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Kundenrezension

22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sympathisch oder nicht - Fellmer legt den Finger in eine Wunde, 28. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Glücklich ohne Geld!: Wie ich ohne einen Cent besser und ökologischer lebe (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Zuerst komme ich zu dem Punkt, der mich an diesem Buch am meisten genervt hat. Raphael Fellmer verpackt interessante Informationen in eine, für mich, manchmal extrem esoterischen Schreibstil, zudem finde ich das breite Lächeln nicht symphatisch - aber Letzteres ist eben Geschmackssache.

"Wir brauchen dringend einige Verrückte, schaut wo uns die Normalen hingebracht haben" (George Bernhard Shaw)

Als ich eine Sendung über den Film Taste the Waste im D-Radio-Kultur hörte, war ich schlichtweg entsetzt. Es war eine Samstagssendung, die zwei Stunden dauert. Gäste waren der Regieseur Valentin Thurn und eine Specherin der Berliner Tafel. Zuerst dachte ich "containern" "Mülltauchen", was ist das denn für ein Unsinn? Nie werde ich diese Fakten vergessen. Lebensmittelverschwendung in dem Ausmaß hatte ich nicht erwartet. Es war eine interaktive Sendung und es gab einige Anrufer, die Überzeugungstäter waren, sprich sie hatten ein normales Einkommen.
Ich habe mich darüber mit einer Statistikerin der Tafel unterhalten. Die Menge der Lebensmittel, die an die Tafel gehen sind gering.
Der Punkt ist, nicht nur die Herstellung der Lebensmittel ist teuer, sondern auch die Vernichtung! Es gibt in unterschiedlichen Ländern (Japan, z.B.) schon bestimmte Methoden, um die Kosten der Vernichtung in Grenzen zu halten!

Wer mag da noch von "Schmarotzertum" sprechen? Ich nicht! Ist es nicht ökologischer, ökonomischer, sinnvoller und logischer die Lebensmittel zu retten? Die beste Option wäre natürlich: gar keine Überproduktion, doch das ist derzeit wohl Utopie.

Fellmer spricht insbesondere die Unausgewogenheit des Fleischkonsums an. Die gesamte Öko-Bilanz diesbezüglich ist erschreckend. Ich kannte dieses Problem zwar schon länger, doch die Zahlen sind erschreckend, wie man in seinem Beitrag in Go vegan!: Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben lesen kann.

Im Grunde spart der Handel und die Kommunen durch Leute die containern. Weniger Müll=weniger Kosten. Die Frage nach der Sicherheit und der Regresspflicht bzgl eines Unfalls, ist eine andere.
Fellmer deutet immer wieder auf den ökologischen Preis unseres Lebenswandels hin. Ich wünschte, er würde dies etwas konzentrierter tun. Manche Passagen waren für mich schwer zu lesen. Seine Berufung zu finden ist eine feine Sache, aber man kann dies auch mit weniger Pathos ausdrücken.

Weniger extrem finde ich Die große Volksverarsche: Wie Industrie und Medien uns zum Narren halten. Ein Konsumenten-Navi oder Wut allein reicht nicht: Wie wir die Erde vor uns schützen können. Jaennike lebt ganz anders, bringt aber seinen eigenen Kaffeebecher zu Starbucks, nutzt sein Handy bis es kaputt ist und verzichtet auch mal auf seine Gage (in "Seven Years of Winter"). Die beiden Männer sind sicher kaum vergleichbar, aber letztlich prangern beide unseren Konsumwahn und unseren Lebenswandel an.

Abzüglich dieser "weltumspannenden Liebe", fand ich seine Reisen und Aktivitäten sehr interessant. Alle, die ihn hier Schmarotzer nennen, sollten sich fragen, ob sie zum Beispiel eine Stammzellenspende machten. Ich habe es noch nicht gemacht, ich habe auch nicht in Den Haag studiert. Fellmer hat zumindest zuerst Jobs angenommen. Und wie definiert man Arbeit? Nur etwas, was mit Geld entlohnt wird? Oder sind auch Information und Organisation wertig? Ich habe mich sehr gefreut, als ich im letzten Dezember einen Gutschein für einen Bio-Laden bekam. Der anonyme Spender bedankte sich damit für meine "Twitter-Arbeit" - ich sammelte letztes Jahr viele Artikel im Netz. Das war eine richtig schöne Anerkennung. Also scheint Zeit und Engagement auch eine "Währung" zu sein. Manche wären überrascht, wie zeitintensiv das ist - und dennoch war das Peanuts verglichen mit dem, was Fellmer macht.

Ich glaube auch, dass er die unliebsamen Erlebnisse seiner Reisen eher übergeht. Mich erstaunt auch, wie gastfreundlich die Menschen waren. Von "armen Leuten das Essen wegfressen" würde ich nicht reden. Die Leute wurden eingeladen! Vielleicht war es eine schöne Erfahrung, "solche" Europäer kennen zu lernen.

Es ist ein Fakt, dass sich eine Parallelgesellschaft bildet - und das ist gut so! Wenn ich darüber nachdenke, wie viele Menschen Mitfahrgelegenheiten nutzen und anbieten, und wie günstig und gut man von A nach B kommt. Jeder provitiert davon. Die Kosten sind vergleichsweise gering, der ökologische Aspekt ist natürlich in einem voll besetzten Auto besser. Und letztlich ist es auch ein ganz anderes Reisen. Ich habe mich schon mit Menschen sehr interessant unterhalten, mit denen ich sonst wohl nie Kontakt gehabt hätte. Viele Geschäftsleute nutzen diesen Weg. Auch Tramper können eine Bereicherung sein. Ich kenne es von beiden Seiten. Früher trampte ich viel, nahm auch gerne Tramper mit.

Das Prinzip zieht sich durch den ganzen Alltag. E-Bay ist extrem erfolgreich, gebrauchte Bücher, gut erhaltene Möbel usw usf werden gekauft. Es gibt Tauschringe und viele weitere Ideen.

Fellmers Lebenstil ist natürlich extrem, und meine Wahl wäre es sicher nicht. Ich gestehe, ich kaufe gern, sehr gerne. Ich habe auch keine Geldallergie. Allerdings wäre schon viel erreicht, seine Produkte sorgsam zu wählen. Weniger ex und hopp, eher wertige, (ökologische) Sachen, gerne auch gebraucht. Luxusgüter sind in meinen Augen nicht per se schlecht, so lange sie überlegt angeschafft werden und auch einen Wert darstellen. Ich kenne einige Leute, die recht gut verdienen, aber ihre Ausgaben gut überlegen. Dann wird die Geldbörse auch mal weit geöffnet für einen Artikel, der viele Jahre Freude macht - wenn die geplante Obsoleszenz nicht zuschlägt ;o)
Aber vielleicht braucht es einen Fellmer, um uns so radikal klar zu machen, dass hier irgendwas gewaltig schief läuft. Und dass es noch andere Werte als die 20.Kamera gibt. So sehr ich meine Schwierigkeiten mit Fellmers Schreibweise hatte, er vermittelt doch Werte wie Freundschaft, Gastfreundschaft, Achtsamkeit, Empathie und eine Menge Information. Das sind Dinge, die man nicht kaufen kann. Und ich gebe zu, manchmal war ich ein wenig neidisch auf seinen Mut, seine vielen Freunde und seine Entschlossenheit.

Kompliment an amazon-Vine, die dieses Buch ins Programm nahmen.

Bei diesem Buch Der Mann ohne Geld: Meine Erfahrungen aus einem Jahr Konsumverweigerung wird weniger kontrovers rezensiert.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.11.2015 00:42:10 GMT+01:00
Ich mag Ihrer Rezension zustimmen. Ich habe einige der Negativ-Rezensionen studiert. Und der ständig wiederkehrende Tenor vom parasitären Leben und Schmarotzertums war mir spätestens ab da unverständlich, wo ich in einer der Negativrezensionen herauslas, dass der Buchautor zur Umsetzung seines Lebens auch Einschnitte in Sachen Körperhygiene machen muss.

Das der Autor durch seine Art zu leben andere inspiriert, sensibilisiert und ihnen als Vorbild dient, wird irgendwie ausgeklammert und nicht als der Beitrag zur Gesellschaft wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund kann ich auch all die Negativrezensionen nicht nachvollziehen, die so tun, als sei es ein einseitiges Nehmen ohne Geben. Vielmehr... gibt der Autor vielleicht sogar sehr viel mehr, als er nimmt. Dem Umfang der Bescheidenheit des Autors kann ich wohl entnehmen... dass er Arbeitslosengeld II ausschlägt.

Ich denke, wer da kritisiert, hat vor allem selbst eine Arbeit oder sogar ein Leben, die nicht mit viel Spaß verbunden sind. Und insgeheim lediglich neidisch auf jemanden sind, der damit nicht leben muss. Aber eine Arbeit oder ein sonstwie gearteter Beitrag zur Gesellschaft wird nicht dadurch schlechter, dass er nicht unangenehm ist.

Schönen Gruß
aus Wiesbaden

Klaus Roth

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.12.2015 10:47:23 GMT+01:00
Dog Fancier meint:
Hallo Herr Roth,

ich stimme Ihnen auch zu. Erst vor einigen Wochen sah ich einem TV-Bericht über Raphael Fellmer. Es war sehr interessant, zumal auch hier das Thema "Schmarotzertum" angesprochen wurde. Der Punkt ist einfach tatsächlich der, dass er dies eben nicht ist. Die Lebensmittel müssten entsorgt werden, was Kosten verursacht! Ich habe die "Aktion" von "Taste the Waste" noch eine ganze Weile verfolgt - und bin positiv überrascht, dass die Lebensmittelverschwendung seitdem ein Thema in den Medien ist! Irgenwo las ich einen Artikel über die Entsorgungswege in Japan (?). Absurd, insbesondere wenn man bedenkt, welcher Aufwand für eine ertragreiche Ernte betrieben wird, auch der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und co.

Liebe Grüße

DF
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