Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Willkommen in der Zukunft der eigenen Vergangenheit, 24. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Welcome 2 My Nightmare (Limited Deluxe Version) (Audio CD)
Alice Cooper ist ein echtes Phänomen. Schon an die 40 Jahre am Start und immer noch nicht müde. Und anders als viele andere seiner Zeitgenossen, die ihrem eigenen Erfolgsrezept treu bleiben (als Beispiel seien mal AC/DC genannt), hat the Coop immer wieder kräftig experimentiert. Nach den turbulenten 70ern startete Onkel Alice in den 80ern sein Comeback und surfte auf dem Höhepunkt der Hair Metal Welle erfolgreich mit, um dann mit leichter Grunge Schlagseite die letzte Versuchung zu vertonen, danach 2 CDs lang Modern Metal mäßig unterwegs zu sein und anschließend für weitere 2 CDs auf den Garage Rock der ganz frühen 70er zurück zu greifen, bevor er mit "Along Comes a Spider" das erste Konzeptalbum seit langer Zeit rausbrachte und auf diesem noch etwas sehr unentschlossen tönte. Nun das zweite Konzeptalbum in Folge (er bleibt also den 2er Serien treu), aber das erste Mal mit direkten Verweisen auf die eigene Vergangenheit. In meinen Augen seit langer Zeit mal wieder ein Alice Cooper Album, welches trotz erheblicher stilistischer Bandbreite mehr nach dem typischen Cooper (wenn es den denn gibt) klingt als alles in den letzten 20 Jahren. "Welcome 2 my nightmare" ist stilistisch enorm breit gefächert, recht modern produziert, atmet aber trotzdem an vielen Stellen authentisches 70er Flair. Hört sich spannend an? -Ist es auch. Aber der Reihe nach:

"I am mad of you": klassische Cooper Ballade zum Start, allerdings in top modernem Gewand, mit Autotune Effekten im Gesang. Schöner Kontrast dazu: das klassische Gitarrensolo von Steve Hunter - einfach nur göttlich. In meinen Augen einer der besten Cooper Songs aller Zeiten. Setzt die Messlatte für das Album verdammt hoch. 10/10

"Caffeine": es wird glam rockig. Die Cowbell gibt den Rhythmus vor. Ansonsten das volle 70ties Gitarrengeschwader, geht gut ab. Erinnert durchaus an einige Songs von ACAS, wäre auf der CD aber ein einsamer Hit gewesen. Textlich ist Cooper auf diesem Album ohnehin auf seinem Zenith. Es gibt viel zu Lachen und ein wenig zum Gruseln. Macht einfach Spaß, auch mal auf die Texte zu achten. 9/10

"The nightmare returns": stimmungsvolles Intro in den Rest der Scheibe, mit Klaviermelodien aus dem ersten WTMN Opus. 6/10

"A runaway train": Speed-Shuffle. Man hört wirklich raus, dass hier der Großteil der klassischen Cooper Band aus den Siebzigern am Werk ist. Ganz nett, aber dem Song fehlen einfach die Höhepunkte, er plätschert (oder besser rast) so vor sich hin. 5/10

"Last man on earth": Klasse! Echt origineller Text und vollkommen untypische musikalische Umsetzung, mit Tuba, Polka-Anklängen und Banjo. Hört sich komisch an? - Stimmt. Aber es passt und macht Spaß. So originell hat Onkel Alice definitiv seit 1975 nicht mehr geklungen. 8/10

"The congregation": Klasse Hardrock und auch wieder eine spannende Mixtur aus 70er Rock und Rob Zombie Rhythmus (und Background Growls) im Refrain. Gefällt! 9/10

"I'll bite your face off": Von der Musik her der beste Stones Song, den Mick Jagger & Co nie geschrieben haben. Bis auf den Mittelteil, der typisch Alice Cooper ist. Genial, live sicherlich ein absoluter HIt. Klassiker. 10/10

"Disco Bloodbath Boogie Fever": Alice macht sich musikalisch über Disco Musik lustig. Leider mit Disco Musik. So kann man sich das als Witz mal gut anhören. Und auch wenn ab der Hälfte klassischer Hardrock mit einem klasse Shredding-Solo von Rob Zombie Klampfer John5 übernimmt, ist der Song zum mehrmals hören zu viel Disco. Jedenfalls für meinen Geschmack. 6/10

"Ghouls gone wild": Hört sich an wie eine Mischung aus Beach Boys und Rob Zombie. Mir gefällts. Gute Laune Song mit morbid-lustigem Text. Klasse! 9/10

"Something to remember me by": Klassische Alice Cooper Ballade. Gewohnt gut, aber nicht so genial wie "I am made of you". 8/10

"When hell comes home": Absolut morbide Gruselstimmung. Langsamer, harter Blues Stampfer mit genialem Piano und wirklich gruseligem Gesang und Text. Spitze. 9/10

"What Baby wants": Nochmal Richtung Dancefloor. Diesmal mit Pop Sternchen Ke$ha. Wieder Erwarten ein klasse Song. Echter Ohrwurm, schön rockige Gitarren. KÖnnte ein Hit werden. 9/10

"I gotta get outta here": Quasi die Management Summary der ganzen Story. Lustiger Text, geniales Ende. Von der Musik her lässiger Rocker, klasse. 9/10

"The underture": Musikalische Zusammenfassung der beiden Nightmare Epen. Schreit nach opernhafter Live-Inszenierung. 7/10

Summasummarum: klasse Scheibe mit 2 Klassikern für die ewige Cooper Bestenliste sowie einigen echt guten Songs, die knapp dahinter landen und einigen Ausfällen, die allesamt originell sind und abhängig vom eigenen Musikgeschmack auch überzeugen können. Ich finde es klasse, wie Alice Cooper immer Alice Cooper ist, obwohl er musikalisch gesehen in den letzten 15 Jahren diverse Richtungsänderungen durchgezogen hat. Dieses Album weist in meinen Augen auch die beste Gesangsleistung von Cooper auf. Es ist klasse, wie er seine Stimme einsetzt und welche Charakterfärbungen er damit rüber bringt. Das war auf keinem der letzten 10 Alben so. Hut ab, freue mich auf die Tour im November.
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