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Kundenrezension

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlich tolle Begegnung der dritten Art, 7. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Lost in the Dream (Audio CD)
Vor einigen Wochen kaufte ich nach längerer Zeit einmal wieder eine Musikzeitschrift, die zurzeit (im zweiten Anlauf) das zwanzigjährige Jubiläum ihrer deutschen Ausgabe feiert. Bei den Plattenrezensionen angekommen, blieb ich speziell an zwei Scheiben hängen. Eine davon war das Album LOST IN THE DREAM von einer Band namens The War On Drugs.

Flugs lud ich mir das Teil herunter und brannte es auf eine CD-R. Am selben Abend, in der Halbzeitpause des Champions-League-Spiels Bayern München - Manchester United, legte ich die CD aus Neugier in den Player, um mal kurz 'reinzuhören. Und dann geschah etwas, was noch nie zuvor geschehen war: Die Platte faszinierte mich nämlich sozusagen vom ersten Augenblick an dermaßen, dass ich mir die zweite Halbzeit bei abgeschaltetem Fernsehton ansah.

Es war irgendwie surrealistisch: Zwei großartige Fußballmannschaften im heldenhaften Kampf um den Einzug ins Halbfinale und dazu die Musik einer Band, von der ich noch nie zuvor gehört hatte. Ich konnte nicht anders, als immer weiter zuzuhören. Sozusagen eine unheimlich tolle Begegnung der dritten Art.

The War On Drugs bestehen eigentlich nur aus einem wirklich festen und kreativen Mitglied. Sein Name ist Adam Granduciel, er stammt aus Philadelphia, und ich schätzte ihn auf etwa dreißig Jahre. Auf dem schlimmen Coverfoto des neuen Albums wirkt er wie ein Heroinjunkie in einem heruntergekommenen Hotelzimmer. Andere aktuelle Bilder belegen aber, dass er eigentlich ziemlich clean und wie eine Mischung aus Rory Gallagher und Roger Hodgson (Supertramp) ca. 1977 aussieht. Was natürlich auch schon ungewöhnlich genug ist im Jahre 2014.

Granduciels Gesangsstimme erinnert, obwohl heller und weniger raspelnd, an Bob Dylan, manchmal auch an Tom Petty ("Suffering"). Die Musik auf LOST IN THE DREAM orientiert sich, sagen wir mal, roughly an den siebziger und frühen achtziger Jahren. Gleich das erste Stück "Under The Pressure" ist mit fast neun Minuten das längste und zelebriert ein nicht enden wollendes Ende, wie man es (heftiger) zuletzt in "Walk Like A Giant" von Neil Young & Crazy Horse auf deren fantastischem Album PSYCHEDELIC PILL gehört hat.

Zumeist machen The War On Drugs einen auf wahnsinnig laid back. Sanfte Gitarren, dazu Piano- und Orgeltupfer, in "Suffering" auch mal ganz kurz ein dunkles Saxophon wie auf Pink Floyds DARK SIDE OF THE MOON oder Richard Wrights WET DREAM.

Das unglaublich wunderbare "An Ocean Between The Waves" klingt laut des Rezensenten des oben erwähnten Musikmagazins 'als ob man die Dire Straits nach Atlantis gebeamt' hätte. Den Sinn dieses Halbsatzes habe ich zwar auch nach fünfmaligem Lesen nicht verstanden, aber der musikalische Bezugspunkt ist schon nicht völlig daneben. Dire Straits, Chris Rea, das erste Album von Sniff'n The Tears, natürlich Tom Petty, dazu allerdings oftmals eine rhythmische Einfachheit, die ihren Ursprung vielleicht in der elektronischen Musik Europas und speziell Deutschlands haben könnte.

Woher stammt dieser sich durch das gesamte Stück "Disappearing" ziehende, seltsam gedoppelte drum pattern? Ich kenne das aus einem lange zurückliegenden Titel, aber mir fällt auf Teufel komm' raus nicht ein, aus welchem.

Die immer wieder beschworene Verbindung zu Bruce Springsteen erschließt sich mir höchstens in "Burning", das ein wenig an "Dancing in the Dark" erinnert (aber auch an "Walk of Life" von den Dire Straits). Schließlich und endlich orientieren sich aber alle Genannten irgendwie an Bob Dylan.

'LOST IN THE DREAM umarmt die Betäubung, das passive Dulden, die helle, leuchtende Schönheit des Schmerzes', behauptet Andreas Borcholte in seiner Rezension für 'Der Spiegel'.

Phllipp Holstein von der 'Rheinischen Post' schreibt: 'Manchmal würde man die Leute gern zu ihrem Glück zwingen. Die Veröffentlichung der neuen Platte von The War On Drugs ist wieder ein Anlass, das zu denken: Dürfte man doch Menschen in einen gemütlichen und warmen Raum ohne Telefon bitten, die Türen abschließen und sie mehrere Male das Album "Lost In The Dream" anhören lassen. Am Ende wären sie glücklicher, das steht fest, sie würden lächeln und sich bedanken und dann mit Nachdruck darum bitten, dass sie die tolle CD mit nach Hause nehmen dürfen.'

Adam Granduciel selbst sagt: 'Hätte ich dieses Album Mitte der 70er veröffentlicht, wäre die Schlagzeile gewesen: Alter Mann macht Album. Heute kann ich auch mit 34 als Rocksänger ernst genommen werden. Ich bin wirklich dankbar, dass ich mich mit meiner eigenen Geschwindigkeit entwickeln konnte.'

Ihr drittes Album brachte The War On Drugs so etwas wie den weltweiten Durchbruch. Platz 18 in England, 19 in Dänemark, 21 in den Niederlanden, 26 in den USA und Schweden, 28 in Australien und so weiter. Nur hier in Deutschland ging wieder mal gar nichts. No comment.

Das oben erwähnte Fußballspiel endete mit 3:1 für Bayern München, das Album LOST IN THE DREAM hingegen mit 10:0 für The War On Drugs.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.10.2014 15:49:23 GMT+02:00
The Comment meint:
Woher stammt dieser sich durch das gesamte Stück "Disappearing" ziehende, seltsam gedoppelte drum pattern? Ich kenne das aus einem lange zurückliegenden Titel, aber mir fällt auf Teufel komm' raus nicht ein, aus welchem.

Könnten es Tears for Fears (Frühphase) sein? - Da war doch mal was ..

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.10.2014 00:22:17 GMT+02:00
H.Schwoch meint:
Hallo,

danke für den Tipp, aber Tears for Fears waren es nicht. Dafür kenne ich deren Output zu gut. Aber ich bin immer noch nicht drauf gekommen, welche Band es nun wirklich war. :-(

Veröffentlicht am 27.10.2014 21:15:26 GMT+01:00
Danke für diese Rezension, habe das Spiel nicht gesehen (und es interessiert mich eigentlich auch nicht) aber dank Deiner Beschreibung ist es, als wäre ich dabei gewesen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.10.2014 00:46:57 GMT+01:00
H.Schwoch meint:
Vielen Dank für dieses Lob! :-))
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