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Kundenrezension

39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Schuhen und anderen bedeutsamen Ereignissen im Leben, 26. Oktober 2013
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Rezension bezieht sich auf: 48 (Audio CD)
Es geht um Schuhe, zumindest in zwei der 13 neuen Lieder auf "48", dem sechsten Solo-Album von Ina Müller. Das allein mag für manche Frauen schon Rechtfertigung genug sein, das Album mit der Höchstwertung zu versehen. Wann wurden schon mal Popsongs über Schuhe geschrieben? Ina Müller ist dafür prädestiniert. Das Füllhorn an originellen Song-Ideen scheint nie zu versiegen. Und nicht nur die Ideen, auch die Umsetzung gelingt Album für Album, ohne gestelzt zu wirken. Themen, von denen man zuvor geschworen hätte, dass man darüber nie ein eingängiges Lied machen kann, kommen alle zwei Jahre von ihr im guten Dutzend. Die Ehre gebührt dabei nicht allein ihr, so sehr sie live im Konzert oder in ihrer Show beweist, dass Hirn und Zunge auch bei ihr durch einen kurzen, glühenden Draht verbunden sind, ist für die Texte seit ihrem zweiten Album "Weiblich, ledig, 40" ganz wesentlich Frank Ramond verantwortlich. Das ist auch sieben Jahre später auf "48" so. (rechnen Sie jetzt nicht lange nach: 40 + 7 ergibt auch in Hamburg und Umgebung nicht 48, "Weiblich, ledig, 41" hätte nur etwas blöde geklungen)

Originelle, poetische, wortgewaltige Texte, je etwa zur Hälfte mal augenzwinkernd und mal herzblutend, thematisch immer ganz nah an realen Lebenssituationen und nie intellektuell abstrakt konstruierte Kunstmotive fern jeder erlebbaren Wirklichkeit, sind auch das thematische Spektrum dieses Albums. Es wäre auch schade, wenn es anders wäre. Und doch, schon beim ersten Stück der Platte, "Wenn du nicht da bist", merkt man: irgendwas ist anders. Nicht völlig unvertraut und schon gar nicht störend, aber doch irgendwie anders als bisher.

Ein studierender Blick ins Booklet löst das Geheimnis. Wie die Liebe sich doch auswirkt. Ich werde jetzt hier nicht der Regenbogenpresse hinterherschreiben, darüber, dass Ina Müller seit einiger Zeit mit dem Singer-Songwriter Johannes Oerding liiert ist, wurde die Öffentlichkeit mehr als es jemanden interessieren sollte informiert, wie auch über für die Liebe zweier Menschen völlig nebensächliche biografische Details der beiden (wann wird unsere Gesellschaft endlich nur halb so aufgeklärt, entspannt und tolerant, wie wir es uns so gern selbst versuchen glauben zu machen? Die Hälfte aller Schlagzeilen wären schlagartig keinen Tropfen Druckertinte mehr wert.). Wichtig für den Musikhörer ist, dass diese Beziehung auch ganz erhebliche musikalische Auswirkungen hat. Ganz wunderbare. "48" hat einen frischen, dynamischen, sehr eignen Sound, ohne die bewährte Rezeptur dabei völlig zu mißachten. Das oben schon ein paar mal erwähnte Album, dass den großen Erfolg vor sieben Jahren in Gang setzte, war ganz und gar großartig. Auch die beiden Nachfolger "Liebe macht taub" und "Das wär dein Lied gewesen" waren groß und nicht ohne Grund so erfolgreich. Aber jetzt war etwas Bewegung nötig. Drei miteinander verwandte Alben sind völlig in Ordnung, erst recht, wenn das Konzept von vielen Menschen gemocht wird, aber irgendwann droht der Effekt: Ah, ja, kenn ich, hab ich auch 'ne Platte von, wozu noch eine?

"48" hat man noch nicht und braucht man! Johannes Oerding hat nicht nur das Leben von Ina Müller privat bereichert, sondern deutlich hörbar auch ihre Musik, seine Art zu komponieren ist einfach anders, hat eine eigene Handschrift. Die musikalische Marschrichtung ist jetzt nicht besser als früher, sondern richtig gut anders. Es ist auch kein 180 Grad Richtungswechsel, einfach frischer Wind, der das Album wohltuend von den anderen unterscheidet.

Ina Müller setzt ihren Weg fort und hat die Unterhaltungskultur im deutschsprachigen Teil Europas wirklich bereichert. Nimmt man all Ihre Produktionen zusammen, inklusive des damals noch nicht sehr erfolgreichen Solo-Debüts "Das grosse Du" (2005), des plattdeutschen Albums und der Live-Alben, ist "48" bereits ihre zehnte Album-Veröffentlichung und alles zusammen etwas, was es vor ihr noch nicht gab, was gefehlt hat. Nicht nur wegen der Schuhe, denn sein wir doch ehrlich, die heimlichen Favoriten, sind die melancholischen Stücke, die sie so gelebt, so echt vermittelt. "Ich will nach hause, jetzt wo ich weiß wer das ist..." wär für mich schon Grund genug, das Album mit Höchstwertung zu versehen. Aber ich bin auch nur ein Mann und hab keine Ahnung von Schuhen.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.10.2013 20:51:09 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.10.2013 20:51:21 GMT+01:00
Der Ronny meint:
Eine wunderbare Album-Rezension zu einem wundervollen Album - DANKE! :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.11.2013 07:23:46 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.11.2013 20:10:18 GMT+01:00
HG meint:
Ich sage es ja schon lange: Dieser Rezensent gehört in die Feuilletons der richtig großen Gazetten, anstatt weiterhin hier sein Talent zwischen Klopapier und Suppentütenbesprechungen zu vergeuden ;-).
Nein, im Ernst, lieber Christian, immer wieder lese ich Ihre Rezensionen mit gesteigertem Genuss und bin froh, dass Sie sie hier hinterlassen, denn - unter der Hand - ich weiß nicht, ob ich mir allein wegen Ihren Besprechungen noch ein paar feuilletonwürdige Zeitungen kaufen und dann 99% der Seiten ungelesen im Wertstoffcontainer hinterlegen würde.

Und, dass Sie nicht wissen, was Schuhe sind, das war doch ein Joke, lieber Christian. Sie werden mir doch nicht weismachen wollen, dass Sie nur in Gummischlappen herumlaufen (wir sind schließlich nicht in den Tropen ;-) ). Ich könnte Ihnen von Männern erzählen, die tatsächlich mehr Paar im Regal zu stehen haben als ihre Angetraute, die diese - offensichtlich wie Sie - eher als Funktionsprodukt ansieht. Aber was schwätze ich hier so bedeutungsleer herum.... Die Musik ist das, was hier zählt und Frau Müllers neu entfachte Sensibilitäten haben mich nun schon neugierig gemacht, auch wenn das ganze Drumherum offensichtlich an mir vorbeigeschrummelt ist, ohne Wirkung zu hinterlassen (was man von Ihren Rezensionen keineswegs behaupten kann).

Danke für diese tolle Besprechung!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.11.2013 19:19:04 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.11.2013 19:20:44 GMT+01:00
Jessas, wie soll ich denn auf einen solchen Schwall wohlmeinender Worte angemessen reagieren?
Ich danke dick und verbeuge mich geschmeichelt! Abgesehen davon, haben Sie natürlich vollkommen recht, liebe Heike, und nicht die Spur übertrieben ;-)

Was die Sache mit den Schuhen betrifft, ist es tatsächlich so: würde nicht weiblicherseits mein Schuhbestand statistisch manipuliert werden, dann hätte ich wohl nur zwei paar Schuhe. Eines, dass ich trage, und ein weiteres (vermutlich identisches) mit dem ich zum Schuladen liefe, wenn ersteres kaputt gegangen ist, um für Ersatz zu sorgen und so auszuschließen, nicht irgendwann unbesohlt durch die Landschaft zu schlendern.

Stilistisch wäre diese Limitation gar kein Problem, da mein Kleidungsstil insgesamt sehr pragmatisch ist: stets ein freundliches schwarz, passt immer! Der schlaftrunkene Griff in den Kleiderschrank, kann so niemals verheerend ausgehen.

Soviel zu meiner leidenschaftslosen Einstellung zu Schuhen, jetzt muß ich meine E-Mails abrufen und erwarte von mehreren führenden Blättern des Landes sich gegenseitig überbietende Angebote, um mich zur Mitarbeit zu gewinnen. Und wehe nicht! Dann schreibe ich aus Kränkung über die ausbleibende Wertschätzung nur noch Klopapier-Rezensionen, etwa so:
Das neue "Zewa - Das Verwöhnsichere" (das gibts wirklich!) gesäßwärts ein traumhaftes Erlebnis und beidseitig zu benutzen - der Erfolg liegt klar auf der Hand!

In diesem Sinne,
liebe Grüße und nochmal herzlichen Dank

Christian Günther
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