Kundenrezension

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Referenzwerk für Progressive Rock, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Raven That Refused to Sing (Audio CD)
Mit "The Raven That Refused to Sing (And Other Stories)" hat Porcupine-Tree-Mastermind Steven Wilson sein nunmehr drittes Soloalbum veröffentlicht und endlich auch einen Teil des verdienten kommerziellen Erfolgs geschafft, den dieser umtriebige Ausnahmekünstler verdient: Immerhin auf Platz 3 der deutschen Albumcharts hat es das Werk 2013 geschafft. Die darauf enthaltenen sechs Stücke mit einer Gesamtlaufzeit von knapp unter einer Stunde sind ein ergreifender Parforce-Ritt durch Jazz, Experimental und Progressive Rock sowie Ambient, produziert von keinem Geringeren als Alan Parsons, der als Toningenieur schon hinter so bahnbrechenden Werken wie "Dark Side Of The Moon" von Pink Floyd steckt. Geholfen haben Steven Wilson so herausragende Musiker wie Ex-Kajagoogoo Nick Beggs am Bass und Chapman Stick, Adam Holzman, der schon mit Jazz-Größen wie Miles Davis und Marcus Miller gearbeitet hat, an den Keyboards, Guthrie Govan, der unter anderem bei Asia gespielt hat, an der Leadguitarre oder der enorm vielseitige Marco Minnemann an Schlagzeug und Percussion, dessen Spektrum von Jazz bis Heavy Metal reicht.

Der Eröffnungstrack "Luminol" ist gleichzeitig der längste der CD. In einem wilden Gewitter verbinden sich hier jazzige Passagen und ein treibendes Rhythmussegment mit verspielten Flötenklängen und fragilen, loungeartigen Ambient-Breaks, während der Gesang zunächst im Hintergrund steht. Das sich anschließende "Drive Home" ist eine ruhigere, stimmungsvolle Rockballade, während es bei "The Holy Drinker" wieder schneller und verspielter zu Werke geht, wobei nicht zuletzt durch die Guitarrenklänge am Ende des Songs eine eher düstere Stimmung erzeugt wird. Sowohl hier als auch im folgenden "The Pin Drop" sind es aber die fragilen Zwischenspiele, die aus den Liedern faszinierende Meisterwerke machen. Das mit über elf Minuten zweitlängste Stück "The Watchmaker" mit seinem atmosphärischen Klavierbreak und dem entfernt an Opeth erinnernden, härterem Ende gehört zu den Höhepunkten des Albums. Den krönenden Abschluss bildet dass der melancholische Titeltrack "The Raven That Refused To Sing", der verhalten beginnt, sich zur progressiven Rockballade steigert und mit zarten Pianoklängen ausklingt.

Überhaupt ist die unglaubliche klangliche Dynamik des Albums, die sich jeglichem Loudness War entzieht, ein hervorstechendes Merkmal dieser Platte: Von kaum hörbar bis dröhend reicht das Spektrum. Steven Wilson ist schon lange ein Sound-Fetischist und Gegner der bedauernwerten Tendenz der Musikindustrie den Lautheitspegel von CDs bis zur Kompression und Verzerrung zu erhöhen. Dies kommt dem Sound zugute und sollte anderen Künstlern als Vorbild dienen.

Inhaltlich erzählen die Songs mehr oder weniger übersinnliche Geschichten, teils in der Tradition eines Edgar Allan Poe, und basieren auf Kurzgeschichten, die Steven Wilson geschrieben hat und die man auf der Deluxe Edition des Albums auch nachlesen kann. Das Cover und Booklet, welches auch sämtliche Lyrics enthält, wurden von dem deutschen Künstler Hajo Müller gestaltet und runden das künstlerische Gesamtbild mit teils stimmungsvollen, teils verstörenden Illustrationen gelungen ab.

"The Raven That Refused To Sing (And Other Stories)" ist Wilsons bisher abwechslungsreichstes Album und dürfte ein Klassiker des Progessive Rock werden, denn seine Qualitäten haben Bestand.
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Kommentare


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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.05.2014 21:00:30 GMT+02:00
ali meint:
Schön geschrieben und diese Musik ist es auch Wert. Aber Du hast bei der Aufzählung The Amazing Guthrie vergessen, wennst magst, schreiben auch einen Satz..
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