein halbwegs tanzbarer Song dem es aber an allen Ecken und Kanten an Tiefe fehlt. Schade 5/10

5) Lost Horizon:
Ein anfangs stimmungsvolles Instrumental, das gegen Ende hin etwas langweilig wird. 6/10

6) Teleconnect Pt.1:
Für eine Ballade zu wenig Gefühl, zu wenig Höhen, zu wenig Tiefen, wabert dieser Song von Refrain zu Refrain. 4/10

7) If I Was:
Nochmal ein Song wo sich wieder dieses VNV Gefühl einstellt. Zusammen mit Primary für mich die einzig
guten Songs des Albums. Auch wenn der Nummer mehr Tempo gut getan hätte 8/10

8) Aeroscope:
Unterdurchschnittliches Instrumental 2/10

9)Off Screen:
Solider VNV Song mit etwas mehr Atmosphäre. 7/10

10) Teleconnect Pt.2:
Nettes Outro 6/10

Fazit:

"Primary", "If I Was" und vielleicht noch "Off Screen" sind für mich die einzigen Titel des Albums, die mich an die großen Hymnen von VNVs Vorgängeralben erinnern. Der Rest klingt für mich diesmal einfach nicht nach VNV und ich weiß das vielen das mit diesem Album genauso geht.
Für mich persönlich ist TRANSNATIONAL daher das Schwächste aller VNV Alben. Was mich positiv stimmt dass das nächste sicher besser wird.
Ronan hat es drauf. Daran besteht für mich keinerlei Zweifel...
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-10 von 19 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.10.2013 20:02:25 GMT+02:00
Ich wollte eigentlich auch eine Rezension schreiben, aber deine trifft es einfach. Was mir auch auffällt ist, dass der Gesang von Ronan so dünn klingt. Geht das nur mir so? Auch der gesamte Sound und die Beats klingen irgendwie dünn. Kein gutes Mastering? Ansonsten von den Song Ideen ist es ok, aber mit alten Alben wie Empires, Judgement oder Form+Matter, hat das nicht mehr viel zutun. Da fand ich sogar die beiden letzten Alben klar besser. Klar ein Künstler sollte nicht immer das selbe machen und auch experimentieren, aber ich finde es ist kein Burner jetzt. Eher ein mittelmäßiges Album. Gut finde ich eigentlich nur Off Screen und Lost Horizon. Allerdings ist live die Band immer noch der Hammer, war gerade erst in Dresden bei ihnen:)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.10.2013 22:50:52 GMT+02:00
depeche1986 meint:
Es freut mich, dass ich mit meiner Meinung über das Album offenbar alles andere als allein dastehe. Viel mehr wundert mich bei den positiven Rezensionen hier, wie man dieses Album mit 5 Sternen bewerten kann, wenn man die alten VNV Alben gemocht hat. TRANSNATIONAL enthält so gut wie nichts, was die bisherigen VNV Alben ausgemacht hat. Keine tiefgründigen Texte, keine bewegenden Melodien, kein Bass, keine Kraft... Warum haben alle Bands dieses: "Ich muss jetzt sofort alles anders machen sonst entwickle ich mich nicht weiter"-Syndrom? Ich hoffe als Fan immer noch auf eine Kehrtwende mit dem nächsten Album.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.10.2013 11:45:15 GMT+02:00
Irgendwie hat sich dieser Trend meiner Meinung nach schon in den vergangenen 2 Alben abgezeichnet. Hatten die früheren Werke wie Praise the Fallen, Empires oder Futureperfect noch Ecken und Kanten sowie den unnachahmlichen VNV Drive, so ist schon nicht erst hier ein Teil ihrer Lieder in Richtung Electro-Pop-Schmonzetten abgedriftet. Vermutlich liegt das auch ein Stück weit daran, dass mittlerweile ein großer Teil an Fans dazugekommen ist, der sich sonst nicht unbedingt mit der "Szene" identifiziert. Diesen Effekt kann man ganz gut auch bei anderen früheren Elektronik-Genies beobachten...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.10.2013 12:02:14 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.10.2013 23:31:11 GMT+02:00
depeche1986 meint:
Zur "Szene" kann ich sagen, dass ich mich selber nicht mit dieser identifiziere. Ich selbst bin Liebhaber guter elektronischer Musik, und trotzdem schon seit EMPIRES ein treuer Fan geworden und verschlinge auch Sachen von Code 64 (R.I.P), Neuroticfish und Pulse State regelmäßig gerne. Faith Power and Glory hat den Trend zugegebenermaßen schon angekündigt, allerdings waren immer noch die VNV typischen Krachernummern wie "Tomorrow Never Comes" und "Sentinel" auf der Platte, so dass für jeden Etwas dabei war. Bei Automatic wären das "Space & Time" und "Gratitude". Letzteres geht auch textlich richtig unter die Haut. TRANSNATIONAL hingegen klingt erschöpf, kein bischen Epochal oder gar tanzbar. Ich habe auch weitere VNV Fans im Bekanntenkreis und die Meinung ist leider einhellig :-(

Ich seh das aber so: Angesichts der Rezis hier ist jetzt bereits abzusehen dass es dieses Album schwer haben wird. Es wird viele neue Fans gewinnen, aber sicher doppelt soviele Alten verlieren. Ich hoffe das nächste wird besser. *daumendrück :-D

Veröffentlicht am 14.10.2013 18:17:57 GMT+02:00
Deiner Rezension kann ich nichts weiter hinzufügen...ich sehe das genau gleich wie du.
Langsam wird es dünn, nachdem "The Covenant", "Pride and Fall" und "Assemblage 23" mit ihren letzten Alben auf ganzer Linie enttäuscht haben. Die einzige Electronic-Band, die mich in den letzten Monaten nicht enttäuscht hat, ist "Project Pitchfork" -.-
PS. Ende des Monats kommen die neuen Scheiben von "Solitary Experiments" und "Solar Fake". Hoffentlich wird das was, was soll ich denn sonst den Winter über im Zug hören^^

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.10.2013 18:30:04 GMT+02:00
depeche1986 meint:
@skycamefalling:

Solitary Experiments hat mich beim ersten Prelisten fast aus den Schuhen gehauen. Das letzte Album fand ich eher mäßig. Das neue scheint aber enormes Potential zu haben. Ebenfalls auf der Liste habe ich Neuroticfish *Former me* klang schon Bombe, wo bleibt das Album? :-) Und Xenturion Prime (ehm. Code 64).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.10.2013 18:36:43 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.10.2013 18:37:21 GMT+02:00
Von Neuroticfish hab ich eine Scheibe hier, die hab ich mal günstig bei Amazon gefunden. Hat mir sehr gut gefallen. Aber dass Code 64 jetzt Xenturion Prime heißen ist an mir irgendwie vorüber gegangen...gleich mal reinhören, danke :)

Veröffentlicht am 15.10.2013 09:39:22 GMT+02:00
Victory meint:
Auch wenn wir nicht einer Meinung sind, wirklich eine sehr gute umfassende Kritik. Einzige Anmerkung meinerseits sollzu Everything erfolgen.

Wenn du die Textzeile vollständig bringst, passt auch der fröhliches Grundtenor des Songs: "Dont tell me its the end of everything, It always seems the darkest before the light"

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.10.2013 10:17:17 GMT+02:00
littleHunter meint:
Interessant. Ich respektiere Deine Meinung, muss meine nur daneben stellen. Für mich beinhaltet Transnational sehr tiefgründige, weitgehende Texte. Ebenfalls die Nicht-Texte sind in meinen Augen von einer weitreichenden Tiefe. Wer sich mit dem Begriff Aeroscope beschäftigt und mit dem was dahinter steckt, wir in den Tonlandschaften des Songs ganz andere, zusätzliche Bilder und Geschichten entdecken, die von Leid, Tod, Technik oder Krieg berichten. So geht es zumindest mir.

Was mir auffällt, wenn ich Deine ursprüngliche Rezension lese und nun diese hier, dann muss ich feststellen, dass mich die textliche Qualität von Everything beispielsweise sehr an Beloved erinnert.

Ganz grundsätzlich finde ich das Album poetischer. Das heißt, ich kann nicht verstehen, wenn jemand von fehlenden „legendären breiten Klanglandschaften“ schreibt. Denn was mein subjektiver Eindruck ist, ist, dass diese Landschaften sehr wohl vorhanden sind. Allerdings „gedeckter“, nicht so „in your face“ und mit dem Holzhammer, sondern, dass man bewusster hören muss, dass Ronan dazu verführen will (mich zumindest), dieses Album nicht so nebenbei zu hören, sondern meine Gedanken in die Musik zieht, um dort, „hinter der nächsten Ecke“ einen kleinen, tonalen Schatz zu entdecken. Und mir dabei seine Gefühle in seinen Worten zeigt.

Gleiches gilt für die Texte, die sich in meinen Augen deutlich metaphorischer als früher den gleichen, rebellischen, kritischen Themen widmen. Da ist Everything noch das offensichtlichste und auch hier habe ich schon unterschiedliche Deutungs-Ansätze im Kopf.

Gerade diese poetische Komponente ist es jedoch, die dieses Album eben deutlich schwieriger zugänglich macht (vermute ich). Denn die "in your face"-Art ist eben einfacher zu verdauen, als ein Text, der mehrdeutig und auf unterschiedliche Interpretationsebenen hin angelegt ist. (Und ich gestehe zu, dass die früheren Songs schon diese Vieldeutigkeit hatten, finde aber persönlich dort oft eine Interpretationsart herausgestellt.)

Und ja, mir gefallen die alten Sachen, ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine alte Scheibe in den Player lege. Und im Moment freue ich mich jedes Mal, wenn ich mir die Transnational gönne und mich auf die Musik und Ronans Gesang einlassen kann. Ich hab, nachdem ich gerade bewusst nochmal ein paar der älteren Stücke gehört habe einen schönen Vergleich. Nimm die "Automatic", sie ist für mich wie der Frühling, wohingegen Transnational ein bisschen wie der Herbst ist. Dunkler, erdiger, anders und doch eine logische Fortsetzung. Dabei aber eben nicht schlechter.

Aber das sind nur meine 5-Cent und Geschmack ist erfreulicher Weise ja verschieden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.10.2013 13:31:42 GMT+02:00
Kodo meint:
Lieber DM1986..Folgendes Statement sehe ich 100%ig wie Du:
"Viel mehr wundert mich bei den positiven Rezensionen hier, wie man dieses Album mit 5 Sternen bewerten kann, wenn man die alten VNV Alben gemocht hat"

So isses !
Meine Meinung ist nicht, dass "früher alles besser war". Nur dieses Album ist für VNV-Nation schwach!
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