Kundenrezension

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hilfe, wo ist die Wiese?, 30. November 2010
Von 
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Disney Micky Epic (Videospiel)
Ich habe mich sehr auf das Spiel gefreut, wirklich. Nur habe ich es hier mit einem Werk zu tun, dass an sich so viel Potential hatte, in dem aber aufgrund von teils mangelhaften Inhalten und einigen technischen Defiziten unweigerlich der Eindruck entstand, dass hier sehr geschludert wurde - und ich mir überdies kaum vorstellen konnte, dass ein Mr. Spector (u.a. hat er an Titeln wie 'Deus Ex' geabreitet)
darin verstrickt ist. Warum ich nun also nur drei Sterne gebe, soll aufeschlüsselt werden:

Wie ist es grafisch?

Angefangen bei der Grafik. Mit einem allgemeinen 'Gut' kann ich die Darstellung wirklich nur bedingt bewerten.
Die Texturen sind schrecklich matschig, dass man vor lauter Einheitsbrei manchmal die Orientierung verliert - ganz zu schweigen von der wirklich furchtbaren Kamera (gerade in den Kämpfen!), die dann ihr übriges tut.

Die Levels sind meistens ziemlich dunkel gehalten und bis auf Micky und die anderen Charaktere finde ich, ist grafisch sogar unsauber gearbeitet worden. Vergleichsweise habe ich mal mein Mario Sunshine vom Cube ausgepackt - selbst die Darstellung sieht einen Tick besser aus und bietet weit schönere Effekte.
Außerdem schleichen sich in die Gesamtdarstellung immer wieder kleine Ruckler ein - ein Abschnitt ganz ohne ist mir nicht aufgefallen. Und bei dieser Art von Grafik wäre es das Minimum gewesen, das man hätte bewerkstelligen müssen, damit es das Prädikat 'Gut' verdient hätte.

Ich spiele es auf einem HD-Fernseher, auf dem ein Mario Galaxy 1 und 2 brillant aussehen, selbst das Zelda für die Wii sieht sauber und schön aus. Aber Micheys epische Versuche kann ich leider nur mit schwankenden 3-4 von 5 möglichen Punkten belohnen.

Hervorzuheben sind aber die liebevoll gestalteten Animationen. Und auch die im Retro-Look gehaltenen 2D-Levels haben mir mein Herz höher schlagen lassen. Leider aber habe ich in diesen sehr kurzen 2D-Sequenzen (meistens 2-5 Minuten) den Anspruch vermisst. Sie als Verbindung zwischen den Levels zu implementieren ist eine wunderbare Idee und die liebevolle Gestaltung macht auch einiges her.

Die Kamera:

Ich sprach eben von einer stellenweise furchtbaren Kamera? Ja, ich habe so etwas seit den Anfängen der PS2 Zeit nicht mehr erlebt, dass ich wirklich kämpfen musste, und zwar nicht primär mit den Schleimmonstern, sondern vor allem mit ihr - dieser selten trefflichen Kamera.
So etwas darf wirklich nicht passieren im Jahre 2010, da herrschen mittlerweile einfach andere Standards. Hätte man ausschließlich übersichtlich weitläufige Areale verwendet (wie z.B. die ersten Eindrücke in Wasteland), wäre das dauerhaft wohl nicht so aufgefallen. Aber die Levelarchitektur wird - natürlich - nach und nach komplizierter, und es ist ein Krampf mit dem Verdünner zu arbeiten, wenn man in einem Kampf ständig nachjustieren muss, um nicht den Boden unter den eigenen Füßen, sondern den unter den Monstern aufzulösen.
Das macht nunmal keinen Spaß.

Dabei hätte es so schön sein können, denn die Levels sind ja nun eigentlich sehr charmant gestaltet - gewollt wie ein kleiner Baukasten, scheint es lediglich leider durch die Kamera alles relativ verworren.
Ich könnte also nicht mal eine unbedingte Kaufempfehlung für 6 Jährige geben - da es aufgrund der unzulänglichen Kamera zu kompliziert zu steuern ist. Lieber würde ich dann das erste Mario Galaxy empfehlen. Zumal ich die ALtersfreigabe sowieso etwas gewagt finde, da das Ganze doch sehr düster ist. Man erinnere sich nur mal an den Goofy und die Daisy, die zwar größtenteils mechanisch sind, denen allerdings alle Gliedmaßen, sowie der Rumpf, fehlen, und die man dann per optionalem Quest wieder beschaffen kann...

KI:

Mir ist zudem schleierhaft, wie man die Dorfbewohner - die sich ja wirklich kaum bewegen - so programmieren kann, dass sie während des Gehens an einer Laterne festhängen. Das hat mir in diesen (seltenen) Situationen leider den gesamten atmosphärischen Schein des Wastelands als tatsächlich unfertige Fassade vor Augen geführt.
Das Spiel hätte locker nochmal ein viertel Jahr gebrauchen können, damit es seine eigentlich verdienten 90 Prozent hätte bekommen können...
Für Zelda: Twighlight Prinzess hat man sich beispielsweise immer wieder Zeit genommen und den Releastermin verschoben, hier aber kann man davon ausgehen, dass der Gigant Disney mächtig Druck gemacht hat. Am Sonntag der Woche des Erscheinens, kamen ja auch zahlreiche Disneyfilme nochmal im Tagesprogramm des Fernsehers - und das war wohl schon länger geplant.

Missionsstruktur:

Selbst die Missionsstruktur ist unausgereift. Das Finden von Gegenständen mag zwar für den Anfang eines Spiels gut sein um den Spieler mit den Details der Spielwelt zu konfrontieren, aber für das spätere Spiel ist so etwas einfach nervig und einfallslos. Zumal die Angaben dazu meist sehr vage gestellt sind. Finde Blumen für X bedeutet dann aber unkommentiert in der Realität: "suche selbst an den ungewöhnlichsten Stellen, z.B. unter dem Rasen" ...

Auf der anderen Seite wird man immer wieder an die Hand genommen, als könnte man alleine keine zwei Schritte gehen. In wenigen Ausnahmen ist die Hilfestellung aber recht nützlich da der helfende kleine Kobold, der über die gesamte Spiellänge hinweg an der Seite Mickys ist, den Blick des Spielers auf die wichtigen Levelareale lenkt zu denen man hingelangen muss. Hiermit kann glücklicherweise die schreckliche Kamera und der Schwierigkeitsgrad, sich erstmal Überblick im Level zu verschaffen, etwas kompensiert werden. Aber vergleicht man das Beispiel der Blumensuche mit der übertriebenen Spielerhilfefunktion, so ist doch deutlich zu erkennen, welches Ungleichgewicht sich da eingenistet hat. Auch hier ist die Altersangabe nicht dem unausgewogenen Schwierigkeitsgrad gemäß.

Sehr schön allerdings ist die Tatsache, dass der Spieler immer die Möglichkeit hat sich entweder für den Verdünner(der Wasteland trostlos macht), oder für die Farbe zu entscheiden. Das wirkt sich auch ganz konkret auf manche Spielsituationen aus. Z.B. bei Endgegnerkämpfen. Das hatte mir wirklich gefallen.

Musik:

Fantastisch in allen Bereichen ist allerdings die Musik. Wundervolle Stücke, die sehr sensibel an die verrückte Stimmung Wastelands angepasst wurden untermalen ein Spiel, wie es hätte sein können. Die Imperfektion des Übrigen stehen also ganz klar im (negativen) Kontrast zu dieser einzigartigen, schönen Komposition.

Story:

Inhaltlich märchenhaft und stimmungsvoll in Zeichentricksequenzen umgesetzt, wird hier eine sehr gefühlvoll erzählte Geschichte dargeboten, die sich allerdings - wie schon bei einigen anderen Rezensenten angedeutet - erst spät im Spiel wirklich in ihrer liebevollen Art entfaltet.

Fazit:

Disney Micky Epic erfüllt durch eine schön verrückte Welt mit mindestens genauso verrückten Charakteren durchaus die Erwartungen an einen netten Disney-Titel. Auch der Einsatz des Pinsels unter Verwendung der grünen Löschflüssigkeit oder der blauen Farbe ist eindrucksvoll und schön inszeniert - und wirkt sich zudem zunächst sichtlich auf die Optik der Spielwelt aus. Auch Spielesequenzen, wie die 2D-Levels bringen eine wirklich zauberhafte Stimmung mit sich und sind in Kombination mit der sehr stimmungsvollen Musik sehr sympathische Herzöffner.

Allerdings sind einfach zu viele kleinere und leider auch gravierend evidente Macken vorhanden, die zu einer Abwertung führen, die Fans der Disney-Figuren nicht gerne sehen werden. Die Kamera ist schrecklicher als alles Gespenstische und Skurrile des Titels zusammengenommen, nämlich gerade und vor allem in den Kämpfen (die nicht gerade selten sind). Und auch das Missionsdesign lässt einiges an Wünschen offen und man hätte sich kreativ wirklich mehr einfallen lassen können als, rette den Kobold hier, oder pinsele den Stromkasten dort an. Auch dürfte man sich letzlich von dem Einsatz des Pinsels mehr durchschlagende Konsequenz erwarten können. Zwar kann man mit unterschiedlicher Spielweise auch unterschiedliche Story-Sequenzen bestaunen, allerdings bleibt unterm Strich während der Spielzeit nicht der Eindruck, dass man am Grundgerüst Wastelands wirklich etwas verändern kann. Denn nach jedem Besuch sind alle Farben wieder, wie sie vor meiner vorgenommenen Veränderung waren.
Es blieb also während des Spielens immer wieder Grund zur Freude, der aber alsbald auch wieder relativiert wurde. Leider.
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Kommentare


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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.11.2010 19:05:09 GMT+01:00
Andreas meint:
Kompliment - eine wirklich sehr gute Rezension!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.12.2010 16:16:51 GMT+01:00
Janunso meint:
Danke, sehr nett und aufmerksam von Ihnen :-)

Das Spiel lag mir eigentlich auch sehr am Herzen.
Nun, ein Glück hat Nintendo ja für mehr Futter vor der Weihnachtszeit gesorgt - und so können wir uns auf ein geniales Donkey Kong freuen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.12.2010 16:43:45 GMT+01:00
Andreas meint:
Gerne, gerne!

Ja, hoffentlich wird Donkey Kong wirklich so gut, wie es diverse Videos bereits versprechen.

Veröffentlicht am 03.12.2010 13:13:53 GMT+01:00
Wollte fast ne eigene Rezension erstellen aber du erwähnst wenigstens das das ganze spiel sehr dunkel gehalten ist.. mir fehlt auch das fröhliche.. ostown ging in die richtige richtung... aber das wars schon.. klar soll wasteland nicht wunderhübsch sein aber es ist echt sehr düster gehalten !

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.12.2010 20:19:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.12.2010 20:20:03 GMT+01:00
Janunso meint:
Ja, da hast du recht. Mir schien das ganze wirklich unausgewogen - eben auch in der Gesamtfarbkomposition. Erklären kann ich mir das nur mit Folgendem: es hätte mehr Zeit gebraucht, nur war das Projekt von vornherein mit einer sehr kurzen Entwicklungszeit bedacht. So musste das Entwicklerteam also auf Ebene des Spieldesigns Material reduzieren.

Warren Spector sprach ja in einem Interview - wenn auch nicht dezidiert konkret - von sehr schmerzhaften Reduktion der Ideepalette, die man theoretisch hätte in Anspruch nehmen können (die Inspiration war also da: merkt man dem Titel phasenweise auch durchaus an).
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