Kundenrezension

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perlen aus Nashville, 9. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: So High (Audio CD)
In den Augen vieler Kritiker waren die 60er Jahre für Elvis bis zu seinem Comeback 1968 ein steter Niedergang. Dabei entstanden gerade in den Jahren 1966/67 einige der eindrucksvollsten Aufnahmen des Sängers. Abseits von Hollywood spielte er beispielsweise das mit einem Grammy ausgezeichnete Album „How Great Thou Art" ein.
Die CD „So High" würdigt diese Jahre mit einer Reihe von „alternate takes" aus dieser Zeit.
Den Beginn macht die „How Great Thou Art"-Session. In diese wurde mit dem Spiritual „Run On" gestartet. Ein fetziger Song mit einem durchaus weltlichen Text. Der sechste Versuch ist zwar noch etwas langsamer als der einen Versuch später entstandene Mastertake, aber auch schon eine „Ohrenweide"!
„Stand By Me" ist eine gefühlvolle religiöse Ballade. Schon der zweite Versuch klingt ausgesprochen schön. Augen schließen und träumen!
Obwohl „How Great Thou Art" ein Album mit religiösen Titeln war, wurden im Mai 1966 auch weltliche Songs eingespielt. So zum Beispiel der Blues „Down In The Alley". Der sechste Versuch klingt schon recht ordentlich, auch wenn noch die letzte Power fehlt.
Über Elvis' Version von „Tomorrow Is A Long Time" sagte Bob Dylan, es sei die beste Coveraufnahme eines Songs, den er komponiert habe. Recht hat er! Schon im zweiten Versuch kommt in mehr als fünf Minuten keine Langeweile auf. Der Song könnte ewig weiterlaufen!
„Love Letters" von 1966 ist eine der schönsten Elvis-Balladen überhaupt. Einen Versuch vor dem Master hört man kaum einen Unterschied zu diesem.
Der erste Versuch von „So High", wieder einem religiösen Lied, ist noch sehr verhalten. Sehr schon ist aber schon der Wechsel zwischen Elvis und den Backgroundsängern ausgeprägt. Genau das war es ja, was Elvis an der Gospelmusik so liebte.
„By And By" klingt auch im neunten Versuch noch reichlich verhalten. Kaum zu glauben, dass schon der nächste Versuch auf die LP „How Great Thou Art" gepresst werden würde.
16 Versuche waren nötig, bis Elvis mit „Somebody Bigger Than You And I" zufrieden war. Der hier veröffentlichten elfte klingt allerdings auch noch viel zu „harmlos".
Bei „Without Him", einer religiösen Ballade, fabriziert Elvis bereits einen nahezu perfekten ersten Versuch. Nur einige wenige Ecken und Kanten müssen noch geschliffen werden.
Mit dem fünften Versuch von „If The Lord Wasn't Walking By My Side" hatte man den Master schon „im Kasten". Doch Elvis wollte es noch besser machen, er startet einen sechsten Versuch. Doch der kommt nicht an den vorhergehenden heran.
Mit „Come What May" (dem zweiten, musikalisch etwas „eckigen" Versuch) verabschiedet sich die CD „So High" aus der Session im Mai 1966.

Red West, Elvis Leibwächter, schreibt in der Biografie „Elvis - What Happened?" („Elvis wie er wirklich war"), dass Elvis am 10. Juni 1966 gar keine Lust hatte ins Aufnahmestudio zu gehen. Elvis begründete dies mit einer Erkältung. Stattdessen saß Red West auf dem für Elvis ausgesuchten Stuhl, sang zur Musik - und Elvis zwei Tage später auf das entstandene Band. „I'll Remember You" ist eine wunderschöne Ballade, über vier Minuten lang. Im zweiten Versuch hört man zwischenzeitlich auch die Stimme von Red West.
Elvis liebte Jerry Reeds Gitarrenspiel auf dessen „Guitar Man" so sehr, dass dieser persönlich zur Session im September 1967 in Nashville erschien, um auch Elvis' Version dieses Liedes damit zu würzen. Und es lohnt sich - auch in diesem neunten Versuch. Nur Elvis „stolpert" einmal über den Text.
Für die Ballade „Mine" brauchte Elvis unglaubliche 21 Versuche, bis er zufrieden war. Doch so schlecht, wie man nun glauben könnte, ist der vierte Versuch bei weitem nicht. Im Gegenteil, er klingt schon sehr schön!
An „Singing Tree" hat sich Elvis gleich zweimal versucht. Nach dreizehn Versuchen am 10. September brauchte er am nächsten Tag noch einmal fünf, um wirklich zufrieden zu sein. Doch schon der erste Versuch überhaupt ist hörenswert.
Bereits der erste Versuch von „Just Call Me Lonesome" schaffte es auf die LP „Clambake". Doch wieder einmal glaubte Elvis, er könne es noch besser. Also probierte er weiter. Beim dritten Versuch jedoch kommt er gar nicht erst zum singen, und der vierte ist nicht ganz so überzeugend wie der Master.
Dem fünften Versuch von „Hi-Heel Sneakers" fehlt noch die Aggressivität, die den Mastertake des Songs zwei Versuche später auszeichnen sollte. Doch in den fast fünf Minuten weiß sich Elvis zu steigern, er steigert sich langsam.
Für den Film „Clambake" („Nur nicht Millionär sein") hatte man im Februar einen Song namens „You Don't Know Me" eingespielt. Doch Elvis wusste, dass in dieser Ballade mehr steckte. Also widmete er sich dieser im September noch einmal. Elvis ist sich seiner Sache schon im zweiten Versuch, der sehr viel Ruhe ausstrahlt, sehr sicher.
Elvis liebte religiöse Musik. Also widmete er sich auch im September dieser Musik. Der zweite Versuch von „We Call On Him" klingt allerdings noch etwas zurückhaltend.
Für eine Single fehlte noch ein zweiter Gospel. Man entschied sich für „You'll Never Walk Alone". Schon der erste Versuch, über fünf Minuten lang, raubt beim Hören den Atem! Ein Teil davon wurde später, zusammen mit Teilen des achten Versuchs, zum Master zusammengesetzt.
Im Januar 1968 betrat Elvis das Tonstudio in Nashville, um weitere Songs für seinen Film „Stay Away, Joe" („Harte Fäuste, heiße Liebe") einzuspielen. Der sechste Versuch von „Stay Away" vermittelt noch nicht die Sehnsucht, wie der im Vorspann des Films zu hörende Master.
Der elfte Versuch von „U.S. Male" klingt noch etwas holprig, ist dafür noch nicht ganz so patriotisch, klingt sogar eher etwas satirisch.
Bevor Elvis „Too Much Monkey Business" anstimmt stellt er erst einmal seine Fähigkeiten als Opernsänger unter Beweis. Beim vierten Versuch kommt er gar nicht erst zum Singen, der zehnte geht dafür durch - auch wenn Elvis zwischendurch ein wenig herumalbert.
Der 29. Versuch von „Goin' Home" ist einer vor dem Master. Trotzdem klingt Elvis zwischendurch etwas unsicher.
Der CD „So High" kann ich nur fünf Sterne geben! Eine tolle Songauswahl gibt de Beweis, dass Elvis nie wirklich weg war (bzw. schon vor seinem „Comeback" zurück kam!). Empfehlenswert für jeden, der Elvis' Musik mag!
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B. Langer
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