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Kundenrezension

44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Essentielles Kino auf herausragender Blu-Ray, 23. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Taxi Driver [Blu-ray] (Blu-ray)
Über Martin Scorseses bahnbrechend-wegweisendes Meisterwerk "Taxi Driver" wurde natürlich schon alles gesagt. Angesichts der Sichtung dieser neuen, wunderbar umgesetzten Blu-Ray erscheint es mir jedoch sinnvoll, dieses unter meinen Top 10-Lieblingsfilmen befindliche, bereits weit über 20 mal gesehene und über die Jahre immer wieder tiefgehend analysierte Kunstwerk mit ein paar Worten persönlich zu würdigen. Wer diese Worte nicht lesen will und nur an der Umsetzung und den Bonusfeatures interessiert ist, kann die nächsten Paragrafen gerne überspringen.

"Taxi Driver" ist ein Film, der einen, wenn man ihn einmal gesehen hat, nie wieder loslässt und auch nach zigmaligem Ansehen absolut nichts an seiner beispiellosen Intensität und förmlich spürbarer, sich in einer Welt zwischen fieberhaftem Wach- und Traumzustand wandelnden Atmosphäre verliert. "Taxi Driver" ist wahrscheinlich die essentielle Charakterstudie, einer der essentiellen Nacht-, New York-, ja eigentlich auch Großstadtfilme und der wohl zentrale Film über Einsamkeit. Manche Filme verlieren ja über die Zeit an Kraft, sind nicht mehr zeitgemäß oder wirken technisch veraltet, sodass der Zugang für neue Zuschauer vielleicht schwer fallen kann. Aber wer auch nur im mindesten Filmkunst gegenüber aufgeschlossen ist, der muss eigentlich von "Taxi Driver" fasziniert sein. Der Film ist heute filmisch genau so vital und vibrierend und inhaltlich so relevant, wie auch in den letzten fast vier Jahrzehnten seit seiner Veröffentlichung.

Der Film entfaltet jedes Mal wieder, vom ersten bis zum letzten Bild, eine hypnotische, unter die Haut gehende Kraft, auf die man so nicht oft trifft. "Taxi Driver" ist eine hundertprozentig erfüllte künstlerische und persönliche Vision, nicht nur von Scorsese, sondern auch von Drehbuchautor Paul Schrader und Robert De Niro, der mit Travis Bickle eine der ikonischen Performances der Filmgeschichte schafft. Der Film ist so radikal und furchtlos, so bedingungslos in seiner nihilistischen und verbitterten Weltanschauung, wie Filme nur sein können, mit Leib und Seele dem Ziel verbunden, einem sozial unfähigen, womöglich rassistischen Charakter zu folgen, der nicht um die Sympathie der Zuschauer buhlt. Das ist auch eine der entscheidenden Meisterleistungen des Films, denn man ist von dieser dem Wahnsinn verfallenden, seelisch vernarbten Figur einfach magisch angezogen, obwohl man weiß, dass er den falschen Weg einschlägt. Das liegt natürlich auch ganz entscheidend an De Niros einmalig intensiven Method Actor-Präsenz, die Faszination und Sympathie für den Charakter erweckt. Die Darstellung ist grundlegend menschlich, ja oft unschuldig, anmutig, träumerisch, charmant und sogar oft witzig, wodurch das Abdriften in Traurigkeit und abstoßende Hass- und Gewaltfantasien erst so schmerzlich wirkt. Wer das Gefühl von Einsamkeit kennt, der wird sich auch mit Travis Bickle identifizieren müssen.

Zudem ist "Taxi Driver" einer der maßgebenden 70er Jahre-Filme. Ein Zeitdokument einer Nachkriegszeit, in der viele junge Männer von ihrem Aufenthalt in Vietnam geschädigt zurück in die Gesellschaft kommen und keinen Anschluss finden, sozial nicht funktionieren können. Doch dieses Kriegstrauma-Element ist nicht entscheidend zum Verstehen des Films, denn die Thematik bleibt zeitlos und universell. Man muss nicht im Krieg gewesen sein oder traumatisiert sein, um Travis Bickle nachvollziehen zu können. Desweiteren ist "Taxi Driver" ein eindrückliches Zeitdokument eines verfallenden, schäbig-zwielichtigen, dampfenden, neonleuchtende, der Hölle gleichenden New York City, eine Stadt, die heute ein ganz anderes Gesicht hat. Die nahezu dokumentarische, aber dennoch durch die Augen von Travis düster stilisiert wirkende Perspektive der urbanen Welt in "Taxi Driver" ist unendlich faszinierend und sucht seinesgleichen. Dazu kommt Bernard Herrmanns tief unter die Haut gehende jazzige Filmmusik, das grundsätzlich nur aus zwei zentralen Hauptmotiven besteht, die Bickles Innenleben und die nächtliche Einsamkeit und Urbanität perfekt untermalen.

Besonders bemerkenswert ist auch immer noch die moralische Ambivalenz des Films, die natürlich besonders zum Schluss zum Tragen kommt, die Unterscheidung zwischen Held und Monster. Somit bietet der Film immer noch eine perfekte Grundlage für ausgiebige Diskussionen, denn Scorsese und Schrader ersparen sich eine moralische Wertung des Geschehens, sie zeigen die Welt schlicht so, wie sie ist.

Bei all dem Lob für De Niro darf man natürlich auch nicht die brillanten, perfekt besetzten Nebendarsteller vergessen, darunter Cybill Shepherd als engelsähnliche politische Kampagnenhelferin Betsy, in die sich Travis verliebt, Jodie Foster als Kinderprostituierte, Harvey Keitel als ihr farbenfroher und abstoßender Zuhälter oder Albert Brooks, der als Betsys Kollege willkommene Humor in die düstere Welt von "Taxi Driver" bringt.

Keine Frage, "Taxi Driver" ist einmalig, in allen Bereichen einzigartig und grundsätzlich makellos umgesetzt. Dem folgt auch die tolle Blu-Ray-Umsetzung:
BILD:
Das Bild (MPEG4/AVC, 1080p, 1,85:1, 16:9) sah wohl seit der Kinopremiere nie so gut aus. Es entspricht einem neuen 4K-Remastering, das von Scorsese und Kameramann Michael Chapman persönlich überwacht wurde. Man kann definitiv sagen, dass die gewünschte Optik des Films umgesetzt wurde. Das Bild ist meistens herausragend (natürlich dem Alter entsprechend) scharf, das charakteristische feine Filmkorn wurde aber gottseidank nicht entfernt. Lediglich bei Nachtszenen ist das Bild oft grobkörniger und hier und da auch etwas rauschig. Das fällt aber nicht ins Gewicht, so behält der Film auch seine düster-dreckige Qualität. Die Farbwiedergabe ist wunderbar, der Detailumfang vor allem bei Tagesszenen bemerkenswert.

TON:
Auch im Tonbereich wurde hier ein wunderbarer Job gemacht. Ich kann aktuell nur die Original-Tonspur bewerten, diese (DTS HD Master 5.1) ist aber stellenweise überraschend räumlich. Besonders bei der Musik fällt dies auf, denn verschiedene Klangelemente werden auch subtil auf die hinteren Boxen verteilt. Ansonsten ist der Sound schön kraftvoll, hat viele Höhen und Tiefen. Auch die Stimmen sind sehr gut abgemischt und sind perfekt verständlich. Grundsätzlich ist der Film aber weitestgehend frontlastig abgemischt. Allein die Musik sorgt aber für eine wundervolle Stimmung.

EXTRAS:
Hier wird wirklich aus dem vollen geschöpft: Neben dem bereits ursprünglich auf der DVD enthaltenen herausragenden Making-Of (Dauer: 1:10) finden sich eine Reihe weiterer, neu produzierter, in HD vorliegenden Extras wieder, die dem Fan wirklich alles bieten, was man sich wünschen kann. Hier das Bonusmaterial:

- Interaktives Drehbuch: Wie der Name schon sagt, Paul Schraders Originaldrehbuch läuft im unteren Bilddrittel während des Films mit. Wahlweise kann man aber auch selbst durchscrollen, die Filmgröße einstellen oder Lesezeichen setzen. Ein hübsches Zusatzfeature.
- Audiokommentar von Martin Scorsese und Paul Schrader aus dem Jahr 1986 (entstammt der amerikanischen Criterion Collection)
- Audiokommentar von Paul Schrader
- Audiokommentar von Professor Robert Kolker (Autor des Buchs "A Cinema of Loneliness")
- Martin Scorsese über Taxi Driver, New York 2006 (16 Minuten): Hier redet der Regisseur größtenteils über eine Reihe von Filmen, die ihn zu "Taxi Driver" inspiriert haben
- Die Produktion (10 Minuten): Produzent Michael Phillips berichtet von der interessanten Entwicklung des Filmprojekts.
- Gottes einsamster Mann (22 Minuten): Paul Schrader berichtet ausführlich und sehr persönlich über die Entstehung des Drehbuchs
- Einflussnahme und Würdigung: Ein Tribut an Martin Scorsese (18:30 Minuten): Eine Würdigung diverser Weggefährten von Scorsese, darunter Oliver Stone, Schrader, Chapman, Phillips, De Niro, Roger Corman)
- Taxifahrer Geschichten (22:23 Minuten): Überaus interessantes Feature, bei dem diverse New Yorker Taxifahrer, hauptsächlich die, die im Film portraitierte Zeit mitgemacht haben, ihre faszinierenden Anekdoten zum Besten geben.
- Making-Of (70 Minuten): Siehe oben. Die Entstehung des Films eindrucksvoll rekonstruiert, fast alle wichtigen Mitarbeiter berichten von ihren Erfahrungen.
- Travis' New York (06:16 Minuten): Ein Kurzfeature über das New York der 70er, von Michael Chapman und dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Howard Koch kommentiert.
- Travis' Plätze in New York (insgesamt 04:49 Minuten): Eine Gegenüberstellung der Drehorte heute und damals in Bewegtbildern.
- Vergleiche und Einführung in das Storyboard von Martin Scorsese (04:32 Minuten)
- Gegenüberstellung der Storyboards im Film (08:21 Minuten): Unkommentierter Bild-im-Bild-Vergleich
- Galerie: bestehend aus
Arrangements - Filmmusik (Bernard Herrmann) (02:32 Minuten): Unkommentierte, mit Filmmusik unterlegte, animierte Fotogalerie von Herrmanns Partituren
An den Drehplätzen (02:51 Minuten): Unkommentierte, mit Filmmusik und Bickle-Monolog unterlegte Bilder vom Dreh
Werbematerial & Mehr (01:44 Minuten): Animierte, von Filmmusik unterlegte Bildergalerie mit Postern, Aushangfotos etc.
Martin Scorsese bei der Arbeit (02:47 Minuten): Eine weitere animierte Bildergalerie
Das Blu-Ray-Menü ist übrigens auch sehr schön stilecht gestaltet.
Schade ist nur, dass es kein Wendecover gibt. Auch über das gewählte Motiv kann man streiten, da es nicht unbedingt die Stimmung und Optik des Films adäquat wiedergibt. Aber ansonsten eine wunderbare Blu-Ray, die man sich als Fan unbedingt zulegen sollte.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.03.2014 09:44:26 GMT+01:00
Jochen M. meint:
Mannomann, das nenne ich mal eine sehr gute Rezension!
Besten Dank für die Mühe...
JM

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.03.2014 10:31:48 GMT+01:00
Vielen Dank und beste Grüße!

Veröffentlicht am 06.12.2014 15:04:57 GMT+01:00
agusigida meint:
Danke für die Filmkritik, Florian. Ich schaue im Moment diesen, meinen Lieblingsfilm. Schade, kein Oscar für dieses Meisterwerk.
mein Filmtipp für dich..Birdy von Alan Parker. aber wahrscheinlich kennst du den schon. Kannst du mir deine
top ten lieblingsfilme nennen ? danke sagt agusigida

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.12.2014 13:18:10 GMT+01:00
Dankeschön für die sehr netten Worte und den Tipp! Birdy wollte ich tatsächlich schon lange mal sehen, bin aber leider noch nicht dazu gekommen... Hier mein Versuch einer persönlichen Top 30 (auf 10 konnte ich mich einfach nicht eingrenzen ;-) Anmerkung: max. ein film pro Regisseur): Heat, Back to the Future, Pulp Fiction, Zodiac, Eyes Wide Shut, Schindler's List, Amadeus, Carlito's Way, Taxi Driver, The Truman Show, Once Upon a Time in America, To Live and Die in L.A., 25th Hour, Scream, High Fidelity, Lost in Translation, Drive, Speed, The Matrix, Fargo, American Psycho, Die Hard, The Fugitive, Jerry Maguire, L.A. Confidential, North by Northwest, Ed Wood, Leon, The Silence of the Lambs, Goldfinger. Beste Grüße!

Veröffentlicht am 01.05.2016 23:09:38 GMT+02:00
Manu Kis meint:
Sehr gut beschrieben, auf solche Worte würde ich nie kommen, aber ich empfinde den Film genau so.
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Ort: Homburg/Köln

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