Kundenrezension

28 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht Halbzeit, aber mittendrin!, 21. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Limitierte Premium-Edition) (Audio CD)
Erstaunlich ist es schon, beinah irritierend, dass ausgerechnet ein Musiker, der seit bald sechs Jahrzehnten Songs schreibt und Platten aufnimmt, die deutlichsten Worte zum aktuellen Zeitgeschehen findet, zu all dem galoppierenden Irrsinn der mittlerweile unser privates und gesellschaftliches Leben prägt, bedrängt und massiv beeinflusst; wenn auch oft nur schleichend und subtil. Jüngere und zum Teil sehr viel jüngere Musiker finden in den letzten Jahren anscheinend nur noch Worte über persönliche Befindlichkeiten - was an sich auch kein Qualitätsdefizit ist; Musik soll ja berühren und private Befindlichkeiten spiegeln, allein das >nur< ist das Problem - und kaum mehr den Mut oder die Kraft auch Kritisches in Töne zu kleiden; möglichen Widerspruch auch von Fans bereit auszuhalten; obwohl es doch gerade den Jüngeren ein Anliegen sein müsste ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen, auch musikalisch. Was, wenn nicht Musik, kann Menschen auch in großer Zahl für gesellschaftliche Schieflagen und Gefahren sensibilisieren? Ein Vortrag an der Volkshochschule? An speziell interessierte Leser adressierte Fachliteratur? Wohl kaum!

Es gibt vielfach die Meinung, dass Musik und Politik so gut zusammenpassen wie Kartoffelsalat und Schokoladenpudding; was auch stimmt, wenn man es falsch macht, wenn man Lieder zu herumfuchtelnden Zeigefingern geraten lässt, zu schwingenden roten Fahnen oder anfängt eine imperative Morallehre zu vertonen. Das kann dann nur so zerknirscht und besserwisserisch klingen, dass kein Ton mehr imstande ist daraus ein Lied zu machen, was man gern und freiwillig hören mag. Man kann es aber auch richtig machen! In dem man einfach Ängste artikuliert, unbequeme Fragen stellt, das was ist reflektiert und weiter in die Zukunft hinein spinnt, die Hörer zum selber denken animiert und nicht Handlungsanweisungen erteilt, Schlüsse nicht vorgibt, und vor allem dabei nicht völlig auf Humor, Ironie und Augenzwinkern verzichtet. Und dann klingt es! Und es wirkt auch! Eine Disziplin, die Udo Jürgens seit Jahrzehnten beherrscht, die schon seit den späten 1960er Jahren immer einen festen Platz auf seiner Alben hat, und die immer wesentlicher wird, ihm zunehmend Nährstoff beim Entstehen neuer Lieder gibt, je verrückter und überreizter unsere Welt wird.

Anno 2014 ist viel los auf der Welt und so war es fast vorhersehbar, dass Udo Jürgens die Themen aufgreift und in sein neues Album einfließen lässt. Und wie!
"Der gläserne Mensch" ist das erste (zumindest mir bekannte) Lied, was das ungeheuerliche Ausmaß der Spionageaktivitäten gegen unsere Zivilisation ganz konkret aufgreift und ungehalten Empörung, Befürchtungen und Protest musikalisch umsetzt. Nicht ganz, stimmt, denn bereits vor drei Jahren war es ebenfalls Udo Jürgens, der mit "Du bist durchschaut" das Problem des Verschwindens der Privatsphäre thematisch aufgriff. Damals allerdings eher humorvoll, in bester "Ein ehrenwertes Haus" Tradition, eben mit dem Kunstgriff Gesellschaftskritik mit einem Augenzwinkern zu servieren, und damals ging es auch mehr um die freiwillige Selbstentblößung. "Der gläserne Mensch" ist textlich und musikalisch deutlich zorniger und das Augenzwinkern wird bestenfalls noch angedeutet, im Kern aber ist das Lied bitterernst. "Zur Sicherheit - Lauschangriff. Wir werden voll überwacht. BND - NSA, wir alle stehen unter Generalverdacht... Der gläserne Mensch, gefangen im Netz, gegen jedes Recht und Gesetz!" ist nur ein Ausriss des Textes, dazu braust die Komposition auf wie ein Hochseesturm und im großen Orchester haben alle Musiker viel und schnell zu spielen. Ein absoluter Höhepunkt auf dem insgesamt außergewöhnlich starken Album.

Ein weiterer ist "Die riesengroße Gier", ebenfalls thematisch von sich in den letzten Jahren immer mehr zuspitzender Dringlichkeit. Musikalisch ähnlich kraftvoll und treibend wie "Der gläserne Mensch", geißelt Jürgens den hemmungslosen und völlig entmenschlichten Größenwahn, der ohne Netz und doppelten Boden bei kleinsten Fehlern einzelner selbsternannter Übermenschen ganze Nationen und deren Völker (zur Erinnerung, das sind Menschen!) unverschuldet in schwerste wirtschaftliche Bedrängnis bringen und sogar in den Ruin reißen kann, welch Irrsinn! "So viele Nullen unterwegs, dass auch der aller schlauste Schädel schwirrt..." lautet eine wunderbar doppeldeutige Zeile des Stückes. Besonders in den Magen fährt einem aber die Quintessenz des Liedes, die Udo Jürgens am Schluss in nur vier Zeilen zum ausklingenden Orchester mehr spricht als singt: "Nur ein Gedanke macht mich krank: Wär' diese Erde eine Bank, ich hätte glatt gewettet, sie wäre längst gerettet." Das sitzt. Das klingt nach.

Nun gibt Udo Jürgens auf seinem neuen Album nicht nur den "angry old man", bei weitem nicht. Auf "Mitten im Leben" vereint er alles wofür er seit Jahrzehnten steht und treibt es groß orchestriert zur Perfektion. Es ist der Traum eines jeden Musikers, dass ihm einmal das absolut perfekte Album glücken möge; ohne den kleinsten Makel, virtuos bis in den dezentesten Ton, bis in die letzte Silbe brillant. Nun, auch ohne rosa Fanbrille kann man Udo Jürgens quittieren, dass er (bis auf sehr wenige Ausnahmen) mit kaum einer seiner vielen Produktionen bisher allzu weit daneben lag, aber so nah dran, wie mit diesem Album, war selbst er dem perfekten Album selten.

So wie der Zorn, die gebotene Entrüstung und berechtigte Sorge in aufbäumenden Liedern widerhallt, finden sich auf dem neuen Album auch Stücke, mit einer sagenhaft poetischen Kraft und Substanz, textlich wie musikalisch. Schon das zweite Lied, nach dem dynamisch polemischen Auftakt mit "Der Mann ist das Problem", zeigt Jürgens von eben dieser empfindsamen Seite. Nachdenklich, intensiv und poetisch wie selten: "Alles Illusion, alles Träume lediglich, doch du sollst einfach wissen, was ich gerne wär für dich..." singt er zu einer traumverlorenen Piano-Komposition. Auch die vier Intermezzos, die jeweils nur etwa 40 Sekunden lang sich zwischen den zwölf Stücken des Albums wiederfinden, sind von derartig sanft bezwingender Kraft. Eindringlich und still, streut er "Dieser Tag/Unser Glück/Der Augenblick/Diese Lieder" betitelt ein paar Gedanken nur sich selbst am Klavier begleitend ein.

Auch das vereinen von Phantasie und Philosophie ist ein immerwährendes Markenzeichen von Jürgens, hier auf diesem Album mit "Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?" mit beachtenswerten Gedanken vertreten. Im Text treten zur Liebe Strophe für Strophe Glück, Worte, Trauer und Hoffnung in angelehnter Fragestellung hinzu, und die Antworten kann man natürlich auch als pathetischen Quatsch abtun - wenn man aus Holz ist und nur das sachlich Faktische anerkennt! Man kann darin aber auch eine höhere Wahrheit erkennen, die oftmals eben doch Fakten schafft, auch wenn sie sich sachlich nicht erklären lassen.

Es gab schon einige Umfragen, nach denen Udo Jürgens (oder Menschen von seinem Schlage) gern als Kanzler oder Präsident gesehen wären. Nun, darüber sollten manche Politiker vielleicht mal angestrengt nachdenken und sich fragen, warum das so ist. Auf diesem neuen Album aber ist ein Lied, dass ihn meines Erachtens für ein noch höheres Amt qualifiziert: zum Papst! Hei, das wär ein Spaß! All die entrüsteten fehlerlosen Immerfrommen mit aus den Gleisen getragenen Gesichtszügen. Ausgerechnet Udo Jürgens! Ich meine schon. Mag sein, dass er "Alles aus Liebe" gar nicht als Gebet in Liedform gemeint hat, aber man kann es genau so hören. Lässig und mitreißend swingend zählt er Strophe um Strophe auf, was so menschelnd vorkommt, was unsere oft amüsante Artenvielfalt so alles hergibt. Und natürlich passt nicht immer alles allen. Aber solang nicht einer dem andern damit mutwillig auf die Füße steigt "Lass es alles aus Liebe geschehen". Ob man diese Bitte nun an den einen Schöpfer richtet oder aneinander, mir jedenfalls ist kein schöneres Gebet bekannt - eines was noch mehr swingt übrigens auch nicht.

Wenn das in der Duluxe-Ausgabe im Hardcover-Buch auch auffällig schön gestaltete und reich bebilderte Album mit "Zehn nach elf" still ausklingt; einem Lied, mit dem Jürgens die Leere, die sonderbar intensive Einsamkeit nach dem Konzert aus Sicht des Sängers für uns Konzertbesucher fühlbar macht; hat man eine ganz besondere knappe Stunde hinter sich.
"Mitten im Leben" ist Leben satt, in allen Facetten, mit weiten Themenbögen, musikalisch außerordentlich intensiv, eben mitten im Leben. Mitten leider nicht im Sinne von Halbzeit, dafür aber umso mehr mittendrin. Mittendrin in diesem wunderbar verrückten Leben, mit allem was elementar dazu gehört: Weinen, Lachen, Trauer, Freude, Angst, Hoffnung, Wut, Vertrauen - und Liebe!

Ach ja, und 80 wird er im September - man merkt es nicht.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.02.2014 15:48:28 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 27.02.2014 12:33:56 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.02.2014 19:01:07 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.02.2014 21:43:58 GMT+01:00
Verehrer P.Rovoka,

ich will Ihnen einmal antworten, auch wenn Ihre infamen Anwürfe es mir leider überflüssig scheinen lassen, denn wie es aussieht, haben Sie Ihr letztinstanzliches Urteil längst gebildet und sind an tatsächlichen Gegebenheiten nicht wirklich interessiert. Ich will das nicht unterstellen, aber der Eindruck entsteht nun mal, und letztlich sind Sie selbst im öffentlichen Formulieren von Unterstellungen ja nun auch alles andere als verlegen.

Zunächst, es stimmt, diesen Artikel habe ich gelöscht und neu eingestellt, um eben Ihren ersten Kommentar unsichtbar zu machen. Wenn Sie sich die Mühe machen wollen - und das sollten Sie, bevor Sie mit Anschuldigungen um sich werfen - werden Sie unter vielen meiner Artikel auch kritische Kommentare finden. Deshalb lösche ich gewiß nichts, das wäre auch armselig. Ihre Anwürfe sind allerdings nicht kritisch, sondern herabsetzend und verleumderisch, Sie kritisieren nicht den Inhalt des Geschriebenen, setzen sich auch sonst (hier, wie andernorts) in keiner Weise mit dem Album auseinander, sondern streuen lediglich Ihre Unterstellungen im Brustton der absoluten Gewissheit. Nur irren Sie. (Was die anderen von Ihnen erwähnten Rezensions-Schreiber betrifft, kann ich das nicht beurteilen, es geht mich auch nichts an, ich meine aber von beiden schon recht solide Artikel gelesen zu haben; wer, wann, welche Rezension einstellt, beobachten Sie offenbar genauer. Dennoch rate ich Ihnen auch da von Unterstellungen ab.)

Wenn Sie sich nun mein Profil einmal genauer anschauen würden, fiele Ihnen auf, dass ich unter den Top50 Rezensenten das absolut schlechteste Voting habe (87% derzeit, alle andern liegen meist deutlich über 90%), und Sie werden zahlreiche Rezensionen finden, wo ich arg abgewatscht wurde, weil offenbar etliche Leser anderer Meinung waren, und diese zum Teil sehr ausführlichen Rezensionen liegen irgendwo weit hinten unter "Ferner liefen". Würde ich, wie Sie hier öffentlich unterstellen, mich nach vorne mogeln wollen, würde ich das regelmäßig säubern. Und ich gebe Ihnen Recht, dieses Verhalten ist mir bei einigen Rezensenten auch aufgefallen und ich finde es nun auch nicht sonderlich rühmlich. Aber, mal ehrlich, gerade bei Musik und Literatur nerven all diese Schwemmen von Einzeiler-Rezensionen Marke "Ganz toll, super schön, XY ist sowieso immer schon mein Lieblingssänger" oder eben genauso aussagenfrei im negativen Wortlaut "XY ist doof, sollte aufhören, macht nicht so wie ich das will", dann häufig leider auch noch ungebührlich pöbelnd. Wenn dann ein Schreiber seinen ausführlich erarbeiteten Artikeln durch löschen und neu einstellen in diesem Wust wieder nach vorne rückt, damit er überhaupt wieder auffindbar wird und sein Artikel gelesen werden kann, dann kann ich es irgendwie sogar verstehen und würde es nicht allzu harsch verurteilen.

Also ich lösche nicht wegen negativer Bewertungen und ebenso nicht wegen kritischer Kommentare, lediglich bei Verunglimpfungen, gegen die ich mich nicht wehren kann und will. Ich suche einmal den Dialog, wie ich es jetzt hiermit tue, aber wenn es nur ums Pöbeln geht, bringt das nicht viel. Auch hier will ich Ihnen nichts unterstellen, aber Ihr Nickname ist ja schon mal eine deutliche Aussage und es ist hier nun auch nicht das erste mal, dass sie mit dieser Behauptung provozieren wollen.

Dass es zu positiven Bewertungen recht rasch kommt, ist bei einem Top10 Album wie dem neuen Album von Udo Jürgens mit entsprechender Aufmerksamkeit vieler Kunden nun wahrlich nicht verwunderlich; ich bitte Sie, Ihr Rückschluss ist gelinde albern. Und - da gebe ich zu, dass mir das manchmal fast selbst ein wenig unangenehm ist - wenn bei Artikeln zu älteren Platten oder Büchern, die im Verkaufsrang irgendwo tief in den hundertausenden liegen, auch oftmals recht schnell positive Bewertungen eingehen, ist das auf Stammleser zurückzuführen. Ich bin dann immer sehr erfreut, wenn zum Klick auch noch ein Kommentar vom Leser dazu abgeben wird, um den Eindruck zu entkräften, den Sie so gerne sehen wollen; den des sich selbst hochklickens (was notabene absolut albern ist, weil Amazon diese Klicks zeitnah wieder löscht, nur zu Ihrer Information, das bringt also wenig). Und ja, im Laufe der Zeit kommt es zu Stammlesern, wenn wir es so nennen wollen. Worüber ich mich übrigens freue und was ich nicht für entschuldigungswürdig halte. Ich selbst bin auch Stammleser einiger anderer Rezensenten. Es gibt eine Reihe von Schreibern, deren Artikel ich wirklich sehr gern lese und ich schaue häufig nach, was es bei jenen neues gibt und hab so manches Buch, so manche Platte dadurch für mich entdeckt. Offenbar geht es einigen auch mit mir und meinen Rezensionen so. Dahinter steckt keine wilde Verschwörung von Rezensenten, verehrter P.Rovoka, das ist einfach nur gegenseitiges Interesse. So was kommt vor.

Mir ist nicht daran gelegen mich zu rechtfertigen. Ich will nur einmal aufzeigen, dass man mit Eindrücken, die entstehen, nicht zwingend zum richtigen Schluss kommt und ich möchte Sie einfach bitten, von diesen Unterstellungen abzusehen. Ob Sie der Bitte folgen, kann ich nicht erzwingen. Ebenso gut können Sie sich nun erst recht provoziert fühlen und umso mehr aus der Anonymität heraus loslegen. Ich könnte dagegen herzlich wenig ausrichten.

Letztlich, auch wenn es vielleicht schwerfällt und überhaupt nicht Ihren Interessen entspricht (kann ich nicht beurteilen, wir kennen uns ja nicht), lesen Sie doch einfach mal ein paar meiner Artikel wirklich durch, auch wenn sie zugegeben manchmal etwas arg lang geraten. Erkennen Sie wirklich einen Menschen des Geistes Kind, der zu Ihren Unterstellungen passt?
Ich schreibe nur 5-10 Artikel pro Monat, habe eine recht dürftige Quote; warum ich trotzdem so hoch in dem öminösen Rezensenten-Ranking bin, ist mir ein absolutes Rätsel. Die meisten dort schreiben erheblich mehr (oftmals beinah täglich!) und haben z.T. deutlich bessere Quoten.

Ob Sie mir das nun glauben oder nicht, kann ich kaum beeinflussen: Das Ranking ist mir herzlich egal. Derartige Verrenkungen - tägliches Schreiben über alles möglich nur um ja täglich eine neue Rezension zu veröffentlichen, ständiges löschen und neu einstellen um die Quote aufzuhübschen, pardon, dafür schreibe ich hier nicht. Meine Ambitionen liegen nicht in der Wahrung des Top100-Rezensenten-Status. Ob man mir inhaltlich nun folgt oder ganz und gar nicht, ist dennoch, glaube ich, recht deutlich erkennbar, dass ich mich mit allem worüber ich schreibe auch intensiv beschäftigt habe, egal ob Buch oder Musikalbum; was man leider nicht von allen Top-Rezensenten sagen kann.

Noch ein letztes Wort zur Uhrzeit, weil Sie auch das zum Gegenstand Ihres öffentlichen Orakelns machten. Es entspricht meinem Tagesrhythmus nachts zu schreiben. Und wenn eine Rezension dann fertig ist, dann stell ich sie auch ein (auch bei alten Platten oder oftmals jahrzehntealten Büchern, schauen Sie einfach mal meine Rezensionen durch, aktuelle Top10 Alben oder Buch-Bestseller bilden da wahrlich die Minderheit). Soll ich nun bei Neuheiten bis zum nächsten Nachmittag warten, nur das nicht der Eindruck entsteht, ich hätte gezielt bis null Uhr gewartet um ja der erste zu sein? Also bitte! Und wie häufig kommt das (bei mir zumindest) vor? Einmal pro Monat? Vielleicht 15 mal übers Jahr? Immer dann, wenn ich ein neues Album/Buch schon vor VÖ habe und entsprechend schon einen Artikel zum Verkaufsstart veröffentlichen kann. Nur (und selbst da nicht immer) dann!

Ich hoffe, Sie wissen meine Erläuterungen zu schätzen und werfen Sie in die Waagschale Ihrer Beurteilungen. Wenn nicht, kann ich auch nicht verhindern, wenn Sie weiterhin Kommentare unter meine Artikel stellen.

Beste Grüße

Christian Günther

Veröffentlicht am 27.02.2014 19:48:58 GMT+01:00
Quark meint:
Ja, ja, das stimmt schon alles, was der Christian da in seinem Kommentar so schreibt. Das können Sie ihm glauben. Aus Zeitgründen konnte ich mir jetzt gar nicht mehr die eigentliche Rezension durchlesen, aber Udo Jürgens ist mir sowieso schnuppe. Nur schade, daß man die alten Alben von Peter Cornelius heutzutage so schwer bekommt.

Veröffentlicht am 28.02.2014 01:32:45 GMT+01:00
Verehrter P.Rovoka,

ich habe zur Kenntnis genommen, dass Sie Ihren Kommentar hier und auch an anderen Stellen gelöscht haben.
Ich danke dafür und dafür, dass ein fairer Dialog auch in der Anonymität des Netzes mit Ihnen möglich ist. Das ist leider nicht selbstverständlich.

freundliche Grüße
Christian Günther

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.02.2014 01:37:55 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.02.2014 01:43:27 GMT+01:00
Hallo Quark,

auch wenn mir Udo Jürgens nun ganz offensichtlich alles andere als Schnuppe ist, muß ich Ihnen was Peter Cornelius betrifft absolut zustimmen.
Es ist ein Jammer, dass er von der breiten Öffentlichkeit kaum mehr beachtet wird und die jeweiligen Plattenfirmen sein Gesamtwerk mehr als sträflich vernachlässigen.
Ich hoffe bei Universal (die meisten seiner Alben erschienen bei Firmen, die heute dazu gehören) erinnert sich irgendwann jemand an ihn und sorgt für eine würdige Neuauflage seiner feinsinnigen Klassiker - schön wärs!

Grüße
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