Kundenrezension

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Vollendung des Vorgängeralbums, 19. März 2014
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Rezension bezieht sich auf: Behind the Sun (Audio CD)
Vor nicht einmal einem Jahr veröffentlichten MOTORPSYCHO ihr letztes Album "Still Life With Eggplant". Der Nachfolger "Behind The Sun" enthält offensichtlich Aufnahmen aus denselben Aufnahmesessions mit Reine Fiske als zusätzlichem Gitarristen. Packt man die gesamten 14 Songs zusammen, hätte das ein perfektes Doppelalbum wie aus einem Guss ergeben. Was bei "Still Life With Eggplant" einen - für ein Album - eher zerrissenen Eindruck machte, fügt sich mit "Behind The Sun" nun wunderbar zusammen.

Für Neueinsteiger: stilistisch bewegen sich die Norweger zwischen 70er-Spacerock und Stoner-Rock. Das komplexe Schlagzeugspiel des aus dem Jazz-Bereich kommenden Kenneth Kapstad gibt den mal rifflastigen, mal sehr melodischen Songs jedoch noch eine besonders druckvolle Note.

(1) "Cloudwalker" und (2) "Ghost" machen einen ungewohnt relaxten Einstieg. Während "Cloudwalker" noch mit sommerlichem Groove dazu einlädt, das Verdeck vom Cabrio endlich zu öffnen, folgt mit "Ghost" eine tiefenentspannte Ballade, die sich eher bei SIGUR ROS ankuschelt als bei MOTORPSYCHO selbst.

Wer sich nun bereits Sorgen um die Band macht, kriegt bei den folgenden (3) "On A Plate", (4) "The Promise" und (5) "Kvaestor" das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht - sofern man auf sehr gepflegte Riffs steht. "On A Plate" ist bester Kiffer-Rock, "The Promise" zieht das Tempo noch mal an, während "Kvaestor" als reines Instrumental ab Minute 4 dem Schlagzeuger Gelegenheit für ein hochtouriges Solo gibt.

(6) "Hell Pt. 4 - 6" setzt "Hell Pt. 1 - 3" vom Vorgänger-Album fort und wird in (9) "Hell Pt. 7" seinen Abschluss finden. Pt. 4 wartet mit schöner Melodie zu gepickter Akustikgitarre vor schönem Bass-Groove auf, ehe der Song in Pt. 5 in die Bewusstlosigkeit zu sinken droht, aus der er aber in Pt. 6 mit hypnotischem Dauerriff wieder geweckt wird. Zu Pt. 7 komme ich gleich. (7) "Entropy" ist ein weiterer Höhepunkt, eine schöne Midtempo-Ballade mit dem melodischsten E-Gitarrensolo auf diesem Album, ehe mit (8) "The Magic & The Wonder" noch einmal ordentlich abgerockt wird.

(9) "Hell Pt. 7" ist ein Biest. Der Schlusssong greift das Riff aus Pt. 2 (Vorgängeralbum) auf, aber derart wahnwitzig potenziert, als würden zehn E-Gitarren gegen zehn Schlagzeuge kämpfen und statt einer Bassbegleitung eine Büffelherde durchs Wohnzimmer rasen. Da fliegen die Späne, das man nur noch staunen kann, als würde MOTORPSYCHO den eigenen Stil so ins Absurde übersteigern, dass sie sich selbst damit aufs Korn nehmen. Das ist ebenso gewaltig wie amüsant.

So weit, so klasse! "Behind The Sun" ist besser als "Still Life With Eggplant", beide Alben zusammen ergeben aber Sinn. Man mixe sich alle sieben Teile von "Hell" direkt hintereinander und kann neben dem spacigen "Ratcatcher" und dem psychedelischen "Kvaestor" sehr ausgewogene und nicht unnötig ausufernde Rocksongs zwischen Melodie und ein bisschen Rockwahnsinn genießen. Beide Alben gehören unbedingt in die Sammlung, und auch für Neueinsteiger ist "Behind The Sun" absolut geeignet.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.03.2014 02:39:35 GMT+01:00
Hicks meint:
Genau den Gedanken hatte ich auch: Ein Doppelalbum, zusammen ergeben die beiden Alben einen übergeordneten Sinn, wobei Hell das verbindende Element darstellt.
Lässt sich prima hintereinander weghören, wenn ich denn die Zeit dazu habe. So, ich hol mir jetzt Tesafilm und kleb die beiden Alben zusammen :).

Veröffentlicht am 22.03.2014 00:34:54 GMT+01:00
Michael Meyer meint:
Sie haben, wie immer, eine wunderbare Rezension geschrieben. Ich freu mich schon bei jedem neuen Album auf Ihre differenzierte Analyse.
Ich bin selbst völlig begeistert vom neuen Album und unterschreibe vor allem den Doppelalbum-Gedanken. Einstieg und Abschluss passen dabei so genial, wie auf der 'Death Defying Unicorn'.
Annähernd im Jahresrhythmus solche Platten zu machen, grenzt an ein Wunder.
Aber völlig zu recht heißt die 98er Großtat der Band 'trust us'.
Motorpsycho kann man vertrauen.
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