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Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht skandalös, sondern einfach nur langweilig, 20. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der feine Unterschied (Gebundene Ausgabe)
Der kleine und wahrscheinlich inszenierte Skandal um Lahms Beurteilung von Rudi Völlers Leistung als Bundestrainer hat mich dazu bewogen, diese Biographie zu lesen. Leider. Denn um meine Beurteilung vorwegzunehmen, der wirblige Außenverteidiger des FC Bayern und der deutschen Nationalelf erweist sich auf dem Feld der Geschichtenerzähler als geradezu einzigartiger Langweiler. Zudem hat ihn irgendwer einen zu einem Untertitel überredet, der nur das Etikett Mogelverpackung verdient. Das ist im Verlagsgeschäft zwar nichts Außergewöhnliches, wiegt aber in diesem Falle doppelt schwer. Denn die Behauptung, in Lahms Buch würde das Geheimnis „Wie man heute Spitzenfußballer wird“ gelüftet, wird in erster Linie bei jungen Lesern mit beschränktem Budget auf offene Ohren stoßen. Aber die sind bestimmt nicht so dumm, die Stichworte am Beginn jedes Kapitels für das versprochene Rezept zu halten.

Als Leser, der wegen seinem fortgeschrittenen Alter sicher nicht mehr nach Geheimtipps für eine Fussballerkarriere Ausschau hält, suchte ich in diesem Buch nach spannenden Geschichten, wie sie in anderen Sportlerbiographien zu finden sind. Und weil ich „El Diego“ von Maradona besonders gut mag, stellte ich mich auch darauf ein, dass solche Storys nicht zu haben sind, ohne sich durch unzählige Beschreibungen wichtiger Spiele durchzukämpfen. Aber was Philipp Lahm seinen Leser zumutet, ist nichts als die nackte Langeweile. Wohl wissend, dass die Talente verschieden verteilt sind, erwartete ich keineswegs, dass Philipp Lahm auch ein begnadeter Schreiber ist. Aber wer sich so als Führungskraft, Leader, Teamchef und Kapitän aufplustert, sollte zumindest in der Lage sein, sich die richtigen Mitarbeiter, spricht Ghostwriter, auszusuchen. Doch Christian Seiler gelingt es nie, die Leser von Philipp Lahms vermeintlichem „Rezeptbuch“ zu fesseln. Es hat, wenn ich davon ausgehe, das Vorwort stamme vom Titelhelden selber, immerhin das Schlimmste vermieden. Denn als ich auf den ersten eineinhalb Seiten weit über zehn Mal das Wort „Ich“ las, verging mir beinahe die Lust, nach den Stellen zu suchen, die in der Presse für so viel Aufregung sorgten.

Erbärmlich und schäbig nannte Rudi Völler die Enthüllungen von Philipp Lahm. Und weil ich als AS Roma-Fan natürlich auch Völler in mein Fußballerherz geschlossen habe, wollte ich genau wissen, warum der Nachfolger von Roberto Pruzzo, Weltmeister, Champions-League-Sieger, Fußballer des Jahres und Torschützenkönig ein grottenschlechter Bundestrainer war. Aber selbst in diesen Passagen erweist sich Philipp Lahm als Langweiler, beschränkt er sich doch in seinen „Analysen“ auf ein paar Gemeinplätze, die damals so ziemlich auf alle Trainer von Nationalmannschaften zutrafen. Und Lahms Beurteilungen von Jürgen Klinsmanns Arbeit erinnerten mich stark an das Gekläffe von Opportunisten, die ihren Schwanz schnell wieder einziehen, wenn Gegenwind droht. Das könnte auch durchaus der Fall sein, wenn sich Philipp Lahm dezidierter zur Frage äußern würde, wie der Profifußball mit Homosexualität umgeht. Aber nach einigen Belanglosigkeiten gibt der Aussenverteidiger schwulen Profifußballern den schlichten Rat, sich nicht zu outen. Und er begründet dies mit dem Selbstmord des englischen Profis Justin Fashanu. Von Gareth Thomas, einem der besten Rugbyspieler der Welt, Rekordinternationaler und Kapitän der walisischen Mannschaft kein Wort. Nicht dass ich von Lahm ein komplettes Outing-Programm erwartet hätte, aber ein Hinweis auf die Geschichte von Gareth Thomas könnte homosexuelle Fußballer in ihrem Selbstverständnis vielleicht unterstützen.

Ob Philipp Lahm oder irgendein anderer Spitzensportler schwul ist, interessiert mich herzlich wenig. Doch ich hätte gerne mehr über Lahms Kindheit, seine Sorgen und Nöte, seinen Umgang mit dem Prominentenstatus und dem vielen Geld erfahren. Es hätte mich interessiert, welche kleinen Schritte er ganz konkret unternommen hat, um zu dem Spitzenfußballer zu werden, der er heute zweifelsohne ist. Aber wenn er im letzten Kapitel „Ein Traum ist kein Ziel. Was ein Spitzenfussballer heute können muss“ einfach wiedergibt, was Nachwuchsspieler ohnehin schon im Training oder aus anderen Büchern erfahren, dann ist die Enttäuschung komplett. Daran ändert auch nichts, dass ich es schön finde, wenn Philipp Lahm mit seiner Philipp-Lahm-Stiftung Gutes für die weniger Erfolgreichen auf dieser Welt tut.

Mein Fazit: Weder Skandal- noch Rezeptbuch, sondern einfach ein weiteres Exemplar einer ziemlich missglückten Promibiographie. Warum sich Philipp Lahm dazu gedrängt fühlt, die Fußballelf mit seinen Enthüllungen zu langweilen und ehemalige Förderer unnötig in die Pfanne zu hauen, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe ja nicht einmal begriffen, was der feine Unterschied ist und gegen wen sich Lahm abgrenzen will.
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