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Klanglich-sanglicher, zuweilen melancholischer Vivaldi - excellent ..., 21. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Il Progetto Vivaldi 2 (Limited Edition Digipack) (Audio CD)
'Capella Gabetta' - das neue Barockensemble, diesen Traum haben sich Sol Gabetta und ihr Bruder Andres Gabetta (Violinist, Dirigent) nun erfüllt. Ihr gefühlvolles, flexibles Zusammenspiel demonstrieren die (z.Zt. 14) befreundeten Musiker (Violine, Viola, Cello, Contrabass, Cembalo, Theorbe), Spezialisten für 'Alte Musik' (man kennt und versteht sich u.a. vom Kammerorchester Basel, Orchestre Baroque de Limoges, Il Giardino Armonico) sehr eindrucksvoll! 'Progetto Vivaldi 2' präsentiert den Meister 'des ausgeprägten Klangsinnes und Experimentierlust' von seiner eher besinnlichen Seite. So überrascht nicht, dass hier nicht 'Virtuosität der linken Hand' Priorität genießt, sondern eher die klanglich-sanglichen, zuweilen melancholischen Intentionen Vivaldis der (rechten) 'Bogenhand' den Spielraum zuweisen, Sol Gabetta lässt dies Zuhörer auch empfinden, prononciert, gefühlvoll eben; und das Orchester geht excellent mit! Auffällig: Sehr dezent gesetzte, liebevolle, kleinste Pausen-Akzente steigern die Aufmerksamkeit, erhöhen die Spannung, schenken ein nuancenreiches, farbiges, nachwirkendes Hör-Erlebnis; sehr geschickt und durchaus different zu manchen bisher favorisierten Aufnahmen. Was wieder einmal mehr zeigt, dass Vivaldis Musik so lebendig, vielgestaltig, neu empfindbar ist, wie sie uns Interpreten eben 'neu und anders' bieten. Aus meiner Sicht ist 'Progetto Vivaldi 2' die wohl durchdachte, sehr gelungene Fortsetzung zur excellenten ersten Vivaldi-Einspielung. Sahnehäubchen: 'Leonardo Leo's Cellokonzert D-Dur' und 'Giovanni Benedetto Platti's Cellokonzert d-Moll' - wunderbar! Jederzeit gern mehr vom neuen Barockensemble 'Capella Gabetta'. Noch zur Info: Leonardo Leo (1694 - 1744) studierte am Konservatorium della pietà de' Turchíni in Neapel und bei Giuseppe Ottavio Pitoni in Rom. Die meiste Zeit lebte er als Kirchenkapellmeister in seiner Heimat ('San Vito degli Schiavoni', heute 'San Vito dei Normanni'), schuf mehr als 500 Werke (Opern, Messen, Psalmen, Kantaten, Serenaden, Instrumentalwerke), archiviert im Conservatorio di San Pietro a Majella in Neapel, im Vatikan und in der British Library in London. Leos sechs Cellokonzerte (1737/1738) gelten als bedeutende Werke des Barock. Giovanni Benedetto Platti (*1697 (?) in Padua - '1763 in Würzburg) studierte in Italien (Gesang, Oboe, Violine), lernte in Siena das von Bartolomeo Cristofori ab 1711 entwickelte Fortepiano (Hammerklavier) kennen, komponierte dafür Sonaten. Ab 1722 als virtuoser Oboist im Dienst der Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg, blieb er dort bis zu seinem Tod, auch als Sänger, Lehrer, Violonist. Dank des Interesses der Würzburger Fürstbischöfe (Johann Philipp Franz von Schönborn, Friedrich Carl von Schönborn) an den neuen italienischen Tasteninstrumenten spielten diese als Tafelklaviere eine große Rolle. Platti war mit der Würzburger Hofsängerin Maria Theresia Lambrucker (Sopran) verheiratet. Platti schuf neben zahlreichen Werken für Oboe, Flöte, Cembalo, Streicher u.a. 12 Cello-Sonaten, 28 Concerti für (obligates) Cello, Streicher und Bass sowie 4 Ricercari für Violine und Cello.
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Il Progetto Vivaldi 2 (Limited Edition Digipack) B0059B85ZM
Sol Gabetta
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Klanglich-sanglicher, zuweilen melancholischer Vivaldi - excellent ...
'Capella Gabetta' - das neue Barockensemble, diesen Traum haben sich Sol Gabetta und ihr Bruder Andres Gabetta (Violinist, Dirigent) nun erfüllt. Ihr gefühlvolles, flexibles Zusammenspiel demonstrieren die (z.Zt. 14) befreundeten Musiker (Violine, Viola, Cello, Contrabass, Cembalo, Theorbe), Spezialisten für 'Alte Musik' (man kennt und versteht sich u.a. vom Kammerorchester Basel, Orchestre Baroque de Limoges, Il Giardino Armonico) sehr eindrucksvoll!
'Progetto Vivaldi 2' präsentiert den Meister 'des ausgeprägten Klangsinnes und Experimentierlust' von seiner eher besinnlichen Seite. So überrascht nicht, dass hier nicht 'Virtuosität der linken Hand' Priorität genießt, sondern eher die klanglich-sanglichen, zuweilen melancholischen Intentionen Vivaldis der (rechten) 'Bogenhand' den Spielraum zuweisen, Sol Gabetta lässt dies Zuhörer auch empfinden, prononciert, gefühlvoll eben; und das Orchester geht excellent mit!
Auffällig: Sehr dezent gesetzte, liebevolle, kleinste Pausen-Akzente steigern die Aufmerksamkeit, erhöhen die Spannung, schenken ein nuancenreiches, farbiges, nachwirkendes Hör-Erlebnis; sehr geschickt und durchaus different zu manchen bisher favorisierten Aufnahmen. Was wieder einmal mehr zeigt, dass Vivaldis Musik so lebendig, vielgestaltig, neu empfindbar ist, wie sie uns Interpreten eben 'neu und anders' bieten.
Aus meiner Sicht ist 'Progetto Vivaldi 2' die wohl durchdachte, sehr gelungene Fortsetzung zur excellenten ersten Vivaldi-Einspielung. Sahnehäubchen: 'Leonardo Leo's Cellokonzert D-Dur' und 'Giovanni Benedetto Platti's Cellokonzert d-Moll' - wunderbar! Jederzeit gern mehr vom neuen Barockensemble 'Capella Gabetta'.
Noch zur Info:
Leonardo Leo (1694 - 1744) studierte am Konservatorium della pietà de' Turchíni in Neapel und bei Giuseppe Ottavio Pitoni in Rom. Die meiste Zeit lebte er als Kirchenkapellmeister in seiner Heimat ('San Vito degli Schiavoni', heute 'San Vito dei Normanni'), schuf mehr als 500 Werke (Opern, Messen, Psalmen, Kantaten, Serenaden, Instrumentalwerke), archiviert im Conservatorio di San Pietro a Majella in Neapel, im Vatikan und in der British Library in London. Leos sechs Cellokonzerte (1737/1738) gelten als bedeutende Werke des Barock.
Giovanni Benedetto Platti (*1697 (?) in Padua - '1763 in Würzburg) studierte in Italien (Gesang, Oboe, Violine), lernte in Siena das von Bartolomeo Cristofori ab 1711 entwickelte Fortepiano (Hammerklavier) kennen, komponierte dafür Sonaten. Ab 1722 als virtuoser Oboist im Dienst der Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg, blieb er dort bis zu seinem Tod, auch als Sänger, Lehrer, Violonist. Dank des Interesses der Würzburger Fürstbischöfe (Johann Philipp Franz von Schönborn, Friedrich Carl von Schönborn) an den neuen italienischen Tasteninstrumenten spielten diese als Tafelklaviere eine große Rolle. Platti war mit der Würzburger Hofsängerin Maria Theresia Lambrucker (Sopran) verheiratet. Platti schuf neben zahlreichen Werken für Oboe, Flöte, Cembalo, Streicher u.a. 12 Cello-Sonaten, 28 Concerti für (obligates) Cello, Streicher und Bass sowie 4 Ricercari für Violine und Cello.
Tenor
21. September 2011
- Insgesamt:
5

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