Kundenrezension

37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts mehr für Coldplay-Fans der ersten Stunde, 16. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ghost Stories (Audio CD)
Ich gebe es gerne zu: ich trauere der guten alten "Parachutes"-Zeit hinterher. Ohne Frage, damals, als Coldplay noch Ecken und Kanten hatten und trotzdem die schönen, melancholischen Pop-Momente mit vorsichtigem Optimismus zelebrierten, waren sie mir am Liebsten. Das unfassbare coole Konzert als Opener aufm Bizarre-Festival damals... ach ja... Dennoch habe ich es über die Jahre noch immer geschafft, mich mit ihren neuesten Ergüssen zu arrangieren. Zum ersten Mal fiel mir das schwer auf MX - aber das neue Album sollte ja ruhiger sein, einen Schritt back to the roots gehen.

Nun, ruhiger ist Ghost Stories in der Tat ausgefallen. Von back to the roots kann jedoch keine Rede sein, hier regiert die Radio- und Schmusetauglichkeit. Dazu kommt die wuie schon auf MX unschön glattgebügelte Produktion. Ja, Chris Martin hat nun auch Vocoder entdeckt (weil, Daft Punk), und von Guy und Will ist nicht viel zu vernehmen, weil, auch Sequencer sind cool und voll angesagt. Angesagter als Drums und Bass, zumindest. Das Ergebnis ist dann auch definitiv nichts für mich oder andere langjährige Coldplay-Fans, hier wird die Zielgruppe angesprochen, die mit "Viva La Vida" (dem Song) zum ersten Mal Kontakt mit der Band hatten. Die kommen möglicherweise auch mit dem grauenvollen "Sky Full Of Stars" klar - ich wußte bis zu diesem Song noch nicht mal, wer Aviici ist... und kam ganz gut klar mit meiner "Lücke".

Unterm Strich eine gar nicht mal so üble Synthiepop-Scheibe, aber in diesem Fall ist für mich ganz deutlich das Signal zur Abreise zu vernehmen. Das ist nicht mehr meine Welt, wem's gefällt, der soll sich freilich dran erfreuen, für mich hält Coldplay nichts mehr Relevantes bereit. Schade - es war schön mit euch... und jetzt gleich nochmal die "Blue Room" EP rausnehmen und mich an "See You Soon" und "Bigger Stronger" erfreuen....
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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.05.2014 13:26:58 GMT+02:00
M.B. meint:
geistiger Firlefanz - mit Verlaub.
Sie trauern einer Band nach, die es nie gegeben hat. Coldplay hat sich mit jedem Album neu erfunden. Auf jeder Platte gab es ruhige und auch schnellere, poppigere Songs. Der Erfolg gibt Ihnen Recht - fertig. Nach dem eher in Richtung Stadion-Tour gehenden Album nun etwas melancholischeres. Etwas, mit dem Chris Martin seine zerflossene Liebe ansingt. Wenn Ihnen das zu viel Gefühlsduselei ist, dann ist das ihr eigener Geschmack, sich über Sky full of Stars aufzuregen und dann bei Viva la Vida, Every Teardrop is a Waterfall mitzugrölen - das ist schizophren. Sie trauern dem 2000er Album nach, das ist 14 Jahre her - jede gute Band entwickelt sich auch mal. Das zeichnet gute Künstler aus. Sich als "Fan" outen und dann bei einem eher für sich persönlich schlechteren Album "abzuspringen" - das ist genau wie ein typischer Erfolgsfußballfan - sorry

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.05.2014 15:23:03 GMT+02:00
TP meint:
das ist das dümmste, was ich zu diesem thema bisher gelesen habe; und dann immer dieses totschlagargument mit der weiterentwicklung, das ist doch lächerlich. diese platte taugt vielleicht gerade noch als einschlafhilfe, aber mit tiefgründiger, handgemachter musik aus den anfangstagen hat das nicht mehr viel zu tun, nur noch undifferenzierter klangschwülst auf 40 minuten. aber wem's gefällt soll's hören...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.05.2014 18:31:35 GMT+02:00
Ob geistiger Firlefanz oder nicht - das überlasse ich Ihnen...

Aber nach 14 Jahren Coldplay traue ich mir fraglos zu, den Output der Band differenziert und sachlich zu beurteilen - auch ohne beleidigend zu werden... die Band, die ich mochte, gab es sehr wohl, gibt es tatsächlich ja immer noch - nur macht sie musikalisch nichts mehr, mit dem ich was anfangen kann.

Der Erfolg mag ihnen Recht geben, aber das passt bei Bohlen und Co auch - trotzdem bedeutet das nicht gleich Qualität. Und wer tatsächlich die Subtilität, Emotionalität und Tiefe der frühen Jahre mit dem flachen Pseudogeschnulze dieser Scheibe vergleichen mag - nun ja. Da diskutieren wir auf unterschiedlichen Ebenen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.05.2014 13:19:37 GMT+02:00
Padawan meint:
Danke für die kompetente Rezension :-)

Mir geht es ähnlich, auch wenn ich erst seit Rush of Blood dabei bin. Gerade MX hat viel Distanz und Unverständnis in mir Erzeugt, es fühlte sich nicht mehr nach Coldplay an. Mit X&Y ging leider der Weg los, dass jede Platte immer mehr eigentlich ein Brian Eno-Album wurde, mit dem derzeitigen Endresultat GS. Große Synthie-Wolken, echte Drums wenig bis gar nicht zu vernehmen, und die typische Coldplay-Melancholie aus klugem & fesselndem Songwriting und den prägenden instrumentalischen Repetitionen sucht man vergeblich.

Coldplay begeistern die Massen im Radio und auf MTV, das sei ihnen gegönnt. 'Mein' Coldplay ist es nicht mehr. Es wäre vielleicht versönlicher gewesen, hätte Chris Martin diesen Weg unter eigenem Namen gemacht, nicht im Namen der Band (ich weiß nicht, was letztlich von ihr noch an Einfluss vorhanden ist, ein Großteil dürfte durch Eno&Co. gelenkt sein). Aber ähnliches kennen wir ja auch von Alphaville und Marian Gold.

Veröffentlicht am 26.06.2014 08:32:47 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.06.2014 21:57:34 GMT+02:00
Klaus Biehler meint:
Danke, endlich mal jemand, der die sensationelle Blue Room E.P. würdigt. Wie singt Morrissey auf einer seiner B-Seiten "They started at the top and worked their way down". Es ist schade, aber die goldenen Zeiten sind lange her. Die B-Seiten der Singles von "Parachutes" und "A Rush of Blood to the Head" (z.B. "I Bloom Blaum" und "Murder") sind unglaublich gut. Was passierte dann? Wir werden es nie erfahren. Seit Mylo Xyloto klingt Coldplay wie eine Band für pseudotiefgründige Après Ski und Ballermann-Musik. Die Band hat nicht begriffen, dass sie gleich zu Beginn der Karriere unverwechselbar war. Jede Platte brachte mehr Pomp und weniger Songs und weniger Musik unter der Verpackung. Schade. Abgesehen von der genialen Gitarrenarbeit der frühen Tage, war vor allem der Bass (z.B. bei "Spies" vom Debutalbum) unglaublich gut. Wo ist das alles hin? "See you soon" war wunderbare Melancholie. Ich hatte gehofft, dass eine Trennung intimere, zerbrechlichere Lieder zur Folge hätte und nicht so einen glattpolierten Brei. Der arme Schlagzeuger A Sky full of stars........durfte er wenigstens den Knopf drücken? Nichts mehr für Musikfans, nur noch als Untermalung für Wellnessbereiche in Hotels und gefühlsduselige Doku-Soaps.

Veröffentlicht am 01.08.2014 10:16:55 GMT+02:00
Ich denke, dasselbe Phänomen und Drama wiederholt sich bei allen "großen" Bands. Meine -als absoluter Synthifan- war seit den frühen 80ern Depeche Mode, wo sie mit den Platten 3-7 ("Construction Time Again", "Some Great Reward", "Black Celebration", "Music For The Masses" und "Violator") einen unfassbaren Lauf hatten und ihren Kultstatus zementierten. Mit den Scheiben danach ging es stilistisch und qualitativ hin und her, hoch und runter und irgendwie hauptsächlich bergab, zumindest in meinen Ohren.
Und doch schiebe ich die "Schuld" nicht der Band zu. Das ist einfach der Lauf der Dinge. Musiker verändern sich, ich verändere mich, man nimmt Musik anders war und plötzlich funktioniert es für einen persönlich nicht mehr. Jede Zeit hat ihren Soundtrack und meiner kam 1983-1990 von Depeche Mode - das war genial, doch es ist vorbei. Ich weine dem nicht nach sondern bin dankbar für diese großartigen Jahre und wende mich anderen Bands zu. Es gibt immer wieder neue, gute Bands (z.B. Chvrches). Man muss nur Geduld haben und weiter suchen. :-)

Veröffentlicht am 04.08.2014 23:22:31 GMT+02:00
Magic Mike meint:
überrascht mich sehr, Ihre ansicht.
Auch nach meiner Meinung ist Parachutes die unangefochten beste CP-Platte.
Dennoch hat mich die derzeitige Entwicklung der Band nicht abgeschreckt. Finde Ghost Stories alle mal besser als die letzten zwei LPs - und Sky full of Stars ehrlich gesagt ziemlich großartig....

aber so ist das halt mit den Geschmäckern.

dennoch: interessante Rezension

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.08.2014 11:21:55 GMT+02:00
Ich finde es schade, dass sich hier alle Seiten, insbesondere aber die "Ghost Stories"-Kritiker, über Instrumentierung, Trends, Weiterentwicklung und Älterwerden schreiben, aber niemand zu erkennen vermag, welch unglaubliche emotionale Intensität in diesem neuen Album drin steckt. Das ist doch entscheidend; ob Synthie-Sound oder handgemachter Rock - diese Songs, dieser Gesang, diese emotionale Intensität und Tiefe: diese Platte ist einfach unglaublich gut, und ich sage euch: Sie wäre es auch, wenn die gleichen Songs "unplugged" produziert worden wären; dennoch hebt das neue Arrangement die Nummern noch ein Stück weit nach oben, weil dieser Sphärensound einfach super passt.

Gerade die Puristen unter euch tun mir fast leid, dass sie aufgrund ihrer von Vorurteilen gegenüber Elektro-Sounds hervorgerufenen Spontanablehnung des Sounds sich diesem tollen Album offenbar nicht öffnen können. Ich habe bis vor ca. 5 Jahren auch so gedacht, aber ich kann nur empfehlen: Offenheit befreit, Purismus tötet Emotion ab.

Dennoch: schön, dass man in diesem Rahmen hier niveauvoll über Musik diskutieren kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.08.2014 18:54:28 GMT+02:00
Hm, ein Purist bin ich mit Sicherheit nicht, mein Geschmack deckt zwischen Pop, Rock, Metal, Punk, Prog, Fusion, Ambient, TripHop, Punk, Folk, Country und Goth (hab' ich was vergessen? Bestimmt...) fast alles ab, was man sich denken kann.

Ich streite ja nicht ab, daß vielleicht tatsächlich etwas in der Scheibe steckt, was ich nicht entdecken kann - obwohl ich der Scheibe immer wieder mal einen Durchlauf gönne und auf den "Klick" warte.. Aber es ist nicht grundsätzlich so, daß ich mit Elektrosounds grundsätzlich auf Kriegsfuss stehe, Eno, Kraftwerk, Tangerine Dream, im poppigeren Bereich auch Lamb, Emilie Simon oder auch die genialen, aber leider völlig erfolglosen (und mittlerweile aufgelösten) Hungry Lucy) stehen bei mir ganz weit oben. Ich komme ursprünglich mehr aus dem Prog- und Hardrock-Bereich, in den letzten zwanzig Jahren habe ich aber in fast jeder Musikrichtung Sachen gesucht und gefunden, die mir gefallen haben.

Der Sound oder eventelle Scheuklappen sind also nicht mein Problem, die Songs und auch die Performance bewegen mich einfach nicht, und die Produktionsgimmicks habe ich (unter anderem bei den oben erwähnten Acts) halt einfach schon tausendmal gehört, und auch noch in - für mich zumindest - überzeugenderer Weise. Die "Emotionale Intensität" ist meiner Meinung nach einfach nicht mehr da, zumindest nicht auf eine Weise, die mich betrifft.

Und die Integration von Radio- und Teenie-tauglichen Dancefloor-Elementen - nun, damit stehe ich tatsächlich auf Kriegsfuss, das ist definitiv nicht meine Welt - und war es auch in den frühen Neunzigern schon nicht, vielleicht bin ich einfach zu früh geboren, das ist eine ganze Welt, die sich für mich nicht erschliesst (gilt für z.B. den Death Metal- und HipHop-Bereich genauso).

Schön, fast schon zu beneiden (denn sympathisch ist mir die Band immer noch!), wenn jemand sich von der Scheibe berührt und begeistert zeigt, aber bei mir isses halt definitiv nicht so. :-(
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