Kundenrezension

32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese CD prägte mein Leben..., 5. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Live at Carnegie Hall (Audio CD)
...ja, das klingt übertrieben, ist es aber wirklich nicht.
Ich kaufte seinerzeit (ich war 13) die Doppel-LP, weil ich schöne Cover und lange Stücke mochte. Und schon bald war es um mich geschehen, und seitdem, also seit 22 Jahren, ist Renaissance DER Soundtrack zum Pengoblin.
Der mit Orchester, dafür ohne E-Gitarre aufgenommene Livemitschnitt aus der Carnegie Hall scheidet in der Tat die Geister, denn nie wieder auf einer der veröffentlichten Liveaufnahmen klangen Renaissance so lupenrein und unirdisch. Bereits der Opener "Prologue" (8min) ist recht repräsentativ: Ein perlendes Piano, ein munterer Bass, dezente akustische Rhythmusgitarre, Orchesterkapriolen wie ein fliegender Teppich und dazu vor allem die unirdisch schöngewaltige Stimme Annie Haslams, die damals auf der Höhe ihres Könnens war. Virtuos und mit traumwandlerischer Sicherheit (kontrapunktiert von den dagegen eher bläßlichen männlichen Bandsängern) nimmt Haslam den Hörer mit in bessere Regionen, wo es keine Dissonanzen gibt. Diese Grundstimmung zieht sich durch das ganze Album; die verträumte Ballade "Ocean Gypsy" (7min) reiht sich da ebenso ein wie das schmissige "Can You Understand?" (10min). Mit "Carpet of the Sun" (4min) wird der erste (und leider fast einzige) 'Hit' der Band vorgestellt, es folgen das dynamische "Running Hard" (10min) und das Alexander Solschenizyn gewidmete melancholische "Mother Russia" (10min, beide urspr. von "Turn of the Cards").
Die zweite CD ist den beiden Höhepunkten des Renaissance-Oeuvres gewidmet: der knapp halbstündigen Renaissance-Version der Rahmengeschichte aus 1001 Nacht "Song of Scheherazade" - mit einer etwas zu lang geratenen Ansage vorneweg. Wer übrigens immer noch behauptet, dies sei die Renaissance-Adaption der sinfonischen "Scheherazade"-Suite von Nikolai Rimsky-Korsakov, beweist lediglich, daß er gut von Leuten abschreiben kann, die auch nie Vergleich gehört haben: außer den ersten Fanfarentönen besteht auch nicht die geringste Ähnlichkeit. Nach diesem üppigen, reich verornamentierten, aber dadurch auch sehr beengten Stück (weil kein Raum für Improvisation bleibt), gönnen sich Renaissance ihr stets letztes und am freiesten ausgestaltetes Livestück (ohne Orchester): "Ashes are burning" (hier: 24min). Besonders sticht das Pianosolo hervor, das Motive aus "Mr. Pine" zitiert (vom zweiten Renaissance-Album 'Illusion'), ferner das virtuose, spielfreudige Solo von Jon Camp am Bass, und zuletzt im Finale des Stückes wiederum Annie Haslam, deren wortloser Gesang hier eine Tonhöhe und Perfektion erreicht, die umso bewundernswerter ist, weil ihr das in den anderen Liveversionen dieses Stückes nie wieder so gut gelingen sollte - die Grenze zum Quieken war bei Haslams höchsten Tönen schon immer nur um Haaresbreite entfernt.
Zurück bleibt ein wohlig erschauerter, sehr satter Hörer. Manchem mag dieses Livewerk etwas überzuckert erscheinen, und der greift lieber zu den rauhen Tönen von "Yessongs" oder "Welcome back, my Friends...", aber wer in Musik zu schwelgen vermag, wird (zumindest in der U-Musik) kaum etwas Schöneres dafür finden können als diese Aufnahme. Ein Vollbad von einem Album!
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