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Ein schönes, ein bewegendes, ein wichtiges Buch,
7. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Am Beispiel meines Bruders (Gebundene Ausgabe)
Ehrlich, schonungslos und einfühlsam zeigt Uwe Timm deutsche Defizite am Beispiel seiner eigenen Familie auf.
Timm, der in seinem Buch ganz unumwunden von seinen eigenen Erlebnissen berichtet verarbeitet in seinem Buch das, was er aus Erzählungen der "Erwachsenen" vernahm. Im Gegensatz zu manch anderem scheint er ein guter Zuhörer gewesen zu sein.Im Mittelpunkt des Buches steht Timms 16 Jahre älterer Bruder Karl Heinz, der 18jährig 1942 zur SS geht und 1943 - nachdem ihm beide Beine abgenommen werden mussten - stirbt.
Timm zeigt besonders in diesen Passagen des Buches wahre Größe (wenn auch nicht unbedingt literarisch - seine Sprache ist oft glanzlos, etwas hölzern),aber dennoch menschlich und gedanklich.
Timm zeigt auf (wenn auch behutsam und vorsichtig), dass auch sein Bruder ein Produkt jener fatalen deutschen Erziehung -zu Härte und Gefühlsabtötung (ganz nach dem Motto:"Ein deutscher Junge weint nicht") - war. Im großen und ganzen wird nach dem Lesen des Buches wieder einmal eines deutlich: Der Nationalsozialismus war ein nicht auszumessendes Verbrechen. Und wie alle Revolutionen fraß auch er seine eigenen Kinder.
Fazit: Ein sehr gelungenes Buch, das man unbedingt in seinem Bücherregal haben sollte. Kaufen !!!!!
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