Kundenrezension

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Aufnahme vom Besten, 12. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Ein Deutsches Requiem (Audio CD)
Die Aufnahme mit Karajan aus dem Jahr 1964 gehört ohne jeden vernünftigen Zweifel auch heute noch zu den besten Einspielungen überhaupt. Kritik an der Person Karajan scheint sich bei einigen Gegnern auch in Kritik am Künstler Karajan zu manifestieren. Natürlich ist die Aufnahme in die Jahre gekommen und mögen kritische Beurteilungen teils auch auf einer gewissen Übersättigung beruhen mit dem Ergebnis, nach einer anderen oder eben nur weiteren Sichtweise Ausschau zu halten, freilich ein Schicksal, das grundsätzlich bei älteren Aufnahmen und intensiven Hörgewohnheiten bestehen dürfte (andere Aufnahmen müssen darum nicht besser sein).

Die vorliegende Interpretation wird aufs Eindrucksvollste der großartigen Architektur des Meisterwerks von Brahms gerecht. Dies gilt auch für die dramaturgischen Aspekte. Die Berliner Philharmoniker zeigen sich von ihrer besten Seite. Auch der Wiener Singverein löst seine Aufgaben mit Bravour, indem er klare Akzente setzt und flexibel auch die dramatischen Anforderungen meistert. Eine dünne Besetzung hätte vielleicht die Wortverständlichkeit erhöht (im Allgemeinen kommt man aber sowieso um die Textvorlage nicht herum), aber Verdichtungen und Steigerungen beeinträchtigt. Karajan hatte aus überzeugenden Gründen auf diesen Chor immer wieder gern zurückgegriffen. Attacken gegen diesen Chor erscheinen mir reichlich wirklichkeitsfremd.

Seit der Gründung des "Amateurchores" im Jahr 1858 haben mit ihm die besten Orchester und bedeutendsten Dirigenten zusammen gearbeitet. Der Chor war an verschiedenen Uraufführungen beteiligt und verfügte schon immer über ein weitgespanntes Repertoire,von zahlreichen Einspielungen auf Tonträgern abgesehen. Die laufenden Konzertprogramme sind ausgesprochen vielfältig. Häufige Reisen in die Zentren der Welt unterstreichen die Bedeutung des Chores. Natürlich muss die Leistung des Chormitglieds denkbar besten professionellen Anforderungen genügen. Selbst Johannes Brahms war einst Leiter des Chores. Die zwar nur vereinzelte, aber dennoch ärgerliche Kritik erscheint schon deshalb mehr als fragwürdig, weil danach sogar eine Elite von Orchesterleitern die vorgeblichen Kritikpunkte nicht erkannt haben soll (hätte diese Kritik denn eine Substanz). Gerade beim Requiem von Brahms ist die psychologische Deutung besonders wichtig. Die Stimmen kommen wie aus dem Nichts und und scheinen pianissimo zu schweben, um sich dann weiter zu entwickeln. Im weiteren Verlauf kommt es fast ohne vorheriges crescendo und somit schlagartig zu stimmgewaltigen Ausbrüchen. Daher war es schon aufnahmetechnisch geboten, den großen Chor mehr im hinteren Bereich zu positionieren, um den Hörer beim fortissimo nicht zu erschlagen. Darüber hinaus ist eine Dunkelfärbung des Chores das sinnvolle Gebot der Stunde, woraus wiederum Konsequenzen für die Sopranstimmen zwangsläufig folgen. Ein Requiem ist in der Regel anders zu interpretieren als eine Oper.

Eberhard Waechter singt einfach brillant und natürlich, auch in den dramatischen Steigerungen, ohne dabei in ein Schauerdrama zu verfallen (anders z.B. Hans Hotter bei Celibidache, der nicht nur einem überdimensionierten Gestus zu folgen scheint, sondern offenbar auch mit einem Ansatz zum Vibrato die innerliche Erschütterung "schauerlich" verdeutlichen möchte). Waechter hält auch mit seinen vielleicht bekannteren Kollegen mühelos Schritt. Gundula Janowitz war damals 27 Jahre alt und stand in der Blüte ihres Könnens. Vor allem die hohen und mittleren Lagen waren ihr Metier, allerdings mit der Neigung zu einem leichten Vibrato, ohne jedoch zu tremolieren. Wenn sie Schwierigkeiten gehabt hätte, dann allerdings nur darin, ihre große Stimme auf ein Pianissimo zu bändigen. Das kann man hier allenfalls aber nur erahnen. Auch die größten Höhen erreicht sie mit scheinbarer Mühelosigkeit, sie bewegt den Hörer durch ihren eindringlichen und natürlichen Vortrag, den sie in keiner Phase überzieht. Sie singt wie ein Engel.

Auch klangtechnisch befriedigt die Aufnahme den verwöhnten Hörer einwandfrei.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.12.2010 21:48:15 GMT+01:00
vully meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.12.2010 09:24:36 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.12.2010 09:26:25 GMT+01:00
Offenbar bestimmt eine ausgeprägte Abneigung gegen Karajan Ihre Wertung, was sich auch ganz unverhüllt aus Ihren eigenen Ausführungen mit hinreichender Deutlichkeit selbst ergibt. Ich bin weder ein Anhänger von Karajan noch des Wiener Singvereins, und was ich von dem braunen Dreck der Vergangenheit halte, habe ich meines Wissens in mehreren Erörterungen des Diskussionsforums aus gegebenem Anlass deutlich zu verstehen gegeben. Aber Ihre Art der Erörterung mit als beiläufig getarntem Bezug auf die Nazivergangenheit von Karajan, mit der Sie auch gegen den Wiener Singverein zu Felde ziehen, ist nicht nur außermusikalischer Natur, sondern eine geschickte Stimmungsmache. Mich wundert das allerdings nicht, wenn ich die bisherigen Begegnungen zwischen Ihnen und mir in diesem Forum bedenke. Bei meiner Rezension habe ich mich ausschließlich um die sachbezogenen Aspekte gegenständlicher Aufnahme. bemüht, und Ihre Einwürfe sind auch nicht geeignet, mich eines Besseren zu belehren.

Die ausgeprägte Zusammenarbeit eines großen und renommierten Chores mit einem bestimmten Dirigenten auch anlässlich der Produktion von Tondokumenten ist in den künstlerisch-geschäftlichen Beziehungen unter Musikschaffenden nicht ohne Beispiel. Die Unterstellung eines Kadavergehorsams von Karajan erscheint ebenso boshaft wie äußerst absurd. Gleichwohl wurde der Wiener Singverein auch von anderen bedeutenden Dirigenten herangezogen, wie jeder Interessierte im Internet bzw. in Angebotspräsentationen des Handels mit entsprechenden Suchbegriffen selbst ausfindig machen kann. Lediglich als Beispiel möchte ich einmal „Die Jahreszeiten“ von Haydn unter Karl Böhm aus dem Jahr 1967 herausgreifen, die den „Grand Prix du Disque“ und den „Edison-Preis“ sowie den „Deutschen Schallplattenpreis“ erhalten hat. Ich rechne Karl Böhm zu den bedeutenden Dirigenten. Was hingegen Ihnen bekannt oder unbekannt ist, entzieht sich allerdings einer objektiv nachprüfbaren Tatsachenbeurteilung von Außenstehenden. Mich persönlich interessiert das sowieso nicht.

Und gerade die gegenständliche Aufnahme aus dem Jahr 1964 wird Mitte des nächsten Monats als Super Audio CD: Japan-Pressung mit SHM-SACD neu auf den Markt kommen zu einem Preis von ca. 45,- ¤. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine mittelmäßige oder schlechte Aufnahme zum Gegenstand eines sicherlich aufwendigen Geschäftsvorhabens gemacht wird und dabei Blindgänger am Werk sind.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.06.2011 18:20:46 GMT+02:00
vully meint:
Um es klar zu stellen: Ich habe nichts gegen Herrn von Karajan als Person. Ich habe nichts gegen ihn als Dirigenten. Wenn Sie einige meiner Rezensionen gelesen hätten, hätten Sie sehr viele positive Kritiken seiner frühen Aufnahmen - v. a. aus der ersten EMI-Zeit und der Decca-Periode - bemerkt. Ich finde seine erste Aufnahme des Deutschen Requiems von 1948 (mit demselben Chor!!!) ausgezeichnet.

Warum Sie dies zum Anlass nehmen, mich persönlich zu beleidigen, nur weil ich diese eine Aufnahme ganz schrecklich missglückt finde, vermag ich nicht zu verstehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.06.2011 18:59:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.06.2011 19:24:43 GMT+02:00
Soweit ich bisher Rezensionen von Ihnen gelesen habe, muss ich konstatieren, dass ich mich überwiegend über bestimmte Dinge geärgert habe, von deren Darlegung ich absehen möchte. Ihren Vorwurf der persönlichen Beleidigung weise ich entschieden zurück. Wir sollten die ausgetauschten Argemente sprechen anlassen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2011 17:51:59 GMT+02:00
Leider ergeht sich "Wilhelm Kaiser" nur allzugern und oft in erbärmlichen Beleidigungen, wenn er sich argumentativ in die Ecke gedrängt fühlt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2011 21:01:06 GMT+02:00
Sie arme gequälte Seele, spüren Sie wieder meinen Rezensionen hinterher, um mir die Zeit für lästige Auseinandersetzungen zu stehlen. Ich wüsste nicht, wer mich jemals in die Ecke gedrängt haben könnte. Sie kommen dafür sowieso nicht in Betracht. Die Gründe für die bestimmte Art der einzelnen Reaktion ergeben sich unschwer aus dem jeweiligen Zusammenhang.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.03.2012 23:02:33 GMT+01:00
vully meint:
Quod erat demonstrandum
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