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5.0 von 5 Sternen "Das Böse ist nur das verdorbene Gute." - Rezension zu C.S. Lewis "Pardon, ich bin Christ. Meine Argumente für den Glauben", 20. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: Pardon, ich bin Christ. Meine Argumente für den Glauben (ABCteam-Taschenbücher - Brunnen) (Taschenbuch)
"Pardon, ich bin Christ" von C. S. Lewis ist eine hervorragende, anschaulich geschriebene theologisch-philosophische Einführung in das christliche Glaubenssystem. Hier soll besonders auf die grundlegenden Kapitel (I. Recht und Unrecht, Wegweiser zum Sinn des Universums" und "II. Vom Glauben des Christen") eingegangen werden - in der Hoffnung nicht nur zum intensiven Studium dieser Kapitel anzuregen sondern auch zur Lektüre der weiteren Kapitel ("III. Gebrauchsanweisung für den Menschen" und "IV. Jenseits der Persönlichkeit oder Deutungsversuche der Trinitätslehre").

Mit überzeugenden Argumenten verteidigt Lewis die Lehre des Christentums, dass es ein in der menschlichen Natur begründetes universales Sittengesetz (Naturrecht) gibt, das sich dem gesunden Menschenverstand durch die Lebenserfahrung (empirisch) erschließt. (S. 27f) Lewis: "Das Gesetz der menschlichen Natur dagegen sagt, was die Menschen tun sollten und nicht tun. ... Das Gesetz der menschlichen Natur oder von Recht und Unrecht muß etwas sein, das jenseits der Tatsachen der menschlichen Verhaltens steckt." (S. 29, 32) Wir haben also Grund zu der Annahme, dass hinter diesem Gesetz eine geheimnisvolle geistige Kraft steckt, die uns zum rechten Handeln anhält. (S. 36f) Und Lewis weiter: "Durch das sittliche Gesetz erfahen wir mehr über Gott als durch die äußere Welt, genauso wie wir mehr über einen Menschen erfahren, wenn wir uns mit ihm unterhalten, als wenn wir uns ein Haus ansehen, das er gebaut hat." (S. 39)

C. S. Lewis geht also vom traditionellen Christentum aus, welches das Sittengesetz als eine der Vernunft zugängliche absolute Wahrheit über die Welt betrachtet. Oder philosophisch-theologisch ausgedrückt: "Das Gute" ist ein abstrakter Begriff (Universalie) mit einen objektiven inhärenten Sinn, den jeder Mensch beim Nachdenken erkennen kann. Gegen diese Position des "Inhärentismus" wendet sich seit über sechs Jahrhunderten der "Konstruktivismus", der behauptet, dass abstrakte Begriffen wie "das Gute" von jedem Menschen mit Sinn gefüllt werden könnten - wobei heute allerdings kaum noch jemand auf heiligen Geist vertraut. (Universalienproblem: Inhärentismus, Essentialismus oder Realismus contra Konstruktivismus mit Subjektivismus, Anti-Essentialismus, Relativismus, Voluntarismus, Dezisionismus, Utilitarismus, Konsequentialismus usw.)

In Kapitel "II. Vom Glauben der Christen: Rivalisierende Vorstellungen von Gott, Gutes und Böses in der Welt" warnt Lewis seine Leser vor den irreführenden und falschen Weltbildern, denn die Wirklichkeit sei ganz anders, als wir uns einbilden. (S. 48f) So gibt es etwa Philosophen, die sich gedanklich über "Gott" emporschwingen, um ihn von oben herab als Weltenschöpfer und Weltregenten zu definieren. Nach einem solchen Weltbild wäre die Welt ein göttliches Machwerk mit guten und schlechten Eigenschaften, ein Weltenherrscher würde entweder autoritär unter Androhung von Strafe ein strenges Sittengesetz erlassen (Dezisionismus) oder aber als ein "lieber Gott" keinerlei moralische Vorschriften machen und alles verzeihen (Werte-Nihilismus, S. 46f). Das philosophische Hirngespinst, Gott entscheide willkürlich, was in unserer Welt gut und schlecht sei (Voluntarismus), hat manchen absolutistischen Herrscher darin bestärkt, sich auf ein selbstherrliches "Gottesgnadentum" zu berufen, anstatt sich demütig einem universal gültigen Sittengesetz zu unterwerfen. Theologen sollten wissen, dass Christen nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können und dass sie am Ende aller Tage nach ihrem Dienst am Nächsten beurteilt werden - und nicht nach ihrer Dienstbeflissenheit gegenüber den Mächten dieser Welt.

Gott erkennen bedeutet das Gute tun

Wer dagegen "Gott" als subjektives tiefenpsychologisches Kraftfeld definiert, das bei individuellen, allzu menschlichen Bedürfnissen und existentiellen Ängsten hilfreich sei, macht "Gott" offensichtlich (zumindest nach christlicher Auffassung) zum Komplizen der eigenen Selbstsucht. (S. 37) Wenn nun aber das Böse eine Realität in der Welt ist, dann bleibt dem Stoiker und Pantheisten nur die Möglichkeit zur Weltflucht in sein Innerstes - um doch immer nur bei sich selbst zu bleiben. Vielleicht könnte ich mich ja als materialistischer Atheist stoisch damit abfinden, dass meine Vorstellung von Gerechtigkeit lediglich eine belanglose private Idee sei. (S. 46) Aber das Erleiden des Bösen und Ungerechten in dieser Welt drängt doch die meisten zu der Frage: "Warum lässt Gott das Böse zu?" (S. 45) In dieser Anklage steckt jedoch die stillschweigende Annahme, "Gott" sei etwas, über das man Bescheid wissen könnte. Erst wenn wir darüber nachgedacht haben, was gutes Handeln in dieser Welt bedeutet, kann offenbar werden, dass "Gott erkennen" gleichbedeutend ist mit "Das Gute tun". Priorität hat also die Beantwortung der Frage: (1) "Was ist das Gute und was das Böse?" Erst danach können wir uns der Frage zuwenden, was "Gott" mit unserem Weltbild zu tun haben kann: (2) "Was bedeutet Gottes Liebe zum Guten für diese Welt?"

(1) Was ist das Gute und was das Böse?
C. S. Lewis verteidigt den ontologischen Realismus, er ist davon überzeugt, dass das Gute eine Tat-Sache und wirksame Wirklichkeit in dieser Welt ist und keine subjektive oder gegenstandslose metaphysische Idee.

Lewis: "Man kann allein um der Güte willen gut sein, aber beim Bösen geht das nicht. Wir können etwas Gutes tun, auch wenn uns nicht danach zumute ist und wir keinen Nutzen davon haben; einfach weil das Gute recht ist. Aber niemand hat je eine Grausamkeit begangen, einfach weil Grausamkeit schlecht ist, sondern vielmehr weil es Vergnügen bereitet oder Nutzen bringt. Dem Bösen gelingt es nicht einmal, auf die gleiche Weise böse zu sein, wie das Gute gut ist. Das Gute ist sozusagen "es selbst". Das Böse ist nur das verdorbene Gute. Und es muss zuerst etwas Gutes geben, ehe es verdorben werden kann." (S. 50)

(2) "Was bedeutet Gottes Liebe zum Guten für diese Welt?"
"Gott ist die Liebe" bedeutet, dass Gottes Handeln Liebe zum Guten ist. Gottes übernatürliche Liebe (Agape) zur Welt ist mehr als ein intimes Gefühl, sie ist eine für Menschen unerreichbare Harmonie aus Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Der einzelne Mensch erkennt in Demut, dass er nicht allein leben kann. Wer in Einklang mit Gott leben will, versucht SEINE Liebe nachzuahmen, indem er nach dem absoluten Guten strebt. Wer diese Kernbotschaft des Christentums mit der Lehre anderer religiöser Glaubenssysteme vergleicht, wird erkennen, dass jene sich vom Christentum in der Bewertung des Guten und bei der Ermutigung zu guten Taten erheblich unterscheiden.

Lewis: "Die erste dieser Vorstellungen, die Gott jenseits von Gut und Böse glaubt, nennt man Pantheismus. Der große Philosoph Hegel bekannte sich zu ihm, und soweit ich beurteilen kann, tun es auch die Hindus. Die andere Anschauung wird von den Juden, Mohammedanern und von den Christen vertreten. -- Im Zusammenhang mit diesem grundlegenden Unterschied zwischen Pantheismus und christlicher Gottesidee begegnet uns noch eine Verschiedenheit. Die Pantheisten glauben, Gott beseele sozusagen die Natur wie die menschliche Seele den Leib; ja die Natur sei gewissermaßen Gott, und wenn es sie nicht gäbe, dann existiere auch Gott nicht; alles was sich in der Welt befinde, sei ein Teil von Gott. -- Die christliche Vorstellung ist ganz anders. Die Christen glauben, dass Gott die Welt erdachte und schuf, wie ein Künstler ein Bild erschafft oder eine Melodie komponiert. Ein Maler ist kein Bild, und er stirbt nicht, wenn sein Bild vernichtet wird. Man kann zwar sagen, er habe viel von sich in das Bild hineingelegt; aber das bedeutet nur, dass aller Zauber und alle Schönheit aus seinem Inneren gekommen sind. Seine Geschicklichkeit ist nicht so sehr in dem Bild selbst zu finden als vielmehr in seinem Kopf und vor allem in seinen Händen. Ich denke, es ist klar, wie eng diese Vorstellung mit dem oben erwähnten Unterschied zwischen Pantheismus und Christentum zusammenhängt. Wer den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht sehr ernst nimmt, kann leicht sagen, alles auf dieser Welt sei ein Teil von Gott. Wer aber manche Dinge für wirklich schlecht hält, Gott dagegen für wirklich gut, muss anderer Meinung sein. Er muss glauben, dass Gott von der Welt zu unterscheiden ist und dass vieles in der Welt seinem Willen widerspricht." (S. 44f)

Fazit:

Gottgläubige und Atheisten sind verbittert, wenn sie das Böse erleben und die Ungerechtigkeit und Schlechtigkeiten dieser Welt ertragen müssen. Atheistische Materialisten glauben an einen von der "seelenlosen" Materie vorgezeichneten Weg des Fortschritts, den es in "fortschrittlicher Gesinnung" und mit rationalem und innerweltlich nützlichem Handeln zu verfolgen gelte. Für den Pantheisten ist Gott jenseits von gut und böse. Dagegen glauben Christen, dass Gott die Liebe ist: Deshalb vertrauen sie auf die Vernunft und Güte Jesu Christi, dem sie auf dem Weg in eine unbekannte Zukunft nachfolgen wollen, indem sie SEINE guten Taten nachahmen. Weit mehr als die materialistische Ideologie und die pantheistischen Religionen fordert offensichtlich das Christentum von den Gläubigen unablässig nach dem rechten Weg und nach der Wahrheit zu suchen, um ein aktives und gutes Leben zu führen. In Freiheit folgen sie Jesus Christus nach, denn ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

Man kann also die Gottesfrage darauf zuspitzen, ob wir die Freiheit haben, innerweltlich nützlich zu handeln - oder ob wir das absolut Gute tun sollten. Jeder steht vor der Gewissensfrage, ob er sein Handeln kompromissbereit an subjektiven, möglicherweise irrigen, innerweltlichen Nützlichkeiterwägungen ausrichtet, oder ob er mit Herz und Verstand nach dem unerreichbaren absoluten Guten strebt - mit einer Liebe, die gleichermaßen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit ist. Seit der Mensch Selbstbewusstsein hat, steht er vor dem unüberbrückbaren Gegensatz zwischen dem Ich und den anderen. Wie sollen wir denn gleichermaßen uns selbst und dem Nächsten gerecht werden? Schon Thomas von Aquin lehrte: "Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist Grausamkeit, und Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist die Mutter der Auflösung."
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